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Bundesumweltministerin: Naturschutzgebiete besser managen

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat zum Auftakt der Weltnaturkonferenz im chinesischen Kunming ein besseres Management von Naturschutzgebieten gefordert. Es reiche nicht länger aus, einzelne Arten oder Gebiete unter Schutz zu stellen. Global sollten 30 Prozent der Fläche an Land und im Meer bis 2030 geschützt werden, forderte Schulze.

Die knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention für die biologische Vielfalt (CBD) wollen bis Freitag über ein neues Rahmenabkommen beraten - vergleichbar mit dem Pariser Klimaabkommen. Die Konferenz war schon für Oktober 2020 geplant, wurde aber wegen der Pandemie verschoben und auf mehrere Termine verteilt. Im Januar folgen weitere Verhandlungen, bevor die Strategie bei einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai in Kunming verabschiedet werden soll.

«Nach Jahrzehnten der Naturzerstörung müssen wir den Trend umkehren und ein Jahrzehnt der Renaturierung einleiten», sagte Schulze am Montag in Berlin. So sollen in Deutschland konkret etwa Moore, Wälder und Auen wieder in einen naturnahen Zustand gebracht werden. Dafür müsse auch die Agrarpolitik verändert werden: «So wie wir im Moment Landwirtschaftspolitik betreiben, ist sie Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.»

Darüber hinaus werde der Artenschutz bei der Konferenz ein wichtiges Thema sein. Auch in Deutschland seien Tierarten vom Aussterben bedroht, wie etwa der Feldhase oder der Luchs. «Und das sind nur die Promis unter den bedrohten Arten», sagte Schulze. Auch bei kleinen Arten gebe es das große Sterben, wie etwa den Insekten. «Was der Regenwald für bestimmte Affenarten ist, ist die Blumenwiese vor unserer Haustür für bestimmte Insektenarten», sagte Schulze. Die Finanzierung des Artenschutzes müsse nicht nur Ziel des Umweltministeriums, sondern auch der Landwirtschafts-, Haushalts- und Entwicklungspolitik sein.

Schulze mahnte, Vereinbarungen der globalen Weltnaturkonferenz dürften «keine leeren Versprechungen bleiben», sondern müssten in «nationale Verpflichtungen» heruntergebrochen und mit einer wirksamen «Erfolgskontrolle» überprüft werden.

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