Sa, 2017-07-29 10:29Stuttgart (dpa) 

Kretschmann zu Palmer: «Er spricht nicht für die Partei»

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) misst dem Buch seines Parteikollegen Boris Palmer zur Flüchtlingsthematik keine große Bedeutung für den Wahlkampf der Grünen zu. «Boris Palmer ist ein normales Mitglied der Grünen und Oberbürgermeister», sagte Kretschmann. «Er hat keine Ämter und spricht nicht für die Partei. Er kann ein Buch schreiben, wann er will», sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Palmer stellt am 3. August in Berlin sein Buch mit dem Titel «Wir können nicht allen helfen» vor. Der Oberbürgermeister von Tübingen sorgt seit langem mit seinen Positionen zum Flüchtlingsthema für kontroverse Debatten auch innerhalb der eigenen Partei. Kretschmann wird nach eigenen Angaben wohl keine Zeit haben, das Buch zu lesen. Zudem kenne er Palmer und seine Thesen bereits sehr gut. «Und so werde ich wohl eher nicht Palmer, sondern «Kaiser Friedrich II» von Ernst Kantorowicz endlich in den Ferien fertig lesen.»

Das Flüchtlingsthema an sich könne im Wahlkampf eine Rolle spielen, meinte Kretschmann. Im Vergleich zu 2015 kämen jetzt weniger Flüchtlinge. Nun gehe es darum, die Menschen, die bleiben dürfen, gut zu integrieren. «Das ist eine große Aufgabe, die wir endlich auch im Bund kraftvoll angehen müssen.»

Drucken
Sa, 2017-07-29 10:25Berlin (dpa)

Autoindustrie setzt in der Dieseldebatte weiter auf Softwareupdates

Berlin (dpa) - Die deutsche Autoindustrie hält ihre geplanten Softwareupdates für Dieselautos weiter für die beste Lösung zur Reduzierung der Stickoxidbelastung im Straßenverkehr. «Unsere Unternehmen sind bereit, eine große Zahl von Autos mit der Schadstoffklassen Euro 5 und zum Teil auch Euro 6 mit neuester Software nachzubessern», sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Im Ergebnis soll das die Schadstoffe in der Luft mindestens so stark reduzieren wie Fahrverbote.»

Mit der neuen Software lasse sich der Ausstoß von Stickoxiden im Schnitt der deutschen Fahrzeugflotte um mindestens 25 Prozent senken, versicherte Wissmann. Hardware-Nachrüstungen, wie sie unter anderem Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt, lehnte Wissmann als untauglich ab. «In den meisten Fällen sind Hardware-Nachrüstungen technisch und wirtschaftlich nicht machbar, weil die Fahrzeuge schon viele Jahre alt sind», sagte er.

Drucken
Sa, 2017-07-29 10:16Rom (dpa)

«La Repubblica»: Nach Libyen, wo alle kämpfen und niemand regiert

Rom (dpa) - Die italienische Tageszeitung «La Repubblica» kommentiert den Beschluss der Regierung in Rom, die Marine zur Bekämpfung von Schleppern in libysche Hoheitsgewässer zu senden:

«Doch wer führt Libyen an? Alle und niemand. Wir sind dabei, auf Anfrage von Fajis al-Sarradsch in die Hoheitsgewässer hineinzufahren, dessen Regierung von den Vereinten Nationen anerkannt ist, allerdings wenig oder nichts (in dem Bürgerkriegsland) kontrolliert. Im Übrigen ist er genau dafür ausgewählt worden, er ist eine Art kleinster gemeinsamer Nenner außerhalb des Spielfelds. (...) Viele glaube, dass der Premier um die «technische Unterstützung» durch die italienische Marine gebeten hat, um seine fragile Macht zu stützen (...).

Die Schmuggelwirtschaft mit den Migranten ist das beste Geschäft der Herrschaften im libyschen Krieg, die hungrig sind nach Profit. Werden die von Rom und Brüssel versprochenen «Hilfen für Wachstum» den Appetit stillen? Die Anführer der Stämme sind nicht nur gierig, sondern auch stolz. Und wenn die Bosse des Menschenhandels die Ankunft der italienischen Schiffe als «Invasion» kolportieren, werden sich die anderen Anführer sicher nicht zurückziehen, denn vor ihrer Gemeinschaft wollen sie sicher nicht das Gesicht verlieren.»

Drucken
Sa, 2017-07-29 08:41Fremont (dpa)

Tesla-Chef schickt günstigeres Model 3 mit Rockstar-Show ins Rennen Von Andrej Sokolow, dpa

Mehr als eine halbe Million Menschen hat den neuen Elektrowagen Model 3 von Tesla vorbestellt. Jetzt wurden die ersten 30 Fahrzeuge an ihre Besitzer übergeben. Für Tesla ist es der Anfang einer verschärften Konkurrenz mit der restlichen Autoindustrie.

