Liebe Leserinnen und Leser,

für das perfekte Bild harren Naturfotografen oft lange aus. Dank dieser beneidenswerten Geduld erhielt Laurent Ballesta jetzt den Ritterschlag seiner Branche – das Londoner Natural History Museum kürte den Franzosen zum „Wildlife Photographer of the Year“. Ganze 3.000 Stunden wartete Ballesta, bis er tief unter Wasser mit dem Blitz seiner Kamera eine Explosion neuen Lebens einfing: Auf dem – nun preisgekrönten – Foto verlassen zwei gerade gepaarte Zackenbarsche eine Wolke aus Rogen im Fakarava-Atoll in Französisch-Polynesien.

Die Paarung findet nur einmal im Jahr statt, für etwa 30 Minuten rund um den Vollmond im Juni oder Juli. Ballesta hatte dementsprechend keine Möglichkeit, den Zeitpunkt vorherzusagen – also musste er seine Zeit unter Wasser maximieren. Bereits 2014 erstellte er deshalb ein Tauchprotokoll, um bis zu 24 Stunden unter der Wasseroberfläche zu verbringen. Das Kunststück erforderte laut Preisträger eine sorgfältige Kalibrierung seines Sauerstofftanks, ein engagiertes Tauchteam und ein hohes Maß an geistiger Stärke.

Jurymitglied Roz Kidman Cox ist begeistert: Das Bild mit dem Titel „Creation“ fange „einen magischen Moment“ ein; es habe gar eine „überirdische Schönheit“. 

Wir starten beschwingt in den Mittwoch – und wünschen viel Spaß beim Lesen unserer Presseschau. Los geht’s!

Honigernte fällt wegen zu viel Regen deutlich niedriger aus

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Der Deutsche Imkerbund hat mitgeteilt, dass die Honigernte in diesem Jahr deutlich kleiner ausfällt als in den Vorjahren. Grund dafür sei der viele Regen. Im Schnitt brachte es jedes Bienenvolk 2021 auf insgesamt 28,3 Kilogramm und damit 5,5 Kilogramm weniger als im Vorjahr. Verglichen mit 2019 waren die Einbußen ähnlich hoch – und im Vergleich zu 2018 war es sogar ein Minus von 10,5 Kilogramm. Es gab aber regionale Unterschiede: Die Ernte im Norden und Osten war ertragreicher als im Süden und Westen Deutschlands. „Es war vielerorts zu kühl und zu nass. Die Bienen sind wenig ausgeflogen und haben die geringen Mengen an eingetragenem Nektar dringend selbst benötigt“, sagt Imkerbund-Präsident Torsten Ellmann. Damit die Bienen sich ausreichend selbst versorgen konnten, holte im Frühjahr jeder zweite Imker gar keinen Honig aus dem Stock; im Sommer verzichtete jeder sechste auf die Ernte. Zeit Online hat die Details

Niederlande: Millionen Kubikmeter Sand gegen Überflutung

Radiobeitrag, 6 Minuten Laufzeit

Viele Urlaubsstrände der Welt werden immer wieder mit Sand vom Meeresgrund aufgefüllt – aus touristischen Gründen, aber auch, um die Küsten zu stärken. In den Niederlanden hatte ein Team die Idee, diese Transporte bei Den Haag durch eine künstliche Sandbank zumindest zeitweise überflüssig zu machen – zehn Jahre ist das inzwischen her. Nicht Saugbagger, sondern Gezeiten, Wind und Wellen sollen seitdem für den nötigen Sedimentnachschub sorgen, zudem die Artenvielfalt vor Ort erhöhen und den Strand attraktiver machen. Insgesamt ist das Team der TU Delft mit dem Halbzeitergebnis zufrieden. Der Sandmotor kann wie erwartet einen Meeresspiegelanstieg von drei Millimetern im Jahr ausgleichen. Außerdem wurden neu zugezogene Tierarten in der Lagune gesichtet, dazu neue Dünen und Gräser und auch mehr Menschen am Strand als vorher, heißt es im Deutschlandfunk

