Reports / Meinungen / Interviews

"Diese Bewegung kommt nicht aus dem Nichts“

"Diese Bewegung kommt nicht aus dem Nichts“

Sie schwänzen einfach weiter. Seit Monaten gehen weltweit Schüler für das Klima auf die Straße. Entwickelt sich da vielleicht eine neue und nachhaltige Protestkultur? Die Anthropologin Darcy Alexandra sieht Parallelen zu anderen Demonstrationen.

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Dienstag, 23. April 2019

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2.000 Ferkel verenden bei Großbrand, Bie­nen­schüt­zer fordern Imker-Schein und ein Syndikat gegen die Woh­nungs­not

Liebe Leserinnen und Leser, 

in Kalifornien sorgen sich die Menschen nicht nur um das eigene Aussehen – sondern auch um die Umwelt. Der sonnenverwöhnte Bundesstaat an der amerikanischen Westküste ist in Sachen Klimaschutz in den USA oft Vorreiter. So verwundert es auch wenig, wenn die Tagesschau nun vom landesweit ersten energieeffizienten Fitnessstudio berichtet. Die Muckibude mit dem programmatischen Namen „EcoFit“ liegt in Sacramento, nordöstlich von San Francisco, und hat sich einer einfachen Philosophie verschrieben: Kalorien verbrauchen, um Strom zu erzeugen. Das Studio lässt seine Mitglieder auf seinen Maschinen strampeln, zweigt den erzeugten Strom ab und senkt dadurch seine Stromrechnung. „Unser Überwachungssystem sagt uns, wie viel Energie noch in der Batterie ist. Wenn die Anzeige runter geht, dann müssen unsere Mitglieder auf die Fahrräder“, erklärt Besitzer Jose Avina. Auf dem Dach des Gebäudes steht die Notfall-Lösung: Solar-Panele, die beim Laden helfen. Als nächstes will Avina sein Gym „gamifizieren“: Es soll ein Ranking geben, welche Mitglieder den meisten Strom produzieren. 

An den Wettbewerbsgeist appellieren, um etwas für den Klimaschutz zu tun: Typisch amerikanisch – aber auch ziemlich genial.

Wir hoffen, dass Sie sich am ersten Arbeitstag nach dem langen Wochenende nicht allzu sehr abstrampeln müssen. Morgen mehr. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Sachsen-Anhalt: 2.000 Ferkel sterben bei Brand in Schweinezuchtanlage

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Bei einem Großfeuer in einer Schweinzuchtanlage in Sachsen-Anhalt sind am Wochenende etwa 2.000 Ferkel ums Leben gekommen. Der Polizei zufolge war zunächst unklar, ob die Tiere in der An­lage in Klein Wanzleben verbrannten oder an den Gasen erstickten. Das Feuer war am Sonntagvor­mittag ent­deckt worden; die alarmierte Feuerwehr war mit 28 Löschfahrzeugen und mehr als 100 Einsatz­kräften vor Ort – dennoch gelang es erst am Nachmittag, den Brand unter Kontrolle zu brin­gen. Ob die Ursache ein technischer Defekt war oder auf menschliches Versagen zurückzuführen ist, lässt sich noch nicht sagen. Frühestens am Dienstag können Brandermittler der Polizei zufolge wieder in die völlig ausgebrannten Ställe – bis dahin sei es zu gefährlich. Die Schweinzuchtanlage ist für 45.000 bis 70.000 Tiere ausgelegt. Die Meldung hat die Westdeutsche Allgemeine Zeitung/dpa.

Bericht, 1 Minuten Lesezeit
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Bienenschützer fordern verpflichtenden Imkerschein

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Zum besseren Schutz von Honigbienen dringen Experten auf einen verpflichtenden Wissensnach­weis für Imker. „Wer Fische angeln will, braucht auch einen Fischereischein“, argumentiert der Vor­sitzende des Berliner Imkerverbands, Benedikt Polaczek. Die Folgen des Nichtwissens sind laut Pola­czek mitunter verheerend. „Manche Halter wundern sich darüber, dass ihre Völker so schnell wach­sen und haben plötzlich Angst vor den Bienen, wenn aus 5.000 auf einmal 40.000 bis 50.000 gewor­den sind“, erklärt der Imkermeister. Durch die inzwischen sehr hohe Bienendichte in der Stadt sei außerdem Nahrungsmangel ein Problem. Auch die Vorbeugung gegen Krankheiten werde mitunter vernachlässigt – diese könnten sich dann schnell ausbreiten. Unterstützung kommt von der Organisa­tion „Deutschland summt“: „Ein Qualifikationsnachweis ist überfällig“, findet Mitinitiator Cornelis Hemmer. „Wir müssen (...) notfalls in Kauf nehmen, die Hälfte der Hobbyimker zu verlieren.“ Mehr bei ZDF-heute/dpa.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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New York verpflichtet Immobilienbesitzer zum CO2-Sparen

