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Europa zählt auf Sie

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal auf die Europawahl, wie könnte es anders sein.

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Montag, 27. Mai 2019

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Grüne in Deutsch­land große Gewinner der Europawahl, Helium könnte bald knapp werden und Raubbau für den Grillspaß

Liebe Leserinnen und Leser,

das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Politik: Europa hat gewählt – mehr zu den Ergebnissen lesen Sie in unseren Meldungen. Wir wollen an dieser Stelle einen Blick ins politische Berlin werfen, konkret: auf die Architektur der Regierungsge­bäu­de. Die kommt nicht ohne gigantische Mengen Glas aus. Das sieht schön aus und entspricht der modernen Gebäudeästhetik – für Vögel, die von den grünen Innenhöfen angezogen werden, sind die spiegelnden Außenwände allerdings oft Todesfallen. Schätzungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten zufolge sterben allein in Deutschland zwischen 100 und 115 Millionen Vögel pro Jahr, weil sie mit Glasscheiben kollidieren. Greifvogelsilhouetten sind nach einem Bericht des Deutsch­­landfunks genauso wirkungslos wie mit UV-Licht markiertes Vogelschutzglas, das lange vom Naturschutzbund Deutschland empfohlen wurde. Bleiben nur Muster: Streifen, Punkte, Delfine, Paragrafen – der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Das vor fünf Jahren neugebaute Bundes­bildungsministerium geht seit Kurzem mit gutem Beispiel voran: Es wurde mit bemustertem Glas vogelschutztechnisch nachgerüstet.

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Grüne sind in Deutschland große Gewinner der Europawahl

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Sensationell Wahlsieger in Berlin und Hamburg und bundesweit zweitstärkste Kraft – für die Grünen war es nach dem Europa-Votum ein historischer Wahlabend: So gut haben sie bei einer bundesweiten Wahl noch nie abgeschnitten. In der Hauptstadt kam die Partei auf knapp 28 Prozent, in der Hansestadt waren es sogar etwa 31 Prozent. Das ist in Hamburg nicht nur ein sattes Plus von 14 Prozentpunkten gegenüber 2014. Die Grünen verwiesen auch die beiden Volksparteien SPD und CDU mit einem Abstand von jeweils deutlich mehr als zehn Prozentpunkten auf die Plätze. Bundesweit wurde die Partei mit etwa 20 Prozent zweitstärkste Kraft. Die Grünen übertrafen damit ihre ohnehin schon guten Umfragewerte noch. Das machte die Partei besonders stolz und glücklich, analysiert Spiegel Online den Erfolg – denn in Umfragen waren sie schon öfter stark, um dann bei den Wahlen oft schlechter abzuschneiden. Diesmal war es andersherum. Die Themen der Partei haben Konjunktur; Klimaschutz war für viele deutsche Wähler entscheidend. Europaweit fielen die Zuwächse der Grünen allerdings sehr viel schwächer aus als hierzulande – die Trends im Überblick hat die SZ. Ausgerechnet in Schweden, dem Heimatland von Klimaaktivistin Greta Thunberg, zeichnet sich eine Schlappe für die Partei ab, wie die Welt meldet: Sie verlor etwa fünf Prozentpunkte und rutschte unter die 10-Prozent-Marke.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Diese Rohstoffe werden knapp

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Ohne sie gäbe es keine Handys, keine Exkursionen ins All und keine Sonnencreme: Immer mehr Stoffe, die wir aus dem Periodensystem kennen, werden rar. Von den 118 bekannten chemischen Ele­menten könnten uns 44 in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen – bei neun von ihnen könnte das schon in den kommenden 100 Jahren passieren: Zink, Germanium, Helium, Silber, Gallium, Ar­sen, Hafnium, Indium und Tellur. Dabei braucht die Welt sie dringend. Beispiel Helium: Bekannt vor allem als Gas, das beim Einatmen die Stimme höher werden lässt. In flüssiger Form hat Helium aller­dings eine wichtige Aufgabe: Es kühlt in MRT-Geräten die Magnete. Ironischerweise ist Helium das zweithäufigste Element des Universums nach Wasserstoff. Das Problem liegt woanders: Lager­stätten werden nach Einschätzung von Nora Kulak, Juniorpro­fessorin für Bioorganische Chemie in Berlin, nur noch 25 bis 100 Jahre verfügbar sein. Gerade die Entwicklung und Nachfrage nach neuen Technolo­gien belastet die Ressourcen der schon bedroh­ten Elemente. Hintergründe bei Zeit Online.

