Liebe Leserinnen und Leser,

es scheint ein fast schon phrasenhaftes Mantra – doch Mantras sind nun mal dazu da, wiederholt zu werden: Unsere Wahlentscheidung in diesem Jahr beeinflusst mehr als nie zuvor, wie es im Kampf gegen den Klimawandel weitergeht. Diese Relevanz führte uns zuletzt die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands deutlich vor Augen. Der Bericht des Weltklimarats IPCC macht außerdem klar: Die drastischeren Folgen der Erderwärmung werden nicht nur die Jüngeren miterleben, sondern höchstwahrscheinlich auch die meisten der heute 60- bis 70-Jährigen.

Warum es wichtig ist, sich auch über die Bundestagswahl hinaus demokratisch zu engagieren, darüber haben wir mit Marina Weisband in unserem Magazin gesprochen. Für die in der Ukraine geborene Politikerin und Autorin war das Wählen nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Vielleicht blickt sie gerade deshalb hoffnungsvoll in die Zukunft: „Die Menschheit war schon oft an Punkten, an denen sie scheinbar einen Schritt zurückging. Aber letztlich wurden durch Kooperation immer auch schlimme Plagen und große Probleme bewältigt.“

Wir schreiten voran: in die Presseschau zum Mittwoch!

Klimaaktivist nach Hungerstreik im Krankenhaus

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Nach mehr als zwei Wochen Hungerstreik für eine radikale Klimawende ist einer der Beteiligten am Dienstagnachmittag in Berlin ins Krankenhaus gekommen. Der 27-jährige Jacob Heinze sei ohnmächtig geworden und über einige Zeit nicht ansprechbar gewesen, sagte die Sprecherin der Aktion, Hannah Lübbert, der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb habe man einen Krankenwagen gerufen. Der junge Mann sei in die Charité gebracht worden. Wie es ihm gehe, sei unklar. Die Klimaaktivisten hatten nach eigenen Angaben am 30. August einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Damit wollen sie eine öffentliche Diskussion mit allen drei Kanzlerkandidaten sowie die Einsetzung eines Bürgerrats erreichen, der der Politik Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel vorgeben soll. Der Tagesspiegel berichtet

Marmarameer laut Fachmann „jetzt totes Meer“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Die Meeresschleimkatastrophe im türkischen Marmarameer hat deutliche Auswirkungen auf das Ökosystem des Binnenmeeres. Das Wachstum von Muscheln werde verlangsamt, und weiche Korallen könnten von Schleim bedeckt nicht ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen: nämlich das Wasser zu filtern. Das sagt Ekin Akoglu, Meeresbiologe an der türkischen Odtü-Universität. Auf lange Sicht nehme durch den fehlenden Sauerstoff auch das Zooplankton im Wasser ab, von dem sich viele Fische ernähren. Der Hydrobiologe Levent Artuz fürchtet außerdem, der Schleim könne sich auch auf das Schwarze Meer und die Ägäis ausweiten – und warnt gar vor einer regionalen ökologischen Krise. Gemeinsam mit 20 Experten überwacht er bereits seit Anfang des Jahres an 450 Stellen die Ausbreitung der Plage. Der Meeresschleim habe das Ökosystem des Marmarameeres „irreversibel“ beschädigt. Hintergründe gibt es bei faz.net

Abkommen gegen Klimakiller Methan

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Europa und die USA wollen bei einem der aggressivsten Treibhausgase im nächsten Jahrzehnt eine deutliche weltweite Reduzierung durchsetzen. In einem „Globalen Methan-Versprechen“ (Global Methane Pledge), das derzeit zwischen Brüssel und Washington abgestimmt wird, sollen sich möglichst viele Staaten verpflichten, „zusammenzuarbeiten, um gemeinsam bis 2030 die menschengemachten Methan-Emissionen in allen Sektoren um mindestens 30 Prozent unter das Niveau von 2020 zu reduzieren“. So steht es im Entwurf des „Versprechens“, der der taz vorliegt und über den zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Eine solche Aktion könne „die Rate der Erderwärmung schnell reduzieren“, heißt es in dem Papier

Weniger Massentierhaltung, weniger Antibiotika

Radiobeitrag, 7 Minuten Laufzeit

Die Entdeckung des Penicillins war ein Wendepunkt für die moderne Medizin: Fortan war es möglich, bakterielle Krankheiten zu behandeln, unter denen die Menschen zuvor in hoher Zahl gestorben waren. Allerdings zeigten sich bald schon die ersten Probleme dieser Medikamente: Viele Krankheitserreger wurden mit der Zeit unempfindlich gegen die Wirkstoffe. Die Bakterien entwickelten Resistenzen. Trotzdem werden Antibiotika weiterhin in hohen Mengen verabreicht – nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in Schweine-, Kuh- und Geflügelställen. Michael Schloter, Mikrobiologe vom Helmholtz-Zentrum München, sagte im Deutschlandfunk, man könne die Gabe von Antibiotika in der Tiermedizin vor allem reduzieren, indem man die Massentierhaltung einschränke: „Je weniger Tiere in einem Stall sind, desto weniger Tiere müssen auch behandelt werden, wenn ein Tier Symptome zeigt“

Kuba: Neuland unterm Bio-Pflug

Reportage, 5 Minuten Lesezeit

Der kubanische Agraringenieur Fernando Funes-Monzote hat praktisch bewiesen, dass eine auf Biodiversität beruhende ökologische Landwirtschaft effizient produzieren kann – selbst in Zeiten der Pandemie. Funes und seine Familie haben sich seit 2011 dem Aufbau einer ökologischen Farm verschrieben. Nicht nur die Beschaffenheit des Grundstücks in Caimito (Provinz Artemisa), das steinig und übersät war von dem kaktusähnlichen Marabú, verlangte Ausdauer und harte Arbeit, um den Boden nutzbar zu machen. Ein renovierungsbedürftiges Haus hatte zudem weder Strom noch fließendes Wasser. Auch hat eine Bürokratie, die „in jeder Modernisierung einen Feind sah“, so Funes, das Projekt oftmals ausgebremst. Mit hartnäckiger Leidenschaft gelang es, die bürokratischen Stolpersteine zu überwinden, dank eines mit Hacke und Pickel freigelegten Brunnens das Süßwasserproblem zu lösen und durch Biogas und Fotovoltaik einen Teil der Finca zu versorgen. Die ganze Reportage gibt es im Freitag

Forscher brachten Kühen bei, die Toilette zu benutzen

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Die Rinderhaltung ist gleich in mehrfacher Hinsicht für die Umwelt und insbesondere für das Klima schädlich. Letzteres leidet beispielsweise unter den gewaltigen Methanmengen, die Kühle abgeben. Als hochpotentes Treibhausgas ist es 20- bis 30-mal wirkungsvoller als Kohlenstoffdioxid und trägt zu etwa einem Drittel zum Klimawandel bei. Problematisch sind auch die Urinausscheidungen der Kühe: Sie setzen das ebenfalls sehr starke Treibhausgas Distickstoffmonoxid frei und enthalten große Mengen Nitrat, das sich im Boden und in Gewässern ablagert. Doch es gibt Möglichkeiten, diese Schadstoffabgabe bei der Rinderhaltung zu reduzieren. So könnte man etwa den Tieren beibringen, gleichsam eine Toilette zu benutzen, um zu verhindern, dass der Urin in die Umwelt gelangt. Genau das ist Wissenschaftlern nun im Rahmen eines Forschungsprogramms zur Verringerung von Treibhausgasemissionen gelungen, wie der Standard berichtet

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