Fremont (dpa) - Elon Musk weiß, wie man einen Rockstar-Auftritt hinlegt. Zu lauter Musik rast der Tesla-Chef mit einem roten Wagen seines ersten günstigeren Wagens Model 3 auf die Bühne, springt raus und lässt sich im Scheinwerferlicht von seinen Mitarbeitern feiern. Der Anlass ist ein Meilenstein für Tesla: Die ersten 30 Model 3 werden nach einem Monat Serienproduktion an ihre Besitzer übergeben. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

Die Zeremonie am Tesla-Werk im kalifornischen Fremont läutet ein neues Kapitel in einem der spannendsten Duelle ein, die heute die Wirtschaft zu bieten hat: Tesla gegen den Rest der Autoindustrie. Eine Firma aus dem Silicon Valley, die früh komplett auf Elektromobilität setzte und von Autobossen zunächst als Exot mit mickerigen Produktionszahlen im für die weitaus meisten Menschen unerschwinglichen Luxussegment abgetan wurde. Stattdessen hieß es immer wieder, der Verbrennungsmotor habe sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Doch inzwischen weht in der ganzen Branche ein anderer Wind. Nachdem der als Effizienzwunder gepriesene Dieselmotor mit dem Abgasskandal in Verruf geriet, wird offensichtlich, dass die strengen Umweltvorgaben für die Fahrzeugflotten ohne mehr Elektroautos im Angebot kaum noch zu schaffen sind. Die Hersteller kündigen einer nach dem anderen neue Wagen mit Stromantrieb an.

Volvo geht als erste der traditionellen Marken sogar so weit, ab 2019 überhaupt nur noch neue Modelle mit Elektromotor mehr zu bauen. Das dürften zunächst zwar hauptsächlich Hybride mit beiden Antriebsarten sein. Aber die Marschrichtung für die gesamte Branche ist gesetzt, glauben Experten wie Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Inzwischen sei klar, dass dem Elektroantrieb die Zukunft gehöre, auch wenn es eine lange Übergangszeit geben werde.

Für Tesla wird es also künftig nicht mehr darum gehen, mit einigen zehntausend Wagen im Jahr zahlungskräftige Enthusiasten zu begeistern, sondern gegen die geballten Kraft der Autoindustrie mit einer Vielzahl von Modellen, Designvarianten und der traditionellen Markenbindung von Kunden anzutreten.

Das Model 3 ist der Wagen, der Tesla in einen breiteren Markt bringen soll. Und angesichts der Vorreiterrolle der Kalifornier dürfte auch der Fortschritt der Elektromobilität am Erfolg dieses Fahrzeugs gemessen werden. Milliarden steckte Musk in den Ausbau der Produktionsanlagen und der Batteriefertigung. Eine riesige Wette. Wenn sie aufgeht, wird Tesla in Fremont jährlich eine halbe Million Model-3-Wagen und rund 100 000 der größeren und teureren bisherigen Fahrzeuge Model S und Model X bauen. In Arbeit ist auch ein Lastwagen, der noch dieses Jahr präsentiert werden soll.

«Es war nie unser Ziel, teure Wagen zu bauen», betont Musk. Das habe sich nur so ergeben, weil die Elektrowagen zunächst nicht günstiger zu produzieren gewesen seien. Und jetzt finanzierten die Käufer von Model S und Model X das günstigere neue Modell mit. Die 35 000 Dollar als Grundpreis des Model 3 sind aber wie so oft in der Branche erst der Anfang. Bucht man alle Extras wie Fahrassistenz-Funktionen, eine bessere Innenausstattung und eine andere Farbe als Schwarz, kommen fast 60 000 Dollar zusammen.

Das ist kein Schnäppchen mehr, entscheidend ist im Moment aber dennoch vor allem die Frage, ob Tesla den massiven Produktionssprung von rund 84 000 Fahrzeugen 2016 auf 500 000 im kommenden Jahr sauber hinbekommt. «Die Nachfrage ist hier nicht das Problem», merkt Musk trocken mit Blick auf die halbe Million Vorbestellungen für das Model 3 an. Im ersten Produktionsmonat Juli wurden 50 Fahrzeuge gebaut, 20 von ihnen behält Tesla für Tests ein. Im September sollen 1500 Wagen produziert werden, auch mit 20 000 Fahrzeugen im Monat zum Dezember wird es lange dauern, die Warteliste abzuarbeiten. Wer jetzt bestellt, muss bis Ende 2018 warten, sagt Musk.

Nach Deutschland dürfte es kaum ein Model 3 vor dem kommenden Jahr schaffen. Um den Produktionsschub zu meistern, ließ Musk die Konstruktion des Model 3 drastisch vereinfachen - auch nachdem es bei vorherigen Wagen Probleme mit ausgeklügelten Design-Ideen wie den Flügeltüren des Model X gab. Selbst die Entwicklung der Rücksitze hatte damals die Produktion des SUV um Monate aufgehalten.

Deshalb war die Devise diesmal: «Es gibt in dem Auto nichts, was dort nicht unbedingt sein muss», sagt Musk. Keine herausfahrenden Türgriffe, wie beim großen Bruder Model S. Zunächst einmal keine Option eines Vierradantriebs, der einen zweiten Elektromotor braucht.

Die traditionellen Anzeigen im sogenannten Kombiinstrument hinter dem Lenkrad und die üblichen Knöpfe wurden komplett durch einen Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts ersetzt - als hätte man einfach einen 15-Zoll-Computermonitor ins Auto eingebaut. Beim Fahren stört das allerdings tatsächlich überraschend wenig. Abgesehen davon, dass die Teslas in der Zukunft immer mehr autonom unterwegs sein sollen, kann vieles auch über Sprachbefehl laufen.

