Mi, 2017-12-13 12:00Leipzig (dpa)

Letzte Klagen gegen Elbvertiefung - Anwohner hoffen auf mehr Schutz

Leipzig (dpa) - Am Bundesverwaltungsgericht sind am Dienstag die letzten Klagen gegen die umstrittene Elbvertiefung mündlich verhandelt worden. Diesmal ging es um Einwände von Immobilienbesitzern in Hamburg-Övelgönne und Blankenese. Sie bemängeln, dass die Auswirkungen der Flussvertiefung auf Uferabbrüche, Lärmbelastung und Flutrisiken nicht korrekt eingeschätzt worden seien. Ein Klägerpaar wendet sich zudem gegen ein 70 Meter hohes Leuchtfeuer, das auf einem Nachbargrundstück errichtet werden soll.

Die Kläger hoffen auf zusätzliche Schutzmaßnahmen für ihre Grundstücke. «Ich denke mal, dass es festgelegt ist politisch, dass die Elbvertiefung kommt. Das werden wir nicht verhindern können», sagte Kläger Tobias Jaeger (70) in Leipzig. «Insofern können wir nur erreichen, dass für die nachteiligen Auswirkungen auf unseren Bereich Schutzmaßnahmen auferlegt werden, so dass die Schäden für uns in Grenzen gehalten werden.» Wann ein Urteil gesprochen werden sollte, war zunächst noch offen.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in einem ersten großen Umwelt-Verfahren im Februar die Planungen für die Elbvertiefung als weitgehend rechtmäßig eingestuft. An nötigen Nachbesserungen in einzelnen Punkten arbeiten die Planer derzeit. Im November hatte das Gericht Klagen von zwei Kommunen sowie Fischern abgewiesen.

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Mi, 2017-12-13 11:59Islamabad/Kabul (dpa)

Abgeschobener Afghane: Rückkehr schon am Donnerstag

Wegen eines Verfahrensfehlers muss das Bundesamt für Migration einen bereits abgeschobenen Afghanen aus Kabul zurückholen. Seit Mittwoch hat Haschmatullah F. sein deutsches Visum in der Tasche. Der Flug nach Deutschland ist schon für die Nacht geplant.

Islamabad/Kabul (dpa) - Der abgeschobene afghanische Flüchtling, der wegen eines Verfahrensfehlers nach Deutschland zurückgeholt werden muss, wird schon am Donnerstag in Deutschland ankommen.

Am Mittwochmorgen hatte Haschmatullah F. in der Visastelle der deutschen Botschaft im pakistanischen Islamabad sein Visum abgeholt. Die Botschaft in Afghanistan ist nach einem schweren Bombenanschlag noch geschlossen. Überraschend hieß es dann am Nachmittag in einer Botschaft über den Hotelmanager, er solle packen und sich um 21.00 Uhr Ortszeit bereithalten, wie F. der Deutschen Presse-Agentur sagte. Aus den Tickets, die ihm später ausgehändigt wurden, geht hervor, dass er Donnerstagmittag in Frankfurt am Main ankommen wird.

Organisiert wird die Reise von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf Anfrage des Auswärtigen Amtes sowie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Wohin es nach der Ankunft in Deutschland weitergeht oder wer F. in Empfang nehmen wird, blieb zunächst unklar. F. hatte im Sommer einige Monate in Tübingen gelebt und hofft, dorthin zurückkehren zu können.

Sein Visum sei zunächst gültig für drei Monate. «Ich bin sehr froh», sagte F.. Ich kann nicht glauben, dass es geklappt hat.» Ob er dieses Mal in Deutschland wird bleiben dürfen, ist nicht klar.

Das BAMF hatte im Sommer die Abschiebung des Afghanen nach Bulgarien irrtümlich erlaubt, obwohl am Verwaltungsgericht Sigmaringen noch ein Eilantrag seines Anwalts dagegen anhängig war. Solche Anträge gewähren Abschiebeschutz.

F. war auf seiner Reise von Afghanistan nach Deutschland in Bulgarien als erstem EU-Land offiziell registriert worden. Gemäß den EU-Regeln wäre Bulgarien damit für sein Asylverfahren zuständig. F.s Anwalt Markus Niedworok argumentiert aber, dass dort «wegen systematischer Mängel faire Asylverfahren nicht zu erwarten» seien.

Am 21. Dezember wird F. in Sigmaringen erwartet, wo das Verwaltungsgericht endgültig klären soll, ob Bulgarien oder Deutschland für seinen Fall zuständig ist. Sollte Deutschland zuständig sein, würde das normale Asylverfahren beginnen.

Eine BAMF-Sprecherin wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob F. der erste abgeschobene Asylbewerber ist, der wegen eines Verfahrensfehlers zurückgeholt werden muss.