Video, knapp 4 Minuten Laufzeit
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Pannen-AKW in der Slowakei

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Das slowakische Atomkraftwerk Mochovce ist ein Dauerbrenner – auch ohne Brennstäbe. Mit dem Bau der Blöcke 3 und 4 wurde schon zu kommunistischen Zeiten begonnen, da waren die beiden ers­ten Blöcke auch noch nicht fertig. 1992 wurde der Bau wegen Geldmangels gestoppt. Es folgte 2006 die Privatisierung, ein Jahr später wurde der Weiterbau vereinbart. Die Inbetriebnahme war für 2012 geplant – sie ist inzwischen elf Mal verschoben worden. Auch in diesem Jahr wird das Kraftwerk wohl noch keinen Strom erzeugen. Umweltaktivisten sind darüber froh: Sie bemängeln eine niedrige Si­cher­­heits­kultur in Mochovze. „Nach unserer Meinung ist es schon eine Warnung und sehr diskussions­würdig, dass und warum der Genehmigungsprozess von der Atomaufsichtsbehörde so hinausgeschoben wird“, sagt Lubica Trubiniova, frühere Chefin von Greenpeace Slowakei. Die Tagesschau berichtet.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Raubbau für den Grillspaß

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Holzkohle – ein brandheißes Thema, nicht nur aus Sicht des Klimaschutzes. Bei einer aktuellen Unter­suchung der Stiftung Warentest kam heraus, dass von 17 getesteten Grillkohlesäcken fünf nicht de­kla­rier­tes Tropenholz enthielten.  850.000 Tonnen nutzen die Europäer jährlich zum Grillen. Ein Groß­teil kommt aus Afrika und Südamerika. Auflagen für die Einfuhr in die EU gibt es anders als bei Möbeln nicht.  Dabei ist Tropenholzkohle aus diesen Ländern mit einem hohen Risiko verbunden. Illegaler Holzeinschlag, Raubbau, Ausbeutung und Korruption führen zur massiven Umweltzerstörun­gen. Allein Nigeria stellt Holzkohle fast ausschließlich für den Export in die EU her. Dafür nimmt das Land in Kauf, riesige Waldareale zu vernichten. Nur noch zwölf Prozent der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Weder Produzenten noch Zwischenhändler noch Abfüller müssen angeben, woher ihre Holzkohle genau kommt. Tropenholzkohle ist besonders billig, oft sogar ein Lockangebot – Hinweise auf den bedenklichen Inhalt gelten als Kaufhemmnis. Über das Problem schreibt ZDF-heute.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Nachhaltige Bestattung in Washington

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Bislang haben Angehörige zwei Optionen, ein verstorbenes Familienmitglied zu bestatten: im Sarg be­er­digen oder im Krematorium einäschern. Der US-Bundesstaat Washington bietet ab dem 1. Mai 2020 eine dritte Möglichkeit: die natürliche Kompostierung. Der Gouverneur unterzeich­nete ein Gesetz, das künftig das Kompostieren von Leichnamen erlaubt. Der Prozess klingt vergleichs­wei­se einfach: Die oder der Tote wird in einem Behälter auf einen Mix von Holzspänen, Luzernen und Stroh gebettet und damit auch zugedeckt. Unter Sauerstoffzufuhr entstehen Temperaturen von etwa 50 bis 70 Grad Celsius. Innerhalb von vier Wochen werden so die menschlichen Überreste mithilfe von Mikroben abgebaut. Etwa 5.000 Dollar soll der Prozess kosten – weniger als die klassischen Erd- oder Feuerbestattungen. Ist die Kompostierung abgeschlossen, bleiben etwa zwei Schubkarren voller Erde übrig. Die ganze Geschichte lesen Sie bei der Tagesschau.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Ein Kunststoffhersteller, der Umweltschutz ohne Plastik für unmöglich hält

Zum Start in die Woche präsentieren wir Ihnen einen Mann, der garantiert außerhalb Ihrer Filterblase liegt: Markus Steilemann ist seit Juni 2018 Vorstandsvorsitzender des Kunststoffherstellers Covestro. Er sagt: „Die Welt hat kein Kunststoff-Problem. Sie hat ein Abfall-Problem.“

Im Interview mit dem Tagesspiegel erzählt Steilemann, warum er die Energiewende für zu wenig durchdacht hält, er kritisiert „Fridays for Future“ als „apokalyptisch“ und erklärt, warum er seine Industrie als Gewinnerin des Umweltschutzes sieht.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Reports / Meinungen / Interviews

europawahl
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21.Mai 2019

Rechts­au­ßen in Europa: Warum die Wahl über den Kli­ma­schutz ent­schei­det

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13.Mai 2019

Wis­sen­schaft­ler entdecken zahlreiche neue Arten in Kolumbien

Wissenschaftler entdecken zahlreiche neue Arten in Kolumbien

Über Jahrzehnte des Bürgerkriegs waren Teile des südamerikanischen Landes sich selbst überlassen. Nun werden die unberührten Gebiete erforscht – mit erstaunlichen Ergebnissen.

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17.Mai 2019

Laissez-faire ist passé

Es ist erlaubt zu verbieten // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal fordert sie allen Ernstes Verbote.

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10.Mai 2019

Schluss mit dem großen Ast­ab­sä­gen­mas­sa­ker

Die Kunst des Artenschutzes

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es aus gegebenem Anlass um den Artenschutz.

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