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Globalisierung: Warum es ums große Ganze geht

Globalisierung: Warum es ums große Ganze geht

Massenhaft gehen die Menschen gegen Freihandelsabkommen auf die Straße, massenhaft strömen sie aber auch in die Filialen von global agierenden Konzernen wie H&M, Apple und Co. Wenn es um die Haltung zur Globalisierung geht, wird es schnell kompliziert. Gerade deshalb fragen wir in unserem aktuellen Heft: Wie verändert die Globalisierung den Globus? Wie können wir sie gestalten? Es geht ums große Ganze!

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Mittwoch, 21. Februar 2018

Daily Navigator: Steigender En­er­gie­be­darf weltweit, grüne Mercedes-Fabrik und ein riesiger Na­tio­nal­park in Patagonien

ein wirkliches gemeinsames Thema gibt es heute im Navigator nicht. Stattdessen behandeln wir einige Dauerbrenner: Es geht beispielsweise um BP und den weltweiten Energiebedarf, um Mercedes und das Streben nach möglicherweise grüneren Produktionsmethoden – und auch um neue Nationalparks in Patagonien

Auf unserer eigenen Seite blicken wir auf unsere Printausgabe und das Thema Globalisierung. Wir fragen noch einmal: Wie verändert Globalisierung den Globus? Mehr dazu hier

Morgen sind wir wieder zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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BP rechnet mit weltweit steigendem Energiebedarf

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Trotz aller Debatten um besseren Klimaschutz rechnet BP damit, dass der Energieverbrauch weltweit in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen wird. Besonders die Entwicklungsländer würden diesen Trend vorantreiben – die Hälfte des Wachstums gehe auf Kosten von China und Indien. Allerdings räumt der Bericht auch ein, dass ein wachsender Anteil aus alternativen Quellen gespeist werden wird, erläutert die Tagesschau.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Mercedes legt Grundstein für „grüne“ Robotaxi-Fabrik

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Daimler gelingt mit der Ankündigung eines Fabrikanbaus ein PR-Coup: In der „Factory 56“ genannten neuen Anlage in Sindelfingen sollen Robotaxis entstehen – also autonom fahrende Autos, die über Netz-Plattformen individuelle Mobilität ermöglichen sollen. Die Fertigungsstätte sei digitaler, flexibler und grüner als jede andere zuvor, sagte gestern Vorstand Markus Schäfer. Es sei nach Investitionsvolumen die drittgrößte Baustelle Deutschlands, schreibt die FAZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

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Sinnloser Wettbewerb zwischen Wind und Solar in der Praxis

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Seit Beginn des vergangenen Jahres müssen sich Betreiber von Wind- und Solaranlagen um dieselben Fördergelder bewerben. Im Deutschlandfunk erklärt Energieexperte Christoph Podewils, warum das wenig sinnvoll ist.

Gespräch mit Audio, 3 Minuten Lesezeit
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Neue schwedische Studie über Probleme durch Mikroplastik

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Eine neue Studie in Schweden kommt zu dem Schluss, dass Mikroplastik in Form von Granulatpartikeln von Polyethylen schon ein Problem ist, bevor es überhaupt zur tatsächlichen Produktion weiterverarbeitet wird. Eine einzige Fabrik könne für 36 Millionen Partikel verantwortlich sein, berechnet eine neue Studie, über die die taz berichtet.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Wie in Patagonien ein riesiger Nationalpark entsteht

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Kristine McDivitt und ihr Mann Douglas Tompkins sind die Gründer von North Face und Esprit. Jetzt haben sie rund 345 Millionen Dollar ausgegeben, um Land in Patagonien in Südamerika zu kaufen. Sie wollen dort ein Naturschutzgebiet errichten, größer als Yellowstone oder Yosemite in den USA. Die New York Times beschreibt in einer anschaulichen Reportage, wie das gelingen soll.  

Englische Reportage, 5 Minuten

Meinung am Mittwoch: Bürgermeister, fangt einfach an!

Regelmäßig werden Abgasgrenzwerte überschritten, doch der Bund kann sich nicht zu neuen Gesetzen durchringen. Ein Verkehrsprofessor fordert, dass dann eben die Städte selbst loslegen müssen.

In einem Gastbeitrag für Zeit Online regt Stephan Rammler an, generell in der Städteplanung die Bedeutung des Automobils und die Zahl an KFZ zurückzufahren. Rammler ist Professor für Transportation Design & Social Sciences in Braunschweig und Autor des Buchs: „Volk ohne Wagen. Streitschrift für eine neue Mobilität“.