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Mi, 2017-12-13 11:50Leipzig (dpa)

Letzte Klagen gegen Elbvertiefung - Anwohner hoffen auf mehr Schutz

Leipzig (dpa) - Am Bundesverwaltungsgericht sind am Dienstag die letzten Klagen gegen die umstrittene Elbvertiefung mündlich verhandelt worden. Diesmal ging es um Einwände von Immobilienbesitzern in Hamburg-Övelgönne und Blankenese. Sie bemängeln, dass die Auswirkungen der Flussvertiefung auf Uferabbrüche, Lärmbelastung und Flutrisiken nicht korrekt eingeschätzt worden seien. Ein Klägerpaar wendet sich zudem gegen ein 70 Meter hohes Leuchtfeuer, das auf einem Nachbargrundstück errichtet werden soll.

Die Kläger hoffen auf zusätzliche Schutzmaßnahmen für ihre Grundstücke. «Ich denke mal, dass es festgelegt ist politisch, dass die Elbvertiefung kommt. Das werden wir nicht verhindern können», sagte Kläger Tobias Jaeger (70) in Leipzig. «Insofern können wir nur erreichen, dass für die nachteiligen Auswirkungen auf unseren Bereich Schutzmaßnahmen auferlegt werden, so dass die Schäden für uns in Grenzen gehalten werden.» Wann ein Urteil gesprochen werden sollte, war zunächst noch offen.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in einem ersten großen Umwelt-Verfahren im Februar die Planungen für die Elbvertiefung als weitgehend rechtmäßig eingestuft. An nötigen Nachbesserungen in einzelnen Punkten arbeiten die Planer derzeit. Im November hatte das Gericht Klagen von zwei Kommunen sowie Fischern abgewiesen.

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Mi, 2017-12-13 11:43Berlin (dpa)

berichtigt Miese Öko-Bilanz des Bitcoin treibt Suche nach Alternativen voran Von Christoph Dernbach, dpa

Ob ein Bitcoin-Investment sich langfristig finanziell lohnt, wird die Zeit zeigen. Dass der Boom der Digitalwährung der Umwelt schadet, bezweifeln aber selbst Bitcoin-Fans nicht. Eine Verbesserung der Öko-Bilanz des Bitcoin ist nicht absehbar - ganz im Gegenteil.

Berlin (dpa) - Der Bitcoin-Hype lockt auch konservative Sparer aus der Deckung. Beim traditionellen Festgeldsparen schrecken niedrige Zinssätze von unter zwei Prozent die Anleger ab, während die frühen Investoren in die umstrittene Digitalwährung Bitcoin über eine Serie von erstaunlichen Kurssprüngen jubeln. Heftige Kursschwankungen strapazieren zwar die Nerven der Bitcoin-Fans, doch bislang ist der große Crash ausgeblieben.

Die Bitcoin-Gewinner blenden dabei aber oft aus, unter welchen ökologischen Umständen die Digitalwährung «geschürft» wird. Die «Miner» stellen ein gigantisches Computernetzwerk zur Verfügung, mit dem die Integrität der Währung gewährleistet wird. Sie verifizieren sämtliche Bitcoin-Transaktionen und speichern das unendliche Logbuch («Blockchain») in Datenbanken. Sie bilden quasi das technische Rückgrat des Zahlungssystems Bitcoin und werden dafür mit Einheiten der Digitalwährung belohnt.

Den gesamten Strombedarf der in aller Welt verteilten «Miner» kann man nicht exakt bestimmen, sondern nur schätzen. Alex de Vries, einer der weltweit führenden Kryptowährungs-Experten, hat in seinem Blog Digiconomist berechnet, dass durch das Bitcoin-System derzeit 32,5 Terawattstunden im Jahr verbraucht würden. Das entspreche immerhin dem Strombedarf von Serbien. Pro Bitcoin-Transaktion würden 237 Kilowattstunden verbraucht, das entspricht in etwa dem monatlichen Durchschnittsverbrauch in einem kleineren Einfamilienhaus in Deutschland.

Die Zahlen von de Vries sind allerdings nicht unumstritten. So bezweifelt der französische Bitcoin-Experte Marc Bevard die Berechnungsgrundlage, wonach 60 Prozent der Bitcoin-Erlöse beim Schürfen für den Strombedarf draufgehen. Doch selbst, wenn die Stromrechnung nur 20 oder 30 Prozent der geschürften Bitcoin-Erträge frisst, bleiben die grundsätzlichen Zweifel an der ökologischen Nachhaltigkeit des Bitcoin.

Das hat auch mit einem Grundprinzip der Digitalwährung zu tun: Es werden im gesamten Bitcoin-Netzwerk täglich nur rund 1800 Bitcoins an die «Miner» verteilt. Und je mehr «Miner» um die wenigen Bitcoin-Einheiten buhlen, desto komplizierter werden die Rechenaufgaben, die zu bewältigen sind. Dieses Prinzip schützt zum einen das System vor Angriffen von Betrügern. Es treibt aber auch die erforderliche Rechenleistung nach oben.