Dank aller Anpassungen ab der Entwicklungsphase könne man ein Model 3 fünf Mal schneller als eines der S-Flaggschiffe bauen, sagt Musk. Das Hochfahren der Produktion sei trotzdem auch diesmal wieder wie «durch die Hölle zu gehen». Vor Monaten schon erzählte der Milliardär, dass er einen Schlafsack in seinem Büro in der Fabrik habe, für die Abende, an denen es mal länger wird. Auch jetzt sagt er zum Produktionsziel von 5000 Wagen pro Woche am Jahresende eher vorsichtig: «Es erscheint durchaus wahrscheinlich.»

Und in Anbetracht eines Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus, der von US-Firmen permanent mehr Produktion im Heimatland einfordert, erwähnt Musk beiläufig, dass 60 Prozent der Wertschöpfung beim Model 3 in den USA stattfänden. Die Batteriezellen kämen jetzt auch nicht mehr aus Asien, sondern aus der neuen «Gigafactory» in Nevada.

Mit dem Vorstoß in eine neue Größenordnung muss sich Tesla auch stärker als bisher den typischen Problemen der Volumenhersteller stellen. So wären bei einem Rückruf nicht mehr zehntausende, sondern hunderttausende Wagen betroffen. Und um das erwartete Service-Aufkommen zu bewältigen, will Tesla Techniker in speziell ausgerüsteten Lieferwagen direkt zu den Kunden schicken. Schließlich will das Unternehmen auch beweisen, dass Elektrowagen auf Dauer deutlich weniger wartungsanfällig sind als Verbrenner.

Drucken
Sa, 2017-07-29 07:01Fremont (dpa)

Tesla-Chef: Auch günstigeres Modell wird komplett selbstfahrend

Mit seinem ersten günstigeren Wagen Model 3 will Tesla auch die Autokäufer außerhalb der Luxus-Nische ansprechen. Dabei will der Elektroauto-Hersteller auch Roboterwagen-Funktionen in den Massenmarkt bringen.

Fremont (dpa) - Tesla will auch seinen günstigeren Wagen Model 3 mit der Zeit komplett selbstfahrend machen. Das Fahrzeug bekomme dafür standardmäßig die volle Ausstattung aus acht Kameras und einem Dutzend Sensoren, sagte Tesla-Chef Elon Musk am Samstag. Zunächst sollen nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert werden, die Software zum autonomen Fahren werde später in die Fahrzeuge geladen. «Der Plan ist, dass alle Teslas vollständig autonom fahren können», sagte Musk. Schon jetzt kann die Roboterwagen-Software im Hintergrund mitlaufen, um Daten für die Zukunft zu sammeln.

Musk übergab am späten Freitag (Ortszeit) in Teslas Werk im kalifornischen Fremont östlich von San Francisco die ersten 30 Model-3-Wagen an ihre Besitzer. Inzwischen habe das Unternehmen mehr als eine halbe Million Vorbestellungen für das Fahrzeug, sagte Musk. Die meisten davon stammten aus dem Heimatmarkt USA. Es ist das erste Update zu der Zahl, nachdem sich zur Ankündigung des Model 3 im Frühjahr vergangenen Jahres binnen weniger Wochen mehr als 370 000 Menschen auf die Warteliste setzen ließen.

Bei der Vorbestellung müssen 1000 Dollar hinterlegt werden. Tesla habe sich dennoch nicht bemüht, mehr Preorder zu gewinnen, betonte Musk. Da die Produktion erst allmählich hochgefahren werde, «würde das keinen Sinn machen». Der Zeitplan sieht vor, weitere 100 Fahrzeuge im August zu bauen, dann 1500 im September, um dann bis zum Dezember auf 20 000 Model 3 im Monat zu kommen. Das bedeutet, dass selbst die Vorbesteller aus der ersten Welle bis tief ins Jahr 2018 auf ihre Wagen warten könnten. Wer jetzt ein Auto bestelle, komme Ende 2018 dran, sagte Musk.

Das Model 3 spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Tesla: Mit einem Grundpreis von 35 000 Dollar (rund 29 600 Euro) soll es den Elektroauto-Hersteller aus der Luxus-Nische in den breiten Markt bringen. Die Tesla-Produktion soll von rund 84 000 Autos im vergangenen Jahr auf eine halbe Million Fahrzeuge 2018 steigen - und für 2020 peilt Musk die Millionen-Marke an.

Zugleich ist es das Preissegment, in dem Tesla auf massive Konkurrenz großer Autokonzerne stoßen wird. Sie arbeiten unter Hochdruck an eigenen erschwinglichen Elektrofahrzeugen - unter anderem bei VW heißt es, 30 000 Euro sei die Marke, bei der man Tesla «abfangen» wolle. Von BMW wird zur Internationalen Automobil-Ausstellung IAA im September nach Medienberichten eine elektrische Version seiner 3er-Reihe erwartet. General Motors ist bereits in dem Preissegment mit seinem Chevy Bolt präsent.