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Nachrichten

Lebensmittel
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19.Feb 2018

Wie die Slow-Food-Uni­ver­si­tät die nach­hal­ti­gen Es­senstra­di­tio­nen Italiens fördert

Wie die Slow-Food-Universität die nachhaltigen Essenstraditionen Italiens fördert
Italiener setzen kulinarisch auf Einfachheit und regionale Produkte. Eine Slow-Food-Universität in der Region Piemont hilft, diese Küche zu schützen und auszubauen.
Samsung-Werbung
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13.Feb 2018

Kein smartes Phone

Kein smartes Phone
Samsung-Telefone stehen für Fortschritt und Lebensqualität. Doch seine Geräte fertigt der südkoreanische Konzern mit schmutzigem Kohle- und Atomstrom – das führt zu Rückschritten in der globalen Lebensqualität. Wir haben deshalb eine aktuelle Werbeanzeige überarbeitet.
Serie: In Zeiten des Aufruhrs
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15.Feb 2018

Bröckelt das nukleare Tabu?

Bröckelt das nukleare Tabu?
Während die Sicherheitselite in München über das Comeback von Atomwaffen diskutiert, starten wir unsere Serie „In Zeiten des Aufruhrs“. Darin betrachten wir die historische, gesellschaftliche und politische Dimension von Atomwaffen. Das Auftaktstück fragt, wie kritisch die Weltlage derzeit ist – in Zeiten, in denen alle Atomstaaten ihre nuklearen Arsenale modernisieren.
Energieeffizienz
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09.Feb 2018

Strom­aus­fäl­le vermeiden: Warum Deutsch­land Energie ef­fi­zi­en­ter einsetzen muss

Stromausfälle vermeiden: Warum Deutschland Energie effizienter einsetzen muss
Die Übertragungsnetzbetreiber prognostizieren in ihrem Bericht zur Leistungsbilanz, dass Deutschland 2020 im Extremfall seinen Strombedarf nicht mehr decken kann. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, trotzdem wird es in Zukunft wichtig, den Strombedarf zu regulieren.
Ernährung
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05.Feb 2018

Wie Bürger mit Aktien Biohöfe un­ter­stüt­zen

Wie Bürger mit Aktien Biohöfe unterstützen
Wo regionale Herstellung draufsteht, muss sie nicht unbedingt drin sein. Deshalb will die Regionalwert AG nur solche Biohöfe und Erzeuger stärken, die wirklich einwandfrei ökologisch arbeiten.

Wo regionale Herstellung draufsteht, muss sie nicht unbedingt drin sein. Deshalb will die Regionalwert AG nur solche Biohöfe und Erzeuger stärken, die wirklich einwandfrei ökologisch arbeiten.

Bei der Hamburger Nachhaltigkeitsmesse Heldenmarkt kann man sich als Besucherin sattessen. Von Joghurt, Brot mit Aufstrich, Milch, Äpfelspalten bis hin zu Gin bieten Hersteller regionale und biologische Produkte an. Hat man sich durch die Stände probiert, kommt man im hinteren Teil der Halle zum Vortragsbereich. Ulf Schönheim von der Regionalwert AG Hamburg stellt dort die Frage: Kommt unser Essen wirklich aus der Gegend, wenn regionale Herstellung draufsteht?

Schönheim ist Vorstand der Regionalwert AG in Hamburg, einer Bürger-Aktiengesellschaft, die Biobauern, Bierbrauer oder Restaurantbesitzer mit Kapital und Know-How unterstützt – „vom Acker bis zum Teller“. Ein System, welches einen ganzheitlichen Ansatz vertritt. Die Partnerbetriebe wissen, von wem sie ihr Geld bekommen und sind nicht mehr abhängig von anonymen Fremdkapital. Ähnliche Strukturen gibt es in ganz Deutschland, nach der Gründung in Freiburg ist die Gruppe Isar-Inn und eine im Rheinland hinzugekommen. Die Gruppen sind formell unabhängig voneinander, arbeiten jedoch im Netzwerk zusammen. Das Ziel heißt: „enkeltaugliches Wirtschaften“. Sodass eine Welt entsteht, die auch für unsere Nachkommen lebenswert ist. Vier Jahre nach ihrer Gründung in Hamburg unterstützt die Regionalwert AG hier acht Partnerbetriebe, in diesem Jahr soll eine Markthalle hinzukommen, die alle Produkte der Händler bündelt. 350 Aktionäre haben Aktien mit einem Stückpreis von 500 Euro gekauft. Insgesamt konnten so 255.000 Euro investiert werden, 1,2 Millionen Euro beträgt das Grundkapital der Regionalwert AG Hamburg.

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Malte Bomben (l.) und Ulf Schönheim leiten die Regionalwert AG in Hamburg. Foto: Bertold Fabricius

Schönheim, blaues Hemd, beige Hose, steht vor cirka vierzig Zuhörern und redet sich langsam in Rage. Er erzählt von Kohlrabi, den Händler auf Märkten mit dem Qualitätsmerkmal „regional“ verkaufen – da er hier in der Nähe gewachsen sei. Der Kunde weiß jedoch nicht, dass die Pflanze eigentlich Teil einer internationalen Produktionskette ist: Mit Saatgut aus Asien, Setzlingen, die in Holland aufgezogen werden, um dann nur noch in heimischen Böden auszureifen. „Häufig steckt eine Produktion dahinter, ähnlich intensiv und international wie bei der Autoindustrie“, erklärt Schönheim den Zuhörern.

