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Deutsche Städte rufen den Klimanotstand aus – doch was bedeutet das?

Deutsche Städte rufen den Klimanotstand aus – doch was bedeutet das?

Nach Konstanz haben seit dem Frühjahr zahlreiche deutsche Kommunen und Gemeinden den Klimanotstand ausgerufen – eine Forderung der „Fridays for Future“-Bewegung. Nun muss sich zeigen, was das konkret für den Klimaschutz bedeutet.

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Mittwoch, 17. Juli 2019

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Neue EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin von der Leyen verspricht baldiges Kli­ma­ge­setz, ein Pfand für Batterien und Geldsegen durch Altpapier

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn ethisches Verhalten zum politischen Profil gehört, ist bei Verfehlungen oft eine gewisse öffent­liche Häme zu beobachten. Das erleben die deutschen Grünen immer wieder. Und auch in Frankreich wurde jüngst der höchste Umweltpolitiker des Landes von den Medien ungebührlich hart angegan­gen – zumindest empfindet François de Rugy das so. Der Umweltminister hat nach einer Affäre um seinen vermeintlich verschwenderischen Lebensstil auf Staatskosten seinen Rücktritt einge­reichtwie die Tagesschau meldet. Das investigative Portal Mediapart hatte zuvor berichtet, dass de Rugy während seiner Zeit als Präsident der Nationalversammlung etliche Male Freunde zu luxuriösen Essen eingeladen habe. Nachdem er zum Ökologieminister ernannt wurde, gab er den Recherchen zufolge etwa 60.000 Euro für die Renovierung seiner Dienstwohnung aus. Der Politiker bestreitet die Vorwürfe – und spricht von tendenziöser Berichterstattung.

De Rugys Vorgänger Nicolas Hulot war im Übrigen zurückge­tre­ten, weil er sich von der Regierung beim Klima- und Umweltschutz nicht ausreichend unterstützt fühlte. Ohne das Verschleudern von Steuergeldern zu bagatellisieren: Diese Begründung sollte die Franzosen wütender machen als verpulverte Euros.

Damit verabschieden wir Sie in den Mittwoch. Morgen mehr. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Neue EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen verspricht Klimagesetz in 100 Tagen

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Hoch gepokert und knapp gewonnen: Ursula von der Leyen wird die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission. Nachdem lange unsicher war, ob die CDU-Politikerin überhaupt die nötige absolute Mehrheit im Europaparlament bekommen würde, fiel das Ergebnis mit nur neun Stimmen Vorsprung am Dienstag äußerst knapp aus. ZDF-heute/AFP zeichnet von der Leyens Weg an die Spitze der EU-Institution nach. Vor der Entscheidung des Europaparlaments über ihre Ernennung hatte sie noch die Werbetrommel für ihre Politik gerührt. Ihre Rede begann sie auf Französisch, sprach dann auf Deutsch und schließlich Englisch – zentrales Thema: der Kampf gegen den Klimawandel. Sie kündigte an, in ihren „ersten 100 Tagen im Amt“ ein Gesetz vorzulegen, in dem das Ziel festgeschrieben ist, bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität herzustellen. Von der Leyen bezeichnete dabei das bisherige EU-Etappenziel einer Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2030 als nicht ausreichend. Die FAZ ordnet die Rede ein.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Deutschland beteiligt sich an geordneter Schiffsverschrottung

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Die Schiffsfriedhöfe in Südostasien bereiten Umweltschützern seit langem Kopfzerbrechen. Ein inter­na­tionales Abkommen soll das Abwrackgeschäft regeln – die Bundesrepublik ist ihm jetzt beigetre­ten, wie Spiegel Online meldet. „Jedes Jahr werden mehr als tausend Seeschiffe abgewrackt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann. „Damit sind zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen für die Gesundheit der in den Abwrackeinrichtungen tätigen Arbeiter und der Umwelt verbunden.“ Er hoffe, dass Deutschland mit dem Beitritt weitere Staaten motiviere, das Übereinkommen von Hongkong zu ratifizieren. Nach Dar­stellung des Verkehrsministeriums haben bislang insgesamt 13 Staaten mit 29,42 Prozent der Welthandelstonnage das Übereinkommen ratifiziert. Zum Inkrafttreten fehlen noch mindestens zwei Staaten mit 10,58 Prozent Welthandelstonnage.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Umwelthilfe setzt sich für Batterien-Pfand ein

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Batterien werden oft falsch und sogar gefährlich entsorgt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deswegen ein bundesweites Pfandsystem für die kleinen Energiespeicher – ZDF-heute/dpa berichtet. Außerdem müssten die gesetzlichen Sammelquoten stark steigen und die Verbraucher besser infor­miert werden, plädiert die Umweltschutz-Organisation. Anlass ist eine geplante Novelle des Batterie­gesetzes, die aus Sicht der DUH mehr Wert auf Ökologie legen sollte.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Altpapier: Für die einen Müll – für andere Profit

