Mo, 2018-09-24 12:01Honolulu (dpa)

Forscher filmen Aal mit Riesenmaul

Honolulu (dpa) - Wissenschaftlern sind seltene Filmaufnahmen eines aufgeblasenen Pelikanaals gelungen: Auf dem Video ist zu sehen, wie der Aal sein Maul aufreißt, eine Art Beutel aufbläst und sich so deutlich größer macht, als er eigentlich ist. Die Forscher entdeckten den Tiefseebewohner bei einer Unterwasserexpedition mit dem Forschungsschiff Nautilus in einem Meeresschutzgebiet bei Hawaii, wie die «Washington Post» berichtete. Nachdem der schwarze Fisch zur Begeisterung des Forschungsteams offenbar versucht, die ungebetenen Gäste zu vertreiben, gibt er auf, «schrumpft» sich wieder auf Normalgröße und schwimmt davon.

«Wir fotografierten und filmten gerade den Lebensraum der Tiefsee-Korallen, als wir diese komische Ballon-Kreatur mit Schwanz gesehen haben. Das war total überraschend», sagte einer der führenden Wissenschaftler der Expedition, Thomas Hourigan. Pelikanaale (Eurypharynx pelecanoides) werden bis zu einem Meter lang und leben den Angaben zufolge zumeist in Tiefen von rund 1400 Metern. Mit ihrem riesigen Maul filtern sie Nahrung aus dem Wasser.

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Mo, 2018-09-24 11:56Prag (dpa)

Tschechiens Präsident Zeman empfing US-Rechtspopulisten Bannon

Prag (dpa) - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat am Wochenende den US-Rechtspopulisten Steve Bannon empfangen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron, der Bannon begleitete, bestätigte dies am Montag im tschechischen Rundfunk (CRo). Bei dem Treffen auf Schloss Lany in Prag habe der Ex-Chefberater des US-Präsidenten Donald Trump seine Idee einer neuen Bewegung - «The Movement» - vorgestellt.

Es gehe um die Vermittlung von US-Wahlkampferfahrungen für die Europawahl im Mai 2019. Zeman und Bannon seien sich einig gewesen, dass Reformen in der EU notwendig seien, sagte Bystron dem Sender. Das neue Bündnis gilt als Sammelbecken für Rechtspopulisten.

Ein Sprecher des Präsidenten veröffentlichte bei Twitter mehrere Fotos der Begegnung und teilte dazu mit, Bannon habe um das Treffen gebeten. Zeman rückt, obwohl einstmals Parteivorsitzender der tschechischen Sozialdemokraten, seit Jahren nach rechts. Der 73-Jährige warnt immer wieder vor Zuwanderung vor allem aus muslimischen Ländern. Im Januar war Zeman mit 51,4 Prozent der Stimmen für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt worden.

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Mo, 2018-09-24 11:41Honolulu (dpa)

Forscher filmen Aal mit Riesenmaul

Honolulu (dpa) - Wissenschaftlern sind seltene Filmaufnahmen eines aufgeblasenen Pelikanaals gelungen: Auf dem Video ist zu sehen, wie der Aal sein Maul aufreißt, eine Art Beutel aufbläst und sich so deutlich größer macht, als er eigentlich ist. Die Forscher entdeckten den Tiefseebewohner bei einer Unterwasserexpedition mit dem Forschungsschiff Nautilus in einem Meeresschutzgebiet bei Hawaii, wie die «Washington Post» berichtete. Nachdem der schwarze Fisch zur Begeisterung des Forschungsteams offenbar versucht, die ungebetenen Gäste zu vertreiben, gibt er auf, «schrumpft» sich wieder auf Normalgröße und schwimmt davon.

«Wir fotografierten und filmten gerade den Lebensraum der Tiefsee-Korallen, als wir diese komische Ballon-Kreatur mit Schwanz gesehen haben. Das war total überraschend», sagte einer der führenden Wissenschaftler der Expedition, Thomas Hourigan. Pelikanaale (Eurypharynx pelecanoides) werden bis zu einem Meter lang und leben den Angaben zufolge zumeist in Tiefen von rund 1400 Metern. Mit ihrem riesigen Maul filtern sie Nahrung aus dem Wasser.