Die enorme Nachfrage nach Bitcoin lasse die Kosten der Transaktion steigen, sagte am Montag der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, im Deutschlandfunk. «Es ist nicht ganz einfach, diese Eigentumsübertragungen zu verifizieren. Dazu braucht es erhebliche Rechnerleistung. Und der eigentliche Vorteil dieser Technik, nämlich schnell, günstig Eigentumsübertragungen zu erfassen, löst sich jetzt langsam auf, denn es dauert immer länger oder kostet immer mehr, um diese Eigentumsübertragung zu verifizieren.»

Damit sich das Schürfen der Digitalwährung noch lohnt, weichen die großen Player in der Bitcoin-Szene auf Länder aus, in denen Strom nicht viel kostet. Dazu gehört auch Island, wo Ökostrom vergleichsweise billig zu haben ist. Das Gros der Bitcoin-Einheiten wird aber inzwischen in China geschürft, wo Mining-Farmen im Zweifelsfall mit Kohlestrom gespeist werden. Rund zwei Drittel des chinesischen Stroms werden aus fossilen Brennstoffen erzeugt.

Vor diesem Hintergrund hat Bram Cohen, der Erfinder des Filesharing-Systems BitTorrent, angekündigt, eine eigene Digitalwährung herauszubringen. Sein «Chia Network» setzt zwar wie Bitcoin auch auf die Blockchain-Technologie, soll aber bei den Transaktionen mit deutlich weniger Energie auskommen. Bei der Verifizierung soll nicht mehr die Prozessorleistung eine Rolle spielen, sondern der Speicherplatz. «Die Idee ist, einen besseren Bitcoin zu schaffen», sagte Cohen dem Portal «TechCrunch». Außerdem könne man mit dem Chia-System die Instabilität des Bitcoin beseitigen, die auf die Abhängigkeit von wenigen «Minern» zurückzuführen sei, die Zugang zu den billigsten Energiequellen haben.

Im «Chia Network» sollen auch keine «Miner» (Bergleute) arbeiten, sondern «Farmer». «Es ist technisch anspruchsvoll und es gibt einen großen Berg von Arbeit zu erledigen», sagte Cohen. Er habe aber bereits genügend Geld von Investoren eingesammelt und auch schon die notwendigen Mitarbeiter eingestellt. Im zweiten Quartal sollen erste Chia verkauft werden.

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Mi, 2017-12-13 11:31Berlin (dpa)

berichtigt Miese Öko-Bilanz des Bitcoin treibt Suche nach Alternativen voran Von Christoph Dernbach, dpa

Ob ein Bitcoin-Investment sich langfristig finanziell lohnt, wird die Zeit zeigen. Dass der Boom der Digitalwährung der Umwelt schadet, bezweifeln aber selbst Bitcoin-Fans nicht. Eine Verbesserung der Öko-Bilanz des Bitcoin ist nicht absehbar - ganz im Gegenteil.

Berlin (dpa) - Der Bitcoin-Hype lockt auch konservative Sparer aus der Deckung. Beim traditionellen Festgeldsparen schrecken niedrige Zinssätze von unter zwei Prozent die Anleger ab, während die frühen Investoren in die umstrittene Digitalwährung Bitcoin über eine Serie von erstaunlichen Kurssprüngen jubeln. Heftige Kursschwankungen strapazieren zwar die Nerven der Bitcoin-Fans, doch bislang ist der große Crash ausgeblieben.

Die Bitcoin-Gewinner blenden dabei aber oft aus, unter welchen ökologischen Umständen die Digitalwährung «geschürft» wird. Die «Miner» stellen ein gigantisches Computernetzwerk zur Verfügung, mit dem die Integrität der Währung gewährleistet wird. Sie verifizieren sämtliche Bitcoin-Transaktionen und speichern das unendliche Logbuch («Blockchain») in Datenbanken. Sie bilden quasi das technische Rückgrat des Zahlungssystems Bitcoin und werden dafür mit Einheiten der Digitalwährung belohnt.

Den gesamten Strombedarf der in aller Welt verteilten «Miner» kann man nicht exakt bestimmen, sondern nur schätzen. Alex de Vries, einer der weltweit führenden Kryptowährungs-Experten, hat in seinem Blog Digiconomist berechnet, dass durch das Bitcoin-System derzeit 32,5 Terawattstunden im Jahr verbraucht würden. Das entspreche immerhin dem Strombedarf von Serbien. Pro Bitcoin-Transaktion würden 237 Kilowattstunden verbraucht, das entspricht in etwa dem monatlichen Durchschnittsverbrauch in einem kleineren Einfamilienhaus in Deutschland.

