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Forscher fordern Umdenken in der Fleischindustrie

Forscher fordern Umdenken in der Fleischindustrie

Es geht um die Wurst: Eine neue Studie zeigt, dass die globalen Fleisch- und Molkereikonzerne deutlich mehr zum Klimawandel beitragen als bislang angenommen. Vegetarisch und Vegan leben hilft. Aber auch mikrobielle „Astronautennahrung" für Kühe kann das Klima schonen.

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Freitag, 20. Juli 2018

Daily Navigator: USA wollen Ar­ten­schutz aufweichen, Waldbrände in Schweden und warmer Golf

viel Neues gibt es heute im Navigator: Neue Roboter zum schonenderen Fangen von Meerestieren für die Wissenschaft, neue Studien über die Auswirkungen eines immer schwächeren Golfstroms und eine neue Krebsart in den Rheinauen, die nicht nur Gutes mit sich bringt. Ausnahmsweise gönnen wir uns überhaupt keine weiteren Umschweife und legen also sofort los.

Am Montag sind wir zurück und wünschen ein schönes Wochenende. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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US-Innenministerium lockert Regeln für bedrohte Arten

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Das US-Innenministerium ändert die Regeln für schützenswerte Tierarten und definiert künftig deutlich enger, ab wann eine Tierart oder Pflanze als vom Aussterben bedroht gilt. Schutz für Arten, die nur „bedroht“ sind, soll künftig geringer ausfallen als beim dringenderen „gefährdet“, Details beschreibt die New York Times.

Englischer Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Schwere Waldbrände in Schweden

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Nach wochenlanger Trockenheit sind in Schweden inzwischen über 40 Waldbrände ausgebrochen. Rund 200 Quadratkilometer stehen in Flammen, 15 Feuer sind außer Kontrolle. Schweden bekomme internationale Hilfe, aber dennoch stehe die rot-grüne Regierung unter Druck, weil sie in den Augen ihrer Kritiker unzureichende Vorkehrungen für solche Fälle getroffen habe, schreibt die Tagesschau.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Neue Studie: Schwacher Golfstrom wärmt

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Die meisten Wissenschaftler gehen bisher davon aus, dass ein schwächerer Golfstrom für niedrigere Temperaturen in Nordamerika und Europa sorgen würde. Neue Berechnungen von Forschern der Ocean University of China und der University of Washington in Seattle zeichnen ein anderes Bild: Sie rechnen mit stark steigenden Oberflächentemperaturen. Die klimareporter° fassen die in Nature erschienene Studie zusammen.

Zusammenfassung, 3 Minuten Lesezeit
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Wieso ein Mississippi-Krebs die Rheinauen bedroht

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Vom Kalikokrebs gibt es eine seltene blaue Farbvariante, und allein das könnte das ursprünglich im Misssissippi beheimatete Tier besonders machen. Aktuell ist aber zudem bemerkenswert, dass der Krebs zu Zehntausenden durch Rhein und die zugehörigen Auengewässer zieht und dabei eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Rund 80 Prozent der Rheinauen seien schon befallen, schreibt Zeit Online.

Interview, 4 Minuten Lesezeit
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Neuer Roboterarm soll Meerestiere sicherer fangen

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Weil Quallen, Tintenfische oder Oktopusse aus weichem Gewebe bestehen, wurden sie bisher beim Fangen häufig zerquetscht, doch Ingenieure haben nun einen neuen Roboterarm entwickelt, der die Tiere unter Wasser in einer Kugel aus zwölf eckigen Seitenflächen einschließt. Ihre Ergebnisse erschienen im Fachjournal Science Robotics, eine deutschsprachige Zusammenfassung gibt es bei science.ORF.at.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Klimawandel und die Zedern im Libanon

Sie haben ganze Königreiche und Kriege überstanden, jetzt sind die berühmten Zedern im Libanon bedroht wie nie: durch den Klimawandel.

Einige der Bäume sind älter als 1.000 Jahre, schreibt die New York Times in einer Fotoreportage. Von ursprünglich einmal mehreren tausend Quadratkilometern Waldfläche sind nur noch rund 17 geblieben.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.18 Veganer

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.18 Veganer

Was auf den Tellern landet, ist politisch. Was wir essen, wirkt sich darauf aus, wie unsere Landschaften aussehen, wie es der Artenvielfalt und dem Klima ergeht – und natürlich uns selbst. Und: Es ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die besten Karten im Poker um den nachhaltigsten Speiseplan haben, so heißt es, die Veganer auf der Hand. Höchste Zeit also, sich die reine Pflanzenküche genauer anzusehen. Ein Essen Spezial über Veganismus.

