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Blumenwiese als Schutzprojekt: Besuchen Sie das Blütenparadies von Bauer Hauke Hintz

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Intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden machen Bienen das Leben schwer. Greenpeace-Magazin-Leser unterstützen den Landwirt bei seinem Kampf gegen das Artensterben. Nun können Sie die Erfolge begutachten.

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Freitag, 28. Juli 2017

Zu­las­sungs­ver­bot für Porsche-SUV, zu viel Dünger in den USA und ein Flug über Grönland



es lohnt sich nicht, lange darum herum zu reden: Viele Themen im Navigator heute sind verwirrend und komplex. Wir schlagen zum Beispiel ein neues Kapitel in der Abgasaffäre auf. Verkehrsminister Dobrindt hat da gestern ein Zeichen gesetzt und einem Porsche-SUV die Zulassung entzogen – beinahe so, als sei die wirkliche Aufarbeitung genauso einfach.

Dann haben wir ein neues Gesetz zum Schutz von Welpen in Österreich. Klingt putzig, nicht wahr? Ist aber auch komplizierter, als es den Anschein hat, denn es bringt Nachteile für ehrenamtlich Tätige. Und schließlich schauen wir in 360 Grad darauf, wie in Grönland das Eis schmilzt. Einzig einige Archäologen kommen etwas weniger schwermütig daher und treffen sich zu einem Steinzeit-Roleplay in Schleswig-Holstein.

Da nehmen wir uns doch einfach ein paar Tage Zeit und verarbeiten die Nachrichten. Wir sind am Montag wieder zurück – und wünschen bis dahin ein schönes Wochenende.

Das Team vom Navigator.

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Verkehrsminister verbietet Porsche-SUV

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Und auch am letzten Tag der Woche begleitet uns noch die unendliche Abgasaffäre: Nachdem nun auch Porsche eine Software zur Manipulation von Abgaswerten eingesetzt haben soll, hat gestern Verkehrsminister Alexander Dobrindt ein Zulassungsverbot für den SUV Cayenne 3 Liter TDI verhängt. Außerdem müssen rund 22.000 Fahrzeuge zurück in die Werkstätten, berichtet Spiegel Online. Und bei Audi sieht es laut Tagesschau so aus, als hätten einige Mitarbeiter die Chefetage doch schon vor Jahren vor den möglichen Folgen der Manipulation gewarnt. Damit steht nun die Frage im Raum, wie viel auch der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler frühzeitig wusste.

Spiegel-Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Windenergie: Branche blickt pessimistisch in die Zukunft

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Der Bundesverband Windenergie rechnet mit einem deutlichen Geschäftseinbruch ab 2019, weil sich von da an das gesetzliche Ausschreibungsverfahren ändert. Dieses Jahr werden die Kapazitäten um rund 5.000 Megawatt ausgebaut, unter den neuen Regeln sei mit einem Rückgang von rund 40 Prozent zu rechnen, sagte Hermann Albers vom Bundesverband Windenergie im Deutschlandfunk. Aktuell liegt der Anteil von Windkraft an den Erneuerbaren Energien bei rund 35 Prozent.

Interview, 6 Minuten Lesezeit

Studie: US-Gewässer werden immer mehr unter Dünger leiden

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Kunstdünger schadet immer mehr Flüssen und Seen in den USA. Künftig werde es deutlich größere Probleme mit Algenwachstum und sterbenden Küstengewässern geben, schreiben Wissenschaftler im Fachmagazin Science. Generell werde mehr gedüngt als Pflanzen für ein besseres Wachstum benötigen, außerdem beschleunige der Klimawandel den Prozess zusätzlich, fasst die New York Times zusammen.

Englischer Artikel, 4 Minuten Lesezeit

Welpenschutz in Österreich wird neu geregelt

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In Österreich soll der professionelle Handel mit Welpen aus Osteuropa unterbunden werden. Ein entsprechender Zusatzparagraf im Tierschutzgesetz erlaubt nun Strafen bis zu 7.500 Euro. Das Gesetz verbietet das „öffentliche Feilbieten“ von Tieren im Internet, ausgenommen sind Institutionen, die ein eigenes Tierheim vorweisen können. Allerdings trifft die Neuregelung damit auch viele private Tierschutzvereine und Pflegestellen, die beispielsweise in Osteuropa ausgesetzte Tiere oder verwahrloste Straßenhunde retten, berichtet die taz.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Archäologen leben als Experiment wie in der Steinzeit

