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Weiter Streit um den Kohleausstieg: Berlin ringt um die Kosten, Aktivisten rüsten sich für Proteste

Weiter Streit um den Kohleausstieg: Berlin ringt um die Kosten, Aktivisten rüsten sich für Proteste

Eigentlich sollte der Kohlekompromiss einen klimapolitischen Burgfrieden besiegeln. Doch während in Berlin über die fünf Monate alte Einigung gestritten wird, kommen im Rheinland erneut zehntausende Klimaschützer zusammen, um Kraftwerke zu blockieren. 

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Dienstag, 18. Juni 2019

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Stick­oxid­wer­te 2018 in 57 Städten zu hoch, Grüne wollen Spit­zen­pos­ten in Brüssel und Dum­ping­prei­se für Bio-Produkte

Liebe Leserinnen und Leser,

wir sind mittendrin in der Grillsaison. Und für viele gehören Fleisch und Würstchen oder Gemüse und Käse immer noch auf einen Rost, unter dem schwarze Kohleklumpen glühen. Weil: Riecht nach Sommer, schmeckt rauchig und sieht nach echtem Grillen aus. Doch gegenüber Gasgrills haben die Kohle befeuerten auch echte Umweltnachteile: Die Menge der ausgestoßenen Klimagase ist etwa dreimal so hoch. Das liegt auch daran, dass Gasgrills nach Bedarf aus- und wieder angestellt werden – wohingegen Kohlegrills in der Regel durchgängig in Betrieb sind. Die New York Times hat sich von einem Umweltexperten eine konkretere Schätzung geben lassen: Demnach produziert ein typischer Grillabend so viel CO2  wie eine knapp 42 Kilometer lange Autofahrt. Das möge erst einmal nicht dramatisch klingen, schreibt das Blatt – aber bei geschätzt 90 Millionen Amerikanern, die einen Kohlegrill besitzen, komme einiges zusammen.

Wir finden: Sommer riecht nach mehr als Grillschwaden. Und eigentlich geht es beim Grillen ja ohnehin mehr um Salate, Brot und Saucen. 

Mit diesem kulinarischen Klima-Appell verabschieden wir Sie in den Dienstag. Bis morgen!

Das Team vom Navigator 

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Stickoxidwerte 2018 in 57 Städten zu hoch

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Die Verschmutzung durch Abgase ist im vergangenen Jahr in 57 Städten höher als erlaubt gewesen. Aller­dings hätten acht Städte weniger als noch im Jahr zuvor den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm überschritten, teilte das Umweltbundesamt mit – der Trend gehe also in die richtige Richtung. Im Durch­schnitt lagen die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen 1,5 Mikrogramm pro Kubikme­ter Luft unter denen von 2017. In 13 Städten, die 2017 im Jahresmittel noch über dem Grenz­wert lagen, wurde dieser nun eingehalten. Dafür rutschten fünf Städte zurück in den problemati­schen Bereich: Leipzig, Ulm, Koblenz, Eschweiler in Nordrhein-Westfalen sowie Sindelfingen bei Stutt­gart. Wenn eine Stadt den Grenzwert überschreitet, bedeutet das nicht, dass die Luft überall schlecht ist – es zählt die Messstation mit dem höchsten Jahresmittelwert. Die höchste Belastung hatte Stuttgart mit 71 Mikrogramm vor Darmstadt mit 67 und München mit 66 Mikrogramm. Mehr bei Zeit Online.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Habeck will auch bei nächster Wahl mit Doppelspitze antreten

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Am Wochenende siegte bei der Landratswahl im niedersächsi­schen Osnabrück überraschend die Grüne Anna Kebschull. Die CDU verlor zum ersten Mal seit Kriegs­ende – Spiegel Online berichtet. Ein Kanzler aus den Reihen der Grünen? Das klingt aktuell nicht mehr nur nach einer Utopie von deren treusten Anhängern. Doch wer soll im Fall der Fälle für die Grünen ins Kanzleramt einziehen? Einen Automatismus wie in anderen Parteien gibt es nicht – die Grünen setzen traditionell auf Machtteilung: gleichberechtige Doppelspitzen in Parteivorstand und Fraktion. Und auch in den Wahlkämpfen waren die Grünen zumeist mit zwei Spitzenkandidaten angetreten. Geht es nach Grünen-Chef Robert Habeck soll es dabei auch im Fall einer Neuwahl auf Bundesebene bleiben. „Geteilte Macht ist doppelte Stärke. So agieren wir, und so werden wir es weiter tun, auf jeden Fall“, sagte Habeck in einem ZDF-Interview. Damit ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Grünen irgendwann dennoch mit einem klaren Kanzlerkandidaten antreten. Es sei wichtig, „dass dann vor einer Wahl rechtzeitig mit der Partei Klarheit geschaffen wird“, so Habeck. 

