So, 2018-05-27 04:50Mainz (dpa)

Dreyer: Bund organisiert zu wenige Flüge für Abschiebungen

Mainz (dpa) - Der Bund organisiert nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu wenige Sammelflüge für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. «Das ist gemessen an der Zahl der Fälle insgesamt nach wie vor zu wenig», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Gerade bei den sogenannten Dublin-Fällen «haben wir viel mehr Leute, die zurück müssten, als wir im Grunde Angebote haben». Nach dem Dublin-Abkommen müssen Flüchtlinge in dem EU-Land Asyl beantragen, in das sie zuerst eingereist sind, und können auch dorthin abgeschoben werden.

Dreyer sagte, Rückführungen von Flüchtlingen aus mehreren Bundesländern mit Sammel-Charterflügen des Bundes seien leichter und pro Kopf preiswerter zu organisieren als zahlreiche einzelne Abschiebungen mit normalen Linienflügen. «Bei Charterflügen sind sowieso schon die Bundespolizei und ein Arzt dabei.» Das Bundesinnenministerium äußerte sich auf Anfrage vorerst nicht zu Dreyers Kritik.

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So, 2018-05-27 04:37Seoul/Washington (dpa)

Seoul: Nordkoreas Machthaber weiter zu Gipfel mit Trump bereit

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich US-Präsident Trump und der nordkoreanischen Machthaber doch schon bald treffen, wird größer. Kim Jong Un verspricht dem südkoreanischen Präsidenten, praktische Schritte dafür zu unternehmen.

Seoul/Washington (dpa) - Im Streit über sein Atomprogramm hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seinen Willen zu einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump bekräftigt. Das sagte der südkoreanische Präsident Moon Jae In am Sonntag, nachdem er sich am Vortag überraschend mit Kim zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen im Grenzort Panmunjom getroffen hatte. Kim habe betont, weiter zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit zu sein. Trump unterstrich unterdessen, er gehe weiter von einem Gipfel mit Kim im Juni aus.

Kim wolle mit ihm zusammenarbeiten, damit ein Gipfel zwischen Nordkorea und den USA im Juni erfolgreich sein werde, sagte Moon. Er habe betont, dass eine «direkte Kommunikation» zwischen diesen beiden Ländern notwendig sei, um Missverständnisse zu vermeiden. Kim, der um das Treffen mit ihm gebeten habe, habe dem zugestimmt.

Kim habe geäußert, er sei im Unklaren darüber, «ob sein Land den USA mit Blick auf ihr Versprechen, die feindseligen Beziehungen zu beenden, wirklich vertrauen kann und ob sie bei einer Denuklearisierung eine Sicherheitsgarantie geben können», sagte Moon. 

Trump sagte am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington: «Es geht sehr gut voran. Wir blicken auf den 12. Juni in Singapur. Das hat sich nicht geändert.» Es gebe eine Menge guten Willens. Man könne bei der atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel erfolgreich sein. Erst am Donnerstag hatte Trump das geplante Treffen in Singapur abgesagt. Tags darauf änderte er seine Einstellung.

Die USA und Südkorea wollen erreichen, dass Nordkorea seine Atomwaffen abrüstet. Nordkoreas kommunistische Führung sieht die Raketen, die nach ihren Angaben auch die USA treffen können, aber als Absicherung des eigenen Herrschaftssystems.

Moon und Kim führten ihre zweistündigen Gespräche am Samstag anders als beim ersten Treffen Ende April diesmal auf nordkoreanischer Seite von Panmunjom. Im Mittelpunkt standen nach Angaben das weitere Vorgehen nach dem Korea-Gipfel im April sowie die Bedingungen für ein Treffen Kims mit Trump.

Kim habe neben seiner Entschlossenheit zur «kompletten Denuklearisierung» auch seine Bereitschaft bekräftigt, die Geschichte des Kriegs und die Konfrontation durch einen erfolgreichen Gipfel mit Trump zu beenden, sagte Moon. Er habe Kim über seine jüngsten Gespräche in Washington unterrichtet und gesagt, dass Trump die «feindseligen Beziehungen mit Nordkorea» beenden und die wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern wolle.

Beide koreanischen Staaten wollen den Gesprächsfaden auch nach dem überraschenden Treffen am Samstag nicht abreißen lassen. Bereits für den 1. Juni hätten er und Kim Jong Un weitere Gespräche auf hoher Ebene vereinbart, sagte Moon. Auch die nordkoreanischen Staatsmedien vermeldeten die Vereinbarungen. «Sie (Kim und Moon) teilten die Meinung, dass sie sich künftig häufig für einen Dialog treffen sollten, (...) um sich gemeinsam für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu bemühen», hieß es bei der von Kim als Sprachrohr genutzten Nachrichtenagentur KCNA. Die Gespräche sollten auch weiter beschleunigt werden und verschiedene Themenfelder umfassen wie Militärbehörden und das Rote Kreuz.

