Liebe Leserinnen und Leser,

Murmeltiere haben sich – qua Bauernregel, aber vor allem dank des berühmten Films mit Hollywood-Legende Bill Murray – durch ihre angebliche Funktion als Wettervorhersager einen Namen gemacht. Am Murmeltiertag wird im US-Bundesstaat Pennsylvania Jahr für Jahr ein Murmeltier namens „Phil“ in den Himmel gehalten, nachdem man ihn mitten im Winter aus seinem Bau gezogen hat. Wenn Phil seinen Schatten sieht, also die Sonne scheint, dann soll der Winter noch sechs Wochen anhalten.

Phil könnte jetzt Konkurrenz in Sachen Popularität bekommen – und zwar von einem Artgenossen im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort kletterte nämlich ein Waldmurmeltier inmitten eines Sees auf den Rücken des dort schwimmenden Golden Retrievers Wally. Die Hundebesitzerin traute ihren Augen nicht, war aber geistesgegenwärtig genug, die ungewöhnliche Überfahrt mit ihrem Handy zu dokumentieren. Wally schien die Aktion nicht zu stören: Er brachte den pelzigen Passagier sicher ans Seeufer und verabschiedete sich sogar mit einem „Kuss“.

Ob das Tier in Not war oder einfach nur faul, konnte nicht geklärt werden. Unterhaltsam ist das Video aber allemal – zu sehen im People Magazine.

Mit dieser ermunternden Meldung starten wir in die letzte Presseschau für diese Woche. Angenehme Lektüre!

Wie Airlines gegen Klimaschutz lobbyieren

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Mehrere europäische Airlines versuchen in Brüssel derzeit ehrgeizige Klimamaßnahmen für den Luftverkehr auszubremsen. Besonders aktiv ist die Deutsche Lufthansa, die kürzlich Milliarden Hilfsgelder kassierte. Die britische Organisation InfluenceMap recherchiert bereits seit Monaten den Airlines hinterher, um deren Anti-Klimaschutz-Lobbying aufzudecken – und hat mittlerweile über 800 Lobbyschreiben ausgewertet. Die Organisation bekam die internen Mails und Dokumente durch langwierige Anfragen auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes. Ihr Fazit: „Die Unternehmen behaupten, dass sie hinter den Klimaschutzzielen stehen, lobbyieren dann aber hinter den Kulissen für das genaue Gegenteil“, kommentiert Ben Youriev, einer der Autoren des Berichts, im Gespräch mit dem Spiegel

G7-Gipfel hat globale Klimapolitik auf der Agenda

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Der G7-Gipfel im britischen Cornwall könnte über strukturelle Veränderungen der Weltordnung entscheiden – ein erster Schritt ist die Einhaltung eines alten Versprechens zur Klimafinanzierung. Im Jahr 2009 haben die Industriestaaten zugesagt, den Entwicklungsländern ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz und die Anpassung an die Erwärmung zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen haben sie nicht gehalten. Der G7-Gipfel ist die letzte Chance vor dem Weltklimagipfel in Glasgow im November, um das fehlende Geld zu mobilisieren. Ein weiterer Schritt ist die Frage, wie groß die Klimahilfen ab 2025 sein werden. Hier fordern Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, dass die Industriestaaten ihre Zusagen verdoppeln. Die USA und Großbritannien haben dies bereits getan. Mehr zum Thema gibt es bei klimareporter°

IPCC und IPBES: Zusammen gegen die Katastrophe

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Erstmals haben bei der UN der Klimarat IPCC und der Biodiversitätsrat IPBES gemeinsame Vorschläge gemacht, wie man Natur und Klima zugleich schützen kann. Das Schlagwort dazu lautet „Nature-based Solutions“ oder „naturbasierte Lösungen“. Der Gedanke dahinter lässt sich auf die Formel bringen: Naturschutz als Beitrag zum Klimaschutz. Intakte Ökosysteme sind einerseits wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sind sie in der Lage, Kohlenstoff in großem Umfang abzubauen und zu speichern. Damit könne der zum Stopp des Artensterbens dringend nötige Erhalt und bessere Schutz dieser Lebensräume auch einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung und die Minderung ihrer Folgen leisten, lautet die Philosophie. Der Zuspruch ist deutlich gewachsen, berichtet sueddeutsche.de

Fridays for Future: „Beschimpft zu werden ist Alltag“

Interview, 4 Minuten Lesezeit

In einer ARD-Umfrage stimmten mehr als 70 Prozent der Befragten in Sachsen-Anhalt der Aussage zu, die Grünen würden es mit dem Klima „übertreiben“. Dass man sich mit dem Kampf für mehr Klimaschutz bei vielen nicht beliebt macht, weiß auch der 18-jährige Jonas Venediger von Fridays for Future. In seiner Heimatstadt Bitterfeld-Wolfen demonstriert er oft allein, obwohl er dafür bespuckt und angefeindet wird. Mit ze.tt spricht er über das Risiko für Klimaaktivisten in Ostdeutschland und darüber, was ihn motiviert, weiterzumachen. Er erzählt: „Dass jemand uns auf der Straße anpöbelt, vor die Füße spuckt oder uns beschimpft, ist Alltag für mich und andere Klimaaktivisten im Osten. Einer meiner Kumpels wurde letztens auf einer Demo von einem Rechten in den Rücken geschlagen, so was passiert ständig“

Grüner kochen und wirtschaften in Peru

Reportage, 6 Minuten Laufzeit

Peru ist für seine vielfältige Küche bekannt, aber Lebensmittelverschwendung ist ein Problem. Könnte man hier das Prinzip der Kreislaufwirtschaft nutzen? Um diese Frage dreht sich eine sehenswerte Reportage der Deutschen Welle. Porträtiert wird zum Beispiel Vasco Masias. Er ist der Besitzer einer Gruppe von landwirtschaftlichen Unternehmen und baut auf die Unterstützung seiner Hühner, um die Gegebenheiten auf seiner Farm  zu verbessern. Masias hält die Hühner nicht mehr nur für die Eierproduktion, sondern er nutzt auch ihre Exkremente als Dünger.  Palmiro Ocampo hingegen ist Koch in der Hauptstadt Lima. Auch er findet kreative Wege, umweltfreundlicher zu arbeiten. So bezieht er sein Gemüse von Biohöfen und verwendet für seine Gerichte die gesamte Pflanze – auch die Teile, die normalerweise weggeworfen werden

Die vielen Lücken des Tierschutzrechts

Podcast, 84 Minuten Laufzeit

Der Tierschutz steht auf der Prioritätenliste der meisten Parteien – aber selbst bei Veterinärämtern und Staatsanwaltschaften nicht besonders weit oben. Im Podcast der FAZ sprechen die Redakteure Constantin van Lijnden und Corinna Budras unter anderem mit Strafrechtsprofessorin Elisa Hoven über die unzulängliche Gesetzeslage, die geringe Kontrolldichte und die seltenen und milden Strafurteile selbst bei massiven Verstößen – und über einen Reformvorschlag der Grünen, der dem Tierschutz mehr Geltung verschaffen will

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