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Einfach mal den ganzen aktuellen Quatsch hinter sich lassen? Klingt nach einem guten Plan, und 50 Archäologen haben ihn hübsch ein wenig weitergedacht: Sie sitzen eine Woche lang in selbstgenähten Fellen ums Lagerfeuer und spielen dabei auch mal Knochenflöte. Die Archäologen, Museums-Pädagogen und Archäotechniker versuchen also, einige Lebensumstände ihres Forschungsgebiets nachzuvollziehen, allerdings geht es bei dem Treffen auch um einen Austausch untereinander. Rund zwei Drittel der europäischen Steinzeitexperten sind dazu noch bis Sonntag in einem Steinzeitpark in Dithmarschen, berichtet heute.de.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag – Warum das Eis in Grönland schmilzt

Ein lauer Gag sei uns gegönnt: Auch diese Woche wird aus den Fotos am Freitag eher wieder ein Fideo am Freitag: Wir haben einen beeindruckenden 360-Grad-Clip über die Eisschmelze in Grönland.

Die Dokumentarreihe Frontline PBS hat das Video erstellt, in dem ein NASA-Wissenschaftler der Frage nachgeht, wieso das Eis in Grönland immer schneller verschwindet. Der Helikopter-Flug über das Eis ist dabei genauso beeindruckend wie die Fotos. Wer den Clip im Chrome-Browser schaut, kann den Blickwinkel verändern, Besitzer einer 360-Grad-Brille können den Kopf beim Betrachten natürlich komplett hin und herbewegen. Einige Zusatzinfos gibt es hier.

Generell ist die Reihe, die auch häufig mit sehr guten Politikdokus auffällt, extrem empfehlenswert. Weitere Teile gibt es hier, aktuell beispielsweise über den immer schwierigeren Kampf gegen Bakterien, die gegen Antibiotika immun sind.

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14.Jul 2017

Weniger Zucker? Wie Su­per­märk­te an neuen Produkten feilen

Zum Frühstück Schokoflocken, später noch ein Knusperriegel: Süßes steht bei vielen Deutschen ganz oben auf dem täglichen Speiseplan. In den Supermärkten haben selbst scheinbar gesunde Produkte oft einen hohen Zuckergehalt. Mediziner halten das für gefährlich. Jetzt will die Branche umsteuern – sagt sie zumindest.

Zum Frühstück Schokoflocken, später noch ein Knusperriegel: Süßes steht bei vielen Deutschen ganz oben auf dem täglichen Speiseplan. In den Supermärkten haben selbst scheinbar gesunde Produkte oft einen hohen Zuckergehalt. Mediziner halten das für gefährlich. Jetzt will die Branche umsteuern – sagt sie zumindest.

Die Deutschen werden im Schnitt immer dicker. „Wir haben ein massives Überfettungsproblem hierzulande“, sagt Gerrit Heinemann, Handelsexperte von der Hochschule Niederrhein. Krankheiten wie Fettleibigkeit (Adipositas) und Diabetes nähmen überhand, „und die Gesundheitskosten fliegen uns um die Ohren“. Die Lebensmittelbranche habe ihren Anteil an dieser Misere, kritisiert Heinemann.

Discounter und Supermarktketten verkünden nun, das Problem stärker in den Fokus zu nehmen – indem sie die Rezeptur ihrer Eigenmarken „optimieren“. Was genau das heißt, lassen sie häufig aber offen.

Einzig Lidl tut sich hervor mit einer erstaunlich konkreten Zielvorgabe. Bis 2025 soll der Salz- und Zuckergehalt der Eigenmarken um 20 Prozent sinken. Gestartet wurde mit Frühstücksflocken: Der Zuckeranteil von „Honey Rings“ wurde nach Angaben der Firma um rund 30 Prozent gesenkt. Er liegt damit zwar immer noch bei 23,9 Gramm pro 100 Gramm. Aber: „Lidl bringt Schwung in die Debatte“, sagt Oliver Huizinga von Foodwatch. „Die anderen Handelskonzerne tun sich noch sehr schwer, ein konretes Ziel mit einer Zahl zu nennen.“ 20 Prozent weniger Zucker und Salz sei durchaus ambitioniert.

Meist nur vage Versprechen

Tatsächlich äußern sich andere Händler bei dem Thema vage. „Wir wollen die ausgewogene Ernährung unserer Kunden fördern und setzen uns seit einigen Jahren für eine gesündere Produktzusammenstellung ein“, teilt Aldi Nord mit. Von Aldi Süd heißt es, man sei „grundsätzlich bestrebt, den Zuckergehalt in den von uns gehandelten Artikeln so gering wie möglich zu halten“. Man habe „in vielen Warenbereichen bereits individuelle Rezepturänderungen im Hinblick auf die Reduktion von Salz und Zucker durchgeführt“, etwa bei Broten, Müsli oder Pudding. Die Supermarktkette Real will bis Ende 2017 die Rezepturen von Eigenmarkeprodukten „überprüfen und gegebenenfalls optimieren“. 

