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Greta Thunberg braucht keine Auszeichnung

Greta Thunberg braucht keine Auszeichnung

Eine gute Entscheidung: Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed, für seine Aussöhnung mit Eritrea – wir gratulieren! Als Favoritin galt Greta Thunberg, der Preis wäre für sie ein schönes Zeichen gewesen – doch sie hat auch ohne Auszeichnung die Welt verändert

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Montag, 14. Oktober 2019

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Sachsens Grüne stimmen für Kenia-Koalition, Jane Fonda bei Kli­ma­pro­test fest­ge­setzt und der Vogel des Jahres

Liebe Leserinnen und Leser,

Greta Thunberg hat den Friedensnobelpreis nicht bekommen. Die Auszeichnung ging stattdessen an Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed, für seine Aussöhnung mit Eritrea. Warum auch Thunberg die Ehrung verdient gehabt hätte – sie aber nicht braucht, lesen Sie auf unserer eigenen Seite. Über eine alternative Würdigung für die junge Schwedin berichtet indes die SZ: So gibt es seit Kurzem eine Schriftart, die nach der Klimaschützerin benannt ist. Entwickelt wurde sie von einer New Yorker Agen­tur; die Typografie besteht ausschließlich aus Großbuchstaben – in Anlehnung an die Streikpla­ka­te, mit denen die 16-Jährige weltbekannt wurde. Und weil ein Thema wie der menschengemachte Klimawandel nun mal wuchtige Lettern braucht, die unsere Aufmerksamkeit einfordern. Die neue Schrift ist im Übrigen so demokratisch wie die Protestkultur, die als Inspiration diente: „Greta Gro­tesk“ ist für jedermann kostenlos als Download verfügbar.

Damit bleibt uns nur noch eines zu schreiben: Eine guten Wochenstart – und bis morgen!

Das Team vom Navigator 

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Sachsen: Grüne stimmen trotz Kohle-Kontroverse für Kenia-Koalition

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In Sachsen ist der Weg frei für Koalitionsverhandlungen zur Bildung eines Kenia-Bündnisses: Nach CDU und SPD stimmten auch die Grünen auf einem Landespar­tei­tag in Leipzig mehrheitlich für die Aufnahme von Gesprächen. Das Sondierungsergebnis wurde von den Grünen kontrovers diskutiert: Vertreter der Basis äußerten Zweifel, dass die Grünen ihre Ziele in einer Kenia-Koalition durchsetzen können. An­de­­re warnten, Kenia sei „die einzige realistische Alter­native“, damit die AfD nicht an die Macht komme. Die rechtspopulistische Partei war bei der Land­tags­wahl vor etwa sechs Wochen zweit­stärkste Kraft gewor­den. Als Knackpunkt in den Sondierungen galt vor allem die Energie- und Kohlepolitik: CDU-Minis­terpräsi­dent Kretschmer stellte klar, dass der Kohle­kom­promiss mit dem Aus­stieg aus der Braunkohle bis 2038 gilt – die Grünen machten zur Bedingung, dass es keine Abbagge­rungen von Dörfern und keine neuen Tagebaue mehr geben dürfe. Die Mel­dung hat der MDR.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Schauspielerin Jane Fonda bei Klimaprotest in Washington festgenommen

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Vergangenen Freitag wurde vor dem US-Kongress in Washington erstmals für den Klimaschutz pro­tes­tiert – und das soll fortan jeden Freitag so sein. Die prominenteste Rednerin auf den Stufen des Kapitols war eine 81-jährige Frau: Schauspielerin Jane Fonda, doppelt Oscar-prämiert. Genehmigt sind diese „Fire-Drill-Fridays“-Proteste nicht, und so wurde Fonda nach ihrer Ansprache festge­nommen. Fonda ist in den vergangenen Jahren wegen Brustkrebs und Hautkrebs behandelt worden – ihrer Streitbarkeit hat das nicht geschadet. Nach wenigen Stunden wurde sie wieder freigelassen, es drohen ihr nun bis zu 90 Tage Haft. Doch kommenden Freitag will sie, wie sie sagt, wieder vor dem Kapitol in Washington stehen. Inspiriert zu dem Protest wurde Fonda nach eigenem Bekunden von Greta Thunberg. Die SZ hat ein Kurzporträt des streitbaren Hollywoodstars.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Laborfleisch kann zehn Prozent der globalen Treibhausgase einsparen