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Gebäude gelten als die größte Quelle klimaschädlicher CO2-Emissionen in New York. 60 Prozent des Energieverbrauchs der Stadt sowie zwei Drittel der CO2-Emissionen werden dem Heizen und Kühlen sowie dem Stromverbrauch in Gebäuden zugerechnet. Dagegen will die US-Metropole nun etwas tun, wie Klimareporter° berichtet: Der New Yorker Stadtrat stimmte jüngst für ein Gesetzespaket, das den Immo­biliensektor dazu verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent zu senken. Künftig soll der CO2-Ausstoß von Gebäuden mit einer Geschossfläche von mehr als 2.300 Quadratmetern gedeckelt werden. Dabei gelten unterschiedliche Grenzwerte für Wohn-, Geschäfts- und Industriegebäude. Etwa 50.000 Gebäude sollen mit isolierenden Fenstern, Dämmun­gen und effi­zienteren Heizungs- und Klimaanlagen ausgestattet, sowie mit Strom aus erneuerbaren Quellen belie­fert werden. Zwar trifft die Regelung nur einen kleinen Teil der New Yorker Immobilien – auf diese entfällt aber mindestens ein Drittel aller Gebäudeemissionen. Werden die Vorgaben nicht erreicht, drohen Strafzahlungen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wie ein Syndikat in Freiburg gegen die Wohnungsnot kämpft

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Verbrecher! Das ist für viele der erste Gedanke, wenn sie von einem Syndikat hören – erst recht, wenn Dutzende Immobilien dazugehören. Dabei ist das Freiburger „Mietshäuser Syndikat“ die Gegenbewe­gung zu Immobilienspekulationen, die vielen – nun ja, fast verbrecherisch vorkommen. Auf dem Ge­län­­de einer ehemaligen Gießerei, unweit des Hauptbahnhofs, hat das Syndikat seinen Sitz. Von hier aus wird ein Immobilien-Konstrukt koordiniert, an dem niemand verdient: kein Investor, keine Ver­wal­­tung. Vor etwa zehn Jahren erhielt das Syndikat den Zuschlag der Stadt für ein citynahes Grund­stück. Hier leben heute 140 Menschen in 45 Wohnungen in drei Häusern. Mietpreis pro Quadrat­me­ter: 6,70 Euro – üblich ist in Freiburg das Doppelte. Die Syndikatsgruppen kalkulieren nicht, alle Kredi­te in 30 Jahren zurückgezahlt zu haben, sondern in 60 oder 70 Jahren – das reduziert die Tilgungsra­ten. Weil es im Haus Sozialwohnungen gibt, profitierten sie von billigen Förder­krediten. Wenn eini­ge Mieter mehr zahlen als andere, liegt das an einem Solidarbeitrag. Der kommt in einen Topf, um Mit­be­­wo­hnern helfen zu können, die gerade ihre Miete nicht bezahlen können. Die ganze Geschichte lesen Sie bei der SZ.

Reportage, 4 Minuten Lesezeit
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Wird die junge Generation den Konsum völlig verändern?

