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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.06

Unis gegen Coca-Cola

Gewerkschafter-Morde, Wasserklau – Hochschulen in den USA und Europa boykottieren den Konzern

Finanziell gesehen ist es für Coca-Cola ein Klacks: Rund 1,4 Millionen Dollar hat der Brause-Gigant (Gewinn im dritten Quartal 2005: 1,2 Milliarden Dollar) bisher jährlich in Kantinen und Automaten der University of Michigan umgesetzt. Seit Anfang 2006 ist Schluss damit, denn die Uni beteiligt sich als zehnte Hochschule an einer Boykottkampagne gegen den Konzern. Wirtschaftlich mag es ihn nicht kratzen – doch der Imageschaden ist beträchtlich. Coca-Cola wird etwa vorgeworfen, dass ein indisches Abfüllwerk Bauern mit Tiefenbohrungen das Wasser abgräbt. In Kolumbien soll der Coca-Cola-Lizenznehmer Todesschwadrone auf Gewerkschafter angesetzt haben; mindestens acht wurden in den vergangenen Jahren erschossen. Die Konzernzentrale in Atlanta weist alle Vorwürfe zurück. Der Boykott aber weitet sich aus: An mittlerweile hundert Universitäten in den USA und Europa gibt es Proteste. In Italien stoppten Demonstranten mehr als 30-mal die olympischen Fackelläufer auf ihrem Weg zu den Winterspielen in Turin – Coca-Cola ist ein Hauptsponsor. Geschickt hat die Boykottkampgane den klassischen Coke-Slogan umformuliert: „Murder – It’s the real thing“. Unter www.cokefacts.org hat der Konzern nun seine „Wahrheit“ ins Internet gestellt.
Mehr zum Boykott: www.killercoke.org