Liebe Leserinnen und Leser,

Freitag, der 13.: Für die Abergläubischen unter uns verheißt das nichts Gutes. In diesem Jahr gibt es das mit Pech assoziierte Datum zum Glück nur einmal – aber eben genau heute. Warum dieser Tag überhaupt als Unglücksdatum gilt, ist nicht abschließend geklärt. Im Volksglauben haben sowohl die Zahl als auch der Wochentag einen gemeinhin schlechten Ruf. Im Doppelpack rufen sie bei manchen somit wohl besonders mulmige Gefühle auf den Plan.

Wir setzen dem unheilvollen Datum eine Erfolgsgeschichte aus dem ostafrikanischen Kenia entgegen: Bei politischen Unruhen im Jahr 2007 wurden dort weite Teile des rund 5.000 Hektar großen Chepalungu-Waldes zerstört. Doch dann setzten sich die Angehörigen des Kipsigi-Stammes für die Wiederaufforstung des für sie auch kulturell wichtigen Gebietes ein. Mithilfe verschiedener internationaler Organisationen pflanzten sie 90.000 neue Bäume und verhalfen dem Wald in ihrer Heimat so zu seiner alten Schönheit zurück.

Über das Vorzeigeprojekt berichtet der Guardian. Wir legen los mit der letzten Presseschau für diese Woche. Angenehme Lektüre!

Riesiger Wasserkörper unter dem antarktischen Eis entdeckt

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Forschende haben einen weiteren bisher unbekannten riesigen Wasserkörper unter dem Eis der Ostantarktis entdeckt. Vermutungen, dass dort unter den Gletschern von Prinzessin-Elisabeth-Land etwas sein könnte, hatte das Team um Don Blankenship und Shuai Yan von der University of Texas schon länger. Den Anlass dazu gaben Satellitenbilder, die eine merkwürdige Vertiefung in dem ansonsten gleichförmigen Hochland enthüllten. Nun bestätigten Radar- sowie Gravitations- und Magnetfeldmessungen per Flugzeug den Verdacht: In 3,2 Kilometern Tiefe, am Grund eines vollständig mit Eis gefüllten Canyons, erstreckte sich ein 48 Kilometer langer, 15 Kilometer breiter und durchschnittlich 200 Meter tiefer See. Das sind rund 21 Kubikkilometer, errechnete die Gruppe, was etwa dem halben Inhalt des Bodensees entspricht (oder rund 200 Milliarden Badewannen). Details hat der Standard

Insellösungen für Inselprobleme

Interview, 3 Minuten Lesezeit

Wie schafft man einen Spagat zwischen Tourismus und Naturschutz? Das müsse die zweite deutsche Inselkonferenz zeigen, meint deren Moderator Knut Schäfer im Interview mit taz.de. Schäfer ist Diplombetriebswirt, Geschäftsführer der Reederei Weiße Flotte GmbH und seit 2015 Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Rügen. Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern kritisieren, dass die nachhaltige Agenda der Inselkonferenz nur Kosmetik sei. Dazu sagt Schäfer: „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Eine nachhaltige Entwicklung der Inseln muss auch unter touristischen Gesichtspunkten gedacht werden. Der Tourismus ist nun mal eine der wichtigsten Einnahmequellen der Inseln. Außerdem wollen wir keine rein touristische Entwicklung, sondern einen Einklang zwischen Natur, Touristen und Bewohnern der Inseln“

Soziale Delfine zeugen mehr Nachkommen

Bericht, 1 Minute Lesezeit

Je mehr stabile soziale Kontakte ein männlicher Tümmler zu gleichgeschlechtlichen Artgenossen pflegte, desto mehr Nachkommen zeugte er. Das beobachtete eine Forschungsgruppe um die Biologin Livia Gerber von der Universität Zürich. Das Team publizierte seine Ergebnisse im Fachblatt „Current Biology“. „Unsere Studie konnte erstmals zeigen, dass Freundschaften unter Delfinmännchen einen direkten Einfluss auf deren Fortpflanzungserfolg und somit deren evolutionäre Fitness ausüben“, sagt Gerber dem Spektrum Magazin. „Dies war bisher nur von wenigen landlebenden Säugetieren bekannt.“ Gut integrierte Männchen könnten die Vorteile der Kooperation wahrscheinlich besser nutzen und hätten damit bessere Chancen bei Delfindamen. Außerdem seien sie widerstandsfähiger gegen Partnerverluste. Die Anthropologin sagt: „Es sind also nicht immer die stärksten und dominantesten Männchen, die den größten Fortpflanzungserfolg erzielen, sondern die sozialsten Tiere“

