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Vorreiter Tübingen: eine Steuer gegen Müll-to-Go

Vorreiter Tübingen: eine Steuer gegen Müll-to-Go

Als bundesweit erste Kommune hat die Stadt Tübingen eine Steuer auf Einwegverpackungen beschlossen. Es gibt viele Kritiker, aber auch brennende Befürworter. Die Frage lautet: Kann die Abgabe die Müllflut wirklich eindämmen?

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Donnerstag, 27. Februar 2020

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Wald­schä­den massiver als angenommen, deutsche „Anti-Greta“ spricht in den USA und belasteter Oregano

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern haben wir darüber berichtet, dass sich die „Fridays for Future“-Bewegung zuneh­mend von ihrer Gründerin Greta Thunberg emanzipiert. Parallel scheint die Gegenseite – nämlich die der Klimawandelskeptiker – eine junge Identifikationsfigur aufzubauen. Ihr Name: Naomi Seibt, 19 Jahre, aus Münster. Mehr als 55.000 Abonnenten hat der YouTube-Kanal der deut­schen Teenagerin. Ihre Videos tragen Titel wie: „Ich möchte, dass ihr nachdenkt“. Sie habe gute Nachrichten, sagt Seibt in dem Clip, „die Welt wird nicht untergehen wegen des Kli­mawandels.“ Tatsächlich werde sich in zwölf Jahren gar nicht so viel verändert haben: „Wir werden lässig Fotos mit unserem iPhone 18 schießen.“ Jetzt bekommt Seibt, die Mitglied des Heartland Institutes ist – eines konservativen, amerikanischen Thinktanks – erstmals eine richtig große Bühne: Sie ist als Rednerin auf der wichtigsten Konferenz amerikanischer Konservativer geladen. 

Mehr in unserem Nachrichtenüberblick. Neue Leseanregungen dann morgen – bis dahin!

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Schäden am deutschen Wald so schwer wie seit dem Zweiten Welt­krieg nicht

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Die Schäden am deutschen Wald sind massiver als bislang angenommen. Am Mittwoch ver­öffentlichte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine aktua­li­sierte Bilanz. Noch im Herbst 2019 galten nach Schätzungen des BMEL etwa 180.000 Hektar Wald als zerstört – aufgrund neuester Daten aus den Bundesländern wurde die Schadens­fläche nun auf 245.000 Hektar nach oben korri­giert. 160 Millionen Kubikmeter Schadholz seien angefallen. Der Borkenkäfer legte sich diesen Winter kaum zur Ruhe – viel zu mild waren die vergangenen Monate. Die frisch be­fallenen Bäume müssten eigentlich so rasch wie möglich aus dem Wald – nur so lässt sich die Vermehrung eindämmen. Doch mit den Räumungsarbeiten kommen die Forstleute kaum voran. Dürre, Waldbrände, Schädlings­befall, dazu Orkane wie „Sabine“: „Wir sind seit zwei Jahren im Krisenmodus“, sagt Ulrich Dohle, Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute. Hintergründe bei Spiegel Online.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Klimawandel: Ozeanwirbel wandern zu den Polen

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Große Ozeanströmungen wie der Golfstrom haben sich in den vergangenen vier Jahrzehnten in Richtung der beiden Pole verschoben. Das zeigen Langzeit-Satellitenmessungen des Al­fred-Wegener-Instituts (AWI), die im Fachjournal Geophysical Research Letters veröffentlicht wurden – die SZ berichtet. Die Forscher vermuten, dass die Erderwärmung die Verlagerung der gewaltigen Was­sermassen antreibt. Sie ermittelten, dass sich die Wirbel an ihren Außengrenzen um et­wa 800 Meter pro Jahr verschieben. Je nach Hemisphäre zieht es die Strömungen entweder zum Nordpol oder zum Südpol. Die veränderten Routen der Ozeanwirbel könnten weitrei­chen­de Folgen haben. So sind im Golf von Maine durch die Verschiebung des Golfstroms bereits Kabeljaubestände abgewandert. Zudem verlagern sich neben den Wassermassen auch die Winde über dem Meer – und damit der Pfad von Stürmen. Auch der Meeresspiegel könnte an manchen Küsten schneller ansteigen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wie Agrarwissenschaftler an der pestizidfreien Landwirtschaft arbeiten