„Wissen kann Arten retten“

Interview, 3 Minuten Lesezeit

Weltweit sterben immer mehr Arten aus und die Zahl der Tiere und Pflanzen auf der Erde sinkt rapide. Walter Jetz von der Yale University und Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie sprechen darüber, welche Folgen das für die Menschheit haben wird, wie die Weltgemeinschaft das Artensterben stoppen möchte und welche Rolle dabei die Wissenschaft spielt. „Die große Herausforderung besteht darin, Biodiversitätsveränderungen global und langfristig zu untersuchen“, so Wikelski. Jetz fügt hinzu: „Mit neuen Datenquellen, beispielsweise Satelliten-basierten oder lokalen Sensoren und neuen theoretischen und statistischen Ansätzen zur Informationsverknüpfung lassen sich lokale, regionale und globale Zusammenhänge entschlüsseln. Damit können wir Biodiversität nicht nur erfassen, sondern auch die Beziehungen zwischen Arten und die Gründe für Veränderungen in Häufigkeit und Verbreitung analysieren“

Sollen wir die Sonne verdunkeln?

Podcast, 34 Minuten Laufzeit

Es ist das große Dilemma der Klimakrise: Die Erde heizt sich immer weiter auf. Selbst wenn wir jetzt radikal gegensteuern würden: Bis die Anstrengungen Effekte zeigen, vergehen Jahre, in denen sich die Erde weiter aufheizt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spielen deshalb schon länger mit der Idee, dem Planeten einen Sonnenschutz zu verpassen. Solar-Geoengineering heißt die Disziplin. Eine der Ideen: mit Aerosolen die Wassertröpfchen in den Wolken vermehren. Eine andere: einen künstlichen Vulkanausbruch imitieren. Ob wir die Sonne verdunkeln sollen, um uns vor dem Klimakollaps zu retten, diskutieren Sebastian Spallek und Kurt Stukenberg im „Klimabericht“-Podcast von Spiegel Online. Zu Gast sind Ulrike Niemeier vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und Johannes Quaas, Professor für theoretische Meteorologie an der Uni Leipzig

Zeit, die Natur zu retten

Kommentar, 10 Minuten Lesezeit

Wir Menschen greifen massiv in die Ökosysteme der Erde ein. Die Zerstörung der Umwelt löste nicht nur eine weltweite Klimakrise aus, sondern verursachte auch ein Artensterben in nie da gewesener Geschwindigkeit. Doch es ist noch nicht zu spät, die ökologische Vielfalt unseres Planeten zu retten. Das kommentiert der Agrarbiologe Josef Settele im Spektrum Magazin und schreibt weiter: „Die Umkehrung des fortschreitenden Niedergangs der Natur bei gleichzeitiger Bekämpfung sozialer Ungleichheit erfordert einen grundsätzlichen Wandel. Dabei muss über alle Systeme hinweg die Nachhaltigkeit von der altruistischen Ausnahme zur Norm erklärt werden. Für eine solche Transformation zum Wohl der Allgemeinheit müssen wir Widerstände von Besitzstandswahrern überwinden. Bereits bestehende Umweltvorschriften gilt es besser um- und durchzusetzen; schädliche politische Regelungen wie Subventionen für Energienutzung oder Ressourcenabbau müssen reformiert oder ganz abgeschafft werden“

Die Befreiung von Paris

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Lange Jahre war man als Fahrradfahrer in der französischen Hauptstadt eher einsam unterwegs. Heute muss man hoch konzentriert sein, um sich unfallfrei in die lange Perlenschnur der Radler einzufädeln. Zwar gibt es bereits seit 2007 das weit ausgebaute Leitfahrradsystem „Vélib“, dazu Radwege und mittlerweile sogar Fahrradspuren. Und dennoch war lange Zeit einiges an Wagemut nötig, um sich zwischen parkenden, fahrenden, überholenden oder entgegenkommenden Fahrzeugen einen Weg durch den Pariser Verkehr zu bahnen. Mittlerweile jedoch ist man nicht mehr allein. Durch die Streiks gegen die Rentenreform, den wochenlangen Ausfall der Metro und durch Corona hat das Fahrradaufkommen in der Stadt um über 65 Prozent zugenommen. Und mit dem seit Sommer geltenden Tempolimit von 30 km/h in nahezu der gesamten Stadt hat die Verkehrswende einen weiteren Höhepunkt erreicht, berichtet der Freitag

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