Freitag, 24. November 2017

Daily Navigator: Mehr Wolfsrudel, schlimmere Erdbeben und Ideen gegen den Smog

im Navigator blicken wir heute in die Zukunft – und wie es so unsere Art ist, gerät dieser Blick nicht nur optimistisch. Da sind zum Beispiel einige Forscher, die daran glauben, dass 2018 die Zahl schwerer Erdbeben deutlich steigen wird. Grund dafür ist eine verlangsamte Erdrotation. Wir schauen mit nüchternem Blick auf die fehlenden Lösungen für die Smogkatastrophe in Indien und rechnen zudem vor, dass für die Bitcoin-Industrie immer größere Rechnerkapazitäten benötigt werden. Doch schon jetzt verbraucht die neue Technologie unvorstellbare Mengen Energie für ihre Rechenoperationen. 

Erst zum Abschluss gönnen wir uns dann leicht verkitschte Naturromantik in schönen Bildern – das sei uns gegönnt, jetzt zum Wochenende. Wir sind am Montag zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Zahl der Wolfsrudel steigt auf niedrigem Niveau

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Die Zahl der Wolfsrudel in Deutschland ist in den zwölf Monaten bis April um 28 Prozent gestiegen. Im Monitoringjahr 2016/17 sind 60 Rudel, 13 Paare und 3 sesshafte Einzeltiere durch Fotos und Genproben nachgewiesen worden. Die meisten davon lebten in Brandenburg oder Sachsen, berichtet die taz. Wölfe waren im Jahr 2000 nach ihrer Ausrottung vor etwa 150 Jahren dauerhaft nach Deutschland zurückgekehrt – und seitdem wächst der Bestand der streng geschützten Tiere. Die „Erhaltungssituation“ des Wolfs sei aber weiter ungünstig, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz bei der Vorstellung des jährlichen Monitorings.

Bericht mit Karte, 4 Minuten Lesezeit
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Forscher mit neuer Theorie zum Unglück von Tschernobyl

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Mehr als 31 Jahre liegt das Reaktorunglück von Tschernobyl zurück, doch nun haben Forscher eine neue Theorie zu deren Ablauf: Bisher waren sie stets davon ausgegangen, dass es zuerst eine Dampf-, dann eine Kernexplosion gegeben hatte. Jetzt aber sieht es so aus, als ob es genau andersherum der Fall war. Das würde auch eine Reihe extremer Schäden und Beobachtungen sowohl in der Nähe des Kraftwerks als auch weit entfernt erklären, fasst Spektrum der Wissenschaft die Forschungsergebnisse aus dem Magazin Nuclear Technology zusammen. Die lesenswerten ausführlichen Erinnerungen einer Ärztin aus der Region gibt es beim Deutschlandfunk.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Forscher: 2018 wird verheerendes Erdbebenjahr

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Die Erdrotation verlangsamt sich, dadurch verstärkt sich die seismische Aktivität – und in der Folge könnte 2018 die Zahl schwerer Erdstöße deutlich zunehmen. US-amerikanische Forscher sagen mehr als 20 starke Erdbeben für das kommende Jahr voraus; dieses Jahr hatte es bisher davon nur sechs gegeben, zitiert die Welt einen Bericht des Guardian.

Bericht mit Karten, 4 Minuten Lesezeit
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Bitcoin verbraucht mehr Strom als Marokko

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Bitcoin ist in aller Munde und ein Riesenerfolg, doch der Energiehunger der Kryptowährung ist riesig. Im Internet gibt es dafür den Bitcoin Energy Consumption Index. Aktueller Wert: Die „Schürfer” der Digitalwährung verursachen mit ihren Rechnern rund 29,5 Terawattstunden Stromverbrauch. Das ist der Stand von Mittwoch; noch vor einem Monat lag er ein Viertel niedriger, berichtet das Manager Magazin. Sollte der Wert tatsächlich stimmen, übertrifft er bereits den Energieverbrauch von rund 160 Volkswirtschaften weltweit.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Was gegen den Smog in Indien helfen könnte

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Immer noch leiden die Menschen in vielen Städten Indiens unter einer extremen Luftverschmutzung. Forscher rechnen beispielsweise vor, dass ein Tag in Delhi etwa dem Rauchen von zwei Schachteln Zigaretten entspräche. Nun scheint sich aber laut Süddeutscher Zeitung Hilfe anzubahnen, auch wenn der Grund dafür erst einmal zynisch daher kommt: Inzwischen zieht die schlechte Luft auch über reiche Stadtteile.

Reportage, 5 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Herbst in aller Welt

Es sind turbulente Zeiten, in denen wir leben – und auch im Navigator berichten wir häufig über eher Düsteres und Seriöses. Zum Ausgleich gönnen wir uns heute eine beruhigende Fotostrecke.