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Mo, 2018-09-24 11:39Kerpen (dpa)

Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst geht nach Moratorium weiter

Kerpen (dpa) - Im Braunkohlerevier Hambacher Forst setzen die Behörden die Räumung von Baumhäusern der Aktivisten fort. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums wurden am Montag die ersten Räumungsverfügungen nach dem mehrtägigen Moratorium ausgesprochen. Nach dem Unfalltod eines 27 Jahre alten Journalisten hatte die Landesregierung die Räumung der Baumhütten am vergangenen Mittwoch vorerst gestoppt.

Der 27-Jährige war in dem seit Jahren von Aktivisten besetzt gehaltenen Waldgebiet zwischen Köln und Aachen durch die Bretter einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gebrochen, die zwischen zwei Baumhäusern gespannt war. Er starb noch am Unglücksort. Die Landesregierung stoppte daraufhin die bis dahin laufende Räumung der Baumhütten im Wald. Sie betonte aber auch, dass es sich nur um einen vorübergehenden Räumungsstopp handele.

Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzerns RWE im Herbst weite Teile des Forstes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will. Am Wochenende hatten mehrere Tausend Menschen gegen die Räumung und die geplante Rodung des Waldgebietes demonstriert.

Der Wald hat nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12 000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein. Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

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Mo, 2018-09-24 11:16Berlin (dpa)

Merkel: «Das bedauere ich sehr»

Berlin (dpa) - Was viele von Angela Merkel bei der Flüchtlingspolitik verlangt haben, hat die Kanzlerin nun im Fall der zunächst geplanten Beförderung des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär getan. Merkel hat sich für eine Fehleinschätzung entschuldigt. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die in ihrer Amtszeit bisher einmalige Stellungnahme.

«Ich möchte Ihnen gerne einige Worte zu unserer gestrigen Entscheidung über die berufliche Zukunft von Hans-Georg Maaßen sagen.

Ich hatte ja bereits am Freitag deutlich gemacht, dass wir, das sind immer die Vorsitzenden der SPD, Andrea Nahles, der CSU, Horst Seehofer, und ich als Vorsitzende der CDU, dass wir zu einer Neubewertung kommen müssen in der Frage der Entscheidung vom letzten Dienstag.

Und ich sage ganz deutlich: das Ergebnis vom letzten Dienstag konnte nicht überzeugen.

Warum konnte es nicht überzeugen? Wenn ich mich persönlich frage, dann habe ich mich im Zusammenhang mit der Entscheidung vom Dienstag zu sehr mit der Funktionalität, und den Abläufen im Bundesinnenministerium beschäftigt, aber zu wenig an das gedacht, was die Menschen zurecht bewegt, wenn sie von einer Beförderung hören.

Und dass das geschehen konnte, das bedauere ich sehr.

Wir haben dann übers Wochenende zu dritt sehr viel nachgedacht und sind zu einem neuen Ergebnis gekommen. Allerdings baut dieses Ergebnis natürlich auf den Diskussionen des Dienstag auf. Das neue Ergebnis gestern ist, und das ist für mich wichtig, ist sowohl sachgerecht als auch vermittelbar. Und es entspricht im Übrigen auch der Fürsorgepflicht für den Beamten Hans-Georg Maaßen.

Warum ist es sachgerecht? Weil es einen klar umrissenen Aufgabenbereich (...) für den Sachbereich gibt, ohne dass die sonstigen Arbeitsabläufe im Bundesministerium des Innern gestört oder beeinträchtigt werde.

Vermittelbar, ganz einfach, weil es eben keine Beförderung ist. Und das war wichtig, dass wir eine solche Lösung gefunden haben.

Heute ist der Tag, an dem vor einem Jahr die Bundestagswahl stattfand. Und wir haben ein schwieriges Wahlergebnis erhalten, das uns alle vor große Herausforderungen gestellt hat. Das hat sich auch in der langen Dauer der Regierungsbildung bemerkbar gemacht.

Und umso wichtiger ist es natürlich, dass wir jetzt die Probleme der Menschen lösen. Einiges davon haben wir gemacht, aber an vielen Stellen haben wir uns in den letzten Monaten auch zu sehr mit uns selbst beschäftigt.

