So, 2018-05-20 20:14Berlin (dpa)

Berichte: Flüchtlingsamt reagierte auf erste Hinweise nur zögerlich

Berlin (dpa) - In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen in Bremen sind neue Vorwürfe gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) laut geworden. Die Zentrale in Nürnberg habe auf erste Hinweise nur zögerlich und anscheinend widerwillig reagiert, berichteten «Spiegel Online», NDR und «Süddeutsche Zeitung» am Sonntag unter Berufung auf interne E-Mails.

Daraus gehe hervor, dass die Zentrale des Bundesamts in Nürnberg früh von fragwürdigen Vorgängen gewusst, diese aber allenfalls schleppend und offenbar nur widerwillig aufklären wollte. Der zuständige Abteilungsleiter des Bundesamts habe im Februar 2017 zwar eine Prüfung angeordnet, diese solle aber «geräuschlos» geschehen. Er wolle nicht, heißt es demnach in seiner E-Mail, «dass alles bis ins Detail geprüft wird».

Dazu erklärte das Bamf, die Äußerung des zuständigen Gruppenleiters «geräuschlos» vorzugehen, habe die Zielsetzung gehabt, die Verfahren zunächst intern zu sichten. «Die Prüfung der Hinweise ist nach der ersten Durchsicht unverzüglich eingeleitet worden und soweit erforderlich sind die Bescheide aufgehoben worden», teilte ein Sprecher der Behörde am Sonntagabend mit.

Bamf-Präsidentin Jutta Cordt hatte dem Innenausschuss des Bundestags im April einen Überblick über die Abläufe der internen Untersuchungen gegeben. Dabei erwähnte sie die E-Mails vom Februar 2017 gegenüber den Abgeordneten aber nicht.

In der Öffentlichkeit war die Affäre erst durch Ermittlungen und Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. Im Mittelpunkt steht eine frühere Leiterin der Bremer Bamf-Stelle, die zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Nach den Unregelmäßigkeiten in Bremen überprüft das Bamf inzwischen zehn weitere Außenstellen. Dort waren jeweils Abweichungen von den durchschnittlichen Schutzquoten um zehn Prozentpunkte aufgefallen, und zwar nach oben ebenso wie nach unten. In diesen Außenstellen sollen jetzt in repräsentativen Stichproben insgesamt 8500 Fälle aus dem Jahr 2017 überprüft werden.

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So, 2018-05-20 19:09Berlin (dpa)

Berichte: Flüchtlingsamt reagierte auf erste Hinweise nur zögerlich

Berlin (dpa) - In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen in Bremen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) auf erste Hinweise nur zögerlich reagiert. Das berichteten «Spiegel Online», NRD und «Süddeutsche Zeitung» am Samstag unter Berufung auf interne E-Mails.

Daraus gehe hervor, dass die Zentrale des Bundesamts in Nürnberg früh von fragwürdigen Vorgängen gewusst, diese aber allenfalls schleppend und offenbar nur widerwillig aufklären wollte. Der zuständige Abteilungsleiter des Bundesamts habe im Februar 2017 zwar eine Prüfung angeordnet, diese solle aber «geräuschlos» geschehen. Er wolle nicht, heißt es demnach in seiner E-Mail, «dass alles bis ins Detail geprüft wird».

Bamf-Präsidentin Jutta Cordt hatte dem Innenausschuss des Bundestags im April einen Überblick über die Abläufe der internen Untersuchungen gegeben. Dabei erwähnte sie die E-Mails vom Februar 2017 gegenüber den Abgeordneten aber nicht.

In der Öffentlichkeit war die Affäre erst durch Ermittlungen und Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. Im Mittelpunkt steht eine frühere Leiterin der Bremer Bamf-Stelle, die zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Nach den Unregelmäßigkeiten in Bremen überprüft das Bamf inzwischen zehn weitere Außenstellen. Dort waren jeweils Abweichungen von den durchschnittlichen Schutzquoten um zehn Prozentpunkte aufgefallen, und zwar nach oben ebenso wie nach unten. In diesen Außenstellen sollen jetzt in repräsentativen Stichproben insgesamt 8500 Fälle aus dem Jahr 2017 überprüft werden.

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So, 2018-05-20 19:05dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Berichte: Flüchtlingsamt reagierte auf erste Hinweise nur zögerlich

Berlin (ots) - In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen in Bremen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) auf erste Hinweise nur zögerlich reagiert. Das berichteten «Spiegel Online», NRD und «Süddeutsche Zeitung» am Samstag unter Berufung auf interne E-Mails.

Daraus gehe hervor, dass die Zentrale des Bundesamts in Nürnberg früh von fragwürdigen Vorgängen gewusst, diese aber allenfalls schleppend und offenbar nur widerwillig aufklären wollte. Der zuständige Abteilungsleiter des Bundesamts habe im Februar 2017 zwar eine Prüfung angeordnet, diese solle aber «geräuschlos» geschehen. Er wolle nicht, heißt es demnach in seiner E-Mail, «dass alles bis ins Detail geprüft wird».

