Liebe Leserinnen und Leser,

heute bitten wir Sie einleitend um ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich rein spaßeshalber vor, Fledermäuse wären Teil einer Musikband und Sie wohnten einem Konzert bei. Wenn Ihnen jetzt angesichts des gemeinhin dunklen Rufs der nachtaktiven Flattertiere aggressiv gespielte Gitarrensoli und gutturaler Gesang in den Sinn kommen, geht das wunderbar mit einer neuen Studie aus Dänemark einher.

Wie eine Arbeitsgruppe um Coen Elemans von der Süddänischen Universität in Odense im Fachmagazin „PLOS Biology“ berichtet, nutzen Wasserfledermäuse (Myotis daubentonii) für ihre Rufe im unteren Bereich des Stimmumfangs nämlich eine Technik, mit der auch Interpreten des Musikgenres Death Metal sehr tiefe, raue Töne anschlagen. In einem bestimmten Teil ihres Kehlkopfes können die Tiere wie wir Menschen einen knurrigen Ton erzeugen – gemeint ist das sogenannte Growling. Das Spektrum Magazin weiß mehr.

Wir starten gar nicht knurrig in den Dezember und wünschen angenehme Lektüre unserer donnerstäglichen Presseschau. Los geht’s!

Gysi verteidigt Letzte Generation

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Als Gregor Gysi vor dem Gerichtssaal des Amtsgerichts Tiergarten in schwarzer Robe auftaucht, beachtet den 24-jährigen Lukas P. erst mal niemand. Angeklagt ist der wegen zahlreicher Straßenblockaden und der Besetzung eines Vorraums des Bundesjustizministeriums. Juristisch bedeutet das: Vorwurf von Nötigung in acht Fällen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in sechs Fällen, einmal Hausfriedensbruch. P. macht keine Anstalten, seine Taten zu leugnen. Stattdessen beantragt Gysi für ihn, renommierte Klima- und Protestforscher als Zeugen zu laden. So soll bewiesen werden, dass die Klimakrise einen rechtfertigenden Notstand für gewisse Straftaten darstelle. Details gibt es bei taz.de

Katar-Deal gefährdet Klimaschutz

Kommentar, 3 Minuten Lesezeit

Ab 2026 soll Flüssigerdgas über 15 Jahre von Katar nach Deutschland fließen. Das Bundeswirtschaftsministerium verspricht, es werde keine Abhängigkeit von dem Golfstaat geben. Sorgen sind trotzdem angebracht, schreibt David Zauner bei den klimareportern° und kommentiert weiter: „Selbst wenn Deutschland den Umstieg von Erdgas auf klimaneutrale Energieträger wie Wasserstoff schaffen sollte, sind derartige Gasdeals für den globalen Kampf gegen den Klimawandel gefährlich. Auch Deutschlands Einsatz für Menschenrechte büßt mit solchen Deals an Glaubwürdigkeit ein. Warum ein milliardenschwerer Erdgas-Deal mit Katar eher vertretbar sein soll als die dortige Ausgestaltung der WM, hat die Bundesregierung bisher offengelassen“

Weniger Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet

Meldung, 1 Minute Lesezeit

Neusten Erkenntnissen zufolge ist die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet zurückgegangen. Eine gute Nachricht, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwischen Anfang August 2021 und Ende Juli 2022 sei in der Region eine Fläche vom 11.568 Quadratkilometern abgeholzt worden, teilte das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) am Mittwoch bei der Vorstellung seines Jahresberichts mit. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche des Ruhrgebiets. Im Vergleichzeitraum ein Jahr zuvor waren es 13.038 Quadratkilometer gewesen. Somit ging die Abholzung um 11 Prozent zurück

Warum Tiere sterben und Menschen krank werden

Podcast, 59 Minuten Laufzeit

Der Planet steckt mitten im sechsten Massensterben: Abertausende Arten gehen jährlich verloren, viele davon, bevor Forschende sie beschreiben konnten. Gleichzeitig schrumpft die verbleibende Wildnis auf der Erde. Je näher die Menschen wilden Tieren auf den Leib rücken, desto wahrscheinlicher springen Erreger aus dem Tierreich über. Diese neuen Infektionskrankheiten („Zoonosen“) bergen das Potenzial für Pandemien, wie Corona gezeigt hat. Im „Freundlichen Krisenpodcast“ der Zeit sprechen Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt mit Biodiversitätsexperte Matthias Glaubrecht über die Geschichte solcher Seuchen und des Naturverlusts

Nährende „Milch“ bei Ameisen entdeckt

Hintergrund, 2 Minuten Lesezeit

Erstaunliche Neuigkeiten aus der Ameisenforschung: Die Puppen der sozial lebenden Insekten produzieren eine milchähnliche Substanz, die andere Mitglieder des Volkes trinken. Wissenschaftler von der Rockefeller University in New York konnten zeigen, dass vor allem die Larven die nährstoffreiche Flüssigkeit zum Wachsen brauchen. Das „Melken“ ist offenbar ebenfalls lebenswichtig: Wenn die Flüssigkeit nicht aufgenommen wird, verschimmeln die Puppen. Dieses Konzept scheint bei allen Gruppen der Ameisen verbreitet zu sein. Die überraschend neuen Befunde tragen nun zum Verständnis bei, wie sich die faszinierenden Insektengesellschaften entwickelt haben und organisiert sind, sagen die Forscher laut wissenschaft.de

„Ur-Opa“ des Tyrannosaurus Rex entdeckt

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Das in den USA entdeckte Fossil eines Tyrannosauriers schließt eine Lücke im Familienstammbaum des Tyrannosaurus Rex. Denn der vor 76,5 Millionen Jahren lebende Raubdinosaurier Daspletosaurus wilsoni könnte ein direkter Vorfahre des berühmten T. Rex gewesen sein. Gleichzeitig klärt das Fossil die Verwandtschaftsverhältnisse zweier weiterer Daspletosaurus-Arten und belegt, dass sich die Stammeslinie zum Tyrannosaurus linearer entwickelte als bisher gedacht. Diese Art der Evolution, in der sich eine Ausgangsart direkt zu einer Nachfahrenart weiterentwickelt, bezeichnet man als Anagenese oder lineare Evolution. Die Familie der Tyrannosauriden reiht sich damit in eine wachsende Liste von Dinosauriern ein, bei denen es Hinweise auf eine solche Anagenese gibt, berichtet scinexx

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