Schönheim und die Aktionäre unterstützen Betriebe, die es anders machen wollen. Sie haben ein Netzwerk aufgebaut an Höfen, Verkaufsstellen und Restaurants, die auch untereinander zusammenarbeiten. Was bei der Bierproduktion an Maische, einem Gerste-Wasser-Gemisch, als Abfallprodukt anfällt, könnte zum Beispiel als Rinderfutter auf einem Hof in der Region wieder genutzt werden. Die AG hilft aber auch bei nötigen Investitionen und sichert die Hofnachfolge. Wie zum Beispiel beim Hof Koch. Der Enkel hat den überschuldeten Hof von seinem Großvater übernommen und konnte so dreißig Arbeitsplätze erhalten. Er baut Kartoffeln und Gemüse in der Lüneburger Heide an. Die Regionalwert-AG hat hier 200.000 Euro investiert.

Die Öko Melkburen fördern eine „Elternzeit für die Kühe“

Mit einem weiteren Partnerbetrieb ist die Regionalwert AG heute auf der Messe vertreten. De Öko Melkburen stellen Milch, Joghurt und Fleisch aus muttergebundener Kälberaufzucht auf drei holsteinischen Höfen her. Am Stand tummeln sich Besucher, probieren die Milch oder die Rindersalami. Eine Messenbesucherin fragt, wie die Tiere gehalten werden. Die Erklärung: Auf der Wiese. Und die Kälber werden nicht wie sonst üblich sofort nach Geburt von den Müttern getrennt. Eine „Elternzeit für die Kühe“. Die Antwort der Besucherin: Ein langezogenes „aha“ und zustimmendes Nicken.

Das Ziel der Regionalwert AG ist es, eine echte und transparente Regionalität zu ermöglichen. Damit die Kunden genau wissen, wie und wo ihre Milch und ihr Fleisch erzeugt werden oder eben ihr Kohlrabi angebaut wird. Das Ziel sei nicht, hohe Profite einzufahren. Sollte die Aktiengesellschaft vielleicht in drei, vier Jahren „grüne“ Zahlen schreiben und Geld ausschütten, sei es Schönheim am liebsten, alle Aktionäre würden eine riesige Party mit leckeren regionalen Produkten von dem Geld feiern.

Der ehemalige Gärtner Christian Hiß hat die erste Regionalwert AG gegründet

In Freiburg, dem Ort mit der ersten Regionalwert AG, sind die Gründer sogar so weit, dass sie selbst eine kleine Regionalwert-Biomanufaktur eröffnet haben, in der im Sommer überschüssiges Obst zu Marmelade verarbeitet wird. Möglichst wenig soll weggeschmissen werden.

700 Aktionäre und 24 Partnerbetriebe stehen hier dahinter. Die Idee zur Regionalwert AG hatte Christian Hiß. Seine Eltern hatten einen Bauernhof, er selbst arbeitete lange Zeit als Gärtner, bevor er sich stärker für nachhaltige Landwirtschaft interessierte und die erste Regionalwert AG in Freiburg 2006 gründete. Hiß hat die Entwicklung der traditionellen Landwirtschaft hin zu den modernen Riesenhöfen miterlebt. „Die Versorgungsökonomie des alten Hofs war eine Produktivität aus sich heraus“, sagte er dem Greenpeace Magazin. „Saatgut wurde selber gemacht, Energie selber produziert. Arbeitskräfte kamen meist aus der Familie. Das Kapital waren die selbst geschaffene Fruchtbarkeit des Bodens, das Vieh und die Wohngebäude. Und das existiert nirgends mehr. Es wird alles zugekauft. Es ist reine Industrie geworden.“

Eine solche Industrie möchte auch Schönheim nicht unterstützen. Deshalb appelliert er zum Abschluss seines Vortrages beim Heldenmarkt an seine Zuhörer: „Nehmt es selbst in die Hand.“ Nach seinem Vortrag geht seine Tochter durch die Stuhlreihen und sammelt die nichtmitgenommenen Broschüren über die Regionalwert AG wieder ein. Es liegen nur noch wenige Exemplare auf den Stühlen. 

hg

Im Greenpeace Magazin 2.17 beleuchten wir in einem Artikel weitere Initiaitiven, die Lust auf Weniger machen. Eine Spurensuche vom westfälischen Münster über das Schwarzatal in Thüringen bis in den südbadischen Breisgau – zur ersten Regionalwert-AG in Deutschland.

Die Ausgaben erhalten Sie im Warenhaus, am Bahnhofskiosk oder ab 29,50 Euro im Abo. Sie können das Greenpeace Magazin auch auf dem Tablet und Smartphone lesen. In der digitalen Version stehen Ihnen zusätzliche Fotos, Videos und weiteres Bonusmaterial zur Verfügung. Viel Freude beim Lesen, Schauen und Ausprobieren!

Aufmacherfoto: Regionalwert AG Hamburg

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