Nachrichten

Ein Streiter für den ökologischen Umbau von Städten

Ein Streiter für den ökologischen Umbau von Städten

Albert Speer junior war mehr als nur ein Architekt. Der Sohn von Hitlers Hofarchitekt ist mit seiner Vision von nachhaltiger Stadtplanung aus dem Schatten seines Vaters hervorgetreten. Nun ist er gestorben.

Weiterlesen
Freitag, 15. September 2017

Daily Navigator: Strom­brü­cke in Betrieb, Fehlzeiten wegen psy­chi­scher Krank­hei­ten und gestresste Elefanten



Fortschritte bei der Energiewende, Stress bei Mensch und Tier und Probleme in Kosmetika und Lebensmitteln: Die Themen im Navigator heute decken ein breites Spektrum ab. Zum Glück haben wir zur Beruhigung einige beeindruckende Fotos von wilden Tieren dabei.

Hinweisen wollen wir neun Tage vor der Wahl am 24. auch noch einmal auf einen weiteren Teil unserer Reihe Fragen zur Bundestagswahl. Nachdem wir schon den Artikel zum Kohleausstieg empfohlen haben, wollen wir noch einmal auf eine weitere Frage hinweisen: Wann ist Schluss mit Waffenexporten?

Das Team vom Navigator.

Mehr

Strombrücke zwischen Thüringen und Bayern ist fertig

mehr

Nach zehn Jahren Bauzeit hat gestern eine Höchstspannungsleitung von Thüringen nach Bayern den Betrieb aufgenommen. Sie hilft dabei, Strommengen zwischen Orten mit zu viel und solchen mit zu wenig Strom auszugleichen. Bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerks 2022 muss das deutsche Stromnetz weiter massiv ausgebaut werden und Stromautobahnen wie diese müssen den Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren, weil dort wichtige Abnehmer sitzen und Kraftwerke wegfallen, schreibt die FAZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Immer mehr Menschen wegen psychischer Probleme krankgeschrieben

mehr

Immer mehr Deutsche fallen wegen psychischer Erkrankungen an der Arbeit aus. Das geht aus Daten der drei Krankenkassen TK, DAK und AOK hervor. Demnach sind Versicherte wegen psychischer Krankheiten doppelt so häufig daheim geblieben wie noch vor zehn Jahren. Auf 100 Versicherte kommen jährlich etwa 300 Fehltage aus solchen Gründen, beispielsweise nach dem Tod eines Partners, fasst die Süddeutsche Zeitung zusammen. Details beim Fehlzeiten-Report der AOK.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Elefanten bleiben aus Angst vor Wilderern nachts wach

mehr

Elefanten sind eigentlich tagaktive Tiere, sie verlegen aber bei Bedrohung einige Tätigkeiten in die Nacht. Wissenschaftler der Universität Twente in den Niederlanden werteten GPS-Daten von 60 Tieren aus zehn Jahren aus. Sie stellten fest, dass sich die Tiere in den Jahren mit höherem Wilderer-Aufkommen und dementsprechend größerer Bedrohung nachts mehr bewegten. Die Wissenschaftler hoffen nun laut taz, die GPS-Messungen möglicherweise als Frühwarnsystem einsetzen zu können, so dass bei erhöhter Aktivität nachts die Wilderer stärker verfolgt werden.

Artikel, 3 Minuten Lesezeit

Kosmetika enthalten häufig hormonell wirkende Substanzen

mehr

Egal ob Duschgel, Zahnpasta oder Shampoo: In einigen Kosmetika sind hormonell wirksame Substanzen enthalten, sogenannte endokrine Disruptoren. Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie befürchten, dass sie sogar Diabetes oder Krebs auslösen könnten, mehr Details hat der Deutschlandfunk.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Klimawandel sorgt für mehr Kohlenhydrate in Gemüse

mehr

Es ist eine weitere überraschende Folge des Klimawandels: Höhere Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen in der Atmosphäre sorgen dafür, dass auch Getreide und Gemüse mehr CO2 aufnehmen und in Zucker verwandeln. Dadurch steigt die Gefahr, dass Menschen nicht mehr ausreichend Nährstoffe zu sich nehmen, berichtet Politico in einer großen Reportage.

Englische Reportage, 15 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag – Die Finalisten zum Wildlife Photographer of the Year

Ein Seepferdchen, das ein Wattestäbchen umschlingt, ein Blaufuchs im Schnee und die Umarmung eines Babybären: Die Finalisten im Wettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“ sind beeindruckend.

Ausgerichtet wird der Wettbewerb vom Natural History Museum in London, dort startet am 20. Oktober auch eine Ausstellung der 100 gelungensten Motive. Eingereicht wurden 50.000 Fotos aus 92 Ländern. Eine Auswahl toller Fotos in großer Auflösung gibt es beim Business Insider.

Daily Navigator abonnieren?