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Nachrichten

Vegan
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17.Jul 2018

Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft

Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft
Markus Keller, Deutschlands erster Professor für vegane Ernährung, erzählt im Interview, warum die vegane Lebensweise mehr ist als nur ein Trend. Und was das für Fleischesser bedeutet. 
Grundrechte
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06.Jul 2018

Neue Po­li­zei­ge­set­ze – was droht uns da?

Neue Polizeigesetze – was droht uns da?
Bayern hat sie schon, Nordrhein-Westfalen will sie: Die drohende Gefahr findet als Rechtsbegriff zurzeit Eingang in die neuen Polizeigesetze der Bundesländer. Der Protest dagegen treibt die Menschen massenhaft auf die Straße, die nächste Großdemonstration steht schon an – diesen Samstag in Düsseldorf.
Pestizide
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12.Jul 2018

Neue In­sek­ten­gif­te auf deutschen Äckern

Neue Insektengifte auf deutschen Äckern
Kaum hat die Europäische Union drei bienengefährliche Pestizide verboten, steht schon ihr Ersatz bereit. In Deutschland könnten die neuen Pflanzenschutzmittel bereits diesen Sommer auf den Markt kommen.
Tierwürde
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03.Jul 2018

Luxemburg folgt der Schweiz und verankert Tierwürde im Gesetz

Luxemburg folgt der Schweiz und verankert Tierwürde im Gesetz
Luxemburg verabschiedete im Juni als zweites Land nach der Schweiz ein Gesetz, das Tieren eine Würde zugesteht, die es zu achten gilt. Tierschützer sind skeptisch, ob das auch die konkreten Lebensbedingungen von Tieren verbessert.

Luxemburg verabschiedete im Juni als zweites Land nach der Schweiz ein Gesetz, das Tieren eine Würde zugesteht, die es zu achten gilt. Tierschützer sind skeptisch, ob das auch die konkreten Lebensbedingungen von Tieren verbessert.

Im deutschen Grundgesetz ist die Würde des Menschen als unantastbar verankert. Von einer Würde für Tiere ist in hiesigen Rechtsnormen keine Rede. In Luxemburg ist das nun anders. Das Parlament hat Anfang Juni ein Gesetz einstimmig angenommen, das auch Tieren eine Würde zugesteht. Das Großherzogtum ist damit nach der Schweiz der zweite Staat, der diesen Schritt geht. „Früher wurden Tiere als Arbeitsgerät oder Transportmittel eingesetzt”, sagte Luxemburgs Landwirtschaftsminister Fernand Etgen bei der Abstimmung im Parlament. Inzwischen würden Besitzer ihre Tiere nicht mehr als Sache, sondern als Lebewesen ansehen.

Nach dem neuen luxemburgischen Tierschutzgesetz ist das Töten von Tieren aus rein wirtschaftlichen Gründen künftig verboten. Sie dürfen fortan auch nicht mehr ausschließlich zum Zwecke der Gewinnung ihrer Haut oder ihres Pelzes gezüchtet werden. Zudem muss vor einer Schlachtung in Zukunft stets eine Betäubung vorgenommen werden.

Inwiefern die Gesetzesnovelle auch in der Realität ihre Wirkung entfaltet, muss sich erst noch zeigen. Der Tierrechtsanwalt Andreas Ackenheil aus Mainz bezweifelt, dass das neue Gesetz die Haltungsbedingungen in Luxemburger Ställen gravierend verbessert. Als Beispiel führt er Deutschland an, wo der gesetzlich verankerte Tierschutz nur unzureichend umgesetzt würde: „Ich erlebe sehr häufig in Verhandlungen, dass die Richter gerne mehr tun würden, sich aber zum Teil einfach nicht trauen“, so Ackenheil. Ein Grund für diese Zaghaftigkeit sei die intensive Lobbyarbeit der Fleischproduzenten und der Agrarindustrie, so der Tierrechtsanwalt.

Fokus des Bauernverbands liegt auf den Interessen von „Menschen des ländlichen Raumes"

Im Leitbild des Deutschen Bauernverbandes, dem mehr als 90 Prozent der Agrarbetriebe in Deutschland angehören, heißt es zwar: „Zum Dasein eines Bauern gehört es auch, Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Natur auszuüben“. Doch jenseits dieses Satzes finden in diesem zwölfseitigen Dokument Tiere nur ein weiteres Mal Erwähnung – wenn ihr Schutz als automatische Folge nachhaltiger Landwirtschaft beschrieben wird. Die Priorität der Verbandsarbeit liegt auf der „Vertretung von Interessen der Menschen des ländlichen Raumes.“ Zu unserer Interviewanfrage wollte sich der Bauernverband nicht äußern.