Die Zahlen von de Vries sind allerdings nicht unumstritten. So bezweifelt der französische Bitcoin-Experte Marc Bevard die Berechnungsgrundlage, wonach 60 Prozent der Bitcoin-Erlöse beim Schürfen für den Strombedarf draufgehen. Doch selbst, wenn die Stromrechnung nur 20 oder 30 Prozent der geschürften Bitcoin-Erträge frisst, bleiben die grundsätzlichen Zweifel an der ökologischen Nachhaltigkeit des Bitcoin.

Das hat auch mit einem Grundprinzip der Digitalwährung zu tun: Es werden im gesamten Bitcoin-Netzwerk täglich nur rund 3600 Bitcoins an die «Miner» verteilt. Und je mehr «Miner» um die wenigen Bitcoin-Einheiten buhlen, desto komplizierter werden die Rechenaufgaben, die zu bewältigen sind. Dieses Prinzip schützt zum einen das System vor Angriffen von Betrügern. Es treibt aber auch die erforderliche Rechenleistung nach oben.

Die enorme Nachfrage nach Bitcoin lasse die Kosten der Transaktion steigen, sagte am Montag der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, im Deutschlandfunk. «Es ist nicht ganz einfach, diese Eigentumsübertragungen zu verifizieren. Dazu braucht es erhebliche Rechnerleistung. Und der eigentliche Vorteil dieser Technik, nämlich schnell, günstig Eigentumsübertragungen zu erfassen, löst sich jetzt langsam auf, denn es dauert immer länger oder kostet immer mehr, um diese Eigentumsübertragung zu verifizieren.»

Damit sich das Schürfen der Digitalwährung noch lohnt, weichen die großen Player in der Bitcoin-Szene auf Länder aus, in denen Strom nicht viel kostet. Dazu gehört auch Island, wo Ökostrom vergleichsweise billig zu haben ist. Das Gros der Bitcoin-Einheiten wird aber inzwischen in China geschürft, wo Mining-Farmen im Zweifelsfall mit Kohlestrom gespeist werden. Rund zwei Drittel des chinesischen Stroms werden aus fossilen Brennstoffen erzeugt.

Vor diesem Hintergrund hat Bram Cohen, der Erfinder des Filesharing-Systems BitTorrent, angekündigt, eine eigene Digitalwährung herauszubringen. Sein «Chia Network» setzt zwar wie Bitcoin auch auf die Blockchain-Technologie, soll aber bei den Transaktionen mit deutlich weniger Energie auskommen. Bei der Verifizierung soll nicht mehr die Prozessorleistung eine Rolle spielen, sondern der Speicherplatz. «Die Idee ist, einen besseren Bitcoin zu schaffen», sagte Cohen dem Portal «TechCrunch». Außerdem könne man mit dem Chia-System die Instabilität des Bitcoin beseitigen, die auf die Abhängigkeit von wenigen «Minern» zurückzuführen sei, die Zugang zu den billigsten Energiequellen haben.

Im «Chia Network» sollen auch keine «Miner» (Bergleute) arbeiten, sondern «Farmer». «Es ist technisch anspruchsvoll und es gibt einen großen Berg von Arbeit zu erledigen», sagte Cohen. Er habe aber bereits genügend Geld von Investoren eingesammelt und auch schon die notwendigen Mitarbeiter eingestellt. Im zweiten Quartal sollen erste Chia verkauft werden.

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Mi, 2017-12-13 11:23Donau (dpa)

Säureunfall in Österreich - 37 Menschen mit Atemwegsbeschwerden

Aschach an der Donau (dpa) - Bei einem Arbeitsunfall in einer Fabrik in Österreich sind 37 Menschen verletzt worden. In einem Werk zur Herstellung von Maisstärke in Aschach an der Donau trat nach Angaben der Firmenleitung am Mittwochvormittag an einem Tank Chlorgas aus. Die betroffenen Mitarbeiter klagten über Atemwegsbeschwerden, neun von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher des Konzerns Agrana. «Über die Schwere der Verletzungen ist noch nichts bekannt.» Das Werk sei vorsorglich geräumt worden. Davon seien 200 Mitarbeiter betroffen. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Agrana hat weltweit 55 Standorte, 8600 Mitarbeiter und einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro.

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Mi, 2017-12-13 11:21Berlin (dpa)

Industrie wird auch 2018 bei Stromsteuer entlastet

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie kann auch im kommenden Jahr mit Milliarden-Entlastungen bei der Stromsteuer rechnen. Wie das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin nach einer Kabinettssitzung mitteilte, können Unternehmen des produzierenden Gewerbes den sogenannten Spitzenausgleich in voller Höhe erhalten.

