Liebe Leserinnen und Leser,

die Lage des „Hambi“ ist noch nicht endgültig geklärt, da droht ein zweiter Wald teilweise zu fallen – nur dass es im Fall des „Danni“ nicht um Kohle, sondern um eine Autobahn geht. Kon­kret um den Streckenausbau der A 49 zwischen Kassel und Gießen, 87 Kilometer Autobahn. Der letzte Teilabschnitt führt auch durch den 250 Jahre alten Dannen­röder Wald, ein Wasserschutzgebiet, das etwa eine halbe Million Menschen mit Trinkwasser versorgt. Naturschutz- und Klimaaktivistinnen und -aktivisten wehren sich gegen die Ab­holzung; die Region ist gespalten: Viele Anwohnerinnen und Anwohner hoffen, dass die neue Autobahn die Verkehrslage in den umliegenden Dörfern entspannt. Und auch die ansässige Industrie, darunter Ferrero, der größte Arbeitgeber der Gegend, wünscht sich eine bessere Anbindung. Über die Gemengelage vor Ort berichten wir auf unserer eigenen Seite.

Weitere Meldungen des Tages folgen jetzt in unserer Presseschau am Mittwoch.

Bericht: Weltge­meinschaft verfehlt sämtliche Artenschutz-Ziele

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Vor zehn Jahren riefen die Vereinten Nationen die Dekade der Biodiversität aus. Die Regie­rungen versprachen, den Artenverlust bis 2020 zu halbieren. Eine neue Auswertung listet nun detailliert den Stand der Dinge auf – sie dokumentiert ein Scheitern auf ganzer Linie. Keines der 20 Kernziele zum Schutz der Biodiversität ist vollständig erreicht worden, zeigt der fünfte globale Bericht zur Lage der biologischen Vielfalt, der „Global Biodiversity Out­look“. Sechs wurden teilweise erreicht. Zwar gibt es auch Fortschritte. So ist beispielsweise die Fläche der Schutzgebiete gestiegen: an Land von zehn auf 15 Prozent (Ziel: 17 Prozent) und im Meer von drei auf sieben Prozent (Ziel: zehn Prozent). Insgesamt verfehlt die Weltge­meinschaft ihr Ziel aber sehr weitgehend, den Verlust der Arten und Lebensräume bis 2020 zu stoppen. Damit sind, wie es in dem Report heißt, auch die UN-Nachhaltigkeitsziele für 2030 in Gefahr – und auch die Pariser Klimaziele. Einzelheiten dazu bei Klimareporter°

Weltrisiko-Index: Klimawandel bedroht besonders Inselstaaten

Bericht, 1 Minute Lesezeit

Staaten wie Vanuatu, Tonga, Dominica, die Salomonen und Fidschi sind wegen der weltwei­ten Klimakrise am meisten gefährdet. Grund dafür ist der Anstieg des Meeresspiegels infolge der globalen Erwärmung. Das geht aus dem Weltrisiko-Index 2020 des Bündnisses „Ent­wick­lung Hilft“ und des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum (IFHV) hervor. Insgesamt befinden sich die Hochrisikoregionen vor allem in Ozeanien, Südostasien, Mittelamerika sowie in West- und Zentralafrika. Die gerings­te Gefährdung weist Katar auf. Deutschland liegt mit einem sehr geringen Katastrophenrisi­ko auf Rang 162 der Liste. Die Meldung hat die Tagesschau

US-Wissenschaftsmagazin spricht erstmals Wahlempfehlung aus – für Biden

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Erstmals in seiner 175-jährigen Geschichte gibt das US-Wissenschaftsmagazin Scientific American eine Wahlempfehlung ab – für den demokratischen Herausforderer Joe Biden. „Uns fällt das nicht leicht“, heißt es im Leitartikel zur Oktoberausgabe des Magazins. Die Beweise und die Wissenschaft zeigten jedoch, „dass Donald Trump den USA und dem amerikanischen Volk schweren Schaden zugefügt hat – weil er Beweise und Wissenschaft ablehnt“. Das verheerendste Beispiel dafür sei die „unehrliche und unangemessene“ Reaktion des US-Präsidenten auf die Corona-Pandemie. Trumps Angriffe auf das Gesundheitssystem und das Leugnen des Klimawandels bezeichneten die Wissenschaftler als verantwortungslos. „Deshalb fordern wir Sie dringend auf, für Joe Biden zu stimmen, der faktenbasierte Pläne zum Schutz unserer Gesundheit, unserer Wirtschaft und der Umwelt anbietet.“ Die Meldung hat Spiegel Online

Ikea eröffnet Gebrauchtwarenladen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

In der mittelschwedischen Stadt Eskilstuna soll in diesem Herbst der erste Ikea-Laden er­öffnen, der ausschließlich Secondhand verkauft. Anbieten will der Konzern zum einen Mö­bel, die man auch schon in anderen Gebrauchtwarenläden findet. Zum ande­ren sollen auch beschädigte Produkte aus den eigenen Warenhäusern verkauft werden, die repariert wor­den sind. Die recycelte Ware soll ein neues Standbein von Ikea werden. Man habe sich zum Ziel gesetzt, „binnen zehn Jahren nur noch zu verkaufen, was nachhaltig produziert oder re­cycelt“ und so designed ist, dass alle Produk­te wiederverwendbar sind oder recycelt wer­den können. Ein ökologisches Projekt tut dem Konzern gut, analysiert die taz – denn Ikea steht mal wieder im Verdacht, Holz aus illegal abgeholzten geschützten Wäldern zu verwenden

Lego tütet seine Steine künftig in Papier ein

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Lego nimmt die Plastiktütchen aus seinen Schachteln und packt Noppensteine und Figuren künftig in Papiertütchen. In „zertifizierte“ Papiertüten sogar, wie der Konzern mitteilt. Die Papiertüten-Offensive ist Teil eines Plans, mit dem Lego umweltfreundlicher und nachhalti­ger werden will. An dessen Ziel sollen sogar Bausteine stehen, die nicht mehr aus Kunststoff auf der Basis von Erdöl entstehen. Glaubt man dem Konzern, ist die Idee für den Plastikbann gar nicht in Managementrunden in der Lego-Zentrale entstanden, sondern in Kinderzim­mern. „Wir haben viele Briefe von Kindern zum Thema Umwelt erhalten. Darin bitten sie uns, die Einwegverpackungen aus Plastik nicht weiter zu nutzen“, lässt sich Lego-Chef Niels B. Christiansen zitieren. Mehr bei der FAZ

Mehr Fischarten als gedacht können sich an Land fortbewegen

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Wenn der blinde Höhlenfisch Cryptotora thamicola das Wasser verlässt, robbt er mit sala­man­derartigem Wackeln unter Wasserfällen empor und an Felsen entlang. Erstmals beo­bachtet wurde die bemerkenswerte Kletterfähigkeit des seltenen Fischs 2016 in einer Höhle in Thailand. Jetzt legt eine neue Studie nahe, dass womöglich zehn weitere Fischarten die Fähigkeit haben, an Land zu gehen. Hybride Lebewesen wie dieser kletternde Höhlenfisch haben eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Leben auf der Erde gespielt. Durch ihre Erforschung hoffen Wissenschaftler, mehr über den evolutionären Übergang von Flossen zu Gliedmaßen zu erfahren und besser zu verstehen, wie die ersten Wirbeltiere das Wasser verließen, um an Land zu leben. Hintergründe bei der SZ

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