Das muss sich ändern und deshalb haben wir gestern nicht nur die Entscheidung zur beruflichen Zukunft von Hans-Georg Maaßen getroffen, sondern wir haben auch verabredet, dass wir nächsten Montag einen Koalitionsausschuss machen, dass auf diesem Koalitionsausschuss drängende Fragen besprochen werden, zum Beispiel wie geht es weiter angesichts von Fahrverboten mit den Dieselautos.

Wir haben über das Thema der Nachrüstung gesprochen, wir werden am nächsten Montag die Entscheidungen finalisieren. Sie wissen, dass dazu gestern auch ein Gespräch mit der Automobilindustrie stattgefunden hat.

Und wir werden auch andere Fragen besprechen und ich glaube, es sollte in der Regierung auch ein Modus eingeführt werden von regelmäßigen Koalitionsausschüssen, wo wir uns immer wieder darüber Rechenschaft ablegen, was haben wir erreicht.

Wir leben in ausgesprochen fordernden Zeiten, wenn ich allein an den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union denke, wenn ich an die Sorgen vieler Menschen denke, ich hab das Thema Auto genannt, auch in Bereichen Pflege und Sozialpolitik haben wir vieles zu machen. Wir haben die Digitalisierung vor uns, hier gibt es eine Notwendigkeit der vollen Konzentration auf die Sacharbeit und ich werde alles daran setzen, dass das in der nächsten Zeit auch so passiert.» 

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Mo, 2018-09-24 11:08Halle (dpa)

Kohlekommission bei erstem Vor-Ort-Termin in Sachsen-Anhalt

Halle (dpa) - Begleitet von lautstarkem Protest ist die Kohle-Kommission der Bundesregierung zu ihrem ersten Vor-Ort-Termin in einem betroffenen Kohlerevier zusammengekommen. Die Vertreter hören den ganzen Montag über im Stadthaus in Halle Betroffene und Initiativen aus dem Mitteldeutschen Revier an. Vor dem Gebäude versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte und Gewerkschafter, um für die Zukunft des Braunkohleabbaus zu demonstrieren. Auf Plakaten war etwa zu lesen «Energiewende nur mit uns».

Die Kommission war im Sommer eingesetzt worden. Sie soll bis Jahresende ein konkretes Konzept vorlegen, wie in den betroffenen Braunkohleregionen in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen neue Jobs den Wegfall der Kohle-Arbeitsplätze abfangen sollen. Zudem soll sie ein Datum für das Ende der klimaschädlichen Verstromung des fossilen Rohstoffs festlegen.

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Mo, 2018-09-24 10:54Berlin (dpa)

Merkel räumt Fehler bei Entscheidungen über Maaßen ein

Das gab es bisher fast noch nie: Die Kanzlerin entschuldigt sich ohne Umschweife dafür, zu wenig an das gedacht zu haben, was die Menschen bewegt. Ob das hilft, die Stimmung zu beruhigen und den Umfragetrend nach unten zu drehen?

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ungewöhnlich offen Fehler im Zusammenhang mit den Spitzengesprächen über die Zukunft des umstrittenen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen zugegeben. Sie habe sich bei der nun korrigierten Entscheidung über Maaßen vom vergangenem Dienstag «zu sehr mit der Funktionalität und den Abläufen im Bundesinnenministerium beschäftigt, aber zu wenig an das gedacht, was die Menschen zu Recht bewegt, wenn sie von einer Beförderung hören», sagte Merkel am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums, der engsten Führungsspitze der Partei, in Berlin. «Dass das geschehen konnte, das bedauere ich sehr.»

Zugleich räumte Merkel genau ein Jahr nach der Bundestagswahl ein, ihre schwarz-rote Regierung habe sich nach der lange dauernden Regierungsbildung in den vergangenen Monaten zu viel mit sich selbst beschäftigt. Jetzt sei es nötig, sich voll auf die Sacharbeit zu konzentrieren. Die Kanzlerin versprach: «Ich werde alles daran setzen, dass das in der nächsten Zeit auch so passiert.» Dem sollen künftig auch häufigere und regelmäßige Sitzungen des Koalitionsausschusses dienen.

Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hatten sich am Sonntagabend nach tagelangem Streit und einer ersten umstrittenen Entscheidung am vergangenen Dienstag auf eine Versetzung Maaßens ins Bundesinnenministerium geeinigt. Er soll dort nun Sonderberater im Rang eines Abteilungsleiters werden und genauso viel verdienen wie bisher. Seine ursprünglich geplante Beförderung zum Innenstaatssekretär mit höheren Bezügen ist damit vom Tisch.

Merkel räumte ein: «Ich sage ganz deutlich, das Ergebnis vom letzten Dienstag konnte nicht überzeugen.» Schon am Freitag habe sie deutlich gemacht, dass es zu einer Neubewertung der Entscheidung von Dienstag kommen müsse. Über das Wochenende habe man zu dritt - sie, Nahles und Seehofer - sehr viel nachgedacht und sei zu einem neuen Ergebnis gekommen, dass «natürlich auf den Diskussionen des Dienstag» aufbaue.

Mit diesen Worten versuchte Merkel offensichtlich, einen neuen Streit zwischen Seehofer und Nahles zu entschärfen, der um die Frage ausgebrochen war, ob der am Sonntag gefundene Kompromiss schon früher vorgelegt, aber zunächst abgelehnt worden war. Dies hatte Seehofer am Sonntagabend angedeutet, worauf ihm Nahles scharf widersprach.

Die CDU-Vorsitzende nannte den neuen Kompromiss sachgerecht und vermittelbar. Er entspreche außerdem der Fürsorgepflicht für den Beamten Maaßen. Die Einigung sei sachgerecht, weil es einen klar umrissenen Aufgabenbereich für den künftigen Sonderberater Maaßen gebe, ohne dass die anderen Arbeitsabläufe im Innenministerium beeinträchtigt würden, sagte Merkel. Vermittelbar sei das Ergebnis, weil es eben keine Beförderung sei. Es sei wichtig gewesen, «dass wir eine solche Lösung gefunden haben».

Das schwierige Ergebnis der Bundestagswahl vor genau einem Jahr habe alle vor große Herausforderungen gestellt, sagte Merkel. Dies habe sich auch an der langen Dauer der Regierungsbildung gezeigt. «Umso wichtiger ist es natürlich, dass wir jetzt die Probleme der Menschen lösen.» Einiges habe die Koalition schon geschafft, «aber an vielen Stellen haben wir uns in den letzten Monaten auch zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Das muss sich ändern.»

Aus diesem Grund hätten sie, Nahles und Seehofer auch ein Treffen des Koalitionsausschusses für nächsten Montag verabredet. Dort sollten drängende Fragen etwa zur Zukunft des Diesel, der Nachrüstungen und der Fahrverbote besprochen und endgültige Entscheidungen bei dem Thema getroffen werden. Merkel schlug einen neuen Arbeitsmodus der Regierung mit regelmäßigen Koalitionsausschüssen vor, bei denen Schwarz-Rot immer wieder darüber Rechenschaft ablege, was man erreicht habe in den «ausgesprochen fordernden Zeiten». Merkel nannte als Beispiel den Austritt Großbritanniens aus der EU und allgemein die Sorgen vieler Menschen. Auch bei der Pflege und in der Sozialpolitik sei vieles zu tun, wie im Bereich der Digitalisierung.

Maaßen soll nach dem Kompromiss im Innenministerium für europäische und internationale Aufgaben zuständig sein. Frühere Pläne hatten vorgesehen, dass für ihn der bisherige Staatssekretär Gunther Adler weichen muss. Der SPD-Mann solle nun im Grundsatz unverändert seine Zuständigkeit für Bau behalten. Am Dienstag vergangener Woche hatten sich Merkel, Seehofer und Nahles noch darauf verständigt, dass Maaßen Innenstaatssekretär werden soll. In der SPD hatte die geplante Beförderung eine Welle der Empörung ausgelöst. Auch in CDU und CSU hatte sie für Unverständnis gesorgt.