Diese Firmen hätten den erforderlichen Beitrag zum Energiesparen geleistet und damit die Voraussetzungen für die steuerliche Begünstigung erfüllt. Grundlage war ein Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI).

Mit der Regelung werden Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen und einen Beitrag zu mehr Energieeffizienz leisten, von einem Teil der Strom- und der Energiesteuer entlastet. Es ist eine der größeren Steuervergünstigungen.

Für 2017 waren dafür nach dem Subventionsbericht vom August Mindereinnahmen des Bundes von rund 1,7 Milliarden eingeplant. Seit 2013 erhalten Unternehmen des produzierenden Gewerbes den Spitzenausgleich nur noch, wenn sie einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten.

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Mi, 2017-12-13 11:20Brüssel (dpa)

Schädliche Wirkung auf Bienen: EU vertagt Abstimmung über Insektizide

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten haben eine Abstimmung über drei auch für Bienen giftige Insektizide verschoben. Die Diskussion über strengere Regeln für den Einsatz der sogenannten Neonicotinoide werde nächstes Jahr fortgeführt, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Die Staaten wollen eine neue Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) abwarten, die für Februar 2018 erwartet wird.

Die Kommission hatte ein Freiland-Verbot für die drei Insektizide vorgeschlagen. Umweltschützer fordern aber ein komplettes Verbot der Wirkstoffe, weil diese Bienen schon bei niedriger Dosierung lähmen oder töten könnten.

Bereits im Dezember 2013 wurde der Einsatz von Neonicotinoiden EU-weit beschränkt. So ist es nicht erlaubt, die drei Insektengifte etwa auf Rapssaat und beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anzuwenden. Die Beschränkung hat aber Lücken und für viele Pflanzen gibt es Sondergenehmigungen. Auch beim Anbau im Gewächshaus sind die Chemikalien erlaubt.

Schon der Beschluss von 2013 ging auf eine Risikobewertung der Efsa zurück. Die Behörde arbeitet an einer neuen Bewertung für Neonicotinoide anhand aktueller wissenschaftlicher Studien. Das für die deutsche Position federführende Landwirtschaftsministerium hatte schon vor einigen Tagen dafür plädiert, die Efsa-Empfehlung abzuwarten.

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Mi, 2017-12-13 11:20Berlin (dpa)

Regierung: Einstufung sicherer Herkunftsstaaten gerechtfertigt

Um Asylbewerber einfacher dorthin zurückschicken zu können, führt Deutschland derzeit acht Länder als sichere Herkunftsstaaten. Weitere Staaten - etwa in Nordafrika - dürften vorerst aber nicht hinzukommen.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hält die Einstufung von sechs Balkanstaaten und zwei afrikanischen Staaten als sogenannte sichere Herkunftsländer weiter für gerechtfertigt. «Die politische Entwicklung in allen Ländern gibt nach Auffassung der Bundesregierung keine Anhaltspunkte für eine Überprüfung der Entscheidung des Gesetzgebers», heißt es in einem Bericht des Innenministeriums, über den das Kabinett am Mittwoch beraten hat.

Ein Staat stuft Länder als sichere Herkunftsländer ein, um Asylbewerber von dort einfacher in ihre Heimat zurückschicken zu können. In Deutschland stehen bislang acht Staaten auf dieser Liste. In der vergangenen Legislaturperiode wollte die große Koalition auf Drängen von CDU und CSU auch die nordafrikanischen Länder Algerien, Marokko und Tunesien zu sicheren Herkunftsstaaten erklären. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch im März dieses Jahres am Bundesrat.

Ein erneuter Anlauf ist zunächst nicht geplant. Die geschäftsführende Bundesregierung habe sich noch keine abschließende Meinung über einen neuen Gesetzentwurf gebildet, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bei der Regierungsbefragung im Bundestag. «Aber ich hielte es für klug, einen solchen Gesetzentwurf erst dann einzubringen, wenn sich dafür mindestens mal im Bundestag eine klare Mehrheit abzeichnet.»

Schon seit 1993 gelten Ghana und Senegal in Deutschland als sichere Herkunftsstaaten. In den vergangenen Jahren fügte die Bundesregierung mehrere Balkan-Staaten hinzu: 2014 zunächst Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien, 2015 dann Albanien, Kosovo und Montenegro. Hintergrund war eine große Zahl von Asylbewerbern aus diesen Ländern, die nach Deutschland gekommen waren - nach Ansicht der Bundesregierung ohne jeden Schutzanspruch.

Im Jahr 2015 wurde eine Berichtspflicht eingeführt, wonach die Regierung alle zwei Jahre darlegen muss, ob die Voraussetzungen für die Einstufung noch gegeben sind. Die nun vorliegende 70-seitige Länderanalyse ist der erste Bericht dieser Art.