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So, 2018-05-27 04:30Wolfsburg (dpa)

Neue Abgastests: VW-Produktionsengpässe ab August erwartet

Wolfsburg (dpa) - Bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP rechnet die Volkswagen-Kernmarke von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeiter-Magazin «Inside», das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Mit Hochdruck» werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, betonte der Manager. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

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So, 2018-05-27 04:30Garmisch-Partenkirchen (dpa)

Wetterbeobachter auf der Zugspitze beenden Arbeit nach 120 Jahren Von Sabine Dobel, dpa

Deutschlands höchstgelegener Arbeitsplatz wird abgebaut. Nach fast 120 Jahren zieht der Deutsche Wetterdienst seine Beobachter von der Zugspitze ab. Norbert Stadler ist einer von ihnen - 40 Jahre und damit ein Drittel der Zeit war er dabei.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Norbert Stadler hat Urlaub genommen. Er will nicht dabei sein, wenn die Arbeit am 1. Juni eingestellt wird. Zumal er kurz zuvor Geburtstag hat. 60 wird er, und 40 Jahre hat er als Wetterbeobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit einer Handvoll Kollegen die Bergwetterwarte auf der Zugspitze betreut. Nach fast 120 Jahren zieht der DWD seine Beobachter an Deutschlands höchstem Berg ab.

«Ich bin nicht derjenige, der die letzte Beobachtung macht - das geht mir schon nah», sagt er. Dabei ist die Station nach gewöhnlichen Kriterien nicht gerade ein Traumarbeitplatz: 16 Quadratmeter groß ist das Domizil mit Kochplatte und Klappbett in dem hölzernen Turm, der den 2962 Meter hohen Zugspitzgipfel noch um zwei Meter überragt.

Es ist nicht nur Deutschlands höchster Arbeitsplatz, sondern auch der kälteste, von Kühlhäusern mal abgesehen. Die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 4,8 Grad - «ein Klima wie in Südgrönland». Der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen wurde am 14. Februar 1940 gemessen: minus 35,6 Grad Celsius. Im Winter müssen die Beobachter nachts aufstehen: Schnee räumen. «Sonst kommt man in der Früh aus dem Loch nimmer raus», sagt Stadler. Am schlimmsten seien Gewitter. Es kracht und scheppert rundum. «Wenn es in den Turm einschlägt, ist das schon beängstigend.» Trotz guter Blitzableiter.

Meteorologen erstellen die Wetterprognose, Wetterbeobachter tragen Daten zusammen: Wie viel hat es geregnet, wie viel geschneit, wie liegen Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und -geschwindigkeit, wie lange scheint die Sonne, und wie sehen die Wolken aus? Alle halbe Stunde nahmen Stadler und seine Kollegen bisher die Wetterlage in Augenschein. Die Ergebnisse dieser «Augenbeobachtung» gaben sie an die DWD-Zentrale nach Offenbach.

Schritt für Schritt haben Geräte bereits viele Aufgaben übernommen. Thermometer und Luftdruckmesser leiten ihre Werte längst digital weiter; die Sonnenscheindauer wird digital erfasst. «Wir automatisieren; das geht Monat für Monat weiter», sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Der Mensch sei nicht ganz ersetzbar. Aber oft gelte: «Die Technik kann viel mehr und schneller Daten erheben.»

Bis 2021 sollen alle 182 sogenannten hauptamtlichen Wetterstationen automatisiert laufen. 155 sind es schon, darunter die nächsthöhere am Feldberg im Schwarzwald, mit 1486 Metern auf halber Zugspitz-Höhe. Vor der Automatisierung stehen die Stationen an Fichtelberg (1215 Meter) und Brocken (1141 Meter), sie sind Anfang 2019 und 2020 dran.

Wetterbeobachter ist ein aussterbender Beruf. Nachwuchs wird nicht mehr ausgebildet. «Was bei mir am meisten negative Vibrations aufkommen lässt: Dass ich einen Beruf erlernt habe, der zu meiner aktiven Dienstzeit abgeschafft worden ist», sagt der Leiter der Wetterwarte, Robert Schardt. «Dass wir hier die Arbeit reduzieren, ist nicht schön. Aber wir bleiben ja auf der Station und können die Arbeit weiterführen, mit einem anderen Aufgabenspektrum.»