Bamf-Präsidentin Jutta Cordt hatte dem Innenausschuss des Bundestags im April einen Überblick über die Abläufe der internen Untersuchungen gegeben. Dabei erwähnte sie die E-Mails vom Februar 2017 gegenüber den Abgeordneten aber nicht.

In der Öffentlichkeit war die Affäre erst durch Ermittlungen und Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. Im Mittelpunkte steht eine frühere Leiterin der Bremer Bamf-Stelle, die zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Nach den Unregelmäßigkeiten in Bremen überprüft das Bamf inzwischen zehn weitere Außenstellen. Dort waren jeweils Abweichungen von den durchschnittlichen Schutzquoten um zehn Prozentpunkte aufgefallen, und zwar nach oben ebenso wie nach unten. In diesen Außenstellen sollen jetzt in repräsentativen Stichproben insgesamt 8500 Fälle aus dem Jahr 2017 überprüft werden.

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So, 2018-05-20 19:00Stuttgart (dpa)

Rüstungsgegner beginnen Staffellauf nach Berlin

Stuttgart (dpa) - An diesem Montagmittag (12.00 Uhr) fällt der Startschuss für den Staffellauf «Frieden geht», der Friedensaktivisten und Rüstungsgegner von Baden-Württemberg quer durch die Republik bis nach Berlin führt. Ausgangspunkt ist der Firmensitz des Waffenherstellers Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar. Mit der Aktion wollen die Teilnehmer gegen Rüstungsexporte demonstrieren. Deutsche Waffen würden an kriegführende Staaten exportiert, mit ihnen würden in aller Welt schwere Menschenrechtsverletzungen verübt, kritisieren sie.

Zu den Veranstaltern zählen Kirchen, Entwicklungsorganisationen und Friedensinitiativen. Für die gesamte Strecke von rund 1100 Kilometern haben sich nach ihren Angaben mehr als 1000 Menschen angemeldet. Auf den ersten beiden Etappen treten demnach am Montag rund 100 Teilnehmer an. Die letzte Etappe ist für den 2. Juni geplant.

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So, 2018-05-20 16:58Berlin (dpa)

Erste Hinweise auf manipulierte Asylbescheide schon Anfang 2016

In der Affäre um positive Asylentscheidungen ohne ausreichende Gründe werden immer neue Details bekannt. Viele wussten von Unregelmäßigkeiten - der zuständige Minister lange nicht.

Berlin (dpa) - In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen in Bremen sind dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) Unregelmäßigkeiten bereits im Januar 2016 bekannt geworden. Inzwischen überprüft das Bamf bundesweit zehn weitere Außenstellen. Ob der Bundestag die Vorgänge in einem Untersuchungsausschuss durchleuchten wird, ist offen.

Am 25. Januar 2016 habe es einen anonymen Hinweis beim Obudsmann des Bundesinnenministeriums gegeben, sagte Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) in einer Sitzung des Innenausschusses, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag erfuhr. Auch die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichtete darüber.

Das Bamf habe 2016 Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, gegen die damalige Leiterin der Bremer Bamf-Außenstelle sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Das Verfahren sei im März 2017 mit der Verfügung abgeschlossen worden, ihre Bezüge zu kürzen. Am 21. Juli 2016 sei die Leiterin von ihrer Position enthoben worden.

Nach staatsanwaltlichen Durchsuchungen am 18. und 19. April war bekannt geworden, dass die frühere Leiterin der Bremer Bamf-Stelle zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass es erste interne Hinweise 2014 gegeben haben soll und 2016 disziplinarrechtliche Untersuchungen gab.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte am Sonntag der dpa, die Innenrevision des Ministeriums habe in den Jahren 2016 und 2017 punktuell über einzelne Aspekte der Vorwürfe erfahren. Das Personalreferat des Ministeriums sei im April 2017 über den Abschluss des Disziplinarverfahrens informiert worden. Gegangen sei es hier um den Vorwurf, «sie habe in circa 26 Fällen Anträge außerhalb ihrer Kompetenz positiv beschieden». Weder Ausmaß noch strafrechtliche Relevanz des Fehlverhaltens sei damals erkennbar gewesen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat laut der Sprecherin erstmals am 19. April 2018 von den Vorgängen in der Außenstelle in Bremen erfahren. An dem Tag führte die Polizei Durchsuchungen bei Beschuldigten durch. Die inzwischen wieder abgelöste neue Leiterin in Bremen, Josefa Schmid, hatte vergeblich versucht, Seehofer zu informieren.

Laut Ministeriumssprecherin hatte Schmid am Tag der Amtseinführung von Seehofer am 14. März 2018 erstmals telefonisch in seinem Ministerbüro nach einem Termin gefragt. Staatssekretär Mayer habe Schmid am 4. April angerufen. Sie habe noch am selben Tag eine Darstellung der Bremer Vorgänge an Mayers Abgeordnetenbüro geschickt. Laut der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» befasste sich Mayer erst am 14. Mai mit dem Bericht und leitete ihn an eine Abteilung seines Hauses weiter, nicht aber an Seehofer.

