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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.04

Update

Mallorca: Proteste gegen Umweltzerstörung
Der auf den Balearen aktive Umweltverband GOB erklärte Mallorca jüngst zum ökologischen Notstandsgebiet: Die konservative Regierung von Jaume Matas schaffte nicht nur die erst 2002 eingeführte Ökosteuer wieder ab, sondern plant zudem sieben Autobahnen, acht Golfplätze und neue Hotelanlagen. Naturparks und typische Kulturlandschaften sollen den Großprojekten weichen. GOB hofft auf Proteste auch von deutschen Urlaubern.
Infos unter: www.gobmallorca.com/deutsch/matas.htm
GPM 4.00

Textilien: Schluss mit Triclosan
In einem Brief an Greenpeace versichert Tchibo, künftig keine Textilien mehr zu verkaufen, die den antibakteriellen Wirkstoff Triclosan enthalten. Ein Labortest im Auftrag des Greenpeace Magazins hatte die umstrittene Chemikalie in Sportkleidung von
Tchibo nachgewiesen. Zudem kündigten kürzlich britische Supermarktketten, darunter Marks &Spencer an, binnen sechs Monaten alle triclosanhaltigen Produkte, etwa Zahnpasten und Reinigungsmittel, aus ihren Regalen zu verbannen.
GPM 3.04

Atomkraft: Frische Jodtabletten
Bis Ende September tauschen die zuständigen Behörden ihren gesamten Bestand an Jodtabletten, die Menschen im Falle eines Reaktorunfalls vor Schilddrüsenkrebs schützen sollen, gegen höher dosierte Pillen aus. Die Kosten für die 137 Millionen Tabletten müssen die AKW-Betreiber tragen – insgesamt 2,8 Millionen Euro. Versorgt werden sollen Menschen, die bis zu 100 Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt leben. Bisher reichten die Vorräte nur für Anwohner im Umkreis von 25 Kilometern.
GPM 2.04

Bhopal: Preis für Slumbewohnerinnen
Rasheeda Bee und Champa Devi Shukla, zwei Aktivistinnen aus den Armenvierteln von Bhopal, erhielten kürzlich den auch als „Alternativer Nobelpreis“ bekannten Goldman-Preis. Unweit ihres Wohnorts ereignete sich vor fast 20 Jahren im Union-Carbide-Werk, heute Dow Chemical, die Chemiekatastrophe, an deren Folgen bis heute 20.000 Menschen starben. Rasheeda und Champa überlebten und kämpfen seither für Wiedergutmachung. Sie demonstrierten, wurden verhaftet, traten mehrfach in Hungerstreik und reichten Klagen ein. Noch immer stellt sich Dow Chemical nicht seiner Verantwortung. „Wir mögen arm und ungebildet sein“, sagt Rasheeda Bee, „aber das heißt nicht, dass ein US-Großkonzern mit Mord davon kommen kann.“ Das Preisgeld in Höhe von 125.000 Dollar verwenden die beiden Frauen für die medizinische Behandlung von missgebildeten Kindern und für den Kampf gegen skrupellose Konzerne.
GPM 6.02, 2.03, 3.03

Ökobilanz: Modefirmen im Test
Die ökologische und soziale Bilanz von zehn großen Bekleidungsfirmen nahm das Münchner Unternehmen „Oekom Research AG“ unter die Lupe, um eine Empfehlungsliste für nachhaltiges Investment zu erstellen. Gold erreichte zwar keiner, doch die Silbermedaille (Note B) ging an die beiden deutschen Sportartikelhersteller adidas-Salomon und Puma. Schlecht schnitten dagegen die US-Firma Nike ab (Note C) sowie die deutsche Modefirma Hugo Boss (Note D), die laut Oekom „jedes Problembewusstsein für Umwelt und Soziales vermissen“ ließ. Die Prüfer hatten insgesamt 200 Punkte abgefragt – darunter der Umgang mit schädlichen Stoffen wie PVC und Arbeitsrechtverstöße bei Zulieferern in armen Ländern.
GPM 3.04

Urwälder: Mitsubishi lenkt ein
Der japanische Konzern Mitsubishi will keine Jahrhunderte alten Eukalyptus-Riesen aus Tasmaniens Urwäldern mehr zu Papier verarbeiten, sondern seinen Holzbedarf von jährlich 400.000 Tonnen künftig aus Plantagen und nachhaltiger Forstwirtschaft decken. Das sicherte der drittgrößte Abnehmer von Holzspänen aus Tasmanien in einem Brief an Greenpeace zu. Monatelang hatten Aktivisten mit einem Baum-Camp in 65 Metern Höhe gegen die Abholzung des einzigartigen Ökosystems protestiert.
GPM 3.04