Denn Schardt, Stadler und einige Kollegen werden weiter täglich auf den Berg fahren. «Wir schauen, ob die Geräte laufen. Ohne Betreuung geht das auf der Bergstation nicht», sagt Stadler. Schneehöhen etwa können Sensoren wegen Verwehungen bisher nicht zuverlässig bestimmen - und im Winter muss geschippt werden. Sonst würde die Station im Schnee versinken.

Manche Kollegen sorgen sich, dass die Arbeit an der Zugspitze irgendwann gar nicht mehr fortgeführt werden könnte - wie am Wendelstein. Im Herbst 2012 war dort nach 130 Jahren Schluss, aus Kostengründen. Die mit 1832 Metern zweithöchste Wetterstation Deutschlands war marode, eine Sanierung zu teuer. «Das kommt extrem selten vor, dass wir Beobachtungen nicht fortführen», sagt DWD-Sprecher Kirsch. Gerade an der Zugspitze, wo Forschungsprogramme laufen, werde es weitergehen.

Der Alpenraum ist vom Klimawandel stark betroffen. Die Messreihen der Zugspitze sind wertvoll. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 stieg die Temperatur im Mittel um 0,8 Grad. Der April 2018 lieferte neue Rekorde. Er war hier oben 5,6 Grad zu warm, gemessen am langjährigen Mittel. Der bisher «heißeste» Tag war der 5. Juli 1957 - mit 17,9 Grad.

Manchmal fegen Orkanböen über die Station. Dann ist an Schlaf nicht zu denken. «Da wackelt die Bude ganz schön. Es fühlt sich an wie ein Erdbeben», sagt Stadler. Der stärkste Sturm tobte am 12. Juni 1985: 335 Stundenkilometer - Deutschlandrekord. Wenn wegen Sturms die Bahn nicht fahren kann, müssen die Beobachter länger auf Ablöse warten.

Im Vergleich zu den Anfangszeiten haben sie es dennoch komfortabel. Damals gab es keine Bahn. Die Kollegen hätten allein über den Winter ausharrt, nur mit einem schlecht funktionierenden Telefon. Nach 118 Jahren wird ein Kollege nun am 1. Juni die allerletzte «Augenbeobachtung» vornehmen. Stadler: «Der Jüngste sperrt zu. Die Arbeit macht dann der Kollege Computer.» Jedenfalls weitgehend.

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So, 2018-05-27 04:15Garmisch-Partenkirchen (dpa)

Wetterdienst zieht nach fast 120 Jahren Beobachter von Zugspitze ab

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Nach fast 120 Jahren zieht der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Beobachter von der Zugspitze ab. Maschinen sollen weitgehend die Arbeit auf Deutschlands höchstgelegenem Arbeitsplatz übernehmen - der sogar zwei Meter höher liegt als der 2962 Meter hohe Zugspitzgipfel. Denn die Wetterstation ist seit ihren Anfängen im Jahr 1900 in einem hölzernen Turm untergebracht.

Die Automatisierung schreite seit Längerem voran, sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Schon jetzt leiten Thermometer und Luftdruckmesser an den DWD-Wetterstationen ihre Daten digital weiter. Auch die Sonnenscheindauer und die Kraft der Strahlung werden digital erfasst. Satellitenbilder ergänzen die Beobachtungen. Bis 2021 sollen alle 182 Haupt-Wetterstationen des DWD automatisch laufen. 155 sind es jetzt schon, darunter die nächsthöhere Station am Feldberg im Schwarzwald. Sie liegt mit 1486 Metern etwa halb so hoch wie die auf der Zugspitze.

Die Zugspitze wird trotz Automatisierung nicht ohne Menschen auskommen. Die Wetterbeobachter fahren weiter täglich auf den Berg - allerdings nicht mehr in ihrer bisherigen Funktion, sondern vor allem zur Wartung der Geräte. Geschlossen werden soll die Station nicht - dort laufen Forschungsprojekte. Die Datenreihen von der Zugspitze zeigen nicht zuletzt den Klimawandel. Seit Beginn der Aufzeichnungen vor 118 Jahren stieg die Temperatur dort im Mittel um 0,8 Grad, wie Wetterbeobachter Norbert Stadler berichtet. Der April 2018 war 5,6 Grad zu warm, gemessen am langjährigen Mittel.

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So, 2018-05-27 03:54Washington (dpa)

Trump strebt weiter Treffen mit Nordkoreas Machthaber am 12. Juni an

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump geht weiter von einem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni in Singapur aus. «Es geht sehr gut voran. Wir blicken auf den 12. Juni in Singapur. Das hat sich nicht geändert», sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. Es gebe eine Menge guten Willens. Man könne bei der atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel erfolgreich sein.