«Die Abgabe von an den Minister gerichteten Terminanfragen, beispielsweise an Staatssekretäre, entspricht dem üblichen ministeriellen Verfahren», sagte die Sprecherin.

In den zehn weiteren Bamf-Außenstellen, die nun überprüft werden, waren jeweils Abweichungen von den durchschnittlichen Schutzquoten um zehn Prozentpunkte aufgefallen, und zwar nach oben ebenso wie nach unten, so die Ministeriumssprecherin. Nun würden in repräsentativen Stichproben insgesamt 8500 Fälle aus dem Jahr 2017 überprüft.

Darüber hinaus geht das Bamf demnach Unklarheiten bei Asylbescheiden in seiner Außenstelle im rheinland-pfälzischen Bingen nach. Hintergrund seien fachlich divergierende Einschätzungen über asylverfahrensrechtliche Bewertungen zwischen den Mitarbeitern.

Die FDP dringt auf einen Untersuchungsausschuss. Der soll nach dem Willen von FDP-Chef Christian Lindner auch die politische Verantwortung seit 2014 prüfen, als sich wachsender Flüchtlingszuzug anbahnte. Die AfD hat Unterstützung signalisiert. Für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ist allerdings die Unterstützung eines Viertels der Abgeordneten nötig - das wären drei der vier Oppositionsfraktionen AfD, FDP, Grüne und Linke. Die Linkspartei ist dagegen.

Die flüchtlingspolitische Fraktionssprecherin der Grünen, Luise Amtsberg, sagte der «Bild am Sonntag», ein Ausschuss solle «in erster Linie die Missstände im Bamf untersuchen, nicht die angebliche Grenzöffnung 2015». Lindner und der AfD gehe es um eine Abrechnung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). «Für diese taktischen Spielchen ist die Situation aber zu ernst. Wir Grüne wollen aufklären und gleichzeitig den Blick nach vorn richten und reformieren.»

Unterdessen droht Seehofer bei den vorgesehenen Asyl-Ankerzentren in geplanter Form ein Scheitern. Die große Mehrzahl der Länder will zunächst keine Ankerzentren einrichten oder ist noch unentschieden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sowie Äußerungen der vergangenen Tage ergaben. Positiv äußerte sich lediglich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU): Die zentrale Landesaufnahmestelle könne zum Vorbild für die geplanten Asyl- und Abschiebezentren werden. Ansonsten ist nur in Bayern die Umwandlung eines Transitzentrums zu einem Ankerzentrum in Vorbereitung.

Das Innenressort will eine Pilotphase an bis zu sechs Standorten. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der «Welt am Sonntag»: «Wir werden es nicht akzeptieren, dass andere schnelle Abschiebungen fordern, sich dann aber bei den Ankerzentren wegducken.»

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So, 2018-05-20 16:04Berlin (dpa)

Unionspolitiker: Klimaschutz darf Kohlekommission nicht dominieren

Es geht um Tausende Arbeitsplätze und viele Milliarden für den Strukturwandel in Braunkohle-Regionen. Wie wichtig die neue Kohlekommission ist, zeigt das Gezerre um die Besetzung und den genauen Auftrag des Gremiums.

Berlin (dpa) - Um den Auftrag der Kohlekommission zur Planung des Braunkohleausstiegs gibt es weiterhin Ärger. Der Wirtschaftsflügel der Union fordert einen Vorrang für ökonomische Fragen. «Der Umwelt- und Klimaschutz darf die Kommission nicht dominieren», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssten mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Den Grünen sind die Klimaschutz-Vorgaben dagegen nicht ehrgeizig genug.

Das Gremium soll bis Ende dieses Jahres ein Enddatum für den Kohleausstieg festlegen. Die Mitglieder sollen zudem einen Pfad für den Abschied vom Strom aus Braunkohle abstecken und sicherstellen, dass Deutschland sein Klimaschutzziel für das Jahr 2030 einhält. Um die Besetzung und den genauen Auftrag gibt es allerdings seit Wochen Streit. Eigentlich sollte Ende April feststehen, wer in der Kommission sitzt.

Von den Grünen erntete Pfeiffer entschiedenen Widerspruch. «Statt weniger braucht die Kommission mehr Klimaschutz», sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock der dpa. «Statt die klimapolitische Notwendigkeit eines raschen und sozialverträglichen Kohleausstiegs anzuerkennen, überwiegen bisher rückwärtsgewandte Anliegen.» Der bisherige Entwurf für das Mandat der Kommission sei nicht mit dem Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens im Einklang, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.