Zur Übergabe der ersten Wagen gab Tesla auch mehr technische Daten des Fahrzeugs bekannt. So soll die Reichweite mit der Standard-Batterie bei 220 Meilen (354 Kilometer) liegen und die Höchstgeschwindigkeit bei 130 Meilen pro Stunde (209 km/h). Von Null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) beschleunigt der Wagen in 5,6 Sekunden.

Für einen Aufpreis von 9000 Dollar bietet Tesla eine leistungsstärkere Batterie an, mit der die Reichweite 310 Meilen (499 Kilometer) erreichen soll, während die Höchstgeschwindigkeit auf 225 Kilometer pro Stunde steigt. Für die Fahrassistenz-Funktionen werden 5000 Dollar fällig und für die spätere Fähigkeit zum autonomen Fahren noch einmal 3000 Dollar. Rechnet man alle diese Upgrades samt des bei Autofirmen üblichen Komfortpakets mit Glasdach, besserem Audiosystem und anderer Innenausstattung zusammen, ergibt sich bereits ein Preis von 57 000 Dollar. Und wenn man eine andere Farbe als Schwarz will, kommen noch einmal 1000 Dollar dazu. Preise für Europa soll es erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Aufschläge in dieser Größenordnung waren erwartet worden - und Branchenanalysten wiesen bereits darauf hin, dass Tesla damit beim Preis der besser ausgestatteten Modelle wieder deutlich über dem durchschnittlichen Wert für einen Neuwagen liegen werde. In den USA sind das gut 34 000 Dollar. Allerdings geht Musk davon aus, dass Tesla mit wachsender Produktion seine Preise senken kann.

Drucken
Sa, 2017-07-29 07:00Stuttgart/Tübingen (dpa)

Tübingens OB Palmer wünscht sich faire Debattenkultur bei den Grünen

Stuttgart/Tübingen (dpa) - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wünscht sich in seiner Partei einen fairen Umgang mit abweichenden Meinungen. «Es tut den Grünen gut, wenn sie um den richtigen Weg ringen. Wir sind keine Partei, die - wie die CDU - immer geschlossen sein muss», sagte er. Die Grünen sollten aber real-konkrete Vorschläge genauso gelten lassen wie linksutopische Meinungen.

«Da sehe ich eine Ungleichbehandlung. Man darf bei uns jede Utopie formulieren. Das ist akzeptiert. Aber wenn jemand sagt, dass etwas nicht machbar sei, führt das oft zur Aufregung.» Palmer eckt in seiner Partei unter anderem wegen seiner Positionen in der Flüchtlingspolitik an. Anfang August stellt der 45-Jährige in Berlin sein Buch vor mit dem Titel: «Wir können nicht allen helfen».

Drucken
Sa, 2017-07-29 06:36Fremont (dpa)

Tesla: Mehr als 500 000 Vorbestellungen für das Model 3

Fremont (dpa) - Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat inzwischen mehr als eine halbe Million Vorbestellungen für seinen günstigeren Wagen Model 3. Der Großteil davon komme aus dem Heimatmarkt USA, sagte Firmenchef Elon Musk am späten Freitag (Ortszeit) bei der Übergabe der ersten 30 Fahrzeuge an ihre Besitzer im Tesla-Werk im kalifornischen Fremont.

Es ist die erste Aktualisierung der Zahl, nachdem sich zur Ankündigung des Model 3 im Frühjahr vergangenen Jahres binnen weniger Wochen mehr als 370 000 Menschen auf die Warteliste setzen ließen. Tesla habe sich aber auch nicht bemüht, mehr Vorbestellungen zu gewinnen, da das mit dem erst beginnenden Hochfahren der Produktion keinen Sinn mache, sagte Musk. Tesla will im August 100 Wagen bauen und zum Dezember auf 20 000 Model 3 pro Monat kommen. Damit ist klar, dass auch viele Vorbesteller aus der ersten Welle bis tief ins kommende Jahr auf ihre Autos warten werden.

Das Model 3 spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Tesla: Mit einem Grundpreis von 35 000 Dollar (rund 29 600 Euro) soll es den Elektroauto-Hersteller aus der Luxus-Nische in den breiten Markt bringen. Die Tesla-Produktion soll von rund 84 000 Autos im vergangenen Jahr auf eine halbe Million Fahrzeuge 2018 steigen - und für 2020 peilt Musk die Millionen-Marke an. Zugleich ist es das Preissegment, in dem Tesla auf massive Konkurrenz großer Autokonzerne stoßen wird.

Drucken
Sa, 2017-07-29 06:00München (dpa)

Fitness und Schönheit: Das Wellcare-Geschäft boomt

München (dpa) - Ein wachsendes Gesundheits- und Schönheitsbewusstsein der Verbraucher verschafft der Medizin- und Wellnessbranche weltweit Auftrieb. Laut einer Studie der Strategieberatung PwC Strategy& dürfte der sogenannte Wellcare-Markt mit einem Volumen von derzeit geschätzten 580 Milliarden Euro pro Jahr künftig weiter deutlich zulegen. Hierzu gehören spezielle Nahrungsergänzungsmittel ebenso wie Gesundheits-, Fitness- und Kosmetikprodukte sowie Wellnessbehandlungen, aber auch digitale Fitness-Helfer.

