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Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Zum Abschluss der Klimakonferenz in Bonn steht die Frage im Raum, welche Kompensationen Entwicklungsländern zustehen und welche Rolle Menschenrechte in der Umsetzung des Pariser Abkommens spielen sollen. Abseits der Konferenz arbeiten bereits Wissenschaftler und Juristen daran, zu klären, wer in Zukunft Verantwortung für Klimaschäden übernehmen muss.

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„Wir
müssen mehr reden
und zuhören“

Nazhat Shameem Khan, Chefunterhändlerin beim Klimagipfel, über ihre Verhandlungsstrategie

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Freitag, 17. November 2017

Daily Navigator: Son­die­run­gen vertagt, 18 Länder gegen Kohle und Plas­tik­müll in der Karibik



alles geht einmal zu Ende, die Frage ist nur wann: Die „Jamaika“-Sondierungsgespräche im Bund sollten heute mit der „Nacht der langen Messer“ enden (wir brauchen wirklich neue Analogien und Sprachbilder für diese mögliche Regierung, gute Güte), doch zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe um 4:30 Uhr gingen erste Meldungen über die Ticker der Agenturen, dass die Sondierung am Vormittag weiter diskutiert werden soll. Erst danach beratschlagen die beteiligten Parteien dann separat für sich, ob sie formelle Koalitionsgespräche aufnehmen wollen. Auch die Weltklimakonferenz endet heute. Ein erstes Ergebnis stellen wir hier auf unserer Seite vor. 

Darüber hinaus haben wir dafür einige Details über Chinas Wandel hin zum Klimawandel-Vorreiter und ein kleines Firmenporträt über ein Start-up dabei, das Strom direkt vom Erzeuger vermitteln will. Im Foto-Special gibt es Bilder von riesigen Plastikmüll-Teppichen in der Karibik.

Eine gute Gelegenheit, bis Montag über unseren eigenen Plastikverbrauch nachzudenken. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Energie, Diesel, Verbraucher: Drei Ergebnisse der Sondierungen

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Nach vier Wochen Sondierungsgesprächen haben Politiker von CDU, CSU, FDP und Grünen heute zum Abschluss bis tief in die Nacht hinein diskutiert – und am Vormittag soll es noch einmal weitergehen. Zum Redaktionsschluss des Navigators um 4:30 Uhr waren noch keine bestätigten inhaltlichen Ergebnisse nach außen gedrungen. Die größten Schwierigkeiten bestanden zuletzt beim Klimaschutz, dem Familiennachzug von Flüchtlingen, beim Abbau des Solidaritätszuschlags und bei den Finanzen.

Gestern machte aber auch der Entwurf eines mehr als 60-seitigen Sondierungspapiers die Runde. Darin sind auch einige erste Absprachen zur Klima- und Umweltpolitik enthalten – allerdings sind noch unentschiedene Formulierungen in eckigen Klammern angegeben. Nach außen sickerten aber Regelungen zur Kohlestromproduktion: Demnach hat Angela Merkel eine Reduzierung um sieben Gigawatt angeboten. Union und FDP hatten ursprünglich nur drei bis maximal fünf Gigawatt zugestehen wollen, die Grünen wollten acht bis zehn Gigawatt. Schon am Vormittag hatten die Grünen angekündigt, auf eine Erhöhung der Dieselsteuer verzichten zu wollen. Einen Überblick gibt es bei der FAZ.

In der Verbraucherschutzpolitik gibt es zudem die Idee, auf den Etiketten von Fleischwaren künftig zu drucken, wie das jeweilige Tier gehalten wurde, berichtet die taz.

Überblick, 4 Minuten Lesezeit
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Ölkatastrophe an Keystone-Pipeline in South Dakota

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Die Ureinwohner und Zehntausende Demonstranten hatten gegen sie gekämpft, aber Donald Trump hatte per Erlass erlaubt, an der Keystone-XL-Pipeline weiterzubauen. Jetzt sind die Befürchtungen der Gegner eingetreten: Rund 210.000 Gallonen (etwa 795.000 Liter) Rohöl sind laut New York Times in South Dakota ausgetreten. Ein Mitarbeiter des Umweltministeriums des Bundesstaates sagte aber, dass das Öl vermutlich in einer dünn besiedelten Gegend auf eine landwirtschaftliche Fläche geflossen sei und keine Gewässer erreicht habe.