Als Vorsitzende der Kommission sind bisher die frühere Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser (CDU), der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sowie der frühere sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) vorgeschlagen, aber noch nicht offiziell bestätigt. Umweltschützer bemängeln, dass dem Vorsitz Kompetenz in Sachen Klimaschutz fehlen würde, wenn es bei den dreien bliebe.

Unter anderem die Grünen hatten gefordert, schon im Mandat festzulegen, dass in den kommenden Jahren Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, um dem Klimaschutzziel 2020 näher zu kommen. Bis dahin soll Deutschland insgesamt 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990. Das Ziel gilt aber als politisch nicht mehr durchsetzbar.

Ein Entwurf für das Mandat der Kommission «Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» bezieht sich auf den Klimaschutzplan vom Jahr 2016. Daraus ergebe sich eine Verringerung der Emissionen aus der Energiewirtschaft um 61 bis 62 Prozent im Jahr 2030 gegenüber dem Jahr 1990, heißt es in dem Entwurf. In einer älteren Fassung hatte gestanden, vorgegeben sei eine Reduktion der CO2-Emissionen aus der Kohlestrom-Produktion um 60 Prozent im Vergleich zu heute. Kritiker in Umweltschutzkreisen werten die Änderung als eine Abschwächung der klimapolitischen Ambitionen.

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So, 2018-05-20 15:42Berlin (dpa)

Erneute Verzögerungen am Hauptstadtflughafen - Tüv stellt sich quer

Eigentlich sollte es auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens jetzt zügig vorangehen - den Eröffnungstermin 2020 vor Augen. Berichte von Prüfern und Zuständigen für die Projektsteuerung lassen daran zweifeln.

Berlin (dpa) - An dem von Pannen und Terminverschiebungen geplagten neuen Hauptstadtflughafen BER gibt es neue Probleme - diesmal bei der Kabel-Sanierung. Der Bericht einer Projektsteuerungsfirma stelle fest, dass sie elf Monate hinter dem Zeitplan liege, schreibt die «Bild am Sonntag». Weitere Verzögerungen hätten eine «Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent». Der interne Statusbericht vom 16. April dieses Jahres führe 863 «wesentliche Mängel» für das Hauptterminal auf, das Abarbeiten dauere zu lange.

Bereits im Februar habe der Tüv Rheinland der Flughafengesellschaft mitgeteilt, dass die Betriebssicherheit und Wirksamkeit für die bemängelten Anlagen nicht abschließend bescheinigt werden könne, heißt es in der Zeitung. Zuvor habe das Unternehmen nach mehrmonatiger Prüfung einen 466 Seiten starken Bericht zur Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung vorgelegt.

Flughafen-Sprecher Hannes Stefan Hönemann bestätigte der dpa am Sonntag die Existenz der Dokumente, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Bericht der Projektsteuerungsfirma den Stand von Mitte April, also von vor fünf Wochen, widerspiegele. Seitdem seien Gegenmaßnahmen ergriffen und erfolgreich umgesetzt worden. Mängel wurden demnach beseitigt oder würden aktuell beseitigt. So seien etwa die Teams der zuständigen Baufirma verstärkt worden. Am geplanten Eröffnungstermin des BER im Oktober 2020 änderten die jüngsten Probleme nichts, betonte Hönemann.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Florian Graf, sagte: «Berlins Steuerzahler sind es leid, dass die Wahrheit über den Pannen-Flughafen BER immer nur scheibchenweise herauskommt. Es kann nicht sein, dass wir von neuen Pannen wie Verzögerungen bei der Kabel-Sanierung oder der verweigerten Tüv-Abnahme erst aus Medien erfahren statt von den Flughafen-Verantwortlichen oder von den Koalitionsvertretern im Aufsichtsrat. Wir fordern Transparenz und Klarheit. Rot-Rot-Grün muss den Widerstand gegen einen neuen Untersuchungsausschuss zum BER endlich aufgeben.»

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So, 2018-05-20 15:33Hannover/Hitzacker (dpa)

Vermummte marschieren vor Polizisten-Wohnhaus in Niedersachsen auf

Eine Gruppe mit teils Vermummten zieht vor dem Wohnhaus eines Polizisten in Niedersachsen auf. Dort bringen die etwa 60 Mitglieder der linken Szene Banner an und versuchen, die Familie einzuschüchtern. Politiker verurteilen den Vorfall scharf.

Hannover/Hitzacker (dpa) - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat einen Aufmarsch von 60 teils Vermummten vor dem Haus eines Polizisten nahe Hitzacker scharf kritisiert. «Ich bin absolut davon entsetzt. Das ist eine unfassbare Grenzüberschreitung», schrieb er bei Facebook. «Wenn der Name und die Adresse dieses Beamten aus Hitzacker auf einschlägigen Seiten der linksautonomen Szene veröffentlicht werden und er dann zuhause mit seiner Familie Opfer einer solchen Bedrohungslage wird, können wir das nicht hinnehmen und müssen reagieren.»