Erst am Donnerstag hatte Trump das geplante Treffen in Singapur abgesagt. Tags darauf schrieb er aber auf Twitter, dass er einen Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber am 12. Juni in Singapur doch noch für möglich hält.

Am Samstag hatten sich Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In zum zweiten Ma innerhalb weniger Wochen getroffen. Das Treffen stand auch vor dem Hintergrund der Bemühungen, doch noch einen Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump über das nordkoreanische Atomprogramm zustande zu bringen.

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So, 2018-05-27 03:31Berlin (dpa) 

Milch - Lebenselixier oder Krankmacher? Von Jan Ludwig, dpa

Kuhmilch hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Schlagzeilen gemacht - mal im Guten, mal im Schlechten. Über die Vor- und Nachteile der Milch.

Berlin (dpa) - Sie liefert wertvolles Eiweiß, Vitamine und mehr Kalorien als Cola: Milch ist eine ziemlich gehaltvolle Flüssigkeit. Ernährungswissenschaftler zählen sie deshalb zu den Nahrungsmitteln, nicht zu den Getränken.

Wie viel Milch trinken die Deutschen?

Im Durchschnitt verzehren Deutsche 83,7 Kilogramm Milch und Milchprodukte pro Jahr. Das entspricht etwa 230 Gramm pro Tag, also etwa einem Glas Milch oder einem Päckchen Quark.

Woher kommt eigentlich die Milch?

Allein in Deutschland werden zur Milchgewinnung 4,2 Millionen Kühe gemolken. Pro Tag geben sie im Durchschnitt 20 Kilogramm Milch. Etwa ein Drittel von ihnen werden vorzeitig geschlachtet, weil sie dem Produktionsdruck nicht standhalten und krank werden. Oft sind ihre Euter entzündet, oder sie sind vom vielen Melken ausgezehrt.

Ist es schädlich, Milch von Kühen zu trinken, die entzündete Euter haben?

Nicht, wenn sie pasteurisiert wurde. Milch wird regelmäßig auf ihren Keim- und Zellgehalt untersucht. Bei Entzündungen im Euter, der sogenannten Mastitis, finden sich mehr Zellen in der Milch. Ab einem gewissen Zellgehalt bekommt der Betrieb weniger Geld für die Milch; er hat also auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass seine Herde gesund ist. Milch, die stark verkeimt ist, darf nicht verkauft werden.

Geht es «Bio-Milchkühen» denn besser als konventionell gehaltenen?

Milchkühe in Bio-Betrieben haben unter anderem mehr Platz. Allerdings sind sie praktisch genauso häufig krank wie ihre konventionell gehaltenen Artgenossen. Mitunter werden sie mit homöopathischen und pflanzlichen Medikamenten behandelt, deren Wirksamkeit oft nicht nachweisbar ist.

Kann man rohe Milch bedenkenlos trinken?

Nein, und deshalb darf Rohmilch nur in Ausnahmefällen in Deutschland verkauft werden. Bis in den USA flächendeckend pasteurisiert wurde, verursachte Rohmilch dort nach Schätzungen etwa 25 Prozent aller Lebensmittelvergiftungen. Durch den Konsum von Rohmilch kann man sich unter anderem mit Typhus- und Diphterie-Erregern, mit Salmonellen und EHEC infizieren. Forscher der Universität Hohenheim haben erst kürzlich einen Fall untersucht, in dem zwei Menschen Käse aus Ziegenrohmilch aßen und dazu Rohmilch tranken. Die beiden erkrankten danach an FSME, einer Hirnhautentzündung, die durch einen Virus ausgelöst wird. Übrigens: Wer gekaufte Rohmilch selbst abkocht, verliert mehr Vitamine als beim Kauf von Frisch- oder H-Milch.

Ist H-Milch weniger gesund als Frischmilch?

Ultrahocherhitzte Milch, auch H-Milch genannt, enthält etwas weniger Vitamine als Frischmilch. Der Unterschied beträgt im Durchschnitt aber nur ein paar Prozent. Frischmilch ist keine rohe Milch: Sie wird nach dem Melken pasteurisiert, also auch wärmebehandelt - nur eben nicht bei so hohen Temperaturen wie H-Milch. Die Vitamine A, D, E, B2 und B5 bleiben bei beiden Verfahren fast vollständig erhalten. Eine Ausnahme bildet Vitamin C: Dessen Gehalt liegt bei Frischmilch um bis zu 20 Prozent höher als bei H-Milch. Der größte Vitamin-C-Killer ist allerdings nicht die Haltbarmachung, sondern eine lange Lagerzeit.