Die häufig empfehlenswerte Reihe „Big Picture“ des Boston Globe stellt mehr als 30 Fotos mit Herbstszenen vor, darunter viel Natur, die von Donald Trump begnadigten und extravaganten Truthähne und einige weitere Tiere. 

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Wie High-Tech
den Biolandbau
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Ein Besuch in einem der größten
ökologischen Betriebe Deutschlands

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Nachrichten

Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Klimaschutz – eine Frage der globalen Gerechtigkeit

Zum Abschluss der Klimakonferenz in Bonn steht die Frage im Raum, welche Kompensationen Entwicklungsländern zustehen und welche Rolle Menschenrechte in der Umsetzung des Pariser Abkommens spielen sollen. Abseits der Konferenz arbeiten bereits Wissenschaftler und Juristen daran, zu klären, wer in Zukunft Verantwortung für Klimaschäden übernehmen muss.

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Nachrichten

Weltklimakonferenz
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17.Nov 2017

„Die reichen Länder drücken sich vor ihrer Ver­ant­wor­tung“

„Die reichen Länder drücken sich vor ihrer Verantwortung“
Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam, war zwei Wochen lang auf der COP23 in Bonn. Seine Bilanz ist durchwachsen: Insbesondere bei der Erstellung eines Regelbuchs für die Umsetzung des Pariser Abkommens seien die Verhandlungen gut vorangekommen. Von Deutschland sei ein positives Signal ausgegangen – und ein fatales.
UN-Klimakonferenz
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13.Nov 2017

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Kli­ma­schutz­zie­len steckt

Eine Öko-Vision als Staatsziel? Was hinter den deutschen Klimaschutzzielen steckt
Diese Woche entscheidet sich in Bonn, wie das Pariser Abkommen mit Leben gefüllt wird. Dabei stehen auch die nationalen Langfriststrategien im Mittelpunkt. Deutschland rühmt sich, dabei Vorreiter zu sein. Schaut man auf den Klimaschutzplan 2050, sieht das jedoch anders aus. Eine Analyse.
UN-Klimakonferenz COP23
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15.Nov 2017

Afrika: Un­ter­stüt­zung beim Ausbau von er­neu­er­ba­ren Energien lohnt sich

Afrika: Unterstützung beim Ausbau von erneuerbaren Energien lohnt sich
Der Tag, an dem 30 Staats- und Regierungschefs sowie über 100 Minister in Bonn erwartet werden, gilt gleichzeitig als Afrika-Tag der Klimakonferenz. Der heißeste aller Kontinente benötigt Unterstützung, um die Lebensbedingungen trotz Klimawandel zu verbessern. Dass sich Afrika aber bereits auf den Weg gemacht hat und vor allem die Solarenergie boomt, zeigt eine Reportage im aktuellen Greenpeace-Magazin. 
Weltklimarat
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10.Nov 2017

IPCC-Forscherin: „Kli­maskep­ti­ker versuchen, Wis­sen­schaft­ler persönlich zu dis­kre­di­tie­ren“

IPCC-Forscherin: „Klimaskeptiker versuchen, Wissenschaftler persönlich zu diskreditieren“
Was hier drin steht, hat Gewicht: Die Berichte des Weltklimarats IPCC sind oft die wichtigste Referenz für die Beschreibung des Klimawandels. 2018 soll der nächste erscheinen. Daniela Jacob ist eine von fast 1000 Autoren. Im Interview beschreibt die Forscherin, wie sie die Mammutaufgabe bewältigt – und was sie auf Kritik erwidert.
UN-Klimakonferenz
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09.Nov 2017

Machtvolle Lo­kal­po­li­tik: Städte können den Kli­ma­schutz stärker vor­an­brin­gen

Machtvolle Lokalpolitik: Städte können den Klimaschutz stärker voranbringen
Während die nationalen Regierungen in Bonn um globale Lösungen für den Klimawandel ringen, gehen Regionen wie der US-Bundesstaat Kalifornien mit immer ehrgeizigeren Zielen voran. Auch deutsche Städte wie München oder Hamburg probieren sich im Klimaschutz. Tatsächlich haben sie einen größeren Handlungsspielraum beim Kampf gegen die Erderwärmung als gedacht, zeigt eine aktuelle Studie.

Während die nationalen Regierungen in Bonn um globale Lösungen für den Klimawandel ringen, gehen Regionen wie der US-Bundesstaat Kalifornien mit immer ehrgeizigeren Zielen voran. Auch deutsche Städte wie München oder Hamburg probieren sich im Klimaschutz. Tatsächlich haben sie einen größeren Handlungsspielraum beim Kampf gegen die Erderwärmung als gedacht, zeigt eine aktuelle Studie.

