Greenpeace Magazin Ausgabe 6.98

Sparschwein gegen Tiger

Der Schutz der Tiger soll künftig auf die wertvollsten Habitate konzentriert werden.

Weil auch für den Schutz des Tigers das Geld knapp ist, hat der World Wide Fund for Nature (WWF) seine Strategie überdacht. Die weltweit 159 Gebiete mit Tigerpopulationen wurden danach bewertet, ob die Großkatzen dort auf längere Sicht Überlebenschancen haben. Bei zahlreichen Gebieten stellte sich heraus, daß sie von der Waldrodung bereits stark zerstückelt sind und nur so wenige Tiere beherbergen, daß ein Überleben des Tigers dort als unwahrscheinlich gelten muß. Dagegen wurden 21 Tiger-Habitate als „exzellent“ bewertet. Davon liegen zehn in Indien und Bangladesch, sechs in Indochina, vier auf der indonesischen Insel Sumatra und eines in Rußland. „Mittelfristig werden wir die Finanzen und den Personaleinsatz zum Schutz des Tigers auf diese Gebiete konzentrieren“, sagt Roland Melisch vom WWF. Derzeit gibt es auf der Welt noch rund 6000 Tiger, das sind nur fünf Prozent des Bestandes von 1900.