Reports / Meinungen / Interviews

Verlierer, Gewinner und Menschen wie du und ich

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Vorgedrängelt hat sich wieder mal dieser Virus, aber von dem lassen wir uns nicht unterkriegen.

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Dienstag, 31. März 2020

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Preise für Schutz­klei­dung ex­plo­die­ren; Forscher finden Bakterium, das giftiges Plastik frisst – und Hafermilch im Test

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich erscheint der Wochenmarkt in Zeiten von Corona als gute, weil ungefährliche Alternative. Eingekauft wird nicht in einem geschlossenen Gebäude, sondern an der frischen Luft. Das Verkaufspersonal ist die Tiefe eines Marktstands entfernt. Und auch das Ab­stand­halten zu den Mitshoppern ist zumindest in der Theorie problemlos möglich – schließlich ist der Raum nicht wie bei Supermärkten begrenzt. Doch genau hier scheint das Problem zu liegen – die Menschen drängen sich immer noch zu oft vor den Ständen. Der Freistaat Sach­sen ordnete deshalb in der vergangenen Woche die Schließung sämtlicher Wochenmärkte an. Begründet wurde dies unter anderem mit der älteren, besonders gefährdeten Kund­schaft. Dabei wäre eine Entzerrung so einfach, wie Bauernvertreter laut taz nun geltend machen: Aus dem Wochenmarkt könnte in der Krise ein mehrmals in der Woche stattfin­dender Markt werden. Marktflächen könnten über den eigentlichen Marktplatz hinaus erweitert werden. 

Nicht immer sind gesundheitliche und wirtschaftliche Erwägungen so leicht zu vereinbaren, wie unser Nachrichtenüberblick zeigt. Mit dem geht es jetzt los – wir begrüßen Sie morgen wieder an dieser Stelle!

Das Team vom Navigator

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Anbieter von Schutzkleidung langen jetzt richtig hin

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Der in der Coronakrise drastisch gestiegene Bedarf an medizinischer Schutzkleidung hat laut Medienberichten zu einer Preisexplosion geführt. Dem­­nach ist der Einkaufswert für hoch­wer­tige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken inner­halb weniger Tage um 3.000 Prozent von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen. Auf dem Markt für medizinische Schutzkleidung herr­schen den Nachforschungen eines Rechercheverbunds zufolge „Chaos“ sowie zuneh­mend auch unseriöse Praktiken. Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell, sagt Olaf Berse, Ge­schäftsführer einer bundesweiten Einkaufsgemein­schaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Filter seien nicht funktionsfähig, Zertifikate gefälscht. Dies gefähr­de Patienten und Personal. Eine Zusammenfassung bie­tet Spiegel Online. Auch interessant: Ausgerechnet Sportartikelriese Adidas hat angekündigt, Mieten für seine Filialen im April auszusetzen – und erntet massive Kritik aus der Politik, wie die Tagesschau meldet.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Google verschenkt Anzeigenplätze im Wert von 590 Millionen Dollar

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Google gibt sich in der Coronakrise gönnerhaft. Das Unterneh­men hat nach eigenen Anga­ben ein gut 800 Millionen Dollar schweres Rettungspaket ge­schnürt. Das Hilfspaket sieht unter anderem folgende Posten vor: Die Weltge­sund­heitsorganisation und mehr als 100 Gesundheitsbehörden aus verschiedenen Ländern be­kom­men ein Anzeigenguthaben in Höhe von 250 Millionen Dollar geschenkt, damit sie ihre Informationen via Google verbrei­ten können. Kleine und mittelgroße Unternehmen, die sich wegen der wirtschaftlichen Fol­gen der Coronakrise weniger Anzeigen leisten können, dürfen ebenfalls gratis Werbung schal­ten. Gesamtvolumen: 340 Millionen Dollar. Das ist allerdings weniger uneigennützig, als es zunächst scheint, schreibt Spiegel Online. Die Gratisanzeigen dürften auch ein Versuch sein, Geschäftskunden bei der Stange zu halten.

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Saubere E-Autos mit dreckigem Strom

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In allen großen Märkten schlagen elektrische Autos und Heizungen – verantwortlich für ein Viertel aller CO2-Emissionen – die alten Gas-, Benzin- oder Dieselmodelle beim Klimaschutz. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung der niederländischen Radboud-Universität. Die Forscher gingen aber auch einer an­deren Frage nach, nämlich: Aus welchem Strommix tanken die Autos ihre Energie? Und wie viel Emissionen entstehen bei Produktion und Wiederverwertung? Das Resultat ist deutlich: Selbst in Ländern mit einem vergleichsweise dreckigen Strommix wie China oder Deutschland entsteht insgesamt nach 150.000 Kilometern Fahrleistung weniger Umweltbelastung als bei den Autos, die Benzin oder Diesel verbrennen. Hintergründe bei der taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Forscher finden Bakterium, das giftiges Plastik frisst