Bericht mit Karten, 5 Minuten Lesezeit
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18 Staaten wollen auf Kohlestrom verzichten

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Heute endet die Weltklimakonferenz im Bonn. Am Montag werden wir noch einmal Bilanz ziehen, aber ein neues Abkommen zwischen 18 Staaten ist bereits gestern vorgestellt worden. Vorangetrieben von Großbritannien und Kanada verpflichten sich diese Länder zu Schritten, um künftig auf konventionellen Kohlestrom zu verzichten. Die Staaten wollen demnach in rund zehn Jahren nur noch auf Kraftwerke mit der CCS-Technologie setzen, bei der CO2 abgeschieden und gespeichert wird, sagen die Umweltministerinnen der beiden bestimmenden Länder in einem angenehm kritischen Interview mit Spiegel Online.

Interview, 3 Minuten Lesezeit
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Wie China zum Klima-Musterland wurde

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Vom Saulus zum Paulus: Auch wegen massiver Smog-Probleme und drohenden Schäden durch den Klimawandel entwickelt sich China immer mehr zum Klima-Musterland. Noch 2012 wehrte sich das Land dagegen, dass die US-Botschaft in Peking überhaupt Luftwerte maß. Inzwischen gibt es aber einen anspruchsvollen Plan, um Kohleemissionen zu senken. Seit Anfang Oktober mussten landesweit schon mehr als 176.000 Fabriken und 44.000 Kohlekraftwerke zeitweise schließen. Hunderttausende Arbeiter wurden für vier Monate in Zwangsurlaub geschickt, schreibt die taz in einer umfassenden Analyse.

Landesporträt, 4 Minuten Lesezeit
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Start-up will Strom direkt vom Erzeuger vermitteln

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Es wirkt ein bisschen, wie Eier beim Öko-Bauernhof zu kaufen: Ein Hamburger Start-up möchte es Kunden ermöglichen, ihren Strom von einem spezifischen Erzeuger zu kaufen, also zum Beispiel einer bestimmten Solar- oder Biogasanlage. enyway heißt das Portal – und der Deutschlandfunk stellt es in einem Firmenporträt vor.

Firmenporträt, 3 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Überall Plastik

Bilder aus der Karibik – da denken viele an Palmen und endlose Sandstrände. Die Bilder der Unterwasser-Fotografin Caroline Power sind anders. Sie zeigen endlose Teppiche aus Plastikmüll in der Region.

Die Bilder stammen von einem Bootsausflug vor der zu Honduras gehörenden Insel Roatán. Über rund acht Kilometer hinweg sei ihr Schiff durch den Plastikmüll getrieben. Power hat ihre Bilder zunächst bei Facebook veröffentlicht. Einen Bericht über sie gibt es auf dem Portal Sonnenseite.

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Nachrichten

UN-Klimakonferenz COP23
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15.Nov 2017

Afrika: Un­ter­stüt­zung beim Ausbau von er­neu­er­ba­ren Energien lohnt sich

Afrika: Unterstützung beim Ausbau von erneuerbaren Energien lohnt sich
Der Tag, an dem 30 Staats- und Regierungschefs sowie über 100 Minister in Bonn erwartet werden, gilt gleichzeitig als Afrika-Tag der Klimakonferenz. Der heißeste aller Kontinente benötigt Unterstützung, um die Lebensbedingungen trotz Klimawandel zu verbessern. Dass sich Afrika aber bereits auf den Weg gemacht hat und vor allem die Solarenergie boomt, zeigt eine Reportage im aktuellen Greenpeace-Magazin. 
Weltklimarat
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10.Nov 2017

IPCC-Forscherin: „Kli­maskep­ti­ker versuchen, Wis­sen­schaft­ler persönlich zu dis­kre­di­tie­ren“

IPCC-Forscherin: „Klimaskeptiker versuchen, Wissenschaftler persönlich zu diskreditieren“
Was hier drin steht, hat Gewicht: Die Berichte des Weltklimarats IPCC sind oft die wichtigste Referenz für die Beschreibung des Klimawandels. 2018 soll der nächste erscheinen. Daniela Jacob ist eine von fast 1000 Autoren. Im Interview beschreibt die Forscherin, wie sie die Mammutaufgabe bewältigt – und was sie auf Kritik erwidert.
UN-Klimakonferenz
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13.Nov 2017