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Mi, 2017-12-13 11:15Düsseldorf (dpa)

Claas profitiert von Erholung in der Landwirtschaft

Düsseldorf (dpa) - Dank weltweit steigender Milch- und Weizenpreise erholt sich auch das Geschäft mit Landmaschinen. Das Familienunternehmen Claas aus dem ostwestfälischen Harsewinkel hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2017 (30. September) mit dem Verkauf von Traktoren und Mähdreschern um 3,6 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro gesteigert. Beim Gewinn vermeldet Claas bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Düsseldorf nach einem Einbruch im Vorjahr einen Sprung von 37,6 auf 115,4 Millionen Euro. Weltweit ging die Anzahl der Mitarbeiter in Folge mehrerer Krisenjahre um 3 Prozent auf knapp unter 11 000 zurück. Nach Rekordernten im zweiten Jahr in Folge bleibt das Geschäft in Osteuropa mit Russland und der Ukraine der große Antreiber.

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Mi, 2017-12-13 11:14Accra (dpa)

Steinmeier trifft Sicherheitsexperten - Weiterflug nach Gambia

Accra (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am letzten Tag seines Staatsbesuchs in Ghana ein Ausbildungszentrum für Friedenseinsätze in Westafrika besucht. Er sicherte dabei am Mittwoch in der Hauptstadt Accra dem Kofi Annan International Peacekeeping and Training Centre (KAIPTC) weitere deutsche Unterstützung zu. «Wir wissen um die Bedeutung Ihrer Arbeit», sagte Steinmeier den Verantwortlichen. Das KAIPTC in Accra bietet Ausbildungskurse zur Krisenprävention und Konfliktbearbeitung für Militärs, Polizisten und ziviles Personal an.

Nach einem Gespräch mit ghanaischen Startup-Unternehmern und der Eröffnung eines Migrationsberatungszentrums wollte Steinmeier am Nachmittag von Ghana nach Gambia weiterfliegen. Neben dem Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen steht die Bekämpfung von Fluchtursachen im Vordergrund der viertägigen Reise durch die beiden Länder. Rund 20 Unternehmer und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) begleiten den Bundespräsidenten.

Gambia mit nur zwei Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Besuch Steinmeiers gilt auch als Zeichen der Unterstützung für den Präsidenten Adama Barrow, der erst im Januar gegen den Widerstand seines diktatorischen Vorgängers ins Amt gekommen war und eine vorsichtige Demokratisierung eingeleitet hat.

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Mi, 2017-12-13 11:09Islamabad/Kabul (dpa)

Abgeschobener Afghane: Rückkehr möglicherweise schon am Donnerstag

Wegen eines Verfahrensfehlers muss das Bundesamt für Migration einen bereits abgeschobenen Afghanen aus Kabul zurückholen. Seit Mittwoch hat Haschmatullah F. sein deutsches Visum in der Tasche. Der Flug nach Deutschland scheint schon für die Nacht geplant zu sein.

Islamabad/Kabul (dpa) - Der abgeschobene afghanische Flüchtling, der wegen eines Verfahrensfehlers nach Deutschland zurückgeholt werden muss, könnte schon am Donnerstag in Deutschland ankommen.

Am Mittwochmorgen hatte Haschmatullah F. in der Visastelle der deutschen Botschaft im pakistanischen Islamabad sein Visum abgeholt. Die Botschaft in Afghanistan ist nach einem schweren Bombenanschlag noch geschlossen. Überraschend hieß es dann am Nachmittag in einer Botschaft über den Hotelmanager, er solle packen und sich um 21.00 Uhr Ortszeit bereit halten, wie F. der Deutschen Presse-Agentur sagte. In einer Mitteilung zuvor hatte es 15.00 Uhr geheißen.

Organisiert wird die Reise von der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die auf Anfrage des Auswärtigen Amtes sowie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Reise hilft.

Wann Haschmatullah F. in Deutschland ankommt und in welcher Stadt, blieb zunächst unklar. F. hatte im Sommer mehrere Monate in Tübingen gelebt und hofft, dorthin zurückkehren zu können.

Sein Visum sei zunächst gültig für drei Monate. «Ich bin sehr froh», sagte F.. Ich kann nicht glauben, dass es geklappt hat.» Ob er dieses Mal in Deutschland wird bleiben dürfen, ist nicht klar.

Das BAMF hatte im Sommer die Abschiebung des Afghanen nach Bulgarien irrtümlich erlaubt, obwohl am Verwaltungsgericht Sigmaringen noch ein Eilantrag seines Anwalts dagegen anhängig war. Solche Anträge gewähren Abschiebeschutz.

F. war auf seiner Reise von Afghanistan nach Deutschland in Bulgarien als erstem EU-Land offiziell registriert worden. Gemäß den EU-Regeln wäre Bulgarien damit für sein Asylverfahren zuständig. F.s Anwalt Markus Niedworok argumentiert aber, dass dort «wegen systematischer Mängel faire Asylverfahren nicht zu erwarten» seien.

