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Litauens Außenminister verpasst Einzug ins Parlament

Vilnius (dpa) - Mit dem Sieg der Konservativen bei der Parlamentswahl in Litauen verliert die belarussische Opposition im Machtkampf mit Staatchef Alexander Lukaschenko voraussichtlich einen ihrer größten internationalen Fürsprecher. Außenminister Linas Linkevicius verpasste bei der Abstimmung in dem baltischen EU-Land den Einzug ins Parlament in Vilnius und dürfte nicht im Amt bleiben. Der parteilose Politiker konnte sich weder über die Parteiliste der ihn nominierenden Sozialdemokratischen Arbeitspartei noch über ein Direktmandat einen der 141 Sitze in Volksvertretung Seimas sichern.

Linkevicius hatte sich in der Belarus-Krise international einen Namen gemacht. Lautstark und unmissverständlich prangerte der 59-Jährige die Gewalt und das Vorgehen der autoritären Führung in Minsk an und drang zusammen mit der Regierung in Vilnius auf ein entschlossenes Handeln der EU. Dabei legte Linkevicius häufig seine diplomatische Zurückhaltung ab. «Die Courage des belarussischen Volkes ist einfach bewundernswert», twitterte er zuletzt am Sonntag zu den erneuten Massenprotesten im Nachbarland Belarus (Weißrussland). 

Politologen und Beobachter erwarten trotz des Ausscheidens von Linkevicius aus der Regierung und dem sich anbahnenden Machtwechsel keine Abkehr von der bisherigen Außenpolitik: Litauen dürfte in der Belarus-Krise an seiner Unterstützung der Opposition und der ins Exil nach Vilnius geflohenen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja festhalten.

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