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Der Rückgang der arktischen Schneedecke bedroht einige Pflanzenarten

Der Rückgang der arktischen Schneedecke bedroht einige Pflanzenarten

Forscher aus Finnland modellieren die Arktis der Zukunft. In einer neuen Studie zeigen sie, wie sich die zurückgehende Schneedecke auf die Vegetation der nördlichen Polkappe künftig auswirken könnte.

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Dienstag, 23. Oktober 2018

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Trump will wegen Flücht­lings­kon­voi Ent­wick­lungs­hil­fen streichen, Monsanto-Opfer bekommt 200 Millionen weniger und Ingwer aus Österreich

Liebe Leserinnen und Leser,

wir müssen über Sicherheitsrisiken sprechen heute im Navigator – auch menschlicher Natur. US-Präsident Trump hat am Montag via Twitter angekündigt, die finanziellen Hilfen für Guatemala, Honduras und El Salvador zumindest zu kürzen. Damit will er die Länder für eine Flüchtlingskarawane bestrafen, die sich vor etwa einer Woche von El Salavador aus auf den Weg Richtung Norden gemacht hatte. Trump wähnt in dem Konvoi „Kriminelle und unbekannte Menschen aus dem Nahen Osten“. Eine echte Gefahr ging in den vergangenen Jahren vom ältesten Atomkraftwerk Frankreichs aus. Nun sollen die Risiko-Meiler in Fessenheim bis 2022 runtergefahren werden. Und dann gab es noch ein neues Urteil im Fall Monsanto: Eine US-Richterin lehnte den von Bayer geforderten neuen Prozess zwar ab, entschied aber gleichzeitig, dass die Entschädigungssumme für einen Mann, der nach dem Kontakt mit Glyphosat an Krebs erkrankt war, drastisch gekürzt wird.

Aus Umweltsicht zwiespältig ist eine kleine Sensation aus Österreich: Dort ist es gelungen, den ersten europäischen Ingwer anzubauen – Klimawandel sei Dank. Auch auf unserer eigenen Seite geht es um eine sich verändernde Pflanzenwelt: Forscher aus Finnland modellieren die Arktis der Zukunft und zeigen, wie sich die zurückgehende Schneedecke auf die Vegetation der nördlichen Polkappe auswirken könnte.

Wir erfreuen uns umso mehr am Grün vor dem Fenster –  also an dem, was der Herbst übrig gelassen hat. Frühlingsfrische News gibt es natürlich morgen wieder. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Trump will Zentralamerika-Hilfen streichen

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Als Reaktion auf die Flucht von Tausenden Migranten aus Zentralamerika in Richtung Vereinigte Staaten hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Entwicklungshilfen für mehrere Länder in der Region einzuschränken – die Tagesschau berichtet. Seine Regierung werde eine Streichung oder „substanzielle“ Reduzierung der finanziellen Unterstützung für Guatemala, Honduras und El Salvador einleiten, schrieb Trump auf Twitter. Er warf den drei Ländern vor, sie hätten dabei versagt, Menschen am Verlassen ihrer Heimat und an der illegalen Einreise in die USA zu hindern. Vor mehr als einer Woche war eine etwa 3.000 Menschen umfassende Karawane von San Pedro Sula im Norden von Honduras aus losmarschiert. Der US-Präsident sieht den Fußmarsch als „nationalen Notstand“ für die USA und wähnt in dem Konvoi „Kriminelle und unbekannte Menschen aus dem Nahen Osten“.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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US-Richterin reduziert Entschädigung für Monsanto-Opfer

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Für den Amerikaner Dewayne Johnson muss das Urteil der Richterin in San Francisco zwiespältig gewesen sein: Einerseits lehnte sie am späten Montagabend den Antrag von Bayer ab, das Monsanto-Urteil der ersten Instanz zu kippen und einen neuen Prozess anzustrengen. Im August hatte ein kalifornisches Gericht befunden, dass Dewayne Johnson durch das von Monsanto hergestellte Pestizid Glyphosat an Krebs erkrankt war und dem 46-Jährigen eine Entschädigung von 289 Millionen Dollar zugesprochen. Es war das erste Mal, dass ein Gericht den Hersteller für Unkrautvernichtungsmittel für schwere Erkrankungen verantwortlich machte. Dieser Linie folgte nach einem Bericht des Guardian nun auch die Berufungsrichterin – eine weitere Bestätigung für den sterbenskranken Johnson. Gleichzeitig kündigte sie jedoch an, die Entschädigungssumme drastisch zu reduzieren: um mehr als 200 Millionen auf nunmehr 78,5 Millionen Dollar. Das mag zwar immer noch mehr sein, als viele Menschen in ihrem Leben ausgeben können – symbolisch ist es aber ein Sieg für Monsanto und Bayer.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Französisches Risiko-AKW Fessenheim soll bis 2022 vom Netz

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Das AKW Fessenheim im Elsass, unweit der deutschen Grenze, ist das älteste aktive Kernkraftwerk in Frankreich – und gilt seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Jetzt bereitet sich die französische Atomaufsicht nach einem dpa-Bericht auf die Abschaltung des umstrittenen Werks vor: Dem Kraftwerksbetreiber EDF zufolge soll der erste Reaktor bereits bis September 2020 und der zweite bis August 2022 heruntergefahren werden. Weil das endgültige Aus naht, hat EDF die Atomaufsicht gebeten, auf eine zuvor geforderte elektrische Nachrüstung zu verzichten. Beunruhigende Nachrichten gibt es der taz zufolge aus dem Atomreaktor Neckarwestheim 2: Dort sind mehr als 100 verbaute Heizrohre beschädigt. Die Stärke der Rohrwände ist nach Angaben des Stuttgarter Umweltministeriums um bis zu 91 Prozent reduziert.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Baden-Württemberg: Klage gegen das Land wegen Pestizidwerten im Wasser