Am 21. Dezember wird F. in Sigmaringen erwartet, wo das Verwaltungsgericht endgültig klären soll, ob Bulgarien oder Deutschland für seinen Fall zuständig ist. Sollte Deutschland zuständig sein, würde das normale Asylverfahren beginnen.

Eine BAMF-Sprecherin wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob F. der erste abgeschobene Asylbewerber ist, der wegen eines Verfahrensfehlers zurückgeholt werden muss.

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Mi, 2017-12-13 11:07Seoul/Frankfurt (dpa)

Südkorea will Digitalwährung besteuern - Dämpfer für Bitcoin-Euphorie

Die Rekordjagd beim Bitcoin hält an, gleichzeitig steigt die Zahl der Kritiker und Warnungen. Das G20-Land Südkorea tritt auf die Bremse, die australische Notenbank spricht gar von «spekulativem Wahn».

Seoul/Frankfurt (dpa) - Bemühungen zur Eindämmung des Handels mit Bitcoin in Südkorea sowie die Aussicht auf mögliche Wetten gegen die umstrittene Digitalwährung haben die Euphorie um das Cybergeld gebremst. Südkorea erwäge die Besteuerung von Kapitalgewinnen aus dem Handel mit solchen Währungen, teilte das Büro für die Koordinierung der Regierungspolitik am Mittwoch nach einer Dringlichkeitssitzung mit. Unterdessen warnt mit dem Chef der australischen Notenbank erneut ein führender Währungshüter vor der Digitalwährung - betont aber zugleich, dass man sich selbst mit der Technologie befasse.

Neben der möglichen Besteuerung will Südkorea auch verhindern, dass Minderjährige mit Kryptowährungen handeln und Anlagekonten eröffnen können. Das Verbot für Finanzinstitute, mit virtuellen Währungen zu handeln, soll aufrechterhalten bleiben. Südkorea gehört zur wichtigen G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer und gilt als eine wichtige Bitcoin-Hochburg.

Die Möglichkeit von Regulierungen durch Staaten gilt als Achillesferse für den Bitcoin. Entsprechend wurde die Digitalwährung am Vormittag etwas unter dem Niveau vom Vorabend gehandelt. Mit deutlich über 16 000 Dollar auf den wichtigsten Handelsplätzen bleibt sie aber extrem hoch bewertet. Auf dem Handelsplatz Bitstamp kostete der Bitcoin zuletzt rund 16 500 Dollar.

Zum Wochenbeginn war der Kurs erstmals auf allen wichtigen Handelsplätzen über 17 000 Dollar gestiegen. Auslöser dafür war, dass der US-Börsenbetreiber CBOE erstmals einen Terminkontrakt auf Bitcoin angeboten hat. Dadurch können Bitcoin faktisch auch am klassischen Finanzmarkt gehandelt werden und nicht nur auf spezialisierten Online-Portalen. Zu Jahresbeginn kostete ein Bitcoin noch 1000 Dollar. Seither ging es steil aufwärts.

Experten warnen jedoch vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung. Am Mittwoch bemängelte der Chef der australischen Notenbank, Philip Lowe, dass der Bitcoin als Zahlungsinstrument vor allem für illegale Transaktionen attraktiv sei. Und: «Die derzeitige Faszination für diese Währungen fühlt sich eher an wie ein spekulativer Wahn, als dass es mit ihrer Verwendung als effiziente und bequeme Form des elektronischen Zahlens zu tun hätte.» Der Wert des Bitcoin schwanke stark, die Transaktionskosten seien hoch und der Stromverbrauch «atemberaubend».

Dass der Bitcoin so viel Energie frisst, hat mit einem technischen Konstruktionsprinzip zu tun: Täglich werden neue Bitcoin durch das sogenannte «Mining» geschaffen, bei dem Nutzer mit immer komplizierter werdenden Rechenprozessen um die Zuteilung buhlen. Das treibt die erforderliche Rechenleistung nach oben. Alex de Vries, einer der weltweit führenden Kryptowährungs-Experten, schätzt den Stromverbrauch durch das Bitcoin-System auf derzeit 32,5 Terawattstunden im Jahr. Das entspreche dem Strombedarf des Landes Serbien.

Inzwischen gibt es außerdem Bitcoin-Kritiker, die vor negativen Effekten für den klassischen Finanzmarkt warnen. Zu ihnen gehört der Milliardär Thomas Peterffy, Chef vom Finanzdienstleister Interactive Brokers. Er kündigte am Mittwoch gegenüber der «Financial Times» an, sein Unternehmen werde seinen Kunden ab Ende der Woche Wetten gegen den Bitcoin anbieten.