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Aus Altpapier lässt sich ordentlich Geld machen. In München sammeln Sportvereine oder auch Pfad­finder den Rohstoff, um ihre Kassen aufzubessern. So stehen auf dem Gelände TSV Allach 09 inzwi­schen drei große Tonnen: Die Mitglieder schmeißen ihre alten Zeitungen, Maga­zine und Bücher hi­nein, alle paar Tage werden die Container geleert. Zwei bis drei Tonnen Papier kommen so im Monat zusammen – und am Ende des Jahres 1.000 bis 1.500 Euro für die Vereinskasse. Doch das Geschäft mit dem Papier ist kompliziert, wie die SZ erklärt. Denn die Qualität muss stimmen: Liegt zum Bei­spiel Pappe im Altpapier, ist es kaum noch was wert. Gefärbte Papiere senken ebenfalls den Preis, Plastik ist sowieso nicht gern gesehen, aber auch McDonald's-Tüten sind ein Problem – da hängen oft noch Essensreste dran.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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„Die industrielle Landwirtschaft killt die meisten Arten“

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Vor Kurzem ist die Mosaikschwanzratte im australischen Great Barrier Reef ausgestorben – ihr Lebensraum ging durch den Anstieg des Meeresspiegels verloren. Es soll die erste Art sein, die allein wegen des Klimawandels ausgestorben ist. Der Tagesspiegel hat mit dem Zoologen Michael Schrödl über die Erderwärmung und andere Gründe für das Verschwinden von Tieren und Pflanzen gespro­chen. Der Experte sagt: „Viele Tiere und Pflanzen sind kälteliebend – und wenn es wärmer wird, dann klettert man halt den Berg hoch. Und irgendwann ist es auch da zu warm oder zu windig oder zu trocken. Dann gibt es die guten Lebensbedingungen nicht mehr und dann wird man selten und stirbt aus. Das passiert mit Sicherheit jetzt im Moment zehntausendfach, hunderttausendfach.“

Interview, 5 Minuten Lesezeit

Meinung am Mittwoch: Die Natur ist nicht dazu da, zu gefallen

Es tut sich was beim Umweltschutz. In den Urlaub geht es öfter mit dem Zug, um das Klima zu schonen. In Gärten darf selbstverständlich ein Stück Wiese wild wuchern, damit Insekten und Vögel Nahrung und Unterschlupf finden. Und in Baumärkten und Gartencentern sind Insektenhotels eine Art Verkaufsschlager.

Die neu entdeckte Liebe zur Natur hat aber auch zur Folge, dass Menschen wieder öfter mit den weniger angenehmen Seiten konfrontiert werden. SZ-Redakteurin Tina Baier bekommt Leserbriefe, in denen es um die Lärmbelästigung durch Froschgequake geht. Sie sagt: Die Natur hat nicht die Aufgabe, es uns schön und angenehm zu machen. Zum Kommentar.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Veggie-Schnitzel, Bio-Trend und Milch-Ersatz: Was wir noch guten Gewissens essen können, ohne Tiere und Natur auszubeuten. Ab sofort im neuen Greenpeace Magazin. Jetzt lesen!

Neues Essen – 4.19

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Reports / Meinungen / Interviews

Weltraum-Zoologie
/
03.Jul 2019

Projekt Icarus zur Tier­be­ob­ach­tung im All startet – „Wie ein Traum“

Projekt Icarus zur Tierbeobachtung im All startet – „Wie ein Traum“

Immer wieder verzögerte sich das deutsch-russische Mammutprojekt – nun soll Icarus endlich starten: Anfang Juli wird auf der ISS der Bordcomputer angeschaltet. Fast zwei Jahrzehnte hat Initiator Martin Wikelski auf die Forschung mit Tiersendern hingearbeitet.

Newsletter
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21.Jun 2019

Von Bienen, Blüten und Jah­res­zei­ten

Von wegen Sommer: Fragen Sie mal die Biene // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal späht sie in einen Bienenstock.

Ernährung
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25.Jun 2019

An alle Grillkönig*innen

An alle Grillkönig*innen

Mit dem Geschlechterklischee am Grill hat unsere Autorin schon mal in der Überschrift aufgeräumt. Wie Sie auch sonst zeitgemäß grillen – also ohne Tier und Umwelt zu schaden –, erklärt sie Ihnen gern.

Klimapolitik
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18.Jun 2019

Weiter Streit um den Koh­le­aus­stieg: Berlin ringt um die Kosten, Aktivisten rüsten sich für Proteste

Weiter Streit um den Kohleausstieg: Berlin ringt um die Kosten, Aktivisten rüsten sich für Proteste

Eigentlich sollte der Kohlekompromiss einen klimapolitischen Burgfrieden besiegeln. Doch während in Berlin über die fünf Monate alte Einigung gestritten wird, kommen im Rheinland erneut zehntausende Klimaschützer zusammen, um Kraftwerke zu blockieren. 

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Wem gehört der Brokkoli?

Eine Landwirtin kämpft für ihr Recht auf eigene Sorten.
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Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

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