In einer repräsentativen Umfrage in Deutschland gab knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) an, mindestens ein bis zwei Mal pro Woche Sport zu treiben - «allerdings bedeutet dies auch, dass etwas mehr als die Hälfte unregelmäßig oder gar nicht aktiv ist», stellten die Autoren der Studie fest. Jeder zehnte Mann gab an, überhaupt nichts für Gesundheit oder Fitness zu tun.

Marktchancen sehen die Autoren gerade für digitale Gesundheits- und Fitnessanwendungen. So nutzen derzeit 14 Prozent der Befragten spezielle Apps fürs Lauftraining und andere Übungen. Elf Prozent verwenden Fitness-Tracker oder smarte Multisportuhren, und 30 Prozent der Befragten gaben an, sich in absehbarer Zeit einen Tracker zulegen zu wollen, wobei sich vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 39 Jahren interessiert zeigten.

Zudem besteht eine gewisse Bereitschaft, erfasste Gesundheitsdaten mit Dritten zu teilen, wie die Befragung zeigt: 46 Prozent wären demnach bereit, solche Daten ihrem Arzt mitzuteilen, knapp ein Viertel würde sie mit der Krankenkasse teilen. Immerhin noch zwei Prozent der Befragten zeigte sich bereit, Daten über ihren Gesundheitszustand an den Arbeitgeber zu übermitteln.

Drucken
Sa, 2017-07-29 05:29London (dpa)

Weltweit Trauer um britisches Baby Charlie

Charlie wurde nur elf Monate alt. Sein Schicksal bewegte die Menschen weltweit. Nach seinem Tod kondolieren die britische Premierministerin und der US-Vizepräsident. Und der Papst betet für seine Eltern.

London (dpa) - Der Tod des an einem extrem seltenen Gendefekt leidenden britischen Babys Charlie Gard wird weltweit betrauert. Papst Franziskus twitterte: «Ich vertraue den kleinen Charlie dem Vater an und bete für seine Eltern und alle, die ihn ins Herz geschlossen haben.» US-Vizepräsident Mike Pence sprach sein Beileid aus. Die britische Premierministerin Theresa May sagte, sie sei «tief betrübt» und in Gedanken bei den Eltern.

Charlie war am Freitag nach einem monatelangen juristischen Streit über seine Behandlung in einem Hospiz gestorben. Die Ärzte hatten zuvor die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt. Er hatte das mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Zuletzt musste er künstlich beatmet und ernährt werden. Er konnte sich nicht mehr bewegen, war taub und hatte epileptische Anfälle. Seine Erkrankung hatte seine Gehirn- und Muskelfunktionen zerstört.

Bis kurz vor seinem Tod wurde um ihn gestritten: Seine Eltern hatten sich mehr Zeit gewünscht, um Abschied von ihrem elf Monate alten Sohn zu nehmen und wollten ihn zu Hause sterben lassen. Die Ärzte des Great-Ormond-Street-Krankenhauses, in dem Charlie behandelt wurde, wollten hingegen rasch die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden, um dem Jungen weiteres Leid zu ersparen. Ein Richter des High Court entschied schließlich am Donnerstag, dass Charlie in das Hospiz verlegt und kurz nach seiner Ankunft sterben sollte.

Monatelang kämpften die Eltern vor Gerichten um das Schicksal ihres Sohnes. Sie wollten ihn für die experimentelle Therapie in die USA bringen, die aber bei Charlies Erkrankung nie getestet worden war, nur bei ähnlichen Krankheiten mit milderen Verläufen. Die Ärzte im Krankenhaus hatten sich dagegen dafür ausgesprochen, dass der Junge in Würde sterben darf. Der Rechtsstreit durchlief alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

Die Eltern hatten für die Behandlung ihres Sohnes bereits rund 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, um den Krankentransport und die Behandlung finanzieren zu können. Das Geld soll jetzt in eine Stiftung fließen, um Kindern mit ähnlichen Erkrankungen zu helfen. «Unser wunderschöner, kleiner Junge ist von uns gegangen», teilte seine Mutter am Freitag mit.

Drucken
Sa, 2017-07-29 05:16Berlin (dpa)

Götz-George-Stiftung will besonders älteren Schauspielern helfen

Berlin (dpa) - Die zur Erinnerung an «Tatort»-Star Götz George gegründete Stiftung will vor allem ältere Schauspielerinnen und Schauspieler unterstützen. «Die Stiftung wird weiterführen, was Götz George zu Lebzeiten so wichtig war», sagte seine Frau Marika der Deutschen Presse-Agentur. «Besonders ältere Künstler berührten seine Aufmerksamkeit. Ihnen gilt in erster Linie die Stiftungsarbeit.»

Die Götz-George-Stiftung ist im Juni in Berlin gegründet worden - ein Jahr nach dem Tod des beliebten Schauspielers, der als Kommissar Schimanski ein Millionenpublikum anzog.

Das erste Projekt der Stiftung richtet sich allerdings an junge Schauspieler. Wie die Organisatoren des deutschen Nachwuchspreises First Steps kürzlich mitteilten, wird im September erstmals ein Götz-George-Nachwuchspreis verliehen. Die Stiftung hat ihn mit 10 000 Euro dotiert.