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Wie viel Unkrautvernichtungsmittel bringen Landwirte auf Wiesen, Äckern und Feldern aus, die in Wasserschutzgebieten liegen? Für den kommunalen Zweckverband Landeswasserversorgung in Baden-Württemberg wäre die Antwort wichtig, denn er entnimmt in solchen Abschnitten sein Rohwasser. Nur: Die zuständigen Behörden verweigern die Herausgabe der Daten. Auf die ist der Verband jedoch angewiesen, wenn er das Rohwasser so aufbereiten will, dass es keine Pestizid-Rückstände mehr enthält. Die Landeswasserversorgung liefert immerhin etwa drei Millionen Einwohnern Baden-Württembergs ihr Trinkwasser. Das Landwirtschaftsministerium betont, für die Herausgabe solcher Werte gebe es keinerlei rechtliche Grundlage. Damit will sich der Verband nicht abfinden – und hat nun geklagt. Über den Streit berichtet der Deutschlandfunk.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Ingwer aus Europa – der Klimawandel macht’s möglich

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Ob frisch aufgegossen als Tee oder klein gehäckselt im asiatischen Wok-Gericht: Ingwer hat längst seinen Platz in deutschen Küchen gefunden. Importiert wird die Knolle meist aus China oder Peru – oft mit Pestiziden belastet. Aber kann Ingwer auch in unseren Breiten wachsen, konkret: im österreichischen Burgenland? Lange war nicht klar, ob dieses Experiment gelingen würde. Denn die Knollen wachsen erst kurz vor der Ernte um ein paar Gramm pro Tag. Doch dank der ungewöhnlich warmen Temperaturen in diesem Sommer ist nun erstmals der Ingwer-Anbau in Europa gelungen. Die ZDF-Sendung „Heute in Europa“ hat die österreichischen Ingwer-Pioniere besucht.

Video, 2 Minuten Laufzeit

Debatte am Dienstag: Grenzwerte im Wahlkampf?

Angela Merkel will Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten unbedingt verhindern. Besonders die Diesel-Hauptstadt Frankfurt soll verschont bleiben – notfalls per Gesetz. Schließlich seien Fahrverbote bei nur geringfügigen Überschreitungen der Stickstoffdioxid-Grenzwerte unverhältnismäßig, findet die Kanzlerin. Seitdem diskutiert Deutschland: Ist das nun eine Anbiederung an die Autoindustrie? Oder an die hessischen Wähler, die am Wochenende auch über die Zukunft der CDU-Chefin abstimmen?

Sören Götz von Zeit Online findet den Zeitpunkt von Merkels jüngstem Vorschlag vielsagend. Eine Art Toleranzbereich, in dem Grenzwerte überschritten werden dürfen, sei ein Skandal. Denn de facto käme das einer Erhöhung der Grenzwerte gleich – die sollten aber eigentlich nur auf Basis von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geändert werden – und nicht etwa, weil die Autoindustrie jahrelang bei der Abgasreinigung getrickst hat.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 6.18 Verantwortung

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 6.18 Verantwortung

Alle mal die Ärmel hochkrempeln! Wo es sich lohnt mit anzupacken und warum (Selbst-)Verantwortung das beste Mittel gegen Zukunftsängste ist, darüber berichten wir in unserer neuen Ausgabe „Bloß nicht hinwerfen!".

Verantwortung – 6.18

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Reports / Meinungen / Interviews

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19.Okt 2018

GroKo: Die Ablage „unerledigt“ wächst

GroKo: Die Ablage „unerledigt“ wächst   // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

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Filmkritik
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17.Okt 2018

Win­ter­wun­der

Winterwunder

Im Kinodrama „Nanouk“ versucht sich ein einsames altes Paar in der Eiswüste Jakutiens vor der Moderne abzuschirmen – doch Klimawandel und Fortschritt rauben den beiden unaufhaltsam die Heimat.

Triennale der Photographie Hamburg
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19.Okt 2018

Die Straße ist dreckig und divers – die Aus­stel­lung „Space“ zeigt Kon­sum­ex­zess und urbane Enge

Die Straße ist dreckig und divers – die Ausstellung „Space“ zeigt Konsumexzess und urbane Enge

Das Stadtleben als eins der schillerndsten Sujets innerhalb fotografischer Bildwelten – so wird das Thema Urbanität beim Fotofestival „Triennale der Photographie Hamburg“ präsentiert. Die Ausstellung „Space“ zeigt den fotografischen Blick auf Anonymität und Enge, Schmutz und Verkehr, Konsum und Exzess.

Interview Sven Giegold
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15.Okt 2018

„Die Deutschen reden nur dann vom Kli­ma­schutz, wenn es ihren Wirt­schafts­in­ter­es­sen dient“

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Scha­fe­ka­len­der 2019

Wo sich Models weder um Frisur noch Figur scheren – hinter den Kulissen unserer Kalenderproduktion

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Seit Juni auf dem Markt, jetzt endlich überall auf dem Tisch: Die Brassica oleracea convar. capitata var. rubra ist ein Kraut mit Kolorit

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