Liebe Leserinnen und Leser,

sollten Sie sich neben dem Schutz unserer Umwelt auch für Gesellschaftsspiele begeistern, kennen Sie „Wingspan“ ja vielleicht schon, zu Deutsch: „Flügelschlag“. Bei dem kartenbasierten Spiel dreht sich alles darum, unterschiedliche Vogelarten in ihren Lebensraum zu locken und dort nisten zu lassen. Wen Sie tendenziell eher nicht kennen, ist die dazugehörige Erfinderin: Politikberaterin Elizabeth Hargraves hatte die Idee bei einem Spieleabend mit Freunden im Jahr 2014.

Hargraves langweilten damals die immer gleichen Spielideen, die oft im alten Rom oder mittelalterlichen Europa angesiedelt waren. Deshalb schlug ihr Mann vor, sie solle sich doch selbst ein Spiel ausdenken. Eins kam zum anderen – heute hat sich „Flügelschlag“ über eine Million Mal verkauft und wurde zum Kennerspiel des Jahres 2019 gekürt. In einer äußerst unterhaltsamen NPR-Radioreportage spricht Reporterin Emily Kwong mit Hargraves über ihren durchschlagenden Erfolg und das Bestreben, wissenschaftliche Genauigkeit mit modernem Spieldesign zu verbinden.

Mit diesem Tipp gleiten wir auch schon in die Presseschau zum Wochenende. Los geht’s!

Forscher entdecken weltweit größte Fisch-Brutkolonie

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Eher zufällig hat ein Tiefseeteam aus Forscherinnen und Forscher vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) rund 60 Millionen Eisfisch-Nester auf einer Fläche von mindestens 240 Quadratkilometern (was etwa der Größe Maltas entspricht) gefunden. Die Eisfische der Art Neopagetopsis ionah bringen zusammen gut 60.000 Tonnen auf die Waage und wachen über mehr als 100 Milliarden Eier. Diese Zahlen haben die Forschenden nach Auswertung mehrerer Tauchfahrten im Fachjournal „Current Biology“ veröffentlicht. Es ist die Entdeckung der weltweit größten Fisch-Brutkolonie in einer der letzten fast unberührten Regionen im antarktischen Ozean  dem Weddellmeer. Jetzt wollen die Forschenden das Gebiet mit den Fischnestern genauer kartieren, berichtet Zeit Online

Französische Atombehörde räumt mögliche Probleme bei AKW ein

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Die französische Atomaufsichtsbehörde hat ein mögliches Sicherheitsproblem bei einem weiteren Kernkraftwerk eingeräumt. „Die Mängel, die bei den Reaktoren der letzten Generation festgestellt wurden, sind auch bei einem anderen Reaktor in Penly in Nordfrankreich festgestellt worden“, sagte die stellvertretende Leiterin des französischen Instituts für Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN), Karine Herviou, am Donnerstag. Im Dezember waren Risse an einem Sicherheitskühlsystem im westfranzösischen AKW Civaux entdeckt worden. Der Energiekonzern EDF hatte daraufhin auch zwei Reaktoren in dem AKW Chooz nahe der belgischen Grenze vorsorglich abgeschaltet, da sie nach demselben Konzept gebaut worden waren und ebenfalls von Sicherheitsmängeln betroffen sein könnten, heißt es bei Spiegel Online

Rätsel um Massensterben im Jasmunder Bodden

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Mit Netzen und Schaufeln sammelten diese Woche Dutzende Helfer Fischkadaver an den Ufern des Kleinen Jasmunder Boddens ein. Über zehn Tonnen waren es nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern alleine am Montag – von Brassen und Zandern bis zu Hechten und Barschen. Erste tote Fische wurden zwischen den Jahren gemeldet, seitdem werden es täglich mehr. Über die Todesursache der Tiere wird auch zwei Wochen nach Beginn des Massensterbens noch gerätselt. „Die Untersuchungen von Fischkadavern (...) beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock sowie der Universität in Hannover haben keine Hinweise geliefert, die Rückschlüsse auf die Todesursache zulassen”, so Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Details gibt es bei National Geographic

Klimawandel bedroht Artenvielfalt in Hecken

Hintergrund, 2 Minuten Lesezeit

Der Klimawandel und unpassende Pflege bedrohen einer europaweiten Studie zufolge die Artenvielfalt in Knicks und Hecken, die als Lebensraum wichtige Funktionen haben. So wurden in warmen Gegenden weniger Waldarten in den Hecken gefunden, wie die Universität Bremen am Donnerstag mitteilte. Besonders aufschlussreich sei der große Einfluss von Extremwetter-Ereignissen. Bei großer Dürre oder Hitze seien Hecken nachweislich artenärmer. „Da solche Wetterereignisse durch den Klimawandel noch zunehmen werden, befürchten wir, dass noch mehr Hecken zukünftig Arten verlieren könnten“, erklärte die Bremer Ökologin Kathrin Litza. Durch die Breite der Hecken lasse sich dieser Effekt allerdings beeinflussen: „In breiten Hecken ist das innere Klima nachweislich stabiler als in schmalen.“ Deshalb sei es unerlässlich, diesen Aspekt als Schlüsselelement für die Artenvielfalt zu berücksichtigen. Es berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland

Fleisch vom Acker, Gemüse aus dem Tank

Hintergrund, 11 Minuten Lesezeit

Die Kuh auf der sattgrünen Bergwiese, die gackernden Hühner vor dem rustikalen Holzverschlag oder der fröhliche Kaffeepflücker: Informierte Konsumenten wissen, dass die Bilder auf Verpackungen fast immer schwindeln. Doch für dutzende Nahrungsmittel wird es bald Alternativen aus dem Labor geben. Was sich hier ankündigt, ist laut Spektrum Magazin nichts weniger als die größte Ernährungsrevolution seit der Jungsteinzeit. So rechnet die Boston Consulting Group damit, dass Proteine aus tierischen Zellkulturen hinsichtlich Geschmack, Textur und Preis in rund zehn Jahren genauso gut sein werden wie jene aus realen Tieren. Bis 2035, so die Prognose, werde es für 90 Prozent der beliebtesten Gerichte weltweit tierfreie, schmackhafte und bezahlbare Alternativen geben – von Entenbrust über Steak, Sushi und Pizza bis zu Quesadillas und Ramen

Was der Luchs hierzulande zum Überleben braucht

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Als Tier des Jahres 2022 rückt der Luchs ins Rampenlicht. Einst auf dem gesamten europäischen Festland verbreitet, galten die Katzen Ende des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Heute streifen Schätzungen zufolge wieder 10.000 Luchse durch Europas Wälder. Stummelschwanz und Ohrpinseln machen die größte mitteleuropäische Katzenart unverkennbar. Sie in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen, setzt allerdings immenses Glück oder ausnehmende Ausdauer voraus. Denn Lynx lynx lebt davon, nicht gesehen zu werden. Damit er dauerhaft Pfote fassen kann, braucht er die Hilfe des Menschen, berichtet der Standard

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