Liebe Leserinnen und Leser,

Jachtbesitzer mit Kurs auf portugiesische und spanische Gewässer sollten sich dieser Tage besser gut anschnallen: Zwischen Januar und Oktober kommt es dort nämlich vermehrt zu körperlichen Auseinandersetzungen mit Schwertwalen. Offenbar wollen die Orcas die Boote aber bloß zur Umkehr bewegen, berichtet das Spektrum MagazinSo pirschen sich die Tiere in der Gruppe an, kommunizieren über schrille Pfiffe und rammen dann ihr Zielobjekt. Dabei scheinen sie auch die Funktion des Ruders zu verstehen, greifen es also gezielt an.

Forschende gehen davon aus, dass die Orcas Fischer und somit größere Boote als Nahrungskonkurrenten wahrnehmen. Die Bestände des Roten Thunfischs sind gefährdet – eine Lieblingsspeise der Meeresjäger. Deswegen werden sie häufiger von Fischerbooten gestört oder verletzt; manchmal verlieren sie sogar ihre Kälber. Sie scheinen sich also mit den koordinierten Angriffen schlicht zur Wehr zu setzen. Der Meereswissenschaftler Alfredo López erklärt, dass es sich bei den konfliktfreudigen Tieren um zurzeit 14 Wale aus vier unterschiedlichen Familiengruppen handelt. Offensichtlich haben sie voneinander gelernt mit der Absicht, bestimmte Bootstypen an der Weiterfahrt zu hindern – innerhalb einer Gesellschaft sei das eine kulturelle Leistung.

Wir bleiben vorsichtshalber auf dem Trockenen und starten in die donnerstägliche Presseschau. Los geht’s!

Unterirdische Kriegsführung in der Ukraine

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Russische Truppen bombardieren ukrainische Krankenhäuser und zerschießen Lebensmitteldepots. Täglich hört man von neuen Explosionen; vor allem die ukrainische Region Donbass liegt unter heftigem Beschuss. Und während täglich Dutzende Menschen sterben sowie ihr Zuhause und Angehörige verlieren, verursachen Putins Angriffe noch etwas, das für Überlebende schwere Folgen haben wird: überflutete Steinkohlebergwerke. Seit der Angriffskrieg begonnen hat, beging Russland laut ukrainischem Umweltministerium bislang 607 Umweltverbrechen. Die ukrainische Umweltorganisation EcoAction zählt 300 Vergehen. Die Truppen würden Stahlwerke, Chemie- und Öllager angreifen, die nukleare Sicherheit gefährden und mit ihren Panzern Böden und Äcker zerstören. Mehr zum Thema gibt es bei uns im Greenpeace Magazin

UNESCO weitet Tsunami-Schutzprogramm aus

Radiobeitrag, 6 Minuten Laufzeit

Beim Schutz der Menschen vor Tsunamis kommt es nicht nur auf die technischen Frühwarnsysteme an, sondern auch darauf, dass jeder weiß, wie er sich verhalten soll. Das ist der Ansatzpunkt des „Tsunami ready“-Programms der UN-Wissenschaftsorganisation UNESCO, welches nun auf sämtliche bedrohte Gebiete ausgeweitet wird – einschließlich des Mittelmeers. Die dortigen Küsten sind mit mehr als 130 Millionen Menschen besonders dicht besiedelt; Infrastruktur und Tourismus sind höher entwickelt als anderswo auf der Welt. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo im Mittelmeerraum innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Tsunami von mehr als einem Meter Höhe ausgelöst werden könnte, schätzt Vladimir Ryabinin von der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission der UNESCO mit vielleicht 30 bis 40 Prozent ein. Das Risiko ist laut Deutschlandfunk also beträchtlich

