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„Die Deutschen reden nur dann vom Klimaschutz, wenn es ihren Wirtschaftsinteressen dient“

„Die Deutschen reden nur dann vom Klimaschutz, wenn es ihren Wirtschaftsinteressen dient“

Bayern-Wahlen, Weltklimabericht, Hambacher Wald – grüne Themen haben in Deutschland derzeit Hochsaison. Sven Giegold, Sprecher der Grünen im Europaparlament, erzählt im Interview, wie Deutschland im Europaparlament wahrgenommen wird und warum die Bundesregierung hier eher Bremser als Vorreiter ist.

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Dienstag, 16. Oktober 2018

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Ökostrom-Abgabe sinkt, EU-Land­wirt­schafts­mi­nis­ter beraten über In­sek­ten­schutz und Bier als Luxusgut

Liebe Leserinnen und Leser,

es hört sich zunächst einmal gut an: Die EEG-Umlage für Ökostrom sinkt im kommenden Jahr. Doch für die Kunden wird sich das nach Einschätzung von Experten nicht bemerkbar machen – die Stromanbieter werden die Preise wohl eher leicht erhöhen. Ähnlich verzwickt geht es weiter im Navigator. So berät der EU-Agrarrat über den Schutz von Insekten. Doch auf deutscher Ebene zeigt sich, wie schwierig das werden könnte: SPD-Umweltministerin Schulze forciert das Thema zwar und fordert einen grundsätzlich anderen Umgang mit Pestiziden. Aber damit es ihr Aktionsplan bis nach Brüssel schafft, muss sie zunächst CDU-Landwirtschaftsministerin Klöckner überzeugen. Außerdem werfen wir den Blick auf eine weitere Konsequenz des Klimawandels: Bier, so prophezeien Forscher, könnte durch Probleme bei der Gerstenproduktion in Zukunft zum Luxusgut werden.

Auf unserer eigenen Seite gibt es ein Interview mit Sven Giegold, Sprecher der Grünen im Europaparlament. Er ordnet die Bayern-Wahl ein und erklärt, wie unsere Nachbarländer die Debatte um den Hambacher Forst wahrnehmen.

Wir lesen rein – gleich nachdem wir die Bier-Vorräte im Kühlschrank überprüft haben. Nüchtern und mit frischen News sind wir dann morgen zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Die EEG-Umlage sinkt – der Strompreis steigt wohl trotzdem

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Die Stromkunden müssen im kommenden Jahr weniger Geld für die erneuerbaren Energien aufbringen – die sogenannte EEG-Umlage sinkt, wie der Deutschlandfunk berichtet. Während sie dieses Jahr knapp 6,8 Cent pro Kilowattstunde Strom beträgt, werden es 2019 6,4 Cent sein. Die EEG-Umlage garantiert den Netzbetreibern eine gesetzlich festgelegte Vergütung für Ökostrom. (Eine Meldung mit Hintergrundinfos bietet die Tagesschau.) Die Abgabe macht etwa ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus. Obwohl sie sinkt, gehen Branchenexperten von leicht steigenden Strompreisen aus. Ein Grund sind höhere Beschaffungskosten für Strom durch den Ausbau von Stromtrassen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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EU-Agrarrat berät über Insektenschutz

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Seit Montag beraten die europäischen Landwirtschaftsminister im Agrarrat über die nächste Förderperiode – um das Thema Insektenschutz kommen sie dabei nicht mehr herum. Denn die Zahl der Insekten schrumpft. „Der langfristige Trend bei 45 Prozent der erfassten Arten ist rückläufig“, schreibt die taz unter Berufung auf das Bundesamt für Naturschutz. Auf deutscher Ebene forciert Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) das Thema. Sie fordert mehr Forschung zum Insektensterben und einen grundlegend anderen Umgang mit Pestiziden. Um mit ihrem Aktionsprogramm bis nach Brüssel vorzudringen, muss sie allerdings zunächst Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) überzeugen. Wie dringlich das Problem ist, zeigt auch eine aktuelle Studie, über die die Washington Post berichtet: Demnach ist der Klimawandel verantwortlich für einen alarmierenden Rückgang verschiedener Insektenarten und Insektenfresser im puerto-ricanischen Regenwald.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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A1 bekommt Oberleitung für Elektro-Lkw

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Die Bundesregierung setzt einen weiteren Autobahnabschnitt testweise unter Strom. Bereits in der kommenden Woche beginnen einem Bericht von Spiegel Online/dpa zufolge die Bauarbeiten an einer Oberleitung für Elektro-Lkw über der A1 in Schleswig-Holstein. Die Teststrecke ist etwa fünf Kilometer lang und liegt zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck; betroffen ist nur der rechte Fahrstreifen. Die Anlage könnte bereits im Mai 2019 in Betrieb gehen. Die neue Teststrecke ist Teil eines bundesweiten Pilotprojekts, das den elektrischen Antrieb von Lkw unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von mehr als 19 Millionen Euro übernimmt der Bund. Das Projekt soll Sparpotenziale beim Dieseltreibstoff aufzeigen und so auch dem Klimaschutz dienen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Bier könnte durch den Klimawandel zum Luxusgut werden