Als ich meinem Vater das Fleisch wegnahm

Vegetarisch leben - für den Vater unseres
Autors undenkbar. Versucht hat er es trotzdem

Weiterlesen

Nachrichten

Erdbeben
/
15.Sep 2017

Die starken Frauen von Juchitán trotzen dem Jahr­hun­dert­be­ben in Mexiko

Nach dem Erdstoß der Stärke 8,2 liegen Teile der mexikanischen Stadt Juchitán in Schutt und Asche. Traditionell haben dort die Frauen das Sagen. Nun sorgen die stolzen Matriarchinnen dafür, dass das Leben weitergeht.
Abrüstung
/
08.Sep 2017

Fragen zur Bun­des­tags­wahl: Wann ist Schluss mit Waf­fen­ex­por­ten?

Dass Deutschland in alle Welt Waffen liefert, Kriege befeuert und so Menschen zur Flucht zwingt, ist im Wahlkampf bislang kein Aufregerthema. Dennoch hält Deutschlands bekanntester Rüstungsexperte Jürgen Grässlin ein Waffenexportverbot für realistisch. Steht tatsächlich eine Trendwende bevor?

Dass Deutschland in alle Welt Waffen liefert, Kriege befeuert und so Menschen zur Flucht zwingt, ist im Wahlkampf bislang kein Aufregerthema. Dennoch hält Deutschlands bekanntester Rüstungsexperte Jürgen Grässlin ein Waffenexportverbot für realistisch. Steht tatsächlich eine Trendwende bevor?

Jürgen Grässlin dürfte die Wahl am 24. September nicht schwerfallen, denn nur eine einzige Partei – die Linke – lehnt Waffenexporte konsequent ab. Seit 30 Jahren kämpft der Gründer des Rüstungsinformationsbüros und Sprecher der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ für eine Welt ohne Waffen. Obwohl viele Länder gerade massiv aufrüsten und Deutschland noch immer zu den weltweit größten Rüstungsexporteuren zählt – bei Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und Panzern liegen die Deutschen auf Platz fünf, bei Kleinwaffen sogar auf Platz drei – sieht der 59-Jährige gute Chancen für ein Waffenexportverbot. Worauf beruht seine hoffnungsvolle Zukunftssicht? 

Das wichtigste Argument ist: Grässlin weiß die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. 83 Prozent der Deutschen sprachen sich in einer Emnid-Umfrage vom Januar 2016 gegen den Export von Waffen und Rüstungsgütern aus.

Zweitens mache die Friedensbewegung mächtig Druck mit Ostermärschen, Aktionswochen, Protesten, Büchern, Filmen, Strafanzeigen und mit kritischen Fragen bei Hauptversammlungen. Die Kampagne „Aktion Aufschrei“ sei ein sehr breites Bündnis, das von rund 140 Organisationen getragen werde und so in die Mitte der Gesellschaft hineinwirke.

Terror in Brüssel: Belgisches Atomkraftwerk Tihange wird evakuiert

Beim diesjährigen Ostermarsch in Bremen forderten Demonstranten den Stopp von Rüstungsexporten. Foto: dpa

Drittens ist Grässlin ein Coup gelungen: Zusammen mit anderen Aktivisten gelang es erstmals, an der Börse in Paris Aktien der Waffenschmiede Heckler & Koch zu erwerben, die sie zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigen. Bis dahin pflegte die Oberndorfer Firma, ihre jährlichen Treffen geheim und unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. Diesmal mussten sich die Manager kritischen Fragen stellen.

Tatsächlich änderte das Unternehmen im letzten Jahr nicht nur den Umgang in Sachen Transparenz, sondern beschloss eine weitreichende Kursänderung. Pistolen und Gewehre sollen in Zukunft nicht mehr in Krisen- oder Kriegsgebiete geliefert werden. Außerdem prüfe das Management die Einrichtung eines Opferfonds. „Wir werden nur noch 'grüne' Länder beliefern, die demokratisch, in der Nato oder Nato-gleichgestellt und/oder als nicht korrupt eingesuft werden", sagt ein Pressesprecher von Heckler & Koch.

„So weit waren wir noch nie. Erst haben wir die Daimler AG dazu gebracht, aus der Rüstung auszusteigen, jetzt verordnet sich das tödlichste Unternehmen Deutschlands, H&K, strengere ethische Grundsätze als die Bundesregierung“, sagt Grässlin. „Das ist ein immenser Erfolg der Friedensbewegung.“

Terror in Brüssel: Belgisches Atomkraftwerk Tihange wird evakuiert

Der Rüstungsgegner Jürgen Grässlin bei der Preview des Dokumentarfilms „Vom Töten leben“ im Herbst 2016 in Köln. Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Marius Bales vom Internationalen Konversationszentrum Bonn (BICC) ist weniger euphorisch. Zwar sieht auch er einige Erfolge, beispielsweise müssten Empfängerländer bei Neubestelllungen Altbestände vernichten. Außerdem seien erste Kontrollen über den Verbleib von Waffenlieferungen angelaufen. Doch viele ihrer Versprechen habe die SPD nicht durchgesetzt, weshalb das Thema auch nicht prominent im Wahlkampf aufgegriffen worden sei.