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Mo, 2018-09-24 10:52Berlin (dpa)

Merkel: Koalitionsausschuss befasst sich kommenden Montag mit Diesel

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für den kommenden Montag (1. Oktober) eine Entscheidung der Bundesregierung über den Kurs in der Dieselkrise angekündigt. Sie sagte in Berlin, bei einem Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD gehe es auch um die Frage, wie es «angesichts von Fahrverboten mit den Dieselautos» weitergehe. Merkel verwies auf ein Spitzentreffen mit den Chefs der deutschen Hersteller am Sonntagabend. «Wir haben über das Thema der Nachrüstungen gesprochen, und wir werden am nächsten Montag die Entscheidung finalisieren», sagte die CDU-Chefin.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte nach dem Treffen am Sonntag gesagt, oberste Priorität habe die Flottenerneuerung - also Anreize, damit mehr Besitzer alte Diesel abgeben und sich ein saubereres Auto kaufen. Für Lieferdienste und Handwerker solle es ein Förderangebot für Umbauten an Motoren geben. Die SPD beharrt jedoch auf solchen Hardware-Nachrüstungen auch für Pkw.

Scheuer hatte zudem gesagt, es werde weitere Gespräche in der Bundesregierung und mit den deutschen Herstellern geben. Bis zum Ende der Woche sei «eine Konkretisierung der Maßnahmen und Pläne über die Gesamtthematik» vorgesehen.

In den monatelangen Koalitionsstreit war nach dem jüngsten Urteil zu Fahrverboten in Frankfurt am Main im nächsten Jahr Bewegung gekommen. Merkel, die lange gegen Umbauten an Motoren argumentiert hatte, öffnete sich angesichts dessen dafür. Die Autobauer lehnen Hardware-Nachrüstungen als zu aufwendig ab und warnen vor technischen Nachteilen.

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Mo, 2018-09-24 10:26Kerpen (dpa)

Neue Barrikaden im Hambacher Forst - Polizei unterstützt Räumung

Kerpen (dpa) - Im Hambacher Forst hat am Montag die Räumung neu errichteter Barrikaden begonnen. Die Barrikaden von Rodungsgegnern waren nach Angaben des NRW-Innenministeriums am Wochenende aufgebaut worden. Die Polizei unterstütze RWE dabei, Flucht- und Rettungswege freizumachen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Das Düsseldorfer Innenministerium ließ offen, wann die Räumung der verbliebenen Baumhäuser fortgesetzt werden soll. «Wir haben immer gesagt, es ist ein vorübergehender Stopp. Die Häuser sind ja nach wie vor gefährlich», sagte ein Ministeriumssprecher. Nach dem Unfalltod eines 27 Jahre alten Journalisten hatte die Landesregierung die Räumung der Baumhütten am vergangenen Mittwoch vorerst gestoppt.

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Mo, 2018-09-24 09:31Stockholm (dpa)

Prominente Träger des Alternativen Nobelpreises

Stockholm (dpa) - Oft fördert die Right Livelihood Award Stiftung mit dem Alternativen Nobelpreis weniger bekannte Kämpfer für Frieden, Menschenrechte und Umwelt. Einige Male haben seit 1980 aber auch bekannte Gesichter die Auszeichnung erhalten:

EDWARD SNOWDEN - Der US-amerikanische Whistleblower bekam den Preis 2014, «weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt». In der schwedischen Regierung löste das große Aufregung aus. Abholen konnte Snowden, der seit 2013 in Russland im Exil lebt, die Auszeichnung nicht, weil die USA nach ihm fahnden.

ASTRID LINDGREN - Die weltweit wohl berühmteste Schwedin hat den Alternativen Nobelpreis 1994 bekommen. Die Stiftung verlieh der Kinderbuchautorin den nicht dotierten Ehrenpreis für ihren «lebenslangen Kampf für die Rechte von Kindern».

BIANCA JAGGER - Die frühere Ehefrau des Rolling-Stones-Sängers Mick Jagger bekam den Preis 2004 für ihren Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Sie habe gezeigt, «wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten und Benachteiligten stellt», begründete die Stiftung die Wahl.

Vier DEUTSCHE - sind seit 1980 unter den Preisträgern. Darunter als erste die Mitbegründerin der Grünen, Petra Karin Kelly. Zuletzt wurde 1999 der SPD-Politiker Hermann Scheer für sein Engagement für die Erneuerbaren Energien ausgezeichnet.

