Liebe Leserinnen und Leser,

die Waldbrände im Westen der USA wüten weiter – momentan besorgt vor allem das sogenannte „Bootleg Fire“ im Bundesstaat Oregon. Inzwischen haben die Auswirkungen der Katastrophe sogar die fast 5.000 Kilometer entfernte amerikanische Ostküste erreicht: in Form von grauem Dunst, der seit gestern zum Beispiel über der Millionenmetropole New York hängt. Auch im benachbarten Kanada lässt sich dieses Phänomen beobachten.

Es ist das zweite Jahr in Folge, dass der Rauch so weit entfernt zu sehen ist – das liegt laut Klimaforschern daran, dass die Feuer immer intensiver werden und zudem länger anhalten. Dabei sorgen die Waldbrände aus der Ferne nicht nur für leuchtend rote Sonnenuntergänge hinter der Skyline Manhattans, sondern auch für schlechte Luftqualität. Einige Bundesstaaten entlang der Küste haben deshalb bereits Warnhinweise herausgegeben, um ihre Bürgerinnen und Bürger über die gesundheitlichen Risiken zu informieren. 

Mit dem Thema beschäftigt haben sich die Reporter von NPR. Doch zuvor: die Presseschau zum Donnerstag. Los geht’s!

Grünes Licht für Nord Stream 2

Fernsehbeitrag, 2 Minuten Laufzeit

Die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 kann fertiggestellt werden, ohne dass Sanktionen aus den USA drohen. Darauf haben sich die Vereinigten Staaten und Deutschland verständigt. Nachdem US-Außenamtsstaatssekretärin Victoria Nuland im Auswärtigen Ausschuss des Kongresses die Einigung verkündet hatte, folgte am Abend die Bestätigung aus Berlin. Der gemeinsamen Erklärung beider Staaten zufolge sieht das Abkommen Sanktionen gegen Russland vor, sollte Moskau Energie als Waffe benutzen. Dies gelte auch allgemein für aggressive Handlungen gegenüber der Ukraine. Im Rahmen des neu eingerichteten Hochrangigen Dialogs zwischen den USA und der EU über Russland sowie über bilaterale Kanäle sollen geeignete Instrumente und Mechanismen bereitgestellt werden, um gemeinsam auf russische Aggression und destruktive Aktivitäten zu reagieren, heißt es in der Tagesschau

Regionen im Norden Russlands rufen Notstand aus

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Wegen schwerer Waldbrände gilt nun auch im Norden Russlands der Notstand. Er sei für mindestens zwei Wochen für die gesamte Republik Karelien an der Grenze zu Finnland ausgerufen worden, sagte der regionale Zivilschutzminister Andrej Karpilowitsch laut der Agentur Interfax. Den Bewohnerinnen und Bewohnern sei es verboten, die Wälder zu betreten. In Karelien wüten den Behörden zufolge aktuell 33 Waldbrände auf einer Fläche von etwa 7.200 Hektar. Wegen schwerer Brände gilt in Russland mittlerweile in zehn Regionen der Notstand. Am schwersten betroffen ist die sibirische Region Jakutien im Osten des Landes. Nach Angaben der regionalen Behörden zählte die Feuerwehr dort am Dienstag 205 Brände. Die Details hat Zeit Online

Elektroautos bauen Klimavorteil aus – Wasserstoff hat ein Problem

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Weltweit entscheiden sich Autofahrerinnen und Autofahrer zunehmend für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV). In Deutschland ist ihr Anteil bei den Neuzulassungen zuletzt auf mehr als zehn Prozent gestiegen. Den Boom befördern Fördergelder und Emissionsregeln der Staaten – E-Autos sollen dem Klima helfen, schließlich stoßen sie keine Abgase aus. An dieser Rechnung zweifeln allerdings immer wieder einzelne Fachleute und Politiker: Werden die Fahrzeuge faktisch nicht meistens mit dreckigem Kohlestrom geladen? Die Autoren einer Untersuchung der Nichtregierungsorganisation ICCT widersprechen nun deutlich, wie Spiegel Online berichtet: Elektroautos schneiden in ihrer Klimarechnung nicht nur deutlich besser ab als Wagen mit Verbrennungsmotor. Die Bilanz der Fahrzeuge hat sich zudem zuletzt offenbar noch einmal klar verbessert

Klimagesetze in Frankreich: Note 6 von Umweltschützern

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Die Nationalversammlung mit der Mehrheit der Regierungsparteien und der eher konservative Senat haben sich in Frankreich trotz großer Differenzen auf einen Kompromiss in der Klimapolitik geeinigt. Umweltministerin Barbara Pompili freute sich am Dienstag über eine „globale kulturelle Wende“, die es erlauben werde, „die Ökologie in unser Alltagsleben einzuführen“. Jetzt erteilten Umweltorganisationen der Regierung für das verabschiedete Klimapaket die Note „Ungenügend“. „Das Wunder hat sich nicht ereignet, und das Gesetz ist sehr weit von den Klimazielen und den Erwartungen der Bürger entfernt“, kommentierte beispielsweise der WWF Frankreich. Für die rechte Oppositionspartei „Les Républicains“ hat es dagegen noch „zu viel neue Abgaben und juristische Regeln“. Hintergründe liefert taz.de

Gefährdete Gebäude nicht an derselben Stelle wieder aufbauen?

Interview, 3 Minuten Lesezeit

Ortwin Renn ist Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam und Professor für Umwelt und Techniksoziologie an der Universität Stuttgart. Im Gespräch mit den klimareportern° plädiert der Risikoforscher dafür, als Konsequenz aus den Überschwemmungen über Umsiedlungen einzelner Häuser und Ortsteile nachzudenken – bei ganzen Dörfern allerdings nur, wenn sie regelmäßig heimgesucht werden. Er sagt: „Wetterextreme wie Starkregen kommen aufgrund des Klimawandels jetzt häufiger und intensiver. Trotzdem treten solche Ereignisse nur punktuell ein. Und sie lassen sich schwer vorhersagen. Wir können deshalb nicht jede mittelalterliche Burg untersuchen und schützen. Allerdings tun wir gut daran, die öffentliche Infrastruktur zu überprüfen, Brücken zu stabilisieren, eventuell auch Straßen und Leitungen anders zu verlegen“

Polnisch-deutsche Bootsmannschaft paddelt gegen Müll in Flüssen

Reportage, 3 Minuten Lesezeit

Der Umweltpädagoge Dominik Dobrowolski und sein Freund, Grafiker Bogumil Jarecki, organisieren Kanu-Trips von Polen nach Köpenick – und sammeln dabei Abfall auf, den sie im Wasser oder an Land entdecken. Sie wollen so auf die Verschmutzung von Flüssen hinweisen und machen dafür immer wieder an Campingplätzen Halt, wo Dobrowolski Schulungen zur Müllverschmutzung von Flüssen anbietet – vor allem für Kinder und Jugendliche. Dieses Engagement imponiert Wolfgang Wiedmann, der mit  seiner Lebensgefährtin Editha Mujstra am  jüngsten Trip teilgenommen hat: „Für mich ist das das Highlight, was er da so macht: die Jugendarbeit“, sagt der 66-Jährige. „Die Tour jetzt, das ist eigentlich eine Werbetour für das ganze Recycling.“ Die ganze Reportage über das Projekt gibt es beim Tagesspiegel

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