Nach einem Polizeibericht vom Samstag hatte die Gruppe «gezielt das Grundstück und private Wohnhaus eines örtlichen Polizeibeamten in der Samtgemeinde Elbtalaue heimgesucht». Durch lautstarke Stimmungsmache, Anbringen von Bannern und durch ihre Vermummung hätten die Teilnehmer versucht, dessen Familie einzuschüchtern, die allein Zuhause war.

Nach dem Eintreffen von Polizeikräften soll es zu «Handgreiflichkeiten und Widerstandshandlungen» gekommen sein. Die Polizei erteilte Platzverweise und nahm mutmaßliche Täter in Gewahrsam. Vorausgegangen sein soll dem am Nachmittag eine friedlich verlaufene Demonstration in Gorleben. Der Ort ist als Kulminationspunkt der Anti-Atomkraft-Proteste bekannt.

Er habe inzwischen mit dem betroffenen Beamten gesprochen und sich den Fall aus dessen Sicht schildern lassen, sagte Pistorius und sprach von einer «unfassbaren Aktion». Auch Politiker von CDU, FDP, der AfD und den Grünen verurteilten den Aufmarsch.

«Dieser Angriff zeigt deutlich, wie weit mittlerweile die Gewalttaten gegen Polizeibeamte vorangeschritten sind und dass es Gruppen in dieser Bevölkerung gibt, die überhaupt keine Skrupel mehr haben, gegen Polizisten auch persönlich vorzugehen», hatte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, Alexander Zimbehl, gesagt und «eine eindeutige Reaktion seitens der Politik» gefordert.

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So, 2018-05-20 14:09Windsor (dpa)

Frischer Wind für die Monarchie - «Die Liebe hat Macht» Von Teresa Dapp und Sophia Weimer, dpa

Ein Bischof predigt feurig, das Volk darf ins Schloss, die Gästeschar ist bunt gemischt. Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan zeigt: Sie wollen manches anders machen. Der Palast macht vorerst mit - denn das Königshaus kann profitieren.

Windsor (dpa) - Winkend fahren Prinz Harry und Meghan in einem blauglänzenden Cabrio durch die Abendsonne. Es ist der letzte öffentliche Auftritt an ihrem Hochzeitstag. Schick und klassisch ist der Jaguar - und doch anders. Das ursprünglich aus dem Jahr 1968 stammende Modell ist inzwischen mit einem Elektromotor ausgestattet. Ein Balanceakt zwischen Moderne und Tradition - das ist so etwas wie das Leitmotiv bei dieser «Royal Wedding».

Das Wetter spielt perfekt mit. Alles andere hat der Palast bis auf die Minute genau durchgeplant. Und exakt nach Plan läuft die Feier auch ab. Selbstverständlich ist das nicht: Vorab gab es Ärger um die Verwandtschaft der US-Amerikanerin Meghan, die teils so gar nichts vom strikten Verhaltenskodex der britischen Royals hält. Überraschungen bietet diese Hochzeit aber auch ohne Pannen.

Da ist der afroamerikanische Bischof, dessen feurige Predigt steife Briten staunen lässt und liberale Kommentatoren begeistert. «Zwei junge Menschen haben sich verliebt, und wir sind alle hier», sagt Michael Curry von der US-Episkopalkirche. «Die Liebe hat Macht.» Er zitiert Martin Luther King, richtet sich gegen Hass und Rassismus. Im Anschluss singt ein Gospelchor «Stand by me». So etwas hat die spätgotische St.-Georgs-Kapelle wohl noch nicht gesehen.

Auch 600 Gäste der Trauzeremonie bieten Gesprächsstoff. «So bunt», schwärmen viele. Von Meghans Familie ist nur Mutter Doria Ragland da, aber Freunde und Kollegen hat die Ex-Schauspielerin reichlich eingeladen. Natürlich sind auch viele mehr und weniger bekannte Royals da sowie die britischen Top-Promis aus Film, Musik und Sport.

Hollywoodstar George Clooney streichelt den Arm seiner Ehefrau, der britisch-libanesische Top-Anwältin Amal Clooney. Idris Elba winkt den Schaulustigen zu, David und Victoria Beckham werden bejubelt, Schmusesänger James Blunt blinzelt in die Sonne, US-Moderatorin Oprah Winfrey kommt in einem rosa Kleid mit mächtigem Hut.

Pippa, die Schwester von Harrys Schwägerin Kate, trägt dezentes Mintgrün - sieben Jahre ist es her, dass ihr enges, weißes Kleid bei Kate und Williams Hochzeit ihr den Beinamen «Her Royal Hotness» einbrachte. Superstar Elton John begrüßt in der Kirche viele Gäste mit Umarmung. Er war mit Harrys Mutter Diana befreundet, bei ihrer Beerdigung 1997 rührte er mit einer Version von «Candle in the Wind» die Welt zu Tränen. Beim Mittagsempfang nach dem Gottesdienst tritt er auf - ein persönlicher Wunsch Harrys, wie die britischen Medien wissen wollen.