Biologische Vielfalt mit unserer Ernährung schützen

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Ob umstrittenes Palmöl oder Billigfleisch mit fragwürdiger Klimabilanz – dass bestimmte Lebensmittel nicht gut für den CO2-Fußabdruck sind, ist weithin bekannt. Wie aber wirkt sich die Durchschnittsernährung der Deutschen auf die biologische Vielfalt aus? Eine neue Studie der Umweltorganisation WWF beleuchtet, welchen Fußabdruck wir mit unserem Speiseplan in Sachen Vielfalt allen Lebens auf dem Land hinterlassen. Das Ergebnis: Was wir essen, hat großen Einfluss auf die Biodiversität – und das nicht nur hierzulande, sondern auch in weit entfernten Regionen. Einerseits sei man abhängig von den Leistungen einer intakten Natur, andererseits gefährde man sie aber auch selbst. Daraus, so fasst die Studie zusammen, resultiert: Je höher der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in der Ernährung, desto kleiner der Biodiversitätsfußabdruck, der weltweit verursacht wird. Hintergründe gibt es beim Redaktionsnetzwerk Deutschland

Was einen Rekordsprinter ausmacht

Hintergrund, 3 Minuten Lesezeit

Messungen in freier Wildbahn ergaben, dass der Gepard zweihundert Meter in sieben Sekunden zurücklegen kann – für diese Strecke brauchte Usain Bolt bei seinem Weltrekord mehr als 19 Sekunden. Doch wie gelingt es der Katzenspezies, in puncto Schnelligkeit alle Vier- und Zweibeiner um Längen zu schlagen? Welche wichtige Rolle die biegsame Wirbelsäule spielt, haben Biologen von der Universität Kyoto untersucht. Um mit hoher Geschwindigkeit vorwärtszukommen, laufen Geparde im Galopp, wobei sie zeitweilig überhaupt keinen Bodenkontakt haben. Anders als beispielsweise Pferde wechseln Geparde in dieser Schwebephase zwischen zwei Varianten: Wenn sie mit ihren Vorderpfoten gerade den Bodenkontakt verloren haben, bewegen sich – wie bei einem galoppierenden Pferd – Vorder- und Hinterbeine unter dem Körper aufeinander zu. Haben sich Geparde dagegen mit den Hinterpfoten abgestoßen, werden Vorder- und Hinterbeine weit ausgestreckt. Dabei streckt sich auch das Rückgrat, das sich beim Abheben der Vorderpfoten wieder krümmt. Näher mit dem Thema beschäftigt hat sich faz.net

Fiona, der schwangere Fischsaurier

Hintergrund, 2 Minuten Lesezeit

In Chile haben Wissenschaftlerinnen und Paläontologen ein besonderes Fossil vorgestellt: einen hervorragend erhaltenen Ichthyosaurier – mit intakten Embryonen im versteinerten Bauch. Das vier Meter lange Fossil stammt aus dem Tyndall-Gletscher in der chilenischen Region Patagoniens und wurde von den Forschenden auf den Namen „Fiona“ getauft. Fiona sei „der einzige schwangere Ichthyosaurier, der auf der Erde aus der Zeit vor 129 bis 139 Millionen Jahren gefunden wurde“, sagte die Wissenschaftlerin Judith Pardo von der Universidad de Magallanes in der südchilenischen Stadt Punta Arenas. Das Fossil „ist also unglaublich wichtig.“ „Fiona“ solle dabei helfen, die Embryonalentwicklung bei Ichthyosauriern zu untersuchen und zu verstehen. Ichthyosaurier – die umgangssprachlich auch Fischsaurier genannt werden – lebten vor 90 bis 250 Millionen Jahren in den Meeren der Welt. Spiegel Online berichtet

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