Kürzlich legte Rewe seine Pläne auf den Tisch. Das langfristig angelegte Reduktionsprogramm für Speiseeis, Cerealien, Brot und Getränke aus Eigenmarken soll „möglichst ohne wesentliche Veränderung der Sensorik der Produkte einhergehen“. Die Geschmackserwartungen der Kunden ließen sich nur über einen längeren Zeitraum ändern, so ein Rewe-Sprecher. „Wir wollen unseren Kunden Zeit geben, sich geschmacklich auf die veränderten Rezepturen einzustellen.“ Um wie viel Prozent der Zucker- und Salzgehalt sinken soll, sagt Rewe im Gegensatz zu Lidl nicht.

Die Kunden selbst bekommen von dem schleichenden Prozess wohl nichts mit – nur wenn sie die Angaben auf Produkten mit älteren Verpackungen vergleichen, könnten sie den geringeren Zuckergehalt bemerken. Eine gesonderte Auszeichnung ist laut Rewe erst ab einer Reduktion um 25 Prozent bei Salz und 30 Prozent bei Zucker zulässig, bezogen auf ein vergleichbares Lebensmittel. Das aber wird nicht angestrebt. „Eine derart starke Reduktion in einem Schritt ist geschmacklich so gut wie nicht möglich, da der Kunde geschmacklich so ein ‘anderes Produkt‘ erhält“, so ein Rewe-Sprecher.

„Die meisten Erfrischungsgetränke machen nicht frisch, sondern krank.“

Mit ihrem Weniger-Zucker-Kurs liegen Lidl und die anderen Ketten auf Linie des Bundesernährungsministeriums – die Behörde hatte kürzlich eine Strategie entwickelt, der zufolge der Zucker- und Salzgehalt in Lebensmitteln mit freiwilligen Vorgaben der Firmen gesenkt werden soll.

Aus Sicht von Foodwatch ist das jedoch der falsche Weg. Fettleibigkeit und Diabetes sind aus Sicht der Organisation eine enorm hohe Gefahr für die öffentliche Gesundheit. „Da darf der Gesetzgeber nicht allein auf freiwillige Empfehlungen für die Wirtschaft setzen“, sagt Gesundheitsexperte Huizinga. Schon jetzt sei jeder vierte Bundesbürger stark übergewichtig, Tendenz steigend.

Lustig lacht die süße Biene: Dieses Müsli von Lidl beinhaltet viel Zucker. Der Discounter-Riese hat den Anteil zwar um 30 Prozent gesenkt – es bleiben aber immer noch rund 24 Gramm je 100 Gramm Knusperringe. Foto: dpa

Firmen sollten zum Beispiel für die Herstellung besonders zuckriger Lebensmittelprodukte wie Cola extra besteuert werden. „Die meisten Erfrischungsgetränke machen nicht frisch, sondern krank.“ Aus seiner Sicht zeigen Supermärkte und Discounter nun zwar richtige Ansätze, aber das reiche nicht aus, so Huizinga.

Handelsexperte Heinemann hat Zweifel, dass sich am ungesunden Konsumverhalten in Deutschland alsbald etwas ändert. „Es gibt in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen bekundetem und tatsächlichem Konsumverhalten“, sagt der Professor. „Fragt man den Verbraucher, was er kaufe im Supermarkt, nennt er nur gesunde Lebensmittel – doch wenn er vor dem Regal steht, kauft er trotzdem Cola und fettigen Schweinebauch zum Grillen.“ Der Verbraucher müsse dringend besser aufgeklärt werden. Es sei zwar positiv, dass es in der Supermarkt- und Discounterbranche Anzeichen zum langsamen Wandel gebe. „Das Angebot in den Regalen wird etwas besser, aber gut ist das noch lange nicht.“

Wolf von Dewitz (dpa)

Ob Fast Food oder Fleischwurst, Softdrink oder Schokoriegel: Eine Handvoll Megakonzerne baut die Ernährungspyramide um und beherrscht den Markt für alles, was der Gesundheit von Mensch und Umwelt schadet. Doch ihre Größe ist zugleich ihre Schwäche. Im Greenpeace Magazin 4.17 „Klüger essen“ porträtieren wir sechs Global Player der Lebensmittelindustrie – und zeigen, wie essen auch anders geht.

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