Foodwatch und ZDF werfen Aldi Irreführung vor

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

„Klimaneutral“ soll Aldis sogenannte Landmilch der Eigenmarke Fair & Gut sein: Die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung der treibhausintensiven Kuhmilch im Stall, auf der Wiese, während des Transports und bei der Verarbeitung der Milch entstehen, würden kompensiert – so zumindest Aldis Versprechen. Angeblich, indem ein Waldprojekt in Uruguay unterstützt wird. Recherchen der Verbaucherschutzorganisation Foodwatch und des ZDF legen jedoch nahe, dass der Discounter seine Kunden damit hinters Licht führt. Foodwatch spricht explizit davon, dass das „klimaneutral“-Label für die Kuhmilch „irreführend“ sei und es sich dabei um einen „Marketingtrick“ handle. ZDF frontal hat sich das Projekt in Uruguay genauer angesehen. Vor Ort stellten die Journalisten fest, dass in dem beworbenen Wald industrielle Forstwirtschaft betrieben wird. Laut ZDF fällt und zerlegt dort ein südamerikanischer Holzkonzern Bäume, die dann nach eigenen Angaben vorwiegend nach China und Indien verschifft werden. Details hat utopia.de

Frauen in der Forschung erhalten weniger Anerkennung als Männer

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Nichtberücksichtigung der Arbeit von Forscherinnen bei Preisen, Benachteiligungen bei Berufungen und fehlende Nennung bei wissenschaftlichen Publikationen und Patenten: Eine umfangreiche Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Nature“ erschienen ist, untermauert die Ungleichbehandlung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb einmal mehr mit Zahlen. Wie die Forschenden anhand der Analyse eines großen Pools an Daten quer durch unterschiedliche Disziplinen in den USA zeigen, wurden Frauen, die an Forschungsprojekten beteiligt waren, 13 Prozent seltener als Autorinnen angeführt als ihre männlichen Kollegen. Bei der Anmeldung von Patenten war die Kluft sogar noch größer: So wurden Frauen um 59 Prozent seltener genannt als Männer, die im selben Projekt mitgearbeitet haben. Besonders deutlich wurde die Diskrepanz beim wissenschaftlichen Nachwuchs: Nur 15 von 100 weiblichen Doktorandinnen wurden als Autorinnen einer Arbeit genannt. Bei den männlichen Doktoranden waren es hingegen 21 von 100. Der Standard berichtet

Pullulan: Eine essbare Verpackung für Obst und Gemüse

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Nach einem einzigen Einkauf ist oft schon der Gelbe Sack halb voll: Plastikverpackungen sind bei Obst und Gemüse allgegenwärtig, denn häufig ist die Ware weit gereist. Beim Kampf gegen immer mehr Plastikmüll haben US-Forscher nun eine Alternative entwickelt, die funktionieren könnte: Eine umweltfreundliche, kunststofffreie Verpackung aus Pullulan kann Obst und Gemüse wie etwa Avocados länger frisch halten. Dazu werden auf die Lebensmittel feine Fäden aus Pullulan aufgetragen, das aus Zuckermolekülen besteht und essbar ist. Das Pullulan wird dabei mit natürlichen Substanzen angereichert, die gegen Mikroorganismen wirksam sind, wie eine Gruppe um Philip Demokritou und Kevin Kit Parker von der US-amerikanischen Harvard University im Fachblatt „Nature Food“ schreibt. Pullulan kann den Forschern zufolge problemlos abgewaschen werden und wird in der Erde in drei Tagen abgebaut. Hintergründe liefert Spiegel Online

Können Süßigkeiten den brasilianischen Regenwald retten?

Reportage, 5 Minuten Lesezeit

Seit 30 Jahren arbeitet PSA im brasilianischen Bundesstaat Para – die Organisation hilft Gemeinschaften dabei, auf legale Weise ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Schwerpunkte sind Konzepte nachhaltiger Landwirtschaft, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientieren. PSA schult kommunale und indigene Kooperativen, damit sie Waldprodukte wie Kakao, Honig, Acai und tropische Früchte weiterverarbeiten können. Mit solchen Produkten können die Menschen mehr Geld verdienen. Auch Luiz Henrique Lopes Ferreira hat mit PSA zusammengearbeitet. Der 22-Jährige gehört zu einer neuen Generation von Indigenen, die zeigt, wie junge Menschen inmitten der Wälder Geld verdienen und zugleich die biologische Vielfalt schützen. Außerdem geht es ihm darum, die fortschreitende Abholzung des Regenwaldes zu verhindern. Ferreira stellt Süßigkeiten, Konfitüren und Liköre aus vielen verschiedenen Früchten des Waldes her. Durch sein kleines Unternehmen haben heute 40 Familien ein Einkommen. Die Deutsche Welle hat ihn vor Ort besucht

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