Reports / Meinungen / Interviews

„Die Deutschen reden nur dann vom Klimaschutz, wenn es ihren Wirtschaftsinteressen dient“

„Die Deutschen reden nur dann vom Klimaschutz, wenn es ihren Wirtschaftsinteressen dient“

Bayern-Wahlen, Weltklimabericht, Hambacher Wald – grüne Themen haben in Deutschland derzeit Hochsaison. Sven Giegold, Sprecher der Grünen im Europaparlament, erzählt im Interview, wie Deutschland im Europaparlament wahrgenommen wird und warum die Bundesregierung hier eher Bremser als Vorreiter ist.

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Mittwoch, 17. Oktober 2018

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Audi zahlt wegen Ab­gas­ma­ni­pu­la­ti­on 800 Millionen Euro, Hit­ze­som­mer hat Schweizer Gletschern zugesetzt und ein Online-Wo­chen­markt

Liebe Leserinnen und Leser,

die Strafe folgt leider nicht immer auf dem Fuße – und fällt mitunter auch nicht so aus, wie man sich das aus Umweltsicht wünschen würde. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat gegen Audi im Abgasskandal jetzt ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro verhängt. Die Deutsche Umwelthilfe spricht von einer „Champagnerstrafe“. Sehr viel schneller und dramatischer fallen da die Folgen des diesjährigen Supersommers aus: In der Schweiz ist das Eis der Gletscher um 2,5 Prozent zurückgegangen

Außerdem heute im Navigator: ein Pilotprojekt aus NRW, das Amazon und Rewe den Lebensmittel-Liefermarkt nicht kampflos überlassen will – und den Wochenmarkt ins World Wide Web bringt.

Wir sind Team „David“ – und morgen natürlich auch wieder an ihrer Seite. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Dieselskandal: Audi zahlt 800 Millionen Euro – Opel will sich gegen Rückrufe wehren

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Drei Jahre alt ist die Abgasaffäre inzwischen. Und wurde zu Beginn noch einheitlich gemauert, sind die PR-Strategien der Autobauer in diesen Tagen sehr unterschiedlich. Am Dienstag verhängte die Staatsanwaltschaft München gegen Audi wegen betrügerischer Abgasmanipulation ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro. Audi verzichtete der taz zufolge auf Rechtsmittel. Vielleicht, weil die Strafe aus Unternehmenssicht lächerlich gering ausfällt? Das zumindest kritisiert die Deutsche Umwelthilfe: „Das ist eine Champagnerstrafe, die in den Vorstandsetagen die Korken knallen lässt“, kommentiert Geschäftsführer Jürgen Resch. Opel dagegen will sich nach einem Bericht der SZ notfalls gerichtlich wehren, sollte das Bundesverkehrsministerium tatsächlich den Rückruf von 100.000 Fahrzeugen durchsetzen. Der Vorwurf, man verschleppe Verfahren, sei lächerlich, hieß es barsch aus Rüsselsheim. Und VW? Verfährt nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Auf einer Veranstaltung in Wolfsburg sprach Volkswagen-Chef Herbert Diess von einem „Feldzug gegen das Auto“ und beklagte eine „beinahe hysterische Stickoxiddiskussion“. Mehr bei Spiegel Online.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit 
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Schweizer Gletscher haben im Hitzesommer massiv an Eis verloren

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Die Eismasse der Schweizer Gletscher ist im Hitzesommer 2018 stark geschrumpft. Die Akademie der Wissenschaften Schweiz schätzt, dass die etwa 1.500 Gletscher 1,4 Milliarden Kubikmeter Eis verloren haben – das entspricht 2,5 Prozent. Nur der vorangegangene, sehr schneereiche Winter habe eine noch dramatischere Entwicklung verhindert. Auf dem 2.540 Meter hohen Weissfluhjoch sei die Temperatur an 87 Prozent der Sommertage nicht unter null Grad gefallen, schreibt die NZZ/dpa unter Berufung auf die Akademie. Noch nie sei dort im Sommer so wenig Neuschnee gefallen wie in diesem Jahr. Insgesamt hätten die Gletscher in zehn Jahren ein Fünftel ihres Volumens eingebüßt.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Wie das deutsche Stromsystem bis 2050 klimaneutral werden könnte

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Während Politik und Industrie noch mit dem Kohleausstieg kämpfen, hat sich der WWF angeschaut, wie es gelingen könnte, Deutschland künftig nur noch mit Ökostrom zu versorgen. Klimareporter° analysiert die Studie und nennt das wichtigste Schlagwort: Fläche. Bei einem angenommenen Strombedarf von 700 Milliarden Kilowattstunden jährlich ergibt sich demnach für 2050 ein Platzbedarf für Solarpanele und Windkraftwerke, der 1,9 Prozent der Fläche Deutschlands entspricht. Bei großen regionalen Unterschieden: In Bayern beispielsweise kann mehr Sonnenenergie gewonnen werden, im Norden dominiert die Windkraft. Generell plädieren die Autoren der Studie, der Fotovoltaik ein größeres Gewicht zu geben – die Windkraft an Land sei stärker konfliktbeladen.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Fertiggerichte sollen gesünder werden