Weitere Projekte seien in Planung und würden zu gegebener Zeit bekannt gemacht, sagte Marika George. «Die Aufgabenstellung wird vielfältig sein.» Gemeinnütziger Zweck der Stiftung sei allgemein die Förderung und Unterstützung von Kunst und Kultur, besonders von Schauspielerinnen und Schauspielern. Es gehe um Hilfestellung in künstlerischen, beruflichen und sozialen Belangen.

Den Vorstand bilden nach Angaben der Witwe Georges Tochter Tanja aus erster Ehe und sie selbst. Zudem sei die Autorin Christiane Waldbauer im Vorstand.

George, der Sohn des Schauspielers Heinrich George, war im Juni 2016 mit 77 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Den schnoddrigen Ruhrgebiets-Polizisten Horst Schimanski hatte er in 32 Jahren 48 Mal verkörpert. Unvergesslich ist auch seine Kinorolle als Massenmörder Fritz Haarmann in «Der Totmacher» (1995).

Drucken
Sa, 2017-07-29 05:00Washington (dpa)

Parteisoldat raus, Ex-General rein: Trump besetzt Stabschef neu Von Martin Bialecki, dpa

Gnadenlos ist das Stühlerücken im Weißen Haus. Trump ersetzt Stabschef und Parteisoldat Priebus mit einem seiner so geschätzten Generäle. Der eiserne John Kelly soll nun die Geschäfte führen. An seiner Eignung gibt es jedoch Zweifel.

Washington (dpa) - Ein ehemaliger Vier-Sterne-General soll die Chaostage im Weißen Haus beenden. US-Präsident Donald Trump setzt John F. Kelly an eine der wichtigsten Schaltstellen der Macht im politischen Gefüge der USA. Der Ex-Marine würde in Filmen als klassisch harter Hund besetzt - nun löst er den unglücklichen Reince Priebus ab. Dem Vernehmen nach schätzt Kelly es gern sehr ordentlich. Wie das mit Trumps Impulsivität zusammengeht, seinem Hang zur Konfusion und den Reality-TV-ähnlichen Polit-Raufereien, wird interessant.

Mit der Ernennung Kellys erreichte der tobende Machtkampf im Weißen Haus einen vorläufigen Höhepunkt. Kelly sei ein «echter Star» seiner Regierung, ließ Trump sich am Freitag mehrfach vernehmen. In der alten Zeit, also vor ein paar heute unfassbar weit entfernten Jahren, wurden Stabschefs in glanzvollen Zeremonien im East Room des Weißen Hauses ernannt. Heute rauscht, zack, ein präsidialer Personalien-Tweet durchs Netz. Und der bisherige Stabschef steht, buchstäblich, sehr nass und sehr alleine, auf dem Rollfeld eines Flughafens bei Washington. Gerade noch Vertraute wenden sich ab.

Trumps Team kehrte gerade aus New York in Washingtons Regen zurück, schon auf Long Island hatte Trump Kelly auffällig gelobt. Der 67-Jährige leitete zuletzt als erster Nicht-Zivilist das Ministerium für Heimatschutz, Homeland Security. Kelly ist ein knallharter Konservativer, kümmert sich um Grenzsicherung und Terrorabwehr. Er wird als «Falke der Grenzsicherung» beschrieben. Als Soldat hochdekoriert, hat er Jahrzehnte gedient. Seine Kampferfahrung könnte er noch brauchen.

Der freundliche Priebus ist der bis dato jüngste große Verlierer der massiven Streitigkeiten am präsidialen Hofe. Der letzte ist er sicher nicht.

Als unwürdig beschreiben Wegbegleiter, was Priebus zuletzt widerfahren ist. Unflätig hatte Trumps neuer Kommunikationschef Anthony Scaramucci seinen Konkurrenten Priebus beschimpft. Einem Reporter sagte er, der Stabschef sei ein «fucking paranoider Schizophrener, ein Paranoiac.» Trump hatte Scaramucci gewähren lassen, quittierte Fragen dazu mit einem Grinsen. Wohlgemerkt berichtet Scaramucci direkt an Trump und nicht, wie üblich, an den Stabschef. Schwer vorstellbar, dass Kelly, an saubere Befehlsketten gewöhnt, das so lassen möchte.

Es gibt unterschiedliche Darstellungen, ob Priebus von sich aus in den Sack gehauen hat oder von Trump schon vor längerem seines nahen politischen Endes versichert wurde. Reporter berichten, Priebus habe gesagt, er sei am Donnerstag zurückgetreten. Er selbst stellt es ebenfalls so dar.

Wie auch immer, «Priebus ist ein guter Mann», sagte Trump nach seiner Rückkehr aus New York vor Reportern. «Kelly wird einen fantastischen Job machen.»

Das findet Priebus auch, zumindest sagt er das CNN-Moderator Wolf Blitzer so: Niemand könne diesen Job besser machen als Kelly. Gleichwohl wirken sein Lächeln und die eiserne Loyalität steif und sehr müde. Für den Reset-Knopf sei das auf jeden Fall ein guter, für das Weiße Haus nötiger Moment, sagt er. Kein Wort zu Scaramucci, Parteisoldat bis zuletzt. Kelly selbst äußert sich zutiefst dankbar, er freue sich auf die Aufgabe. Am Montag wird er vereidigt, gefolgt von einer Kabinettssitzung.