Schützt Milchkonsum vor Krebs?

Vor manchen Krebsarten ja, vor manchen nicht. Milchtrinker erkranken Studien zufolge seltener an Dickdarmkrebs. Andere Untersuchungen zeigen aber auch, dass Männer umso häufiger Prostatakrebs bekommen, je mehr Milch sie trinken. Ernährungswissenschaftler empfehlen Männern deshalb einen moderaten Milchkonsum.

Schützt Milch vor Osteoporose?

Milch liefert zumindest Kalzium, das sich positiv auf die Knochendichte auswirkt. Vor allem in jungen Jahren ist es wichtig, genug Kalzium zu sich zu nehmen. Mehrere Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass Milch das Wachstum bei Kleinkindern und Jugendlichen fördert. Das gilt allerdings nur für Milch, nicht für Milchprodukte. Forscher errechneten, dass 245 Milliliter Milch pro Tag zu mehr Längenwachstum von 0,4 Zentimetern pro Jahr führt.

Stimmt es, dass Milch für den Menschen eher ungeeignet ist, weil sie ja für Kälber gedacht ist?

Nein - jedenfalls nicht, wenn man Laktose verträgt. Das Argument, dass Milch nicht für den Menschen gemacht ist, ließe sich ja auf jedes natürliche Nahrungsmittel übertragen. Auch Nüsse und Bohnen, Äpfel und Tomaten sind von den Pflanzen nicht für den menschlichen Verzehr entwickelt worden.

Gibt es viele Menschen, die keine Milch vertragen?

Weltweit kann nur eine Minderheit der Menschen Milch gut verdauen. Je nach Schätzung produzieren zwei Drittel bis 90 Prozent der Weltbevölkerung nicht genug von dem Enzym Laktase, mit dem der Körper den Milchzucker verdaut. Trinken sie dennoch Milch, können Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit die Folge sein. In Deutschland haben aber nur sieben bis acht Prozent der Bevölkerung solche Symptome. Sie leiden an einer sogenannten Laktoseintoleranz.

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So, 2018-05-27 02:50Berlin (dpa)

Seehofer verteidigt Pläne für Asylzentren

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Horst Seehofer hält trotz Kritik aus den Bundesländern an den von der Regierungkoalition geplanten Asylzentren fest. «Die Gespräche mit den Bundesländern zeigen, dass es durchaus die Bereitschaft gibt, sich an den Piloten zu beteiligen und die Anker-Zentren so auch mitzugestalten», sagte der CSU-Vorsitzende der «Bild am Sonntag». «Das wird auch die Zweifler überzeugen.»

Seehofer will spätestens bis September bundesweit bis zu sechs Zentren eröffnen, in denen Ausländer bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens und einer möglichen Abschiebung wohnen sollen. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sperren sich aber die meisten Länder gegen die Einrichtung der sogenannten Ankerzentren. Sie mahnen konkretere Pläne an. Zuletzt hatten sich auch Verbände aus der Kinder- und Flüchtlingshilfe gegen Seehofers Pläne gestellt. Sie halten die Einrichtungen für ungeeignet für Kinder und Familien.

Die Affäre um Missstände beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) könnte die Umsetzung des zentralen Asylprojekts Seehofers weiter erschweren. Jeweils tausende Asylbewerber sollen darin untergebracht werden. Auch das Bamf soll neben weiteren Behörden dort vertreten sein.

Hintergrund ist eine Affäre in der Bremer Außenstelle, die aktuell keine Asylanträge mehr bearbeiten darf. Das Bremer Amt steht nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft im Verdacht, zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt zu haben.

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So, 2018-05-27 02:15Berlin (dpa)

Kurz: EU-Grenzschutz soll Migranten an Fahrt übers Mittelmeer hindern

Berlin (dpa) - EU-Grenzschützer sollten aus Sicht des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz künftig auch in Nordafrika tätig werden, um Migranten an der Überfahrt über das Mittelmeer zu hindern. Die Grenzschutzagentur Frontex brauche ein neues Mandat, um in Drittstaaten mit Einverständnis der dortigen Regierung tätig zu werden, sagte der konservative Politiker der «Welt am Sonntag». Es gehe darum, «das schmutzige Geschäftsmodell der Schlepper zu beenden und zu verhindern, dass sich Schlepperboote überhaupt erst auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machen». Außerdem sollte Frontex nach seiner Ansicht «illegale Migranten an den Außengrenzen stoppen, versorgen und dann im Idealfall unverzüglich in das Herkunfts- oder Transitland zurückschicken».