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Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza oder Lasagne sollen künftig weniger Fett, Salz und Zucker enthalten. Das sieht eine Grundsatzvereinbarung vor, die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit mehreren Verbänden der Lebensmittelbranche geschlossen hat. Die Tagesschau berichtet. Auch die Portionsgrößen sollen demnach kleiner werden. Bis zum Jahresende will die Bundesregierung eine generelle Strategie im Kampf gegen Übergewicht vorlegen. Von 2019 an soll die Selbstverpflichtung von den Herstellern dann schrittweise umgesetzt werden. Die Verbraucherschützer von Foodwatch kritisieren Klöckners Freiwilligen-Initiative als „Kuschelkurs“. Grünen-Ernährungsexpertin Renate Künast spricht von einer „Farce“. Die Grundsatzvereinbarung enthalte die Ankündigung, dass Unternehmen etwas machen wollten, das sie längst bekannt gegeben hätten. Die Industrie müsse endlich ernsthaft in die Pflicht genommen werden.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wochenmarkt goes World Wide Web

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Lebensmittel liefern bis an die Haustür – dieses Geschäft wollen kleine Bauernhöfe aus Ostwestfalen nicht Giganten wie Amazon und Rewe überlassen. In Bielefeld haben sich deshalb zwölf Produzenten zum regionalen Bringdienst „Wochenmarkt24“ zusammengeschlossen. Sie teilen sich Fahrer und sonstige Logistik. Alles, was Kunden sonst auf dem örtlichen Markt bekommen, können sie hier online bestellen: Brötchen, frische Milch, Käse, Marmelade, Fleisch, Obst und Gemüse. Geliefert wird bis morgens um sechs Uhr. Die WDR-Servicezeit hat sich das Pilotprojekt angeschaut.

Video, 5 Minuten Laufzeit

Meinung am Mittwoch: Vögel dürfen nicht mehr an Stromleitungen sterben

1,5 bis 2,8 Millionen Vögel kollidieren Schätzungen zufolge jedes Jahr mit Stromleitungen und sterben. Besonders betroffen sind große schwerfällige Arten wie Schwäne oder Kraniche. Für seltene Vögel wie den Weißstorch können die Leitungen sogar bestandsbedrohend sein. Unvermeidbare Kollateralschäden unserer Stromnutzung?

Eric Neuling vom Naturschutzbund Deutschland gibt im Deutschlandfunk eine klare Antwort: Wenn die Betreiber ihre Überlandleitungen mit Markierungen nachrüsten würden, müssten weniger Vögel sterben. Das sei machbar – und auch im Kostenrahmen. Wie neuerdings auch Spaziergänger helfen können, besondere Gefahrenstellen zu identifizieren, erklärt er im Interview.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 6.18 Verantwortung

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 6.18 Verantwortung

Alle mal die Ärmel hochkrempeln! Wo es sich lohnt mit anzupacken und warum (Selbst-)Verantwortung das beste Mittel gegen Zukunftsängste ist, darüber berichten wir in unserer neuen Ausgabe „Bloß nicht hinwerfen!".

Verantwortung – 6.18

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Reports / Meinungen / Interviews

Newsletter
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12.Okt 2018

Schul­streik fürs Klima

Schulstreik fürs Klima // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen sehr persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal dreht sich alles ums Klima – der Protest einer schwedischen Schülerin, das Urteil eines niederländischen Gerichts, der neueste Bericht des Weltklimarats und sogar der Nobelpreis für Wirtschaft.

Artenvielfalt
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10.Okt 2018

Jedes Korn zählt: Ein Film über die Saat­gutret­ter der Welt

Jedes Korn zählt: Ein Film über die Saatgutretter der Welt

Ohne Saatgut keine Kulturpflanzen, ohne Kulturpflanzen keine Kultur. So einfach ist das. Der US-amerikanische Dokumentarfilm „Unser Saatgut“ zeigt diesen Zusammenhang in all seinen Facetten – der Film ist eine Ode an die Pflanzenvielfalt und ein Weckruf zu deren Schutz.

Wilderei
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12.Okt 2018

Wie lassen sich Wildtiere besser schützen?

Wie lassen sich Wildtiere besser schützen?

Zu Fuß in der Wildnis, ohne Handy-Empfang, der ständigen Gefahr ausgesetzt, von Wilderern angegriffen zu werden – so sieht der Alltag für Ranger in Asien und Afrika aus. Sie setzen sich mit ihrem eigenen Leben für den Schutz wilder Tiere ein. Auf einer Konferenz in London werden politischen Strategien erarbeitet, um Ranger und Tiere besser zu schützen.

IPCC-Bericht
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08.Okt 2018

Das 1,5-Grad-Ziel wird an der po­li­ti­schen Trägheit scheitern, nicht an der Mach­bar­keit

Das 1,5-Grad-Ziel wird an der politischen Trägheit scheitern, nicht an der Machbarkeit

Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, ist laut Weltklimabericht nach naturwissenschaftlichen Kriterien noch zu schaffen. Für die notwendigen drastischen Änderungen in allen Gesellschaftsbereichen fehle aber die politische Durchsetzungskraft, so die Einschätzung des Klimaexperten Hans-Otto Pörtner, der in leitender Position am IPCC-Bericht mitgeschrieben hat. Im Interview erklärt er, warum es so wichtig ist, dass wir endlich Verantwortung übernehmen.

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Um­welt­zer­stö­rung
in der Kunst

Das Kunstfestival „Triennale der Photographie Hamburg“ greift die zentralen Fragen unserer Zeit auf: Wann ist die Belastungsgrenze für Natur und Gesellschaft erreicht? Was müssen wir ändern?

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À la Saison

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Seit Juni auf dem Markt, jetzt endlich überall auf dem Tisch: Die Brassica oleracea convar. capitata var. rubra ist ein Kraut mit Kolorit

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