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Steigende Meeresspiegel, verheerende Stürme und Waldbrände – auch wir berichten an dieser Stelle immer wieder über die dramatischen Folgen der Erderwärmung. Das Fachblatt Nature Plants richtet den Fokus jetzt auf eine weitere Konsequenz des Klimawandels, die zwar nicht lebensbedrohlich ist, den einen oder anderen aber doch empfindlich treffen dürfte: Einem Forscherteam zufolge bedrohen die extremen Wetterereignisse in vielen Gegenden der Welt die Gerstenproduktion – wodurch in der Folge auch die Preise für Bier steigen könnten. In besonders heißen und trockenen Jahren könnte die weltweite Bierproduktion um etwa ein Sechstel zurückgehen, prognostizieren die Wissenschaftler. Das wäre vergleichbar mit dem jährlichen Bierkonsum in den USA. Für Fans des Gerstensafts hat der Tagesspiegel weitere Einzelheiten.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Deutsche Drogeriemarktkette will mit Abfüllstationen Müll vermeiden

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Die Drogeriekette dm will einen Beitrag zur Vermeidung von Plastikmüll leisten und testet seit Kurzem Abfüllstationen für Waschmittel und Spülmittel. Das berichten Der Standard und die taz. Der Probelauf mit Produkten der Bio-Linie „Planet Pure“ findet zunächst in zwölf Filialen in Österreich statt. Für die dm-Märkte in Deutschland würden die Optionen geprüft, erklärte ein Firmensprecher. Eine Nachfüllflasche für Waschmittel kostet 50 Cent, die für Spülmittel 35 Cent. Die Preise fürs Nachfüllen liegen bei 5,95 Euro (Waschmittel) bzw. 2,95 Euro (Spülmittel). Die Drogeriemarktkette gibt an, mit den Nachfüllstationen bis zu 60 Prozent Plastikmüll einsparen zu können.

Bericht, 1 Minute Lesezeit

Debatte am Dienstag: Donald Trump – vom Klimawandelskeptiker zum Believer?

Im Wahlkampf zog Donald Trump mit eindeutigen Äußerungen das Lager der Klimawandelskeptiker auf seine Seite. Mal spottete er, die Erderwärmung sei ein „Scherz“, dann wieder eine „Erfindung der Chinesen“. Oder er brachte sein Lieblingsargument und sprach von, nun ja, Fake News. Als Präsident hört sich das nun plötzlich ganz anders an. In einem TV-Interview sagte Trump jetzt: „Ich bestreite den Klimawandel nicht.“ Doch wie ernst kann man diese Aussage nehmen?

Nicht wirklich ernst, analysiert klimareporter°. Denn Trump bezweifelt gleichzeitig in dem Gespräch mit dem Fernsehsender CBS, dass der Mensch etwas mit der Erderwärmung zu tun habe. Er glaube vielmehr, dass sich die Temperaturen von selbst wieder normalisieren würden. Klimareporter°-Autorin Verena Kern wirft den Blick zurück auf die wechselhafte Rhetorik des US-Präsidenten beim Thema Klimawandel.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 6.18 Verantwortung

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Alle mal die Ärmel hochkrempeln! Wo es sich lohnt mit anzupacken und warum (Selbst-)Verantwortung das beste Mittel gegen Zukunftsängste ist, darüber berichten wir in unserer neuen Ausgabe „Bloß nicht hinwerfen!".

Verantwortung – 6.18

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Newsletter
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12.Okt 2018

Schul­streik fürs Klima

Schulstreik fürs Klima // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen sehr persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal dreht sich alles ums Klima – der Protest einer schwedischen Schülerin, das Urteil eines niederländischen Gerichts, der neueste Bericht des Weltklimarats und sogar der Nobelpreis für Wirtschaft.

Artenvielfalt
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10.Okt 2018

Jedes Korn zählt: Ein Film über die Saat­gutret­ter der Welt

Jedes Korn zählt: Ein Film über die Saatgutretter der Welt

Ohne Saatgut keine Kulturpflanzen, ohne Kulturpflanzen keine Kultur. So einfach ist das. Der US-amerikanische Dokumentarfilm „Unser Saatgut“ zeigt diesen Zusammenhang in all seinen Facetten – der Film ist eine Ode an die Pflanzenvielfalt und ein Weckruf zu deren Schutz.

Wilderei
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12.Okt 2018

Wie lassen sich Wildtiere besser schützen?

Wie lassen sich Wildtiere besser schützen?

Zu Fuß in der Wildnis, ohne Handy-Empfang, der ständigen Gefahr ausgesetzt, von Wilderern angegriffen zu werden – so sieht der Alltag für Ranger in Asien und Afrika aus. Sie setzen sich mit ihrem eigenen Leben für den Schutz wilder Tiere ein. Auf einer Konferenz in London werden politischen Strategien erarbeitet, um Ranger und Tiere besser zu schützen.

IPCC-Bericht
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08.Okt 2018

Das 1,5-Grad-Ziel wird an der po­li­ti­schen Trägheit scheitern, nicht an der Mach­bar­keit

Das 1,5-Grad-Ziel wird an der politischen Trägheit scheitern, nicht an der Machbarkeit

Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, ist laut Weltklimabericht nach naturwissenschaftlichen Kriterien noch zu schaffen. Für die notwendigen drastischen Änderungen in allen Gesellschaftsbereichen fehle aber die politische Durchsetzungskraft, so die Einschätzung des Klimaexperten Hans-Otto Pörtner, der in leitender Position am IPCC-Bericht mitgeschrieben hat. Im Interview erklärt er, warum es so wichtig ist, dass wir endlich Verantwortung übernehmen.

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Um­welt­zer­stö­rung
in der Kunst

Das Kunstfestival „Triennale der Photographie Hamburg“ greift die zentralen Fragen unserer Zeit auf: Wann ist die Belastungsgrenze für Natur und Gesellschaft erreicht? Was müssen wir ändern?

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