Die seit Monaten in der EU umstritte Verteilung von Flüchtlingen nach Quoten in Europa sei dagegen nicht realistisch. Damit sei die Migrationskrise auch nicht langfristig zu lösen, sagte er. «Ich sehe nicht, dass Österreich Flüchtlingsquoten zustimmen kann, insbesondere wenn diese den Zustrom der Vorjahre nicht berücksichtigen.» Weiter sagte er: «Die Basis eines funktionierenden Staates ist doch, dass ein Land auch selbst darüber entscheidet, welche und wie viele Menschen zuwandern dürfen.»

Zur Beilegung des Streits über die Reform der europäischen Asylpolitik setzt die bulgarische EU-Ratspräsidentschaft dagegen auf einen neuen Kompromissvorschlag: Flüchtlinge sollen nur dann automatisch in der EU umverteilt werden, wenn es wie 2015 zu einem sehr starken Zustrom kommt. In dem Jahr waren nach Deutschland fast 900 000 Migranten eingereist.

Große Sorge bereitet Kurz der innere Zustand der EU, wie er sagte. «Der Westen schimpft über den Osten, der Norden klagt über den Süden und umgekehrt. Es gibt in der EU immer wieder die moralisch Überlegenen, die glauben, andere erziehen zu müssen.» Es gebe aber auch die «Disziplinierten, die sich fürchten vor den Haushaltssündern», beklagte er. «Ich sehe das mit großer Sorge.»

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So, 2018-05-27 01:00Berlin (dpa)

Barley für bundesweite stichprobenartige Kontrollen der Asylbescheide

Berlin (dpa) - Als vertrauensbildende Maßnahme hat Justizministerin Katarina Barley in der Bamf-Affäre angeregt, Asylbescheide stichprobenartig in ganz Deutschland zu überprüfen. Dies könnte helfen, Vertrauen wiederherzustellen, sagte die SPD-Politikerin der «Bild am Sonntag». Ein Generalverdacht gegen alle Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sei allerdings fehl am Platz. Von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erwartet Barley, dass er Missstände umfassend aufklärt und Strukturen schafft, die eine Wiederholung unmöglich machen.

Mitarbeiter der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sollen nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt haben. Auch zehn andere Außenstellen werden nun überprüft.

Barley warf zugleich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt vor, mit seiner Äußerung zu einer «Anti-Abschiebe-Industrie» den Rechtsstaat beschädigt zu haben. «Gerade staatliche Repräsentanten sollten sich sehr genau überlegen, was sie sagen und tun», so die Ministerin. «Solche Äußerungen schwächen den Rechtsstaat. Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte fühlen sich verunglimpft.»

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So, 2018-05-27 00:52Seoul (dpa)

Weitere Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea am 1. Juni

Seoul (dpa) - Nord- und Südkorea wollen den Gesprächsfaden auch nach dem überraschenden Treffen ihrer Staatschefs am Samstag nicht abreißen lassen. Bereits für den 1. Juni hätten Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae In weitere Gespräche auf hoher Ebene vereinbart, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf die von Kim als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur KCNA. «Sie (Kim und Moon) teilten die Meinung, dass sie sich künftig häufig für einen Dialog treffen sollten, (...) um sich gemeinsam für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu bemühen.»

Die Gespräche sollten auch weiter beschleunigt werden und verschiedene Themenfelder umfassen wie Militärbehörden und das Rote Kreuz. Weiter hieß es, Kim habe bei dem Überraschungsgipfel am Samstag seinen starken Wunsch ausgedrückt, weiterhin US-Präsident Donald Trump treffen zu wollen.

Am Samstag hatten sich Kim und Moon zum zweiten Ma innerhalb weniger Wochen getroffen. Das Treffen stand auch vor dem Hintergrund der Bemühungen, doch noch einen Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump über das nordkoreanische Atomprogramm zustande zu bringen.

Statt von «atomarer Abrüstung» sprechen die USA sowie Süd- und Nordkorea von einer «Denuklearisierung». Das ist ein bewusst gewählter, schwammiger Begriff, der Diplomaten Spielraum in Verhandlungen lässt.