Vielleicht ist Priebus nach sechs äußerst wechselhaften Monaten ja auch ein ganz kleines bisschen erleichtert. Als ehemaliger Chef der republikanischen Partei hatte er von Beginn an einen schweren Stand in der unerfahrenen Regierung. Bestens vernetzt, sollte er Brücken in den Kongress bauen, den Trump für eine Reihe seiner Großprojekte mehr brauchen sollte, als ihm lieb ist. Auch ist Priebus ein enger Freund des mächtigen Sprechers des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. All das nutzte ihm nicht viel, die Raufereien und Flügelkämpfe im Weißen Haus bekam er nie in den Griff, die Gesetzesvorhaben auch nicht.

Kelly ist eher als Aufräumer denn als Brückenbauer bekannt, sonderlich vernetzt ist er in Washington nicht. So ließe sich seine Ernennung auch als ein Rückzug des Weißen Hauses auf sich selbst interpretieren, auf die harten Themen, die bei der Kernwählerschaft so gut verfangen. Nach einer politisch extrem erfolglosen Woche mit einer historischen «Obamacare»-Niederlage im Senat könnte Trump sich denken: Soll der Kongress doch machen, was er will, ich mache hier einfach, was geht. Der scharfkantige Themenkreis Grenze, Sicherheit und Einwanderung dürfte mit Kelly noch wichtiger werden.

Kelly steht bei Trump seit längerem sehr hoch im Kurs. Trump mag Generäle sehr, sehr gerne. Er hat aus seiner Bewunderung für Ex-Militärs nie einen Hehl gemacht. Allerdings zitieren US-Medien schon seit Tagen Insider aus dem Weißen Haus, die mit den ersten aufkommenden Gerüchten seiner Bestallung auch Zweifel an einer Eignung zum Stabschef hegten. Denn nun wird es auch um Dinge wie Steuern gehen, um Infrastruktur, Ausschüsse. Administratives Klein-Klein - alles, was Trump selbst nicht mag.

Wer wird Kelly nun bei Homeland Security ersetzen? Vielleicht Jeff Sessions, von Trump schwer angeschossener Chefankläger, in einer Art ehrenrettenden Seitenbewegung, um so freie Hand für die Beseitigung von Russland-Sonderermittler Robert Mueller zu haben? Was wird aus Trumps Chefstratege Steve Bannon, zuletzt Priebus' Kumpan in schwerer Zeit und ebenfalls von Scaramucci mit Schmutz beworfen, ohne dass der Chef dazwischen gegangen wäre? 

Wie in einer Art Extrem-Schach eröffnet Priebus' Demission Trump nun weitere Züge. Einmal mehr macht er klar, wer der Bestimmer ist. Wer ihm blöd kommt, gefährlich wird oder nicht liefert, muss gehen. Sprecherin Sarah Sanders: «Wir dienen alle zum Wohle des Präsidenten.»

Drucken
Sa, 2017-07-29 05:00Temmels (dpa)

Hühnchen aus der Flasche Von Birgit Reichert, dpa

Nach Coffee to go und Obst-Smoothie kommt jetzt der Fleisch-Drink für die 0,33-Liter-Flasche. Ein Metzger aus Rheinland-Pfalz hat drei Sorten erfunden - und weiß, dass ihn nicht alle dafür lieben werden.

Temmels (dpa) - Lust auf Fleisch, aber keine Zeit zum Essen? Dann hat Peter Klassen (55) vielleicht die Lösung. Er produziert Hühnchen und Rind für die Flasche - zum Trinken. Drei Fleisch-Drinks (die Hühnchensorte «Poulet Royal» sowie die Rindsorten «Butcher Beef» und «Beef Bombay») hat der Metzgermeister aus Temmels (nahe Trier) entwickelt, die er im September auf den Markt bringen will.

«Es ist eine Trink-Mahlzeit für Menschen, die unterwegs sind - wie Handwerker, Lkw-Fahrer, aber auch Wanderer oder Sportler», sagt Klassen. Er will das fleischhaltige Getränk auch über Tankstellen und Einzelhandelsgeschäfte vertreiben.

Er weiß, dass seine hell-, rot- und dunkelbraunen Getränke nicht nur Fans finden. «Das Produkt polarisiert», sagt er. «Es wird Befürworter geben, aber genauso viele Gegner, die die Vorstellung, Fleisch zu trinken, abstoßend finden.» Dafür habe er Verständnis. Die neuen Drinks passten aber ins Zeitalter von Coffee to go, Smoothies und schnellen Mahlzeiten. «Davon soll sich ja keiner ernähren, sie sollen eine Ergänzung für bestimmte Gelegenheiten sein.»

Rund eine Million Euro hat Klassen für die Herstellung der neuen Drinks investiert. 10 000 Flaschen pro Woche will er zunächst abfüllen, später könnten es mal 30 000 werden, sagt er. Für den Markt in Luxemburg, Belgien und Frankreich hat er bereits Vertriebspartner, bundesweit steht er ebenfalls in den Startlöchern.

