Liebe Leserinnen und Leser,

2020 hat sowohl die Klimakrise als auch den systemischen Rassismus weltweit in den Mittelpunkt gerückt – doch zu häufig behandeln wir die beiden Themen getrennt voneinander, schreiben David Lammy und Manish Bapna im Time Magazine. Rassenungerechtigkeit und das Erbe des Kolonialismus sind laut den Autoren direkt mit dem Klimawandel verbunden; am reichsten seien heute nicht die Länder mit den wertvollsten Bodenschätzen, sondern vielmehr jene, die die Ressourcen anderer rücksichtslos geplündert hätten.

Ob London, Flint oder Naucalpan De Juárez: Sogenannter „Umweltrassismus“ habe Indigene und People of Color lange Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Oft seien sie es, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, obwohl sie selbst verhältnismäßig wenig dazu beigetragen haben. Trotzdem gewähre man ihnen selten einen Platz am Entscheidungstisch der Klimapolitik.

Mit diesem lesenswerten Denkanstoß – und mit unserer Presseschau – starten wir in den Tag!

Die Stahlindustrie soll grün werden

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Die Stahlunternehmen müssen etwas tun, um klimaneutral werden. Noch verursachen sie gut sechs Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland – zu viel. Bis spätestens 2050 will die Europäische Union klimaneutral werden, und schon in den Jahrzehnten bis dahin muss der Ausstoß sinken, wie das Bundesverfassungsgericht erst kürzlich bestätigte. Die Frage ist aber: Wer soll das bezahlen? Vertreter der Stahlindustrie machten jetzt beim Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier deutlich: Ohne öffentliche Unterstützung geht es nicht. Die IG Metall forderte nach dem Treffen einen Fonds für die Industrie, ausgestattet mit zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. Details hat die Süddeutsche Zeitung

Tesla-Produktionsstart könnte sich bis ins nächste Jahr verzögern

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Dass der für Juli geplante Produktionsstart der neuen Fabrik des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide bei Berlin nicht zu halten sein würde, hatte sich zuletzt schon abgezeichnet. Jetzt könnte der Starttermin noch später stattfinden. Laut einem Bericht der Zeitung „Automobilwoche“ verzögert sich der Serienstart in der ersten europäischen Gigafactory bis Ende Januar 2022. Tesla-Chef Elon Musk habe dem Team offiziell ein halbes Jahr mehr Zeit gegeben, schreibt das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ursprünglich hatte der Elektroauto-Pionier die Fertigung in dem Werk im Sommer dieses Jahres aufnehmen wollen. Tesla wollte den Bericht auf Anfrage des Handelsblatts weder bestätigen noch dementieren

Nach Urteil in Karlsruhe: Grün, grüner, am grünsten

Radiobeitrag, 1 Minute Laufzeit

Seit dem Entscheid des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz überbieten sich die Parteien mit Forderungen. Plötzlich soll es ganz schnell gehen – schon diese Woche könnte ein Gesetzentwurf vorliegen. SPD und Union sind offenbar nicht bereit, die Thematik kampflos den Grünen zu überlassen. Markus Söder will nun schneller raus aus der Kohlekraft – und zwar durch finanzielle Anreize. Zuvor hatte bereits Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Klatsche vom Verfassungsgericht an den Koalitionspartner weitergereicht und das CDU-geführte Wirtschaftsministerium als Blockierer ausgemacht. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wiederum befürwortet einen parteiübergreifenden nationalen Konsens. Hintergünde hat tagesschau.de

Warum der Amazonas-Regenwald zur CO₂-Schleuder wird

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Wäldern kommt im Kampf gegen die Erderwärmung eine wichtige Bedeutung zu, weil sie große Mengen des Treibhausgases CO₂ speichern. Allerdings geht die Bilanz zugunsten des Klimaschutzes nur auf, wenn durch Baumwachstum mehr Treibhausgas gespeichert wird als durch verschwundenen Wald freigesetzt. Forscher haben nun errechnet, dass die Treibhausgasbilanz des Amazonasgebiets negativ ausfällt – in den letzten zehn Jahren sind dort rund 20 Prozent mehr CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt worden, als absorbiert werden konnte. Schon davor hatten Forscher gewarnt: Hält dieser Trend an, könnten sich Regenwälder in den kommenden Jahren von CO₂-Senkern zu CO2-Emittenten entwickeln, berichtet Spiegel Online

Was eine moderate Tierwohlverbesserung kostet

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Bis 2040 sollen deutsche Nutztierhalter auf höhere, wenn auch nicht hohe Tierwohlstandards verpflichtet werden. Was das kostet, hat jetzt das Thünen-Institut im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums abgeschätzt: Rund drei bis vier Milliarden Euro im Jahr müsse der deutsche Staat den Landwirten zuschießen, um bessere Haltungsbedingungen zu erreichen – das beinhaltet unter anderem zusätzlichen Platz und Kontakt zum Außenklima, etwa über offene Bereiche im Stall oder in einem befestigten Auslauf. Laut Forschern erfordert dies „zumeist bauliche Änderungen an der Stallhülle oder Stallneubauten, das heißt zusätzliche Investitionen. Außerdem sind durch Mehrarbeit und zusätzliche Beschäftigungsmaterialien deutlich höhere laufende Kosten zu erwarten“, berichtet das Spektrum Magazin

Deutschlands Gletscher in Gefahr

Bericht, 1 Minute Lesezeit

Der Klimawandel lässt Bayerns Gletscher schmelzen: „Die Tage unserer bayerischen Gletscher sind gezählt, und das früher als gedacht“, sagt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass sich das Sterben der derzeit noch fünf verbliebenen Gletscher bis 2050 hinziehen könnte. „Die Ursachen und Wechselwirkungen liegen eindeutig in der Klimaentwicklung“, betonte Mayer. Dabei sind es nicht nur gestiegene Temperaturen allein, die den Gletschern zu schaffen machen. So spielen beispielsweise auch die Luftfeuchtigkeit und der Anteil dunkler Flächen auf und um den Gletscher herum eine große Rolle, heißt es im Geo Magazin

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