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Kli­ma­schutz­zie­len steckt

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Klimaschutzzielen steckt
Diese Woche entscheidet sich in Bonn, wie das Pariser Abkommen mit Leben gefüllt wird. Dabei stehen auch die nationalen Langfriststrategien im Mittelpunkt. Deutschland rühmt sich, dabei Vorreiter zu sein. Schaut man auf den Klimaschutzplan 2050, sieht das jedoch anders aus. Eine Analyse.
UN-Klimakonferenz
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09.Nov 2017

Machtvolle Lo­kal­po­li­tik: Städte können den Kli­ma­schutz stärker vor­an­brin­gen

Machtvolle Lokalpolitik: Städte können den Klimaschutz stärker voranbringen
Während die nationalen Regierungen in Bonn um globale Lösungen für den Klimawandel ringen, gehen Regionen wie der US-Bundesstaat Kalifornien mit immer ehrgeizigeren Zielen voran. Auch deutsche Städte wie München oder Hamburg probieren sich im Klimaschutz. Tatsächlich haben sie einen größeren Handlungsspielraum beim Kampf gegen die Erderwärmung als gedacht, zeigt eine aktuelle Studie.
Weltklimakonferenz
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07.Nov 2017

„Aus dem Kampf gegen den Kli­ma­wan­del ist eine globale Bewegung entstanden“

„Aus dem Kampf gegen den Klimawandel ist eine globale Bewegung entstanden“
Die jährlichen UN-Klimakonferenzen sind nicht nur ein Gipfel von Regierungen. Auch tausende Vertreter der Zivilgesellschaft treffen und vernetzen sich. Daraus ist eine internationale Gemeinschaft zum Schutz der Umwelt hervorgegangen. Wir haben einige von ihnen gefragt, warum ihnen dieses Treffen Mut macht. 

Die jährlichen UN-Klimakonferenzen sind nicht nur ein Gipfel von Regierungen. Auch tausende Vertreter der Zivilgesellschaft treffen und vernetzen sich. Daraus ist eine internationale Gemeinschaft zum Schutz der Umwelt hervorgegangen. Wir haben einige von ihnen gefragt, warum ihnen dieses Treffen Mut macht.   

Jan Kowalzig, Klimaexperte der Nichtregierungsorganisation Oxfam: „Die COP ist wie ein Raumschiff“

Kowalzig

Jan Kowalzig nimmt für die NGO Oxfam an der Klimakonferenz teil. Er weiß, dass er in den nächsten Tagen wenig Schlaf bekommen wird. Foto: Oxfam

„Die Klimakonferenz ist für mich wie eine Klassenfahrt. Ich werde im Zug von Berlin nach Bonn bereits bekannte Gesichter treffen. Mit den Jahren kennt man sich. Aus Journalisten, NGO-Vertretern und Mitgliedern von Regierungsdelegationen ist eine eingeschworene Gemeinschaft geworden.

Den meisten Austausch habe ich mit anderen NGO-Mitarbeitern. Das Gefühl, für ein großes Ziel zu arbeiten, schweißt uns besonders vor Ort zusammen. Jeden Morgen um sieben Uhr treffe ich mich mit meinen Kollegen von Oxfam, dann um neun Uhr mit anderen NGOs. Ich bin Mitglied einer Untergruppe von NGO-Vertretern, wo ich mich mit neun anderen Kollegen über die Klimafinanzierung austausche. Gemeinsam schmieden wir Strategien und teilen uns Gespräche mit Regierungsvertretern auf.

Um zehn Uhr fangen die eigentlichen Verhandlungen auf Regierungsebene an – wir NGO-Vertreter können bei den Plenarsitzungen und den Kontaktgruppen dabei sein. Bei anderen Treffen lungern wir oft vor den Konferenzräumen herum und versuchen, Sitzungsteilnehmern, die aus dem Saal kommen, Informationen zu entlocken. Zu wissen, welche Position eine Regierung hinter geschlossenen Türen vertritt, hilft mir sehr bei meiner Arbeit.   

Ich war die letzten zehn Jahre bei fast jeder Klimakonferenz dabei. Die Zeit dort fühlt sich oft an wie auf einem Raumschiff, abgeschnitten von der Realität. Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass die Verhandlungen einen Einfluss auf die konkrete Politik haben – wenn auch zeitversetzt und um drei Ecken.