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So, 2018-05-27 00:39Berlin (dpa)

AfD-Fraktion will Antrag für Untersuchungsausschuss im Juni stellen

Berlin (dpa) - Inmitten der Affäre um Unregelmäßigkeiten beim Flüchtlingsbundesamt hat die AfD im Bundestag angekündigt, im Juni einen Antrag für die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu stellen. Dieser solle sich mit der «Flüchtlingspolitik im weitesten Sinne» befassen, einschließlich der Bamf-Problematik, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch der «Welt am Sonntag». Der aktuelle Skandal um massenhaft unrechtmäßige Asylbescheide in der Bremer Außenstelle lasse sich nicht isoliert betrachten. Weil dies «im Zusammenhang mit der Massenmigration und dem Flüchtlingsdesaster seit 2014» ständen, dürfe es nicht «um Bauernopfer» gehen. Zu thematisieren sei «die politische Gesamtverantwortung».

Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Fraktionen den AfD-Antrag unterstützen, ist gering. Einen Untersuchungsausschuss zur Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten AfD-Politiker im Wahlkampf gefordert. Auch die FDP befürwortet einen Untersuchungsausschuss und bringt am 7. Juni einen eigenen Antrag dazu ins Plenum.

Mitarbeiter der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sollen nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende Grundlage Asyl gewährt haben.

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Sa, 2018-05-26 17:55Dülmen (dpa)

Wildpferdefang bei Dülmen: 36 junge Hengste eingekreist

Dülmen (dpa) - Den traditionellen Wildpferdefang im Münsterland haben am Samstag etwa 15 000 Besucher beobachtet. Das staubige Tierspektakel spielte sich bei sommerlichen Temperaturen im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen ab.

Immer am letzten Samstag im Mai lässt der Besitzer, Rudolf Herzog von Croÿ, junge Hengste einfangen. 2018 waren es nach Angaben des Veranstalters 36 Tiere. Geschehe das nicht, würde die Herde der Wildpferde auf der rund 360 Hektar großen Fläche zu groß. Außerdem verletzen sich die Tiere bei Rangkämpfen der männlichen Tiere.

Ein Volksfest rund um die Arena begleitet das Einfangen der Tiere. Pferdeliebhaber aus ganz Deutschland und den Nachbarländer reisen bereits Stunden früher an. Auf den Weiden grasen die Jungtiere dann noch friedlich neben ihren Müttern, während die Zuschauer mit einem Glas Bier oder Wein in der Hand über die Wege spazieren.

Gegen 15.00 Uhr begann das Spektakel. Dabei lief ein großer Teil der 400 Tiere umfassenden Herde in eine Arena ein. Schon kurz bevor die Tiere beim Einlaufen zu sehen sind, hören die Zuschauer den Hall der Hufe wie ein Donnergrollen. Anschließend trennte eine Gruppe von Fängern die Jungtiere von ihren Müttern.

Nach Kritik von Tierschützern werden die Tiere seit Jahren sanfter eingefangen. Früher rissen die Fänger die Tiere am Hals herum und drückten die Hengste auf den Boden. Inzwischen schult die Verhaltensbiologin Willa Bohnet von der Tierärztlichen Hochschule Hannover die Fänger und bringt ihnen den sanfteren Fang bei.

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Sa, 2018-05-26 17:14Paris/Rom (dpa)

Ärzte ohne Grenzen: Libysche Menschenhändler erschießen 15 Migranten

Banden in Libyen halten afrikanische Flüchtlinge, die mit dem Ziel Europa eingereist sind, in Lagern gefangen. Wie Sklaven werden sie festgehalten. Nun sollen 15 Migranten bei einem Fluchtversuch getötet worden sein.

Paris/Rom (dpa) - Libysche Menschenhändler haben nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 15 aus Gefangenschaft fliehende Migranten erschossen. Dutzende weitere seien nahe der Stadt Bani Walid im Nordwesten des Landes verletzt worden, teilte die Organisation am Freitagabend mit. Sie seien von den Geiselnehmern angeschossen worden, als diese sie wieder einfangen wollten. Mehr als 100 Menschen seien zuvor aus einem Geheimgefängnis ausgebrochen. Die Überlebenden, vor allem Teenager, stammten den Angaben zufolge hauptsächlich aus Eritrea, Äthiopien und Somalia und strebten Asyl in Europa an. Sie berichteten, bis zu drei Jahre lang gefangen gewesen zu sein.

Vor der libyschen Küste sind in den vergangenen Tagen nach Angaben von Helfern mehr als 1500 Menschen aus Seenot gerettet worden. Allein am Donnerstag und Freitag hätten Schiffe von Nichtregierungsorganisationen (NGO), sowie der italienischen Küstenwache und Marine diese Zahl von Migranten vor dem Ertrinken gerettet, teilte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee mit.

