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Europa zählt auf Sie

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal auf die Europawahl, wie könnte es anders sein.

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Freitag, 24. Mai 2019

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Familien scheitern mit Klimaklage gegen die EU, Botswana erlaubt Ele­fan­ten­jagd und eine Blü­ten­pracht in Bildern

Liebe Leserinnen und Leser,

was der Freitag für den Klimaschutz bedeutet, müssen wir Ihnen an dieser Stelle nicht mehr erklären. An diesem Freitag aber soll alles ein bisschen anders werden – zumindest wenn es nach Greta Thunberg und Luisa Neubauer geht: In der SZ rufen die führenden Köpfe der „Fridays for Future“-Bewegung die Erwachsenen dazu auf, sich dem freitäglichen Klimastreik von Schülerinnen und Schülern anzuschließen. „Einmal mehr wird man unsere Stimmen auf den Straßen hören, aber es kann nicht nur an uns hängen bleiben“, appellieren die Klimaschützerinnen. 

Auch der Guardian geht einen Schritt weiter: Die renommierte britische Zeitung hat sich selbst eine neue Sprache in der Klimakrise verordnet. Statt „Klimawandel“ wird es in Artikeln künftig „Klimanotfall“ oder „Klimazusammenbruch“ heißen, „Erderhitzung“ bekommt den Vorzug gegenüber „Erderwärmung“. Ihren Lesern erklärt Chefredakteurin Katharine Viner die Motivation für die neue Hausschreibweise so: „Der Begriff ‚Klimawandel‘, zum Beispiel, klingt sehr passiv und sanft, dabei reden Wissenschaftler über eine Katastrophe für die Menschheit.“ 

Wir kommentieren beide Initiativen an dieser Stelle nonverbal mit: Daumen hoch. Am Montag melden wir uns gewohnt wortreich zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Familien scheitern mit Klimaklage gegen die EU

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Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat die Klimaklage von zehn Familien als „unzulässig“ ab­ge­wiesen. Im Mai 2018 hatten zehn besonders vom Klimawandel betroffene Familien, die aus fünf EU-Ländern, Kenia und Fidschi kommen, sowie eine Jugendorganisation aus Schweden gegen die EU-Organe Klage eingereicht. Der Vorwurf: Die Klimaziele der EU für das Jahr 2030 seien unzureichend und verletzten deshalb die Grundrechte der Kläger. Die Klage – People's Climate Case genannt – ist ein Novum: Zum ersten Mal wurde die EU wegen mangelnden Klimaschutzes verklagt. Ein Erfolg wä­re ein Präzedenzfall. Die Ablehnung in erster Instanz muss nicht das letzte Wort sein – Rechtsmittel können bis Mitte Juli eingelegt werden. Die Organisation Ger­manwatch, die die Klimaklage unter­stützt, hat die Argumentation des Gerichts bereits als „ab­surd“ kritisiert. Denn einerseits erkennt das Gericht in seiner Begründung an, dass Menschen vom Klimawandel akut betroffen sind. Andererseits verweist das EuG jedoch darauf, dass alle betroffen seien – und will deshalb keine „unmittelbare und individuelle Betroffenheit“ erkennen, die zu einer Anfechtung der EU-Klimapolitik berechtigen wür­de. Hintergründe bei Klimareporter°.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Bosch muss im Diesel-Skandal 90 Millionen Euro zahlen

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Nach VW, Audi und Porsche muss auch der Zulieferer Bosch ein hohes Buß­geld im Diesel-Skandal zah­len. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängte eine Geldstrafe von 90 Millionen Euro wegen „fahr­lässiger Verletzung der Aufsichtspflicht“. Der Konzern habe das Bußgeld akzeptiert, teilte die Justizbehörde mit. Seit 2008 soll Bosch an verschiedene Autohersteller etwa 17 Millionen Motor- und Dosiersteuergeräte ausgeliefert haben, deren Software teilweise unerlaubte Abgas-Abschalteinrich­tun­gen enthielten. Dies habe dazu geführt, dass die Fahrzeuge mehr Stickoxide ausstießen als zu­lässig. Es sei davon auszugehen, dass die Initiative für die Anwendung der illegalen Softwarebe­stand­teile von den Autoherstellern ausging, hieß es. Ob Beschäftigte von Bosch an diesen Straftaten betei­ligt waren, werde ermittelt. Das Bußgeld für Bosch fällt deshalb deutlich niedriger aus als bei Volks­wa­gen und den Tochterfirmen Audi und Por­sche. Die Meldung hat Zeit Online – ZDF-heute kommen­tiert: „90 Millionen Euro Bußgeld – damit kann das Unternehmen vermutlich ganz gut leben.“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Botswana erlaubt wieder Jagd auf Elefanten