Es sind viele kleine, moderne Akzente, die Harry und Meghan setzen. 1200 ganz normale Menschen, die sich mit besonderem sozialem Engagement hervortun, dürfen auf Wunsch der beiden in den Schlosshof. Statt des traditionellen schweren Frucht-Hochzeitskuchens, den es bei Prinz William und Kate gab, gibt es eine leichtere Bio-Zitronentorte mit Holunderblüten. Meghan verspricht ihrem Mann in ihrem Ehegelübde keinen Gehorsam.

Die Braut trägt reines Weiß - weil es frisch und modern sei, teilt der Palast mit. Für manchen kam das überraschend, schließlich ist es für Meghan schon die zweite Ehe. Nach der Absage ihres Vaters bringt der Schwiegervater und Thronfolger Prinz Charles die Braut zum Altar. Dort empfängt Harry sie mit den Worten: «Du siehst großartig aus.» Der 33-Jährige, der sonst für lockere Sprüche und viel Humor bekannt ist, wirkt viel nervöser als seine Braut. Sein «Ich will» klingt ein wenig belegt. Die Braut spricht klarer - und strahlt über das ganze Gesicht. Die meiste Zeit halten die beiden sich an den Händen.

Die offensichtliche Verliebtheit der beiden rührt viele Briten. Und das Königshaus kann vorerst zufrieden sein: Harry und Meghan, das junge Paar mit dem eigenen Kopf, das passt gut. Der Prinz pflückt selbst Blumen für den Brautstrauß - und die Pressestelle sorgt dafür, dass die Welt es auch erfährt.

William, Kate und ihre Kinder sind sympathisch, wirken aber auch ein bisschen spießig. Harry galt einst als Rebell, der Partys liebt, nun lassen er und seine Frau, eine geschiedene Schauspielerin aus den USA mit afroamerikanischen Wurzeln, sich als das moderne Gesicht der Royals vermarkten. Die beiden haben mehr Freiheiten, denn Harry wird als sechster der Thronfolge aller Voraussicht nach kein König werden. Trotzdem hat auch für sie die Freiheit Grenzen. Den Schauspielberuf zum Beispiel musste Meghan mit der Verlobung aufgeben.

Viele Briten setzen darauf, dass die ehemalige Schauspielerin und der Prinz auch nach der Hochzeit frischen Wind in die Monarchie bringen. Am Hochzeitstag gelingt der Balanceakt zwischen Tradition und Moderne. Auch Meghans Mutter, die Nasenpiercing und Dreadlocks trägt, scheint schon angekommen im Königshaus: Nach dem Gottesdienst reicht Prinz Charles ihr die Hand.

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So, 2018-05-20 13:46Sydney (dpa)

Australien kippt Plan zur Tötung von Tausenden Wildpferden

Sydney (dpa) - Tausende Wildpferde sind im australischen New South Wales dem drohenden Tod entgangen. Die Regierung des Bundesstaats rückte von einem umstrittenen Plan ab, den Bestand der Tiere im Kosciuszko National Park um bis zu 90 Prozent zu reduzieren, wie australische Medien am Sonntag meldeten.

Etwa 6000 Wildpferde, die in Australien «Brumbies» genannt werden, leben in der Region in den australischen Alpen und sind ein wichtiger Teil der örtlichen Folklore. Sie sind Nachkommen von verwilderten Pferden der europäischen Siedler. Umweltschützer kritisieren, dass die Tiere das empfindliche ökologische Gleichgewicht stören, einheimische Arten verdrängen und Feuchtgebiete gefährden.

2016 hatte die Regierung daher beschlossen, innerhalb der nächsten 20 Jahre den Bestand zu redzieren, und dafür vor allem Tiere zu töten. Nun sollen die Brumbies aber geschützt und das Problem mit Umsiedelungen gelöst werden. Ein neues Gesetz soll kommende Woche beschlossen werden.

Brumbies seien ein wichtiger Teil der Tradition in der Region, sagte der stellvertretende Regierungschef John Barilaro dem Sender ABC. Umweltschützer betonten jedoch, dass die Pferde nicht ursprünglich in dem Gebirge heimisch waren und nicht in den Nationalpark gehörten. «Es reichen ein paar Pferde und etwas Zeit, um ein Feuchtgebiet zu zerstören», sagte Graeme Worboys von der Australien National University in der Hauptstadt Canberra.

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So, 2018-05-20 13:17Wildemann (dpa)

Festlicher Viehaustrieb im Oberharz

Wildemann (dpa) - Der traditionelle Viehaustrieb im Oberharz hat Tausende Ausflügler angelockt. Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten nach Angaben einer Sprecherin der Tourist-Information am Sonntag rund 3000 Menschen im Ferienort Wildemann den festlichen Umzug, bei dem Rinder zu ihren Bergwiesen geleitet werden. Die Tiere der Herde werden wegen ihrer Kuhglocken auch «Damenkapelle» genannt. Das Rote Harzer Höhenvieh ist eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse und gehört zu den ältesten und ursprünglichsten Rinder-Nutztierrassen. Im Harz gibt es nur noch wenige Bauern, die diese Rinder halten.