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Polyurethan ist einer der verbreitetsten Kunststoffe weltweit. Jährlich werden Millionen Ton­nen produziert und bei der Herstellung von Sportschuhen, Windeln und Küchenschwäm­men verwendet. Einmal benutzt, landet ein Großteil der Polyurethan-Produkte auf Müllhal­den, weil ein Recycling zu aufwendig wäre. Jetzt haben Forscher auf einer dieser Abfallanla­gen ein Bakterium entdeckt, das in der Lage ist, das Plastik zu zerlegen und als Energiequelle zu nutzen, wie der Guardian berichtet. Polyurethan gibt beim Zersetzungsprozess giftige Che­mikalien frei – dem neu entdeckten Bakterien-Strang macht das offenbar nichts aus. Die Familie der Pseudomonas bacteria ist bekannt dafür, auch in widrigen Verhältnissen überleben zu können. Bevor das Bakterium im großen Maßstab bei der Plastik-Vernichtung eingesetzt werden könne, sei aber weitere Forschung nötig, sagen die Wissenschaftler.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Hafermilch im Geschmackstest

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Eine richtig gute Lobby hat Kuhmilch gerade nicht. Immer öfter stehen im Supermarkt Pro­duk­te aus Soja, Reis, Mandeln oder Hafer – oder auch nicht, denn besonders Hafermilch ist gerade derart gefragt, dass die Regale manchmal leer sind, auch ohne hamstern. Bei den Kalorien stehen Haferdrinks gut da: Sie haben 42 Kalorien pro 100 Milliliter, bei Kuhmilch sind es 64. Für die gesunde Ernährung eignet sich Hafermilch auch deshalb, weil sie nur ein Prozent Fett hat und viele Ballaststoffe, die sättigen und die Verdauung ankurbeln. Und auch in der Ökobilanz steht die Haferalternative besser da als pflanzliche und tierische Mitbewer­ber. Der Hafer stammt aus Deutschland und Europa und ist meist aus Bioanbau. Ein Profi­koch hat für die SZ gängige Produkte einem Geschmackstest unterzogen. Ergebnis: von sahnig bis echt schlimm ist alles dabei.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: „Wirtschaft kann sich erholen, Tote nicht“

Seit einer guten Woche gelten in Deutschland nun Ausgangsbeschränkungen. Und schon gibt es erste prominente Stimmen, die eine Rückkehr zur Normalität fordern – vor allem der Wirtschaft zuliebe.

SPD-Politiker und Arzt Karl Lauterbach hält das für „nicht vertretbar“. Im ZDF-Interview erklärt er, wie er erreichen will, dass sich nur 15 Prozent der Bevölkerung – und nicht etwa 60 Prozent – mit dem Virus infizieren.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 2.20 Polarfieber

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Die Arktis taut. Was Forscher jetzt entdecken und wie die Industrie auf Beutezug geht. Ab sofort in der neuen Ausgabe des Greenpeace Magazins

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Reports / Meinungen / Interviews

#zuhausebleiben
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24.Mär 2020

Wei­ter­ma­chen, Anpacken und Zuhören im Aus­nah­me­zu­stand

Weitermachen, Anpacken und Zuhören im Ausnahmezustand

Viele Menschen müssen angesichts der Corona-Pandemie Zuhause bleiben – doch auch von dort können Engagement und Kultur weitergehen. Wir zeigen wie und wo

Klimawandel
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16.Mär 2020

Co­ro­na­vi­rus: Fluch oder Segen für den Kli­ma­schutz?

Coronavirus: Fluch oder Segen für den Klimaschutz?

Das weltweit eingeschränkte öffentliche Leben wirkt sich kurzfristig positiv auf das Klima aus. Langfristig könnte die Pandemie aber die Klimakrise verschärfen

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20.Mär 2020

Frühling in Zeiten des Virus

Frühling in Zeiten des Virus

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Und was hat sich wieder in den Vordergrund geschoben? Genau.

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13.Mär 2020

Voll­brem­sung

Vollbremsung

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal versucht sie, trotz Pandemie panikfrei zu bleiben.

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Ge­heim­nis­se aus eisigen Tiefen

Was Forscher in Eishöhlen am Ende der Welt herausfinden: ein Bericht aus unserer Arktis-Ausgabe

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Toiletten für alle

Warum die globale Sanitärversorgung so entscheidend ist. Ein Report aus dem Greenpeace Magazin

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Manchen gilt sie als Wurzel aller Übelkeit, anderen als neuer Stern am Gastrohimmel. Den meisten aber ist sie schlicht egal. Das ist Lebensmittelverschwendung. Denn Pastinaca sativa kann so viel mehr als nur ein bisschen Babybrei
 

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