Die deutschen Exporte bewegten sich nach wie vor auf hohem Niveau. Im ersten Halbjahr 2017 haben die Ausfuhren von Maschinenpistolen und anderen Kleinwaffen stark zugenommen. Ihr Wert wird auf 31,7 Millionen Euro beziffert, fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Jan van Aken. Dieser ist optimistisch, dass es bald ein gesetzlich verankertes Kleinwaffenexportverbot geben wird – allerdings nur für Nicht-Nato-Staaten. „Das wäre ein sehr wichtiges Signal“, sagt der Parlamentarier.

Im H&K-Beschluss sieht van Aken genauso wie der Rüstungsforscher Bales keine Trendwende. Die Firma hätte keine moralischen Gründe bewogen, vielmehr sei mit wachsender Nachfrage in EU- und Nato-Staaten zu rechnen, außerdem stünden noch viele Altaufträge in Drittstaaten in ihren Auftragsbüchern, die alle noch ausgeführt würden. Und ein Schlupfloch bleibe: Werden Waffen mit einer Lizenzproduktion in anderen Ländern hergestellt, ist Deutschland nicht mehr dafür verantwortlich, wohin das Kriegsgerät geliefert wird. Mit dem Einstieg zum Ausstieg werde es wohl noch etwas dauern.

Das weiß auch Grässlin. Deshalb werde die Kampagne „Aufschrei Waffenhandel“ weiter Druck machen – mit Protestbriefen, gewaltfreien Blockaden vor den Rüstungsschmieden und mit Prozessen. Im Herbst müssen sich ehemalige H&K-Mitarbeiter für illegale Waffenlieferungen in Unruheprovinzen Mexikos verantworten. Im Februar 2018 werden sich die „Kritischen Aktionäre H&K“ gründen. An Pfingsten kommenden Jahres ist ein Staffellauf von Oberndorf nach Berlin geplant. Am Ziel wollen die Friedensläufer die neue Bundesregierung dazu auffordern, künftig keine Kriegswaffen und Rüstungsgüter an menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten zu liefern, den Export von Kleinwaffen und Munition zu verbieten. Außerdem sollen nach Meinung der Friedensaktivisten Rüstungsexporte nicht mehr mit Hermesbürgschaften, einer Art staatlichen Versicherung für risikoreiche Exportgeschäfte, abgesichert werden. Und sie fordern, keine Lizenzen mehr zum Nachbau deutscher Kriegswaffen zu vergeben.

„Die Haupttäter sitzen im Bundessicherheitsrat“, sagt JürgenGrässlin. „Das sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Vorsitzende sowie sieben weitere Minister, die noch immer Waffenexporte in repressive, autokratische und kriegführende Länder genehmigen.“ Grässlins Anklage lautet deshalb: „Rüstungsexport ist oftmals Beihilfe zu Menschenrechtsverletzungen und Mord.“

Andrea Hösch

Druckenzum Nachrichtenarchiv
energiewende
/
13.Sep 2017

Fragen zur Bun­des­tags­wahl: Warum schafft es der Koh­le­aus­stieg nicht auf die politische Agenda?

Deutschland feiert sich international als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel, verfehlt seine Klimazeile für 2020 jedoch deutlicher als bisher vermutet. Das schnelle Abschalten alter und dreckiger Kohlekraftwerke könnte dem entgegenwirken. Im Wahlkampf spielt das Thema aber kaum eine Rolle.
Abgasskandal
/
07.Sep 2017

Diesel als Kli­ma­ret­ter? So sinnvoll sind die Nach­rüs­tun­gen von Die­sel­au­tos

Wer sich gegen den Diesel stelle, sei auch gegen die deutschen Klimaschutzziele, sagt die Kanzlerin. Damit verteidigt Angela Merkel die Software-Updates, die Hersteller zur Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte bei den Diesel-Fahrzeugen vornehmen müssen. Bekommen die Autofahrer dadurch wirklich saubere Pkw? Und wie klimafreundlich ist der Dieselmotor wirklich?
Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Weiterlesen

Let's start
to change

Das Greenpeace Magazin startet rechtzeitig zur Bundestagswahl eine außergewöhnliche Online-Kampagne, die zum Umdenken anregen soll

Weiterlesen

Tierwohl
gibt es nicht im
Son­der­an­ge­bot

Was macht Huhn, Schwein und Rind zufrieden?
Das wollen nun auch konventionelle Landwirte wissen.
Wir zeigen die Vorreiter

Weiterlesen

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Film
ab!

Alle Videos des Greenpeace Magazins gebündelt auf einer Seite

Weiterlesen

Geht doch!

Giftfrei brutzeln

Hawaii: Wie die Inselkette Fische und Korallen vor Schäden durch Sonnencreme schützen will

Essen wertschätzen

Dänemark: Wie es das Nachbarland schafft, ein Viertel weniger Lebensmittel zu verschwenden
 

Grenzen für Gülle

Dänemark: Wo das Trinkwasser konsequent vor zu hoher Nitratbelastung geschützt wird

Das Aroma der Berge

In den Büdner Alpen wachsen Kartoffeln, die aus der Norm fallen und deswegen so gut sind

Weiterlesen