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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.17

Türen öffnen

Wegweiser: Ramy Al-Asheq (22)
Als Ramy Al-Asheq vor drei Jahren in Nordrhein-Westfalen ankam, hätte er sich eine Zeitung wie „Abwab“ gewünscht: ein Blatt, in dem Geflüchtete auf Arabisch und Deutsch über ihr neues Leben schreiben, über Literatur, über Bürokratie, über das Ankommen in der Fremde. In Syrien verfolgte die Regierung den Autor und Dichter, er rettete sich nach Jordanien. Die Heinrich-Böll-Stiftung half ihm, nach Deutschland zu kommen. „Meiner Sprache beraubt, fühlte ich mich hier zuerst wie ein Alien“, sagt Al-Asheq. Dann nahm ihn eine Familie auf und half ihm, sich in seiner neuen Heimat zurechtzufinden. „Sie hat mir Türen geöffnet“, sagt er. Die Zeitung, die er im Dezember 2015 gründete und mit der er anderen bei der Integration helfen will, nannte Al-Asheq darum „Abwab“ – arabisch für „Türen“. 70.000 Exemplare der anzeigenfinanzierten Publikation liegen jeden Monat in Unterkünften, Behörden und Bibliotheken in ganz Deutschland aus. Al-Asheq möchte mit „Abwab“ eine Plattform schaffen, die Geflüchteten beim Ankommen mehr hilft als etwa staatliche Integrationskurse. Sein Ziel: „Wir wollen Geschichten jenseits von Klischees erzählen.“
abwab.eu