Video, 4 Minuten Laufzeit
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Weniger Atomwaffen – aber mehr Geld für moderne Arsenale

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Es gibt zwar deutlich weniger Atomwaffen in der Welt als noch vor 40 Jahren – aber immer höher ent­wickelte. Die Stockholmer SIPRI-Friedensforscher sehen deshalb trotz der Abrüstungser­fol­ge der vergangenen Jahrzehnte keinen Grund zur Entwarnung, wie die Tagesschau meldet. „Die gute Nach­richt ist, dass die Zahl der nuklearen Sprengköpfe weltweit gesunken ist“, sagte Insti­tutsdirektor Dan Smith. Es gibt aktuell noch etwa 13.800 Sprengköpfe – verglichen mit 65.000 Mitte der 1980er-Jahre zum Höhe­punkt des Kalten Krieges. „Die schlechte Nachricht ist aber, dass alle Atom­mächte dabei sind, ihre Arsenale zu modernisieren.“ Die nukleare Abrüstung sei hauptsächlich das Ergebnis des sogenannten „New START“-Vertrages zwischen Russland und den USA. „Aber der läuft 2021 aus, und die beunruhi­gende Frage ist: Wird er erneuert?“ Allein diese beiden Staaten be­sitzen etwa 90 Pro­zent aller Nukle­ar­waffen: Russland geschätzt knapp 6.500, die USA knapp 6.200. Dann kommen Frank­reich mit etwa 300, China mit 290, Großbritannien mit 200, Indien mit knapp 150 und Pakistan mit gut 150 Spreng­köpfen, schließlich Israel mit 80 bis 90 und Nordkorea mit höchstens 30.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Nach Europawahl: Grüne streben Spitzenposten in Brüssel an

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EU-Ratspräsident Donald Tusk hat für diesen Mittwoch, 14 Uhr, eine besondere Verabredung im Ka­lender stehen: „Treffen mit Philippe Lamberts (Grüne)“. Außerhalb seines Heimatlandes kennen nur wenige den Belgier. Doch im Europaparlament gilt der 56-Jährige als Strippenzieher, dessen Ein­fluss wächst. Mit 75 Abgeordneten sind die Grünen nicht nur die viertgrößte Fraktion. Sie haben auch 23 Sitze hinzugewonnen und besetzen das Mega-Thema Klimawandel – und der nächste Chef der EU-Kommission braucht sie für eine stabile Mehrheit. Lamberts leitet daraus einen klaren An­spruch auf einen der fünf europäischen Spitzenposten ab, die nun vergeben werden. Lamberts ist Realist genug, um nicht die Nachfolge von Jean-Claude Juncker, Donald Tusk oder Mario Draghi als Chefs von EU-Kommission, Europäischem Rat und Europäischer Zentralbank zu fordern. Aber bei den Posten des Parlamentspräsidenten (bisher Antonio Tajani) oder der EU-Außenbeauftragten (zurzeit Federica Mogherini) könnten die Grünen zum Zug kommen. Im Gespräch mit der SZ sagte Lamberts: „Wir lassen uns nicht mit Floskeln abspeisen.“

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Gärtnern mit Siri und Alexa statt Schaufel und Schere

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Deutschland ist europaweit der wichtigste Gartenmarkt – und er wächst weiter. Unternehmen profi­tie­ren von zwei Trends: Erstens werden die Sommer immer heißer und trockener. Zweitens ge­nießen es junge Stadtbewohner, auf Balkonen, Terrassen oder gar auf öffentlichen Grünstreifen zu buddeln und Pflanzen heranzuziehen. Dass Urban Gardening boomt, hat auch mit einem wachsenden Gesund­­heits- und Umweltbewusstsein zu tun: Bei der Tomate aus dem eigenen Beet weiß man, dass kein Gift gespritzt wurde. Das Ulmer Unternehmen Gardena ist da­bei längst mehr als nur ein Her­steller von Heckenscheren, Harken und Gartenschläuchen. Im Angebot sind auch Computer, Sen­soren und Handy-Apps. Garteln mit Siri und Alexa – statt mit Gießkanne und Rasenmäher. Ein Sprach­­be­fehl an die digitale Haus-Assis­ten­tin genügt, schon legt der Rasensprenger los. Weil viele neue Hobbygärtner über viel Enthusias­mus, aber wenig Vorkenntnisse verfügen, setzt Gardena auch auf soziale Medien: Auf Instagram wer­den Tipps angeboten und ausgetauscht – und nebenbei Pro­duk­te beworben. Hintergründe bei der SZ.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Dumpingpreise für Öko-Produkte

Der Markt für Bio-Lebensmittel hat sich durch den Eintritt von Discountern in den vergangenen Monaten rasant verändert. Auch die herkömmlichen Bio-Anbieter senken deshalb ihre Preise.

Bei Verbrauchern kommt das Angebot zu Tiefstpreisen gut an, schreibt die taz. Für viele gilt auch bei nach ökologischen Gesichtspunkten produzierten Waren: je billiger, desto besser. Doch die Bioketten sind unter Druck – und bald vielleicht auch die Bauern.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

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11.Jun 2019

Weniger Plastik bei Rewe: Prahlen auf tiefem Niveau

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Alle wollen mitschwimmen auf der großen Ökowelle. Nun schaltet Rewe, Deutschlands zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler, Anzeigen mit dem Slogan „Endlich unverpackt“. Zu früh geworben, finden wir, und kontern mit einer Gegenanzeige.

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07.Jun 2019

Letzter Aufruf für Reisen zu bedrohten Paradiesen

Last Minute noch schnell ans Ende der Welt // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Wenn es sein muss, auch bis ans Ende der Welt und darüber hinaus.

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Juni 2019

Neues Essen

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05.Jun 2019

Von Mücken und Menschen

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Achtung, die Mücken kommen – am Oberrhein droht gar eine Plage. Ein Verein bekämpft die Tiere dort mit dem Insektizid Bti. Es soll nur die Stechmücken töten, doch es mehren sich Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. 

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