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Mo, 2018-09-24 09:04Rom/Paris (dpa)

Hilfsorganisationen entsetzt über Vorgehen Panamas gegen «Aquarius»

Rom/Paris (dpa) - Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer haben entsetzt auf Panamas Ankündigung reagiert, dem Rettungsschiff «Aquarius 2» die Registrierung zu entziehen. «Die Ankündigung verurteilt Hunderte Männer, Frauen und Kinder, die verzweifelt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, zu einem nassen Grab», schrieben Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf Twitter.

Die Organisation SOS Méditerranée forderte die EU-Regierungen auf, zugunsten der «Aquarius» zu intervenieren. Der italienische Innenminister Matteo Salvini bestritt, Druck auf Panama ausgeübt zu haben.

Die «Aquarius 2» hatte am Sonntag vor Libyen weitere Migranten in Seenot aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin sie fahren wird. Die Schifffahrtsbehörde Panamas hatte am Wochenende mitgeteilt, den Prozess der Löschung der «Aquarius 2», vormals «Aquarius», aus dem Schifffahrtsregister des mittelamerikanischen Landes eingeleitet zu haben. Es gebe Berichte, dass das Schiff internationale rechtliche Vorgehensweisen in Bezug auf Migranten und Flüchtlinge missachtet habe, schrieben die Panamaer.

Die wichtigste Beschwerde komme von den italienischen Behörden. Diese hätten gemeldet, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, die Flüchtlinge an ihren Herkunftsort zurückzubringen.

Salvini verfolgt seit Antritt der neuen italienischen Regierung im Juni eine Null-Toleranz-Politik gegen Migranten, die mit Booten versuchen, illegal Italiens Küsten zu erreichen. Der Minister der Rechtspartei Lega will diejenigen anzeigen, die illegale Einwanderung begünstigten. Zugleich bestritt er, in irgendeiner Weise auf Panama Druck ausgeübt zu haben. «Ich kenne nicht einmal die Vorwahl von Panama», schrieb er.

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Mo, 2018-09-24 08:45York (dpa)

Gates-Bericht: Junge Menschen blicken optimistischer in die Zukunft

New York (dpa) - Junge Menschen sehen nach einem Bericht der Gates-Stiftung sowohl ihre eigene Zukunft als auch die der Welt deutlich optimistischer als ältere Menschen. Am größten sei der Optimismus insgesamt in Ländern mit mittleren und niedrigen Durchschnittseinkommen, hieß es in dem am Montag in New York veröffentlichten Bericht der vom Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda eingerichteten Stiftung.

Für den Bericht befragte das Umfrageinstitut Ipsos mehr als 40 000 Menschen ab 12 Jahren in 15 Ländern, ab 16 Jahren wurden sie meist als Erwachsene eingestuft. Etwa die Hälfte der Länder - Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Schweden, Saudi-Arabien und die USA - haben vergleichsweise hohe Durchschnittseinkommen, die andere Hälfte - Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kenia, Mexiko, Nigeria und Russland - eher mittlere oder niedrige.

Insgesamt rund 87 Prozent der Jugendlichen äußerten sich optimistisch über ihre Zukunft, 73 Prozent waren zuversichtlich in Hinblick auf die Zukunft ihres Landes und 74 Prozent in Hinblick auf die Zukunft der Welt. Bei den Erwachsenen zeigten sich 77 Prozent optimistisch für ihre Zukunft, 63 Prozent für die ihres Landes und 60 Prozent für die der Welt.

Bei all diesen Befragungen war die Zuversicht bei Jugendlichen und Erwachsenen stets in Ländern mit niedrigen und mittleren Durchschnittseinkommen am höchsten - Nigeria beispielsweise lag immer unter den ersten Drei.

Deutschland lag dagegen immer unter den letzten Drei: Bei den Jugendlichen äußerten sich hier 78 Prozent zuversichtlich über ihre Zukunft (Erwachsene: 66), 56 Prozent über die ihres Landes (Erwachsene: 47) und 51 Prozent über die der Welt (Erwachsene: 37). Erwachsene in Deutschland sorgen sich der Umfrage zufolge am meisten über Sicherheitsthemen und Einwanderung, Jugendliche ebenfalls über Sicherheitsthemen und über die Umwelt.