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Pestizide wirken nicht nur wachstumshemmend oder tödlich auf Schädlinge, son­dern auch auf die Umgebung wie Boden und Gewässer und alle darin lebenden Organis­men. Nun haben sich 24 agrarwissenschaftliche Forschungseinrichtungen aus 16 europä­ischen Ländern zusammengeschlossen und die Initiative für eine pestizidfreie Landwirtschaft unterzeichnet. Auf den Weg dorthin werde man sich kurz- und mittelfristige Ziele setzen müs­sen, erklärt Agrar-Ingenieurin Silke Dachbrodt-Saaydeh im Gespräch mit dem Deutsch­landfunk. Mit neuer Technik könnten zum Beispiel schon heute in Obstgärten bestimmte Unkräuter oder Pilzbefall visuell erkannt und punktgenau zerstört werden. „Wir können mit der Prä­zisionslandwirtschaft auch eine Mangelernährung im Feld erkennen“, sagt die Expertin. Daneben werde weiter an der Züchtung „widerstandsfähiger, krankheitsresistenter und auch stresstoleranter Pflanzen“ gearbeitet.

Interview, 4 Minuten Lesezeit
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Deutsche „Anti-Greta“ spricht bei Konferenz amerikanischer Konservativer

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Für Naomi Seibt schürt die „Fridays for Future“- Bewegung eine unnötige Hysterie. War­nungen vor einer Klimakrise hält die 19-jährige Deutsche für übertrieben. Sich selbst be­zeich­net sie als „Klimarealistin“. Eine Agenda habe sie aber nicht, behauptet Seibt, der auf You­Tube mehr als 55.000 Menschen folgen. Ob das stimmt, scheint fraglich: Seibts Mutter, eine Anwältin, hat schon AfD-Politiker vor Gericht vertreten – die rechtspopulistische Partei zwei­felt den menschengemachten Klimawandel an. Auch die internationale Presse ist schon auf die Teenagerin aus Münster aufmerksam geworden – dort wird sie als „Anti-Greta“ charak­terisiert. Nun steht Seibt laut Guardian ihr bislang größter Auftritt bevor: Sie spricht in dieser Woche auf der Conservative Political Action Conference, kurz CPAC – der wichtigsten Konfe­renz amerikanischer Konservativer. Auch US-Präsident Donald Trump ist dort zu Gast.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Oregano oft mit Schadstoffen belastet

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Er verfeinert Pizza, Pasta & Co: Oregano ist aus den deutschen Küchen nicht mehr wegzu­den­ken. Das Problem: Getrockneter Oregano kann mit sogenannten PAs belastet sein, Pyrro­lizidinalkaloide. Sie werden von bestimmten Pflanzen gebildet, um sich vor Fressfeinden zu schützen – diese wachsen auch auf Oreganofeldern. Wird Oregano maschinell geerntet, wer­den die Unkräuter einfach mit abgeschnitten und landen so bei uns im Essen. Gesetzlich fest­gelegte Grenzwerte für Pyrrolizidinalkaloide gibt es hierzulande bislang nicht. Experten be­für­chten jedoch, dass PAs Krebs auslösen können. Die WDR-Servicezeit hat vier willkür­lich ausgewählte Produkte getestet. Ergebnis: Zwei Proben waren so stark mit PAs belastet, dass sich selbst die Lebensmittelchemiker überrascht zeigten.

Video, 6 Minuten 30 Sekunden Laufzeit

Denkzettel am Donnerstag: Frühere UN-Klimachefin ruft zu zivilem Ungehorsam auf

Sie hat die internationale Klimadiplomatie aus der Kopenhagen-Frustration in den Paris-Jubel geführt: die frühere UN-Klimachefin Christiana Figueres. Jetzt hat sie mit ihrem da­maligen strategischen Berater ein Buch geschrieben.

In „The Future We Choose: Surviving the Climate Crisis“ empfehlen die beiden explizit, zivilen Ungehorsam für den Klimaschutz zu leisten. Eine Kurzbesprechung des Buchs hat Klima­reporter°.

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Amazon-Werbung: Prahlen mit dem (Betriebs)klima

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Amazon droht Mitarbeitern mit Kündigung, weil sie ihren Arbeitgeber öffentlich für mangelnden Klimaschutz kritisieren. Dabei wirbt der Konzern gerade für seine angeblich so hervorragenden Arbeitsbedingungen. Die bittere Ironie in unserer Gegenanzeige.

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Arzneimittel gehören nicht in die Umwelt. Trotzdem finden sich in Gewässern immer mehr Spuren von Antibiotika, Blutdrucksenkern und Hormonpräparaten. Auch unser Trinkwasser ist betroffen. Was muss jetzt passieren?

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