DPA Ticker

Ausland in Kürze: Von Papstsekretären bis künstlicher Befruchtung

Emirate nehmen erstes arabisches Atomkraftwerk in Betrieb

Abu Dhabi (dpa) - Als erster arabischer Staat haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Das teilte der emiratische Vizepräsident und Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum, am Samstag mit. Auf lange Sicht will das rund zehn Millionen Einwohner zählende Land ein Viertel seines Energiebedarfs mit dem Akw mit 1400 Megawatt Leistung decken. Die Bauarbeiten für die vier Reaktoren begannen 2012 unter Führung der südkoreanischen KEPCO. Das Nachbarland Saudi-Arabien will in den nächsten 20 Jahren bis zu 16 Atomreaktoren bauen.

Deutscher UN-Botschafter befürchtet «Scherbenhaufen» wegen USA

New York (dpa) - Der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen warnt angesichts der Abkehr der US-Regierung von Abkommen und Bündnissen vor einem Zusammenbruch der gemeinsamen Wertebasis. Unabhängig davon, wer in Washington regiere, müsse für die multilaterale Zusammenarbeit geworben werden. «Sonst wird das ein Scherbenhaufen», sagte Heusgen der «Rheinischen Post» (Samstag). Der Rückzug der USA aus der Kulturorganisation Unesco, dem Weltklima-Abkommen, dem Atomdeal mit dem Iran und der Weltgesundheitsorganisation WHO sei bedauerlich. Allerdings gebe es auch Bereiche «wie etwa Sanktionen gegen Nordkorea, bei denen die USA ein großes Interesse daran haben, dass die Vereinten Nationen funktionieren», sagte Heusgen.

Papst tauscht einen Privatsekretär aus: Italiener Salerno ernannt

Rom (dpa) - Papst Franziskus hat den italienischen Priester und Vatikan-Diplomaten Fabio Salerno zu einem seiner Privatsekretäre berufen. Das teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Samstag in Rom mit. Der 41-Jährige löse den Ägypter Ioannis Lahzi Gaid ab, der sich weiterhin im Höheren Komitee zur Brüderlichkeit um den muslimisch-katholischen Dialog bemühe. Salerno war bisher im Staatssekretariat für die Beziehungen zu anderen Staaten tätig.

Frankreichs Unterhaus billigt Ausweitung künstlicher Befruchtung

Paris (dpa) - Die französische Nationalversammlung hat die Legalisierung der künstlichen Befruchtung auch für lesbische Paare und unverheiratete Frauen in zweiter Lesung gebilligt. Über den nach Streit mit dem Senat überarbeiteten Paragraphen muss nun der Senat erneut entscheiden. Bisher ist die künstliche Befruchtung nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Gegen die Reform gibt es Kritik katholischer Verbände und rechter Politiker.

Brexiteers und Verwandte: Streit um Johnsons Oberhaus-Vorschläge

London (dpa) - Dem britischen Premierminister Boris Johnson wird bei der Besetzung neuer Mitglieder des Oberhauses Vetternwirtschaft vorgeworfen. Er schlägt Kritikern zufolge 36 vor allem linientreue Brexit-Anhänger sowie seinen Bruder Jo für das House of Lords vor. Es dürfte damit auf 830 Mitglieder anschwellen. «Wir brauchen keine 830 Leute», schimpfte der Sprecher des Oberhauses, Lord Norman Fowler, in der BBC. «Das ist lächerlich, weil es viel zu viele für unsere Aufgaben sind.» Damit hätte das Oberhaus etwa 200 Mitglieder mehr als das Unterhaus. Der einst für Johnson unbequeme Ex-Unterhaussprecher John Bercow schaffte es nicht auf die Liste.

Iran: Anführer einer monarchistischen Oppositionsgruppe verhaftet

Teheran (dpa) - Der iranische Geheimdienst hat der iranischen Agentur Isna zufolge den Anführer der monarchistischen Oppositionsgruppe «Tondar» (Donner), Dschamschid Scharmahd, verhaftet. Die Organisation mit Sitz in den USA gilt als militärischer Arm der Gruppe «Königliche Vereinigung Irans» und war angeblich 2008 an einem Anschlag auf eine Moschee in Schiras mit 14 Toten und über 200 Verletzten beteiligt. Weitere Anschläge in Teheran seien vereitelt worden, teilte der Geheimdienst laut Isna vom Samstag mit.

Bootsmigranten fliehen aus Quarantäne in Südspanien

Cartagena (dpa) - Insgesamt 59 Bootsmigranten aus Algerien sind nach Angaben der Regionalregierung der spanischen Region Murcia aus einer Quarantäne-Einrichtung geflohen. Dort seien sie nach Kontakten mit Corona-Infizierten eingewiesen gewesen, berichtete die Zeitung «La Verdad» am Samstag. Die Menschen seien in der vergangenen Woche mit Booten über das Mittelmeer nach Spanien gekommen und sollten 14 Tage in einer Sporthalle bei Cartagena bleiben. Bei einer Suchaktion wurden am Wochenende einige von ihnen wieder aufgegriffen.

Polen erinnert an die Opfer des Warschauer Aufstands

Warschau (dpa) - Polen hat an den Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung vor 76 Jahren erinnert. Am Samstag läuteten landesweit Kirchenglocken und heulten Sirenen. Die deutsche Botschaft setzte die Flaggen als Symbol für die «tiefe Trauer und Schande über die grausamen Verbrechen der deutschen Besatzer im Kampf gegen die Warschauer» auf Halbmast. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erinnerte an das Vorgehen der Besatzer. Am 1. August 1944 hatte sich die Polnische Heimatarmee erhoben. Nach 63 Tagen war der Aufstand niedergeschlagen. Etwa 200 000 polnische Soldaten und Zivilisten waren getötet, etwa eine halbe Million wurden deportiert.

Islands Präsident für zweite Amtszeit vereidigt

Reykjavik (dpa) - Der isländische Präsident Gudni Jóhannesson ist für vier weitere Jahre im Amt vereidigt worden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde die Zeremonie am Samstag im Parlament vor lediglich 30 Gästen gefeiert. Es gab keine Handschläge und der übliche Gottesdienst in der Kathedrale in Reykjavik fiel aus. Jóhannesson ist seit 2016 Präsident und sehr beliebt.

Facebook sperrt Profile radikaler Bolsonaro-Anhänger weltweit

São Paulo (dpa) - Facebook hat die Profile radikaler Anhänger des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wie von der Justiz verfügt nun weltweit gesperrt. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf das weltgrößte Online-Netzwerk am Samstag. Ein Richter hatte Facebook zuvor vorgeworfen, die Profile entgegen seiner Anweisung nur im Inland gesperrt zu haben. Er hatte am Freitag deswegen eine Strafe von 1,92 Millionen Reais (312 000 Euro) pro Tag verhängt und nicht ausgeschlossen, den brasilianischen Facebook-Chef persönlich haftbar zu machen.

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