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Als Forscher der Uni Maastricht am 5. August 2013 den ersten Hamburger präsentierten, der kom­plett im Labor entstanden war, gab es zwei Haken: Der Retorten-Burger schmeckte nicht – und die Herstellung hatte alles in allem eine Viertelmillion Euro gekostet. Dennoch kommt nun eine Stu­die des kalifornischen Thinktanks Rethinkx zu dem Ergebnis, dass schon in wenigen Jahren mit einem massenhaften Siegeszug des Retortenfleischs zu rechnen ist. Nach Prognose der Autoren werden die künstlichen Produkte schon 2030 fünfmal weniger kosten als die tierischen Produkte. Ent­sprechend sinke die Nachfra­ge nach echtem Fleisch. Die Folgen wären weitreichend. Man bräuchte für dieselbe Menge an Fleisch viel weniger Tiere als heute. Dadurch würden die Treibhausgasemissio­nen aus Viehzucht und Land­wirt­schaft bis 2030 um 45 Prozent zurückgehen. Das entspricht einem Rückgang der globalen Emissio­nen um etwa zehn Prozent. Auch der Flächen- und Wasserverbrauch würde stark abnehmen. Eine Zusammen­fassung bietet Klimareporter°.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Berlin holt 22.000 invasive Sumpfkrebse aus Parkseen

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Unbemerkt von den meisten Berlinern haben sich in den Gewässern der Hauptstadt-Parks exotisch aussehende Krebse ausgebreitet. Seit zwei Jahren versuchen die Behörden, die Tiere zurückzudrän­gen. Mit Erfolg: Die Zahl der in Berlin gefangenen Roten Amerikanischen Sumpfkrebse ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen, berichtet die zuständige Stelle. Von Saisonbeginn im April bis Ende Sep­tem­ber seien etwa 22.000 Exemplare ins Netz gegangen, heißt es von der Senatsverwaltung für Um­welt, Verkehr und Klimaschutz ­– knapp die Hälfte der Vorjahresmenge. Die Behörde wertet dies als Erfolg, schränkt aber ein, dass der Bestand immer noch groß sei. Deshalb soll die Bekäm­pfung voraus­­sichtlich auch 2020 weitergehen. Weil die Krebse alles vertilgen, was ihnen vor die Sche­ren kommt, gelten sie als Gefahr für heimi­sche Arten und Ökosysteme. Die gefangenen Tiere werden inzwischen als regionale Delikatesse ver­kauft. Mehr bei Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Turteltaube ist „Vogel des Jahres 2020“

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Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern ha­ben die Turteltaube zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt – der NDR berichtet. „Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren“, heißt es vom NABU. Die Intensivierung der Land­wirt­schaft und die Ausweitung von Agrarflächen haben große Teile des Lebensraums und des Nahrungs­angebots der Turteltauben vernichtet. Die Vögel ernähren sich bevorzugt von Wildkräuter- und Baum­samen, ihr traditioneller Lebensraum sind Brachen, Ackersäume und Flächen an Kleinge­wässern. Ein weiteres Problem ist die Bejagung des Zugvogels im Mittelmeerraum. Um die als „Lie­besboten“ geltenden Turteltauben besser zu schützen, hat der NABU eine Petition gestartet, die SPD-Um­weltministerin Svenja Schulze dazu auffordert, sich für einen Jagdstopp auf EU-Ebene starkzuma­chen.

Bericht, 1 Minute Lesezeit

Menschen am Montag: Wilhelm Kremer-Schillings – ein Bauer als Chemie-Lobbyist

Wilhelm Kremer-Schillings ist Landwirt und Blogger. In der Öffentlichkeit trat er bislang meist als „Bauer Willi“ auf, der einen „traditionellen Hof am Niederrhein“ führt.

Doch der vermeintliche Kleinbauer, der jüngst gegen die Beschränkung des Einsatzes von Schädlings­bekämpfern wetterte, ist in Wirklichkeit Teil der Agrarchemiebranche, wie die taz schreibt. Kremer-Schillings fungiert als Vize-Vorstandschef einer Agrargenossenschaft, die mit Pestiziden und Düngern handelt.

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