Liebe Leserinnen und Leser,

was muss ich wirklich besitzen? Brauche ich mein eigenes Auto, ein E-Bike oder ein neues Outfit für dieses eine Event? Verleih-Services sind populär bei bezahlwilligen Konsumenten, die viel haben möchten – nur keine Verantwortung. Denn wer mehr besitzt, ist auch für mehr CO2 verantwortlich. Immer mehr Unternehmen von Europa bis in die USA wittern in dieser Haltung ein Geschäft und nennen es: „Product as a Service“. So wirbt beispielsweise eine US-Möbelvermietung mit dem Slogan „Own your life, not your furniture“. 

Der Grundgedanke leuchtet ein: Da das Produkt Eigentum des Herstellers bleibt, hat dieser Interesse an einer möglichst langen Lebensdauer. Verbraucher mieten das Produkt umgekehrt nur dann, wenn sie es benötigen. So wird eine intensivere Nutzung und in der Folge ein niedrigerer Konsum gewährleistet. Soweit die Theorie. Wirklich nachhaltig kann der Service aber nur sein, wenn der gesamte Lebenszyklus eines Produkts beim Design mitgedacht und optimiert wird – das schreibt Miriam Petzold im Enorm Magazin.

Mit dem Konzept der Kreislaufwirtschaft befassen wir uns übrigens auch in der aktuellen Ausgabe unseres Magazins. Schauen Sie doch mal rein! Doch zuvor: die Presseschau zum Donnerstag.

Deutschland und Frankreich einigen sich auf Rücknahme von Atommüll

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Mehrere Jahre haben beide Länder verhandelt. Nun ist eine Lösung für den Rücktransport von hoch radioaktiven Abfällen nach Deutschland gefunden. Wie aus einem gemeinsamen Informationspapier von Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium hervorgeht, sollen bis 2024 drei bis fünf Behälter mit hoch radioaktiven Atomabfällen aus dem französischen La Hague ins baden-württembergische Zwischenlager Philippsburg zurückgeführt werden – das berichtet die FAZ.  Damit wäre der Rücktransport aller Atomabfälle, die Deutschland aus Frankreich zurücknehmen muss, abgeschlossen. Die Einigung soll den Ministerien zufolge an diesem Donnerstag im Plenum beschlossen werden

SPD denkt über Klimaprämie nach – ab 2027

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

In der Debatte um den CO2-Preis bei Sprit und Heizen gerät die SPD unter Druck. In einem klimareporter° vorliegenden Arbeitspapier setzt die Partei bis 2025 auf Entlastungen bei der EEG-Umlage; ab 2027 können sich SPD-Umweltpolitiker aber die von den Grünen vorgeschlagene Klimaprämie vorstellen. Bis 2025 will die SPD laut dem Arbeitspapier ganz auf eine Entlastung durch die Abschaffung der EEG-Umlage setzen. Diese Entlastung beziffert das Papier für eine dreiköpfige Familie auf rund 230 Euro im Jahr. Die 230 Euro entsprechen in der Größenordnung der 75 Euro Pro-Kopf-Prämie der Grünen – bei der SPD träte die volle Entlastung aber erst ab 2025 ein. Für die Zeit ab 2027 hält das SPD-Papier an den bisherigen Plänen fest, dass der CO2-Preis über den Markt ermittelt werden soll

Grünen-Basis will auf Parteitag höheren CO2-Preis durchsetzen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Auf dem Grünen-Parteitag am Wochenende will die Basis zahlreiche Verschärfungen des Programms zur Bundestagswahl durchsetzen. Dazu gehört auch der „Fridays for Future“-Aktivist Jakob Blasel, der für die Grünen in den Bundestag ziehen will. So soll der CO2-Preis 2022 auf 80 Euro erhöht werden und danach um jährlich 15 Euro steigen. Blasel sagte Zeit Online, er finde eine höhere CO2-Bepreisung nicht unsozial. Da die CO2-Einnahmen als Pro-Kopf-Geld an die Bürger zurückgezahlt würden, würden höhere CO2-Preise schließlich auch zu höheren Rückzahlungen an die Bürger führen. Sie würden aber eine stärkere Lenkungswirkung entfalten, da klimaschädliches Verhalten entsprechend teurer und klimafreundliches dagegen noch günstiger werde

Verkehrsunternehmen fordern 11 Milliarden Euro für die Verkehrswende

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Mit einem „Betriebskostengutachten“ wollen die Verkehrsunternehmen belegen, was die Klimaziele bis 2030 kosten – zu beziffern, was es konkret kostet, damit sich immer mehr Menschen in Bus und Bahn klimafreundlich fortbewegen. Die Politik hat die Verkehrswende proklamiert – was fehlte, war die Rechnung. Nach Informationen des Handelsblatts geht es um insgesamt elf Milliarden Euro, die die Verkehrsunternehmen einfordern. So viel sei nötig, um im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die vom Bund ausgerufenen Klimaziele zu erreichen. Mehr als neun Milliarden Euro bekommt der Nahverkehr schon heute vom Bund; jedes Jahr steigt die Summe um 1,8 Prozent. Aber wenn Busse und Bahnen ihre Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppeln sollen, so das Argument, dann reicht das Geld vorn und hinten nicht

Europa muss mit Meeresanstieg von einem Meter rechnen

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Wissenschaftler prophezeien den am Atlantik liegenden europäischen Ländern eine „besorgniserregende“ Zukunft: Bis zum Ende des Jahrhunderts wird der Meeresspiegel an diesen Küsten um mindestens einen Meter höher liegen als heute, warnt eine neue Untersuchung. Die direkten Auswirkungen des globalen Klimawandels zeigen sich der Studie zufolge im Anstieg der Oberflächentemperatur des Atlantiks seit den 1890er-Jahren um fast ein Grad Celsius, im Anstieg des Meeresspiegels im 20. Jahrhundert um elf bis 16 Zentimeter und im Sinken des pH-Werts des Meerwassers seit Beginn der industriellen Revolution um etwa 0,1 pH-Einheiten. Die neuesten Erkenntnisse über die abschmelzenden Gletscher und Eisschilde in Grönland und der Antarktis würden zeigen, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. Details hat der Standard

Luchse brauchen Partnerbörsen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

In Deutschland lebende Luchse leiden – wie ihre Artgenossen anderswo – unter Inzucht. Langfristig haben sie nur eine Überlebenschance, wenn sie sich vermischen. Darum untersuchen das Thüringer Umweltministerium und die Naturschutzorganisationen BUND und WWF, wie sich die Katzen im Thüringer Wald ansiedeln lassen. In einer Computersimulation hat man ausgerechnet, unter welchen Bedingungen Luchse aus ihren Lebensräumen herauswandern, neue Gebiete besiedeln und so auf Tiere aus anderen Gegenden treffen. Würden im Thüringer Wald 16 bis 20 Tiere ausgewildert, entstünde laut Computermodell eine Art „Brücken-Population“. Bis 2048 könnte Europas größte Katze sich dann bis in den hessischen Odenwald, den Vogelsberg und das sächsische Erzgebirge ausbreiten. Außerdem müsse man einzelne Tiere in die Populationen einbringen, beispielsweise aus den Karpaten. Hintergründe liefert taz.de

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