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Mo, 2018-09-24 08:35Meppen (dpa)

Moorbrand bei Meppen schwelt weiter - viele unterirdische Glutnester

Meppen (dpa) - Nach dem Moorbrand auf einem Testgelände der Bundeswehr im Emsland ist ein Ende der Löscharbeiten noch nicht in Sicht. Vor Ort sei die Lage aber entspannt, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Montag. «Wir haben jetzt die vierte ruhige Nacht in Folge erlebt.» Die oberirdischen Feuer seien durch die Löscharbeiten und den Regen mittlerweile erloschen, allerdings gebe es noch unzählige unterirdische Glutnester. Die Bilder einer Wärmebildkamera würden weiter ausgewertet.

Am Montag soll sich der Umweltausschuss des Landtags in Hannover mit dem Brand beschäftigen. Die Landesregierung will die Mitglieder des Gremiums über den Fortgang der Löscharbeiten informieren.

Die Bundeswehr hatte das Feuer vor rund drei Wochen mit einem Raketentest entfacht. Der Landkreis hatte am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Bekämpfung eines Moorbrandes ist besonders schwierig, weil der Brand sich nicht von oben nach unten ausdehnt, sondern auch unter der Oberfläche wütet.

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Mo, 2018-09-24 08:01Frankfurt/Singapur (dpa)

Ölpreise steigen deutlich - Brent wieder über 80 Dollar je Barrel

Frankfurt/Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Montag kräftig zugelegt. Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit der jüngsten Entscheidung der Opec-Staaten und anderer wichtiger Förderländer, die Produktion vorerst nicht zu erhöhen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 80,06 US-Dollar. Das waren 1,26 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 1,08 Dollar auf 71,86 Dollar.

Trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer Senkung des Ölpreises haben sich Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gemeinsam mit anderen wichtigen Förderländern wie Russland am Sonntag gegen entsprechende Maßnahmen entschieden. Nach einem Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier sprachen die Opec-Mitglieder und andere Staaten in einer gemeinsamen Erklärung von einem «insgesamt gesunden Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage».

Am Donnerstag hatte eine Twitter-Nachricht des US-Präsidenten am Markt für Aufregung gesorgt. Zum wiederholten Male hatte er das Erdölkartell Opec aufgefordert, die Rohölpreise zu senken. Trump vertritt seit längerem die Position, die Opec treibe mit ihrer Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben.

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Mo, 2018-09-24 07:17Rom/Paris (dpa)

Hilfsorganisationen entsetzt über Vorgehen Panamas gegen «Aquarius»

Rom/Paris (dpa) - Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer haben entsetzt auf Panamas Ankündigung reagiert, dem Rettungsschiff «Aquarius 2» die Registrierung zu entziehen. «Die Ankündigung verurteilt Hunderte Männer, Frauen und Kinder, die verzweifelt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, zu einem nassen Grab», schrieben «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) auf Twitter.

Die Organisation SOS Méditerranée forderte die EU-Regierungen auf, zugunsten der «Aquarius» zu intervenieren. Der italienischen Innenminister Matteo Salvini bestritt, Druck auf Panama ausgeübt zu haben.

Die «Aquarius 2» hatte am Sonntag vor Libyen weitere Migranten in Seenot aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin sie fahren wird. Die Schifffahrtsbehörde Panamas hatte am Wochenende mitgeteilt, den Prozess der Löschung der «Aquarius 2», vormals «Aquarius», aus dem Schifffahrtsregister des mittelamerikanischen Landes eingeleitet zu haben. Es gebe Berichte, dass das Schiff internationale rechtliche Vorgehensweisen in Bezug auf Migranten und Flüchtlinge missachtet habe, schrieben die Panamaer.

Die wichtigste Beschwerde komme von den italienischen Behörden. Diese hätten gemeldet, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, die Flüchtlinge an ihren Herkunftsort zurückzubringen.

Salvini verfolgt seit Antritt der neuen italienischen Regierung im Juni eine Null-Toleranz-Politik gegen Migranten, die mit Booten versuchen, illegal Italiens Küsten zu erreichen. Der Minister der Rechtspartei Lega will diejenigen anzeigen, die illegale Einwanderung begünstigten. Zugleich bestritt er, in irgendeiner Weise auf Panama Druck ausgeübt zu haben. «Ich kenne nicht einmal die Vorwahl von Panama», schrieb er.

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