Am letzten Sonntag in München jubelten die Mitglieder des Bürger-Bündnisses „Raus aus der Steinkohle“. Bei einem bindenden Bürgerentscheid stimmten 60 Prozent der Münchner dafür, den Kohleblock vom Heizkraftwerk in Unterföhring schon 2022 vom Netz zu nehmen. Damit ist in mindestens fünf Jahren mit der Kohleverbrennung in der Stadt höchstwahrscheinlich Schluss. Auf Bundesebene ist man noch längst nicht so weit. 

Auch die Stadt Hamburg plant den Alleingang: Der Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) stellte vor einigen Tagen ein Konzept vor, mit dem er das Kohlekraftwerk Wedel ersetzen will. Abwärme und Müllverbrennung sollen die Wärmewende einläuten. Das Kraftwerk in Wedel soll 2022 abgeschaltet werden. Das sei ein wichtiger Baustein, damit Hamburg seine Klimaziele erreiche, so der Umweltsenator.

Während Staats- und Regierungschefs in Bonn um globale Lösungen für den Klimawandel ringen, gehen Regionen, Städte und Privatpersonen mit immer ehrgeizigeren Zielen voran. Klimaforscher des Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung (PIK) haben jetzt herausgefunden: Auf lokaler Ebene ist der Handlungsspielraum größer als gedacht. Denn der Ausstoß von Treibhausgasen, den Städtebewohner zum Beispiel durch den Einkauf von Waren und Dienstleistungen außerhalb der Stadtgrenzen verursachen, ist viel größer als bisher angenommen. Diese Emissionen seien in etwa gleich groß wie die Gesamtemissionen aus dem eigenen Stadtgebiet, zeigt die Studie.

Der Handlungsdruck ist da

Die Forscher haben für die vier Städte Berlin, New York, Mexico City und Delhi einen vergleichbaren Treibhausgas-Fußabdruck berechnet. Laut der Studie gäbe es besonders in den Bereichen Verkehr und Gebäude viele Möglichkeiten zur Anpassung. Hier könnten lokale Politiker viel bewegen. „Oft heißt es, dass Bürgermeister wenig gegen den Klimawandel tun können, weil ihr Einfluss auf das Stadtgebiet begrenzt ist, aber tatsächlich kann ihr Handeln weitreichende Wirkung haben“, sagt der federführende Wissenschaftler der Studie, Dr. Peter-Paul Pichler. So könnten Städte etwa die Nutzung von weniger CO2-intensiven Baustoffen wie Holz fördern oder den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Der Handlungsdruck sei da: „Die auf dem UN-Gipfel bisher von den nationalen Regierungen vorgestellten Emissionsreduktionen reichen ganz klar nicht aus, um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Deshalb sind zusätzliche Anstrengungen erforderlich.“

Um solche zusätzlichen Anstrengungen zu koordinieren – dafür haben sich seit diesem Sommer 15 US-Bundesstaaten in der „Klimaallianz der Vereinigten Staaten“ zusammengeschlossen. Sie wollen anders als der US-Präsident Donald Trump am Pariser Klimaabkommen festhalten und ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2015 um bis zu 2015 Prozent reduzieren, im Vergleich zu 2005. 

„Die Realität ist – der Klimawandel wird kommen“

Einer der Vorsitzenden ist der kalifornische Gouverneur Jerry Brown. Beim ersten öffentlichen Treffen der Bundesstaatengemeinschaft im September in New York sagte er: „Wir tuen etwas gegen die Untätigkeit. Wir werden weiter machen und vielleicht wird sich Washington (gemeint ist hier die nationale Regierung der USA, Anm. d. Red) anschließen. Denn man kann nicht für immer die Wissenschaft leugnen.“ Er fügte hinzu: „Und die Realität ist – der Klimawandel wird kommen.“ Um die motivierten Akteure an einen Tisch zu bekommen, wird Brown 2018 den „Climate Action Summit“ in Kalifornien veranstalten, bei dem Regierungschefs, Unternehmer, Nichtregierungsorganisationen und interessierte Bürger über die Zukunft der Erde diskutieren. Und ihre Aktionen für mehr Klimaschutz koordinieren.

Auch auf der UN-Klimakonferenz wird Bundesumweltministrin Barbara Hendricks am Sonntag einen „Klima-Gipfel der Kommunen und Regionen“ veranstalten. Jerry Brown nimmt auch an der COP teil. Für Klimaschützer gilt er als bedeutender Widersacher von US-Präsident Donald Trump im Kampf gegen die Erderwärmung. Im Vorfeld der Konferenz appelierte er im Landtag in Baden-Württemberg: „Wir müssen der Welt einen Weckruf schicken.“

Aufmacherbild: AP Photo/Eric Risberg

Hanna Gieffers

Wir zeigen in der aktuellen Ausgabe des Greenpeace Magazin 6.17, wie das 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen ist – zum Beispiel, wie Sie zu Hause den Klimaschutz voranbringen können. Oder was die Chefunterhändlerin der Fidschi sich von der UN-Klimakonferenz verspricht. Und wie die Biolandwirtschaft von Morgen aussehen kann.

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