Solch ein Getränk könne «grundsätzlich durchaus sinnvoll sein», sagt die Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Antje Gahl, in Bonn. Wenn es eben mal schnell gehen müsse - oder für ältere Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden. Die Ernährungsberater empfehlen dennoch einen «Genuss in Maßen»: 300 bis 600 Gramm Fleisch- und Wurstwaren pro Woche seien ausreichend. Denn Fleisch enthalte auch unerwünschte Begleitstoffe wie Fett und Cholesterin.

Drei Jahre haben Klassen, sein Sohn Philipp und Koch Stefan Kimmel für die Drinks am Kessel gewerkelt: «Die Schwierigkeit lag darin, Fleisch so flüssig zu machen, dass man keine Fleischfasern mehr auf der Zunge spürt. Es muss so fein sein wie Kakao», sagt Klassen. Das Fleisch wird in großen Kesseln mit Gemüse in Brühe gekocht und püriert. Dann wird es abgefüllt und bei 121 Grad sterilisiert. So halte sich der Drink ungekühlt ein Jahr, sagt Klassen.

Drucken
Sa, 2017-07-29 05:00Berlin (dpa)

Weil bringt «Klimaprämie» für alte Diesel ins Gespräch

Berlin (dpa) - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor dem «Diesel-Gipfel» der Bundesregierung eine zusätzliche Förderung für den Kauf schadstoffarmer Fahrzeuge ins Gespräch gebracht. «Es müssen Anreize für den Umstieg von alten Diesel- auf Euro6- und Elektroautos geschaffen werden», sagte der SPD-Politiker, der auch im Volkswagen-Aufsichtsrat sitzt, dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (Samstag). Denkbar seien etwa «steuerliche Anreize oder eine Art Klimaprämie, die von Industrie und Staat angeboten wird». Die Industrie müsse sich zur Nachbesserung von Diesel-Autos verpflichten, der Staat sei in der Pflicht, großflächige Fahrverbote zu verhindern.

Beim Diesel-Gipfel am kommenden Mittwoch wollen Bund, mehrere Länder und die Autobranche unter anderem über Nachrüstungen beraten. Für Elektroautos gibt es bereits seit einem Jahr eine Kaufprämie - die Nachfrage ist allerdings verhalten. Bis Ende Juni wurden insgesamt nur 23 024 Anträge auf den Zuschuss gestellt.

Drucken
Sa, 2017-07-29 03:00Heilbronn (dpa)

Autohändler-Verband befürchtet höheren Druck auf die Branche

Heilbronn (dpa) - Autohändler befürchten nach dem Stuttgarter Urteil zu Fahrverboten einen höheren Druck auf ihre Branche. «Fahrverbote würden zu deutlichen Wertverlusten des Diesel-Fahrzeugbestands und damit zu hohen Verlusten der Händler führen», sagte der Geschäftsführende Vorstand des Bundesverbandes freier Kfz-Händler, Ansgar Klein, der «Heilbronner Stimme» und dem «Mannheimer Morgen» (Samstag). Das Urteil sei ein deutlicher Warnschuss für die Automobilhersteller. Der Druck auf sie werde immer größer. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart sind Fahrverbote für ältere Dieselautos weiter möglich.

Drucken
Sa, 2017-07-29 00:45 (dpa)

200 000 Sonder-Visa für Flüchtlinge aus Venezuela

Bogotá (dpa) - Wegen der dramatischen Krise in Venezuela will die kolumbianische Regierung 150 000 bis 200 000 geflüchteten Menschen einen Sonderaufenthaltsstatus gewähren. Wie der Direktor der Migrationsbehörde, Christian Krüger, am Freitag (Ortszeit) mitteilte, sollen sie damit bis zu zwei Jahre in dem Nachbarland bleiben dürfen.

Bedingung ist, dass sie einen Grenzübergang mit einem Pass regulär passiert haben und keine strafrechtlichen Dinge gegen sie vorliegen. Der Sonderstatus greift, wenn die regulären 90 Tage Aufenthaltsrecht, die automatisch bei Grenzübertritt gewährt werden, abgelaufen sind.

Seit Monaten verlassen verzweifelte Menschen das Land mit den größten Ölreserven, im Schnitt passieren pro Tag 25 000 Menschen im Westen Venezuelas die Grenzbrücke Simón Bolívar, die das Land mit Cucúta in Kolumbien verbindet. Viele kaufen nur auf der anderen Seite Lebensmittel ein, kehren dann aber zurück in das sozialistische Land.

Venezuela wird von Gewalt, einem blutigen Machtkampf zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition sowie einer tiefen Versorgungskrise erschüttert wird. Bisher leben rund 343 000 Venezolaner in Kolumbien, davon etwa 200 000 legal mit Visa oder einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis, bis zu 140 000 illegal.

Krüger betonte, Berichte über einen «massiven Exodus» wegen der am Sonntag stattfindenden Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung könnten bislang nicht bestätigt werden. Bisher starben bei den Protesten 112 Menschen, es fehlt überall an Lebensmitteln und Essen. Rund um die Wahl der Mitglieder der Verfassungsversammlung wird eine Gewaltexplosion befürchtet, die Opposition boykottiert diese, sie wirft Maduro vor, dass er mit der Reform eine Diktatur errichten will. Zur Wahlen stehen überwiegend Anhänger der Sozialisten.

Drucken
Laden...