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So, 2018-05-20 13:04dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

«FAS»: Bamf bekam 2016 ersten Hinweis auf Bremer Unregelmäßigkeiten

Berlin(dpa) - Das Bundesflüchtlingsamt (Bamf) soll die erste Information über Unregelmäßigkeiten bei Asyl-Entscheidungen in seiner Bremer Außenstelle bereits 2016 erhalten haben. Ein anonymer Hinweis auf Missstände sei am 25. Januar 2016 bei einem Ombudsmann des Amtes in Berlin eingegangen, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». Das sei vor wenigen Wochen in einer Sitzung des Bundestagsinnenausschusses bekanntgeworden, in der die seit diesem Februar amtierende Behördenchefin Jutta Cordt Auskunft gegeben habe.

Ihr habe am 21. Dezember 2017 ein interner Bericht über die Bremer Probleme vorgelegen. Dem Innenministerium sei der Bericht aber erst am 21. April übermittelt worden, zwei Tage nach Bekanntwerden des Skandals. So habe es die Bundesregierung auf Anfrage eines FDP-Abgeordneten mitgeteilt, schreibt die Zeitung.

Nach staatsanwaltschaftlichen Durchsuchungen am 18. und 19. April war bekannt geworden, dass eine frühere Leiterin der Bremer Bamf-Stelle zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Die inzwischen schon wieder abgelöste neue Leiterin sprach danach von einer weit größeren Dimension und vergeblichen Versuchen, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) persönlich darüber zu informieren.

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So, 2018-05-20 12:41Berlin (dpa/bb)

Verzögerte Kabel-Sanierung am Hauptstadtflughafen BER

Berlin (dpa/bb) - An dem von Pannen und Terminverschiebungen geplagten neuen Hauptstadtflughafen BER gibt es neue Probleme bei der Kabel-Sanierung. Der Bericht einer Projektsteuerungsfirma stelle fest, dass sie elf Monate hinter dem Zeitplan liege, schreibt die «Bild am Sonntag». Weitere Verzögerungen hätten eine «Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent». Der interne Statusbericht vom 16. April dieses Jahres führe 863 «wesentliche Mängel» für das Hauptterminal auf, das Abarbeiten dauere zu lange.

Bereits im Februar habe der Tüv Rheinland der Flughafengesellschaft mitgeteilt, dass die Betriebssicherheit und Wirksamkeit für die bemängelten Anlagen nicht abschließend bescheinigt werden könne, heißt es in der Zeitung. Zuvor habe das Unternehmen nach mehrmonatiger Prüfung einen 466 Seiten starken Bericht zur Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung vorgelegt.

Flughafen-Sprecher Hannes Stefan Hönemann bestätigte der dpa am Sonntag die Existenz der Dokumente, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Bericht der Projektsteuerungsfirma den Stand von Mitte April, also von vor fünf Wochen, widerspiegele. Seitdem seien Gegenmaßnahmen ergriffen und erfolgreich umgesetzt worden. Mängel wurden demnach beseitigt oder würden aktuell beseitigt. So seien etwa die Teams der zuständigen Baufirma verstärkt worden. Am geplanten Eröffnungstermin des BER im Oktober 2020 änderten die jüngsten Probleme nichts, betonte Hönemann.

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So, 2018-05-20 12:36Berlin (dpa)

CSU will «Wegducken» der Länder bei Ankerzentren nicht akzeptieren

Nur zwei Bundesländer unterstützen derzeit den Plan für neue Asylzentren. Die CSU will das nicht hinnehmen.

Berlin (dpa) - Trotz des massiven Widerstands in den Ländern pocht die CSU auf die bundesweite Einrichtung sogenannter Ankerzentren für Asylbewerber. «Das kann nicht nur Bayern schultern», sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der «Welt am Sonntag». «Jedes Bundesland in Deutschland muss ein Interesse daran haben, dass die Verfahren schnell und effizient abgewickelt werden - dafür werden die Ankerzentren sorgen.»

Die große Mehrzahl der Länder will zumindest zunächst keine Ankerzentren einrichten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sowie Äußerungen der vergangenen Tage ergaben. Positiv äußerte sich lediglich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU): Die zentrale Landesaufnahmestelle könne zum Vorbild für die geplanten Asyl- und Abschiebezentren werden. Ansonsten ist in Bayern die Umwandlung eines Transitzentrums zu einem Ankerzentrum in Vorbereitung.

Doch zeichnet sich bisher in keinem anderen Land die Einrichtung eines Ankerzentrums ab. Die vom CSU-geführten Bundesinnenministerium geplante Pilotphase an bis zu sechs Standorten ab August oder September droht damit zu scheitern.