Deutsche Helfer haben im Mittelmeer 128 Menschen aus Seenot gerettet. Nachdem die Organisation Sea-Eye bereits am Donnerstag bei der Rettung von 157 Menschen mitgeholfen hatte, sei ihr Rettungsschiff Seefuchs am Freitag zu einem überfüllten Schlauchboot ausgerückt, teilte die Regensburger Organisation mit. An Bord waren auch acht Kleinkinder und 42 Frauen, neun von ihnen schwanger. Das Boot habe wegen Motorschadens nicht mehr manövrieren können.

Seit Monaten werden deutlich weniger Flüchtlinge in den internationalen Gewässern des Mittelmeers gerettet. Viele Menschen, die von Libyen aus die Flucht nach Europa wagen, werden bereits in den Hoheitsgewässern geborgen und zurück in das Bürgerkriegsland gebracht. In Italien kamen im Mai bislang lediglich 1349 Gerettete an. Im Mai 2017 waren es noch fast 23 000 gewesen.

Nach wiederholten Massenschlägereien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten haben rund 300 Menschen, in ihrer Mehrheit Familien, das Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos verlassen. Sie protestierten damit gegen als unerträglich bezeichnete Zustände und eine langsame Bearbeitung ihrer Asylanträge, wie der staatliche Regionalsender (ERT-Nord-Ägäis) weiter berichtete.

Im Auflieger eines Sattelschleppers seien in der Nähe der kleinen griechischen Grenzortschaft Soufli 91 Migranten entdeckt worden, teilte griechische Polizei am Samstag mit. Diese hatten zuvor den türkisch-griechischen Fluß Evros überquert und waren offensichtlich auf dem Weg zu einem der westgriechischen Häfen, von wo aus eine Route weiter nach Italien und Richtung Mitteleuropa führt.

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles forderte die Grünen auf, die von der Koalition vereinbarte Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer im Bundesrat nicht länger zu blockieren. Die Anerkennungsquoten für Asylbewerber aus Marokko, Algerien und Tunesien liege unter fünf Prozent. «Daher ist es in der Sache richtig, die Maghreb-Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären», sagte Nahles der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). «Dazu müssen sich auch die Grünen im Bundesrat bewegen.»

Eine Einstufung als sichere Herkunftsstaaten könnte die Asylverfahren von Bürgern dieser Länder vereinfachen und damit beschleunigen. «Menschen, die weder geduldet noch als Asylbewerber anerkannt werden, müssen schneller Klarheit haben, dass sie nicht bleiben können und zurückgebracht werden», sagte Nahles. Das gehöre unweigerlich zur Willkommenskultur dazu. «Sie funktioniert nur zusammen mit einem durchsetzungsstarken Rechtsstaat. Wer Schutz braucht, ist willkommen. Aber wir können nicht alle bei uns aufnehmen.»

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Sa, 2018-05-26 17:02Dülmen (dpa)

Wildpferdefang bei Dülmen: 36 junge Hengste eingekreist

Dülmen (dpa) - Den traditionellen Wildpferdefang im Münsterland haben am Samstag etwa 15 000 Besucher beobachtet. Das staubige Tierspektakel spielte sich bei sommerlichen Temperaturen im Naturschutzschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen ab.

Immer am letzten Samstag im Mai lässt der Besitzer, Rudolf Herzog von Croÿ, junge Hengste einfangen. 2018 waren es nach Angaben des Veranstalters 36 Tiere. Geschehe das nicht, würde die Herde der Wildpferde auf der rund 360 Hektar großen Fläche zu groß. Außerdem verletzen sich die Tiere bei Rangkämpfen der männlichen Tiere.

Ein Volksfest rund um die Arena begleitet das Einfangen der Tiere. Pferdeliebhaber aus ganz Deutschland und den Nachbarländer reisen bereits Stunden früher an. Auf den Weiden grasen die Jungtiere dann noch friedlich neben ihren Müttern, während die Zuschauer mit einem Glas Bier oder Wein in der Hand über die Wege spazieren.

Gegen 15.00 Uhr begann das Spektakel. Dabei lief ein großer Teil der 400 Tiere umfassenden Herde in eine Arena ein. Schon kurz bevor die Tiere beim Einlaufen zu sehen sind, hören die Zuschauer den Hall der Hufe wie ein Donnergrollen. Anschließend trennte eine Gruppe von Fängern die Jungtiere von ihren Müttern.

Nach Kritik von Tierschützern werden die Tiere seit Jahren sanfter eingefangen. Früher rissen die Fänger die Tiere am Hals herum und drückten die Hengste auf den Boden. Inzwischen schult die Verhaltensbiologin Willa Bohnet von der Tierärztlichen Hochschule Hannover die Fänger und bringt ihnen den sanfteren Fang bei.

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