Kritiker warnen zudem, beim Bitcoin liege zu viel Macht in zu wenigen Händen. Die «Welt» berichtete am Mittwoch mit Bezug auf die Internetseite Bitinfo, dass gerade einmal 112 Investoren knapp 20 Prozent aller Bitcoin besitzen. Diese Machtkonzentration könne Manipulationen Tür und Tor öffnen. Hinzu kommen Risiken von Diebstahl und Hackerangriffen. Immer wieder werden Bitcoin-Börsen attackiert, zuletzt wurde etwa der slowenische Anbieter Nice Hash bestohlen. Am Dienstag griffen zudem Hacker die große Handelsplattform Bitfinex an.

Der zunehmenden Beliebtheit von Bitcoin und anderen Digitalwährungen tut das alles bislang keinen Abbruch. Nach Daten der Internetseite Coinmarketcap.com wurde in der Nacht auf Mittwoch die Grenze von einer halbe Billion US-Dollar überschritten. So viel sollen alle Kryptowährungen, von denen es mittlerweile mehr als 1300 geben soll, zusammen wert sein. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf Bitcoin.

Außerdem zeigte sich am Mittwoch trotz aller Kritik am Bitcoin einmal mehr, wie groß das Interesse an der dahinter stehenden Technologie auch in der etablierten Finanzwelt ist. Australiens Notenbankchef Lowe betonte, dass die Notenbank offen sei für die Blockchain-Technologie sowie die Möglichkeit, die Landeswährung mit dieser Technik zu verknüpfen. Man stehe zu dem Thema mit Finanz- und Technologiefirmen sowie mit anderen Notenbanken im Kontakt.

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Mi, 2017-12-13 11:07Berlin (dpa)

FDP-Generalsekretärin attackiert VW-Chef Müller als «Diesel-Judas»

Berlin (dpa) - FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat VW-Chef Matthias Müller nach dessen Vorstoß zur Zukunft des Diesel attackiert und ihn als «Diesel-Judas» bezeichnet. Müller hatte die bestehenden Steuervorteile für Dieselsprit in Zweifel gezogen. Beer schrieb am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit Blick auf Müller: «Frage an den Diesel-Judas: Was tragen Sie denn dazu bei, damit neue Technologien und emissionsfreie Kraftstoffe schneller kommen? Oder nur Abgreifen von noch mehr Subventionen?» In dem Tweet war ein Artikel zu den Aussagen Müllers verlinkt.

Der VW-Chef hatte dem «Handelsblatt» gesagt: «Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden.» Fachleute und Umweltexperten hatten sich ebenfalls gegen dieses Diesel-Privileg gewandt.

Konkret schlug Müller eine schrittweise Umschichtung der Steuererleichterungen vor. «Das Geld könnte sinnvoller in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert werden. Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos, wären das richtige Signal. Das würden wir aushalten, ohne gleich Existenzängste haben zu müssen.»

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Mi, 2017-12-13 10:52Düsseldorf (dpa)

Vodafone bringt «Maschinen-Netz» großflächig in die Metropolen

Düsseldorf (dpa) - Vodafone bringt sein neues «Maschinen-Netz» für das Internet der Dinge zunächst in Düsseldorf an den Start. In Berlin beginne aktuell der Ausbau des Schmalbands (Narrowband), kündigte das Unternehmen an. Das Netz soll neue Anwendungen vom smarten Pfandautomaten bis zum intelligenten Staubsauger ermöglichen. «Unser neues Maschinen-Netz macht Sachen smart - und vereinfacht Alltag und Arbeitsleben», sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland.

Das sogenannte Schmalband zeichnet sich durch seine große Reichweite auch in Gebäuden und unter der Erde aus und kann somit fast überall genutzt werden - bei sehr geringem Energiebedarf. Es ist vor allem für die Übertragung kleiner Datenmengen geeignet, bei denen es nicht unbedingt auf Schnelligkeit ankommt. Auch die Deutsche Telekom baut derzeit flächendeckend ein Schmalband-Netz in Deutschland aus. Es gibt auch Anbieter wie das französische Unternehmen Sigfox, die nicht regulierte Frequenzen für ihre Schmalband-Angebote nutzen.

Vodafone setzt bei seinem Maschinen-Netz nach eigenen Angaben auf eine optimierte LTE-Variante. Batterielaufzeiten der Sensoren von bis zu zehn Jahren sollen die Datenübertragung auch ohne externe Stromversorgung ermöglichen. In seinem «IoT Future Lab» in Düsseldorf entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit Partnern bereits Anwendungen wie Gasflaschen, die selbstständig anzeigen, wenn sie gefüllt werden müssen oder Umkleide-Spinde, die Alarm schlagen, wenn sie unrechtmäßig dauerhaft blockiert werden.

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