In Deutschland wurde der Tierschutz 2002 als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen und erlangte somit Verfassungsrang. Allerdings sorgen teils vage Formulierungen dafür, dass der konkrete Fall oft Auslegungssache ist. So lautet ein Passus im deutschen Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“. Ob der Verzehr, die Pelzproduktion oder Tierversuche „vernünftige Gründe“ sind, bleibt offen.

Beim Tierschutz ist die Schweiz Vorreiterin

Pionierarbeit in Sachen Tierwürde leistete die Schweiz schon 2008. Vor zehn Jahren fand die Würde für Tiere Eingang in das Tierschutzgesetz des Landes. Und auch sonst sind die Regelungen diesbezüglich in der Schweiz sehr weit fortgeschritten. Ein Beispiel: Kühe dürfen in der Schweiz nicht länger als zwei Wochen am Stück im Stall verbringen und haben ein Anrecht auf mindestens neunzig Tage Weidegang pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland grast nur jede dritte Kuh überhaupt zeitweise auf der Weide. Alle anderen bleiben im Stall.

Doch auch zehn Jahre nachdem das Schweizer Gesetz Tieren eine Würde zusprach, ist Massentierhaltung noch ein Thema. „Wenn man den Begriff der Tierwürde ernst nimmt, dürfte die Massentierhaltung eigentlich nicht mehr existieren“, sagt Edmund Haferbeck von der deutschen Tierschutzorganisation PETA. „Aber überall, wo es wirtschaftlich wird, werden sofort Ausnahmeregelungen geschaffen – wie beispielsweise auch bei Tierversuchen.“ In der Schweiz schränke man Tierversuche mit einem Passus im Gesetzestext ein, um diese Schranken über Ausnahmeregelungen faktisch wieder zu umgehen, so Haferbeck. Zwar sank die Anzahl von Tierversuchen in den Jahren nach der Gesetzesänderung von 2008 bis 2017 um 100.000 Versuchstiere, dass aber im Jahr 2017 immerhin noch an 614.581 Tieren Versuche durchgeführt wurden, zeigt die friedliche Koexistenz von gesetzlich verankerter Tierwürde und gelebter Praxis.

Der Tierrechtsanwalt Andreas Ackenheil sieht daher auch die Konsumenten in der Pflicht. „Wenn es der Gesetzgeber nicht macht, muss eben der Verbraucher ran“, so Ackenheil. Und öffentlicher Druck kann einiges bewirken. Das hatte zum Beispiel der in Deutschland öffentlich geführte Streit um das Kükenschreddern gezeigt. Anfang dieses Jahres hatte die neue Regierung das Thema in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen. Bis „Mitte der Legislaturperiode“ soll Schluss sein mit der Praxis, männliche Küken sofort nach dem Schlüpfen zu töten. Geplant ist eine Technologie mittels derer Eier durchleuchtet werden, um ihr Geschlecht zu bestimmen. Hintergrund dieser Praxis ist, dass männliche Küken keine Eier legen und somit ihre Aufzucht ökonomisch nicht effizient ist.

Ob man im deutschen Tierschutzrecht auch einen Passus zur Tierwürde braucht, ist umstritten. Einig sind sich Tierschützer jedoch in der Forderung, wenigstens die bestehenden Regelungen zum Tierschutz in der Fleischindustrie anzuwenden. Auch der Anwalt Ackenheil sieht das so: „Wir haben in unserem Grundgesetz und in den Bestimmungen zum Tierschutz Regelungen aufgestellt, die sinnvoll sind. Die müsste man erst einmal konsequent umsetzen. Und schon daran hapert es.“

Text: Simon Neumann, Redaktion: Nora Kusche

Aufmacherbild: picture alliance

Weitere Geschichten zur Beziehung zwischen Mensch und Tier finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Greenpeace Magazins 4.18 „Ich ess' Blumen“. Diese erhalten Sie im Warenhaus, am Kiosk oder ab 32,50 Euro im Abo. Sie können das Greenpeace Magazin auch in unserer digitalen Version lesen: mit allen Inhalten der Print-Ausgabe, optimiert für Tablet und Smartphone. Viel Inspiration beim Schmökern, Schauen und Ausprobieren!

Und in der Ausgabe 3.17 „Haltung zeigen!" haben wir zufriedenen Hühnern, Schweinen und Rindern die Titelgeschichte „Wie viel ist uns Tierglück wert?“ gewidmet und nachgeforscht, wie konventionelle Vorreiter-Landwirte mit ihren Tieren umgehen.

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