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Botswana will Elefanten wieder zum Abschuss freigeben: Ein Jagdverbot wird nach nur fünf Jahren aufgehoben – die FAZ berichtet. Die Elefantenpopulation sei ausreichend groß und beein­trächtige die Landwirtschaft, erklärte das Umweltministerium. Die Jagd auf Elefanten war in dem im südlichen Afrika gelegenen Land erst 2014 unter dem damaligen Präsidenten Ian Kha­ma verboten worden. Im vergangenem Jahr trat dessen Nachfolger Mokgweetsi Masisi sein Amt an – und binnen weniger Monate begann eine Überprüfung der Entscheidung. Die Aufhebung des Jagd­ver­bots be­grün­­de­te das Umweltministerium jetzt mit der steigenden Zahl an „Konflikten zwischen Menschen und Elefanten“. Die Tiere leben in nicht umzäunten Naturparks und dringen auch auf die Felder von Bauern vor, wo sie Schäden anrichten. Die Aufhebung des Jagdverbots dürfte der regie­ren­den Demo­kratischen Partei (BDP) bei der Parlamentswahl im Oktober vor allem in ländlichen Ge­bie­ten Stimmen bringen.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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YouTuber kritisiert Klimapolitik der CDU – die zeigt wenig Problembewusstsein

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Mehr als 20 Minuten beschäftigt sich der YouTuber Rezo in einem Video detailliert mit der Klimakrise und den unzureichenden Antworten, die die Bundesregierung darauf gibt. Vor allem den Kohleaus­stieg im Jahr 2038, der mit dem 1,5-Grad-Ziel nicht vereinbar ist, und die CDU-Absage an eine CO2-Abgabe kritisiert Rezo mit scharfen Worten und vielen Quellen. Jetzt hat die CDU auf die Abrechnung des YouTubers reagiert, die zum viralen Hit wurde: In dem zweiseitigen Antwortschreiben zeigt die Partei wenig Problembewusstsein. Dass Deutschland sein Klimaziel für 2020 dramatisch verfehlen wird, kommentiert die Partei ernsthaft mit den Worten, mit einem Rückgang um 32 Prozent sei man von der Zielmarke „nicht weit (...) entfernt“. Dabei müssten die Emissionen im Vergleich zu 1990 eigentlich um 40 Prozent sinken. Zur For­derung nach einer CO2-Steuer wiederholt die Partei ihre Aussage, dass sie diese „nicht im natio­nalen Alleingang“ einführen wolle – und ignoriert dabei, dass zahlreiche europäische Länder das bereits getan haben. Mehr bei der taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Tigerhaie machen Jagd auf Singvögel

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Tigerhaie haben den Ruf, die „Müllschlucker des Meeres“ zu sein. Sie fressen fast alles, von Delfinen über Meeresschildkröten bis hin zu Reifen und anderem Müll. Aber bevor die Tiere zu ihrer vollen Größe von teils über fünf Metern heranwachsen, haben junge Tigerhaie eine ganz besondere Vor­liebe: Sie fressen Singvögel. Das berichten Forscher der Mississippi State University in der Fachzeit­schrift Ecology. Die Wissenschaftler untersuchten im Zeitraum von 2010 bis 2018 den Mageninhalt von insgesamt 105 Haie im Golf von Mexiko. 41 hatten demnach Vögel gefressen. „Es waren aus­schließ­lich Landvögel – die Sorte, die in Ihrem Garten wohnt“, sagt Studienleiter Marcus Drymon. Der Grund: Haie sind Opportunisten. Sie fressen diese Tiere zur Zeit des Vogelzugs. Die meisten Landvö­gel fielen den Haien im Herbst und im Frühling zum Opfer, schreiben die Wissenschaftler. Die Tiger­haie schnappen sich demnach jene Vögel, die es aus Erschöpfung nicht mehr über den Ozean schaffen. Mehr bei der SZ.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Exklusive Blütenpracht

Die jährliche „Chelsea Flower Show“ der Royal Horticultural Society ist ein Pflichttermin für gutbetuchte Londoner: Die Gartenschau markiert den Beginn der gesellschaftlichen Saison. Auch Mitglieder der Königsfamilie schauen traditionell vorbei und schnuppern kameratauglich an der bunten Blütenpracht.

Für Hobbygärtner und Blumenfreunde aus dem Volk ist ein Besuch allerdings gar nicht so einfach. Die Anzahl der käuflichen Tickets ist beschränkt – und mit 65 Pfund ist eine Eintrittskarte kein Schnäppchen. Um die „Chelsea Flower Show“ zu einem demokratischen Vergnügen zu machen, hat der Guardian einen Fotografen hingeschickt: Hier sind seine Aufnahmen zu sehen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Reports / Meinungen / Interviews

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21.Mai 2019

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17.Mai 2019

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Es ist erlaubt zu verbieten // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal fordert sie allen Ernstes Verbote.

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10.Mai 2019

Schluss mit dem großen Ast­ab­sä­gen­mas­sa­ker

Die Kunst des Artenschutzes

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es aus gegebenem Anlass um den Artenschutz.

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