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Schätzungen zufolge wird die Generation Z in einigen Jahren für knapp die Hälfte der Ausgaben für Kon­sumgüter verantwortlich sein. Gemeint sind junge Menschen, die zwischen 1995 und 2010 gebo­ren wurden. Also die heutigen Schüler, Studenten – und damit natürlich auch viele der von Greta Thun­berg inspirierten Klimademonstranten. Schon bei der Auswahl einer Marke oder ei­nes bestimm­ten Produkts gelten für sie andere Kriterien als für Vorgänger-Genera­tio­nen. Beim Kauf wird Wert auf Stil, Produktpräsentation oder Nachhaltigkeit gelegt. „Glaubwürdigkeit und soziale Verantwortung spie­len für die Generation Z eine große Rolle“, bestätigt Real-Chef Patrick Müller-Sarmiento. So stün­den beispielsweise im Super­markt Frische und eine hohe Produktquali­tät im Vordergrund. Die Wirt­schafts­Woche hat der Generation Z nachgespürt – und die Diplom-Psy­chologin Birgit Lange­bartels nach deren Hoffnungen, Ängsten, Haltungen und Vorlieben gefragt. Sie sagt: „Die jungen Leute sind in ein Zuviel geraten; sie haben das Gefühl, in einer Art Bereitstellungs­kultur aufzuwach­sen.“

Bericht, 5 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Der CO2-Preis muss spürbar sein, um zu wirken

Werden Benzin, Heizöl oder Erdgas teurer, kann jeder selbst nachrechnen, ob sich nicht doch der Umstieg auf ein Elektroauto oder der Einbau einer modernen Heizung lohnt. Klingt logisch: Wenn fossile Energie teurer wird, sorgt der marktwirtschaftliche Reflex, möglichst wenig von dem teurer gewordenen Zeug zu verbrauchen, automatisch für mehr Klimaschutz.

Doch damit ein Preis auf schädliches COwirklich etwas bringt, muss er hoch genug angesetzt sein, argumentiert Theo Geers im Deutschlandfunk. Denn nur so kann die Steuer eine Verhaltensänderung bewirken – und ökologischen Wahnsinn wie Fünf-Euro-Flüge nach Venedig abstellen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Reports / Meinungen / Interviews

Weichspüler-Werbung
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16.Apr 2019

Über-Flüs­sig­keit

Über-Flüssigkeit

Mit greller Reklame drängt Unilever Verbraucherinnen und Verbraucher zum Weichspülerkauf. Dabei enthält die Marke „Comfort intense“ allergieauslösende und schwer abbaubare Chemikalien – das Greenpeace Magazin hat eine Werbeanzeige neu betextet.

Newsletter
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12.Apr 2019

E-Scooter – Ausweitung der Nah­kampf­zo­ne im Stadt­ver­kehr

Da rollt was auf uns zu // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal rätselt sie, ob Elektromobilität auch für enge Geh- und Radwege eine gute Idee ist.

Neue Ausgabe
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April 2019

Grüne In­no­va­tio­nen

Grüne Innovationen

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Die Rückkehrer
/
10.Apr 2019

Neue Reviere, alte Ängste

Neue Reviere, alte Ängste

Seit der Jahrtausendwende ist Canis lupus auf Erfolgskurs. Unter den tierischen Rückkehrern ist der Wolf unbestritten der Aufreger Nummer eins.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Paradies am Abgrund

Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

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Bestes für Bello

Welches Fleisch sollte ins Tierfutter? Das fragen wir im aktuellen Heft und haben uns angesehen, was bei Hund, Katze & Co. auf dem Teller landet

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Kern­spal­tung

In der Reportage aus unserem Friedensheft erzählen wir, wie Atommüll ein Dorf in Frankreich spaltet

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À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Ruchloses Radieschen

Ruchloses Radieschen

Kein Wurzelgemüse, aber radikal – die rote Radieschenfraktion geht über Leichen, wenn man sie lässt. Es ist an der Zeit, Raphanus sativus var. sativus mit Haut und Laub in die Pfanne zu hauen

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Früher Porree-Power im Pyramidenbau, heute Lauch-Lacher auf dem Pausenhof. Egal, durch welche Zeit er geistert – Allium porrum war, ist und bleibt: das Grün in unserer Suppe

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Mahlzeit der Könige und Kühe, Basis von Kraftbrühe und Konfitüre? Was ihr wollt. Brassica napus var. rapifera ist das Chamäleon der Wintergemüse. Und: Sie ist wieder da

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Darf man Zwölfjährige entscheiden lassen, was mit einer Million Dollar geschehen soll? Dieses Beispiel zeigt: Man muss

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Ist das die Antwort auf den Klimawandel? Immer mehr Schweden empfinden „Flugscham“ – und bleiben am Boden

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Hamburg: Was haben Schuhe, Smartphones und Akkus gemeinsam?