Blume sagte: «Der Koalitionsvertrag wurde von CDU, CSU und SPD gemeinsam unterschrieben, er muss auch in ganz Deutschland umgesetzt werden.» Er betonte: «Wir werden es nicht akzeptieren, dass andere schnelle Abschiebungen fordern, sich dann aber bei den Ankerzentren wegducken.» Über mögliche Konsequenzen sagte er nichts.

Ein klares Nein zu den geplanten zentralen Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen (Abkürzung: Anker) kam aus Berlin, Hessen und Thüringen. Nicht an der von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigten Pilotphase beteiligen wollen sich zudem Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Mehreren Landesregierungen mahnten konkrete Pläne des Bundes an. Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern verwiesen auf bestehende zentrale Einrichtungen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat als Alternative zu bundesweiten Zentren bereits die Abweisung von Migranten an der Grenze ins Gespräch gebracht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte jedoch, Bayerns Polizei komme dafür nicht infrage, weil sie keine Grenzbehörde im Sinne des Asylgesetzes sei. «Der Schlüssel liegt in Berlin, nicht in München», sagte der GdP-Vorsitzende in der Bundespolizei, Jörg Radek.

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So, 2018-05-20 12:21Windsor (dpa)

Momente zum Schmunzeln und Schniefen - Splitter zur Hochzeit

Windsor (dpa) - Eine herausgestreckte Zunge, Pantoffeln für gequälte Damenfüße und ein Ring, der Diana gehörte - auf der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan gab es überraschende Szenen.

- Glattrasierte Wangen sind in der britischen Armee Standard - das gilt auch für Royals. Dass Prinz Harry (33) zu seiner Hochzeit erstens in Uniform und zweitens mit Bart vor dem Altar stand, war daher alles andere als selbstverständlich. «Ihre Majestät die Königin hat Prinz Harry erlaubt, in Uniform zu heiraten» - diese Mitteilung des Palastes irritierte britische Medien am Wochenende zunächst. Warum auch nicht? Dann sickerte durch: Es ging eigentlich eher um den Bart als um die Uniform. Harry hat die Armee im Sommer 2015 verlassen und ließ sich schon kurz darauf einen Bart wachsen.

- Den ganzen Tag auf hohen Absätzen - das plagt auch Promi-Füße. Während der Hochzeit gab es dafür offenbar eine pragmatische Lösung: «Sie haben Schlappen für uns», freut sich US-Schauspielerin Troian Bellisario (33) in einer Instagram-Story, die sie am Wochenende ins Netz stellte. Zu sehen war, wie ein Mann im Anzug weiße Schlappen austeilte, die an Hotel-Hausschuhe erinnern. Mehrere Frauen sind zu sehen, die sich die Pantoffeln statt ihrer hohen Schuhe anziehen. Dem kurzen Clip zufolge hat sich die Szene auf dem Gelände von Schloss Windsor im Freien abgespielt. Bellisario ist mit Patrick J. Adams verheiratet, der mit Meghan in der TV-Serie «Suits» gespielt hat.

- Gleich zehn Blumenkinder hatte das Paar. Darunter waren die Zwillingssöhne von Meghans Freundin Jessica Mulroney. Auf den Fernsehbildern brachte der kleine Brian viele zum Lachen: Beim Einzug in der Kirche zeigte er - in aufgeregter Begeisterung - seine große Zahnlücke. Sein Vater Ben schrieb auf Instagram dazu: «Ok, Brian. Du bekommst für den Sommer einen Fernseher in dein Zimmer.» Natürlich waren auch die Kinder von Prinz William und Kate unter den Blumenkindern. Prinz George (4) und Prinzessin Charlotte (3) machten eine gute Figur, vor allem Charlotte begeisterte Fans und Zuschauer fröhlich winkend. Und ein Bild sorgte für besonderes Schmunzeln: Noch im Auto sitzend streckt Charlotte fröhlich grinsend die Zunge heraus.

- Mit Details wurde im Laufe des Tages immer wieder an Harrys 1997 gestorbene Mutter Diana erinnert. Auf dem Empfang am Nachmittag trat Superstar Elton John (71) auf, der gut mit Diana befreundet war und auch auf ihrer Beerdigung gesungen hatte. In Meghans Brautstrauß waren Dianas Lieblingsblumen Vergissmeinnicht - und am Abend trug die 36-jährige Meghan einen bläulich schimmernden Ring, der einst Diana gehört hatte. Offenbar ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk Harrys an seine Braut.

- Der letzte öffentliche Moment des Hochzeitstages: Das Brautpaar steigt, wie vor sieben Jahren William und Kate, in ein Cabrio um zur Party zu fahren. Den kurzen Weg von Schloss Windsor zum Anwesen Frogmore House legten Prinz Harry und Meghan zu zweit in einem sportlichen, blauen Cabrio zurück. Das Jaguar-Modell stammt ursprünglich aus dem Jahr 1968, ist aber inzwischen mit einem Elektromotor ausgestattet. Also alles abgasfrei auf der kleinen Hochzeitstour.

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