Es hilft dabei, dass ich schon seit langem nicht mehr in Hotels schlafe, sondern bei Privatleuten. In Bonn übernachte ich bei einer befreundeten Lehrerin. Damit sprenge ich bewusst meine COP-Blase. So einnehmend die Veranstaltung auch ist: Es ist immer wichtig im Blick zu behalten, was die Entscheidungen für die Welt außerhalb des Konferenzzentrums bedeuten.“ 

Celia Wicher, 27, studiert Geschichte und Philosophie in Berlin: „Mit anderen Jugendlichen vor Ort zu sein, schweißt zusammen und macht Mut“

Celia

Celia Wicher interessiert sich besonders für die Themen Klimagerechtigkeit und Migration. Bei der Jugendklimakonferenz (Conference of Youth, COY) im Vorfeld der COP hat sie dazu einen Vortrag gehalten. Foto: Jörg Farys/DIE.PROJEKTOREN

„Ich engagiere mich in meiner Freizeit für den Klimaschutz, da mir klar geworden ist, dass der Klimawandel die zentrale Herausforderung für unsere Generation sein wird. Ich bin mittlerweile im Bundesvorstand bei der BUND Jugend. Klimaverhandlungen einmal live mitzuerleben – das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Jetzt bin ich während der zweiten Woche als Beobachterin bei der COP vor Ort. Das bedeutet: Ich kann bei offiziellen Sitzungen dabei sein und vor allem andere junge Menschen aus der ganzen Welt, Mitgliedern von NGOs und Initiativen treffen.     

Vor Ort zu sein ist ziemlich überwältigend. Meinen ersten Tag werde ich brauchen, um mich zurechtzufinden. Vor zwei Jahren war ich bei den Zwischenverhandlungen in Bonn dabei, die auf dem COP-Gelände stattgefunden haben. Es ist schon ein Herausforderung, seinen Weg im Labyrinth der vielen Räume zu finden. Aber auch inhaltlich ist es spannend: Jeder dort wirft mit englischen Abkürzungen um sich. Ich fühle mich manchmal wie eine Übersetzerin. Ich versuche, den Dschungel der COP zu durchblicken, und will mit Facebook-Videos, Blogposts und Fotos anderen jungen Menschen ein besseres Bild davon geben, was dort vor Ort eigentlich passiert.  

Dass ich mich mit anderen Leuten während der COP austauschen kann, schweißt zusammen. Es zeigt mir, dass ich nicht alleine bin mit meinem Kampf gegen den Klimawandel – sondern ein Teil einer weltweiten Bewegung. Es ist ermutigend zu sehen, dass auf die globale Herausforderung des Klimawandels eine globale Bewegung von jungen Menschen entstanden ist, die dagegen ankämpfen will.“  

Stefan Wagner, 46, Leiter des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn: „Die Vorlaufzeit für ein Event dieser Größe war mit elf Monaten enorm knapp“

Stefan Wagner, Stadt Bonn COP

Stefan Wagner hat die COP logistisch vorbereitet. Foto: Stadt Bonn

„Unsere Abteilung hatte zunächst die Aufgabe, die Gesamtkoordinierung und Absprachen zwischen der UN und der Bundesregierung zu steuern. Die Vorlaufzeit für ein Event dieser Größe war mit elf Monaten enorm knapp. Dazu besteht der logische Anspruch, die Konferenz und die vielen Veranstaltungen in der Stadt und auf den Rheinauen, wo zwischen den beiden Konferenzorten eine Zeltstadt auf 35.000 Quadratmetern entstanden ist, nachhaltig und umweltfreundlich zu organisieren – es war also viel zu tun.

Wir möchten den Anwohnern, die natürlich auch ein wenig unter den Verkehrsbehinderungen leiden, zeigen, wie wichtig diese Konferenz ist, dass es nicht nur um Verhandlungen hinter verschlossen Türen geht, dass sie mitwirken und sich informieren können. Wir haben daher aus zahlreichen Bewerbungen 145 Kunst- und Kulturprojekte ausgewählt, die während der Konferenz die Stadt bunt und informativ gestalten. Hinzu kommen diverse Vorträge, Workshops und Ausstellungen.

So laden wir die Bonner auf eine Klima-Tour ein, um ihnen zu vermitteln, was eigentlich bei einer Klimakonferenz passiert und was da verhandelt wird. Der Rundgang gibt Menschen und Organisationen aus Bonn Raum, ihr Engagement für das Klima zu präsentieren und zeigt auf, wo und wie sich die Bürgerinnen und Bürger selbst einbringen können. 

Außerdem bespielen wir den Climate Planet, einen riesigen Ballon, der auf den Rheinauen aufgebaut wurde. Da gehen 300 Leute rein und wir zeigen einen 360-Grad-Film über den Planeten und wie er sich derzeit verändert. Ich und meine vielen Kolleginnen und Kollegen, die an den Vorbereitungen beteiligt waren, sind nun sehr gespannt, ob alles funktioniert. Für uns ist es natürlich auch sehr wichtig, wie die Bonner die Konferenz annehmen, ob sie sich beteiligen und an den Stellen, wo es möglich ist, auch mitmachen.“

Komal Kumar, 25, Teilnehmerin der Jugendklimakonferenz COY13 aus Fidschi: „Einfach zusehen, wie unsere Inseln im Meer verschwinden, das kann ich nicht.“

Foto_Komal

Komal Kumar ist Mitglied einer sechzigköpfigen Jugenddelegation aus dem Inselstaat Fidschi. Sie ist zum ersten Mal in Deutschland und von der Atmosphäre während der Klimakonferenz begeistert. Foto: Komal Kumar

„Letzten Monat habe ich deutschen Jugendlichen meine Heimat gezeigt, jetzt bin ich in Bonn, um an der Jugendkonferenz COY13 im Vorfeld des Klimagipfels teilzunehmen. Diese Woche habe ich einen Workshop geleitet, bei der nach der Talanoa-Tradition Jugendliche aus den USA, Deutschland und Kambodscha und den Fidschi-Inseln über ihre Probleme mit dem Klimawandel und über mögliche Lösungen diskutiert haben. Talanoa heißt: Wir achten sehr darauf, allen zuzuhören und ein tiefes Verständnis für die Probleme der anderen zu entwickeln. Zuerst war der Workshop-Raum recht leer, doch nach und nach sind immer mehr Jugendliche gekommen, um über sich zu erzählen und zuzuhören. Es freut mich so, dass andere Leute sich auch für unser Schicksal auf den Fidschi-Inseln interessieren und wir uns austauschen können. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.

Denn dass der Klimawandel real und gefährlich ist, habe ich letztes Jahr vor meiner Haustür erlebt. Im Februar 2016 hat ein Sturm die Fidschi-Inseln hart getroffen. Ich lebe in der Hauptstadt Suva, dort hatten wir zum Glück nur Stromausfälle und Wassermangel. Im Westen der Fidschis wurden aber ganze Häuser mitgerissen, Kinder in die Luft gewirbelt und Menschen verletzt. Wir leben schon immer mit Unwettern in der Hurrikan-Saison von November bis April. Aber dieser Sturm war besonders stark. Ich bin danach der Umwelt-NGO „Project Survival Pacific“ beigetreten. Einfach zusehen, wie unsere Inseln im Meer verschwinden, das kann ich nicht.

In der zweiten Woche der COP werde ich bei einigen Veranstaltungen über die Probleme auf den Fidschi-Inseln sprechen. Doch vorher werden uns unsere deutschen Freunde eine Kohlemine zeigen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sie aussieht – immerhin ist die Kohleindustrie zu einem großen Teil verantwortlich für den Klimawandel, der unsere Inseln bedroht.“

Protokolle: Hanna Gieffers, Mitarbeit: Bastian Henrichs

Aufmacherfoto: In einer riesigen Zeltstadt treffen sich die Verhandler zur UN-Klimakonferenz. Foto: dpa/Ulrich Baumgarten

Die Hurrikan-Saison 2017 hat brutal illustriert, worum es beim 23. Klimagipfel in Bonn gehen wird: Um nichts weniger als die Rettung unseres Planeten als lebensfreundlichen Ort. Wir zeigen in der aktuellen Ausgabe des Greenpeace Magazin 6.17, wie das 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen ist – und stellen faszinierende Menschen vor, die vormachen, was nötig ist. 

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