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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.13

Update

Strom im Überfluss
Wiederholt haben Energiekonzerne vor Stromengpässen und -ausfällen gewarnt. Doch trotz Energiewende wird nicht zu wenig, sondern ein Überschuss an Strom produziert: 2012 hat Deutschland nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft mit 23 Milliarden Kilowattstunden so viel Strom ins Ausland exportiert wie noch nie. Das entspricht einer Jahresproduktion von mehr als zwei Atomkraftwerken. Zum Teil musste der Strom verschenkt oder sogar für die Abnahme bezahlt werden, da der Ausbau des Netzes nur schleppend vorangeht und mit dem Boom der erneuerbaren Energien nicht Schritt hält. GPM 3.12

Gefährliche Exoten
Mehr als 800 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten haben sich in Deutschland etabliert. Davon geht das Bundesamt für Naturschutz aus. Die fremden Arten wurden in Folge der Globalisierung eingeschleppt oder bewusst ausgesetzt. Da sie oftmals keine natürlichen Feinde haben, vermehren sie sich schnell und können das Ökosystem gefährden. Zu den sogenannten Neobiota gehören zum Beispiel Indisches Springkraut, Heusenkraut, Kermesbeere, Flamingo, Halsbandsittich, Pazifische Auster und Waschbär. GPM 6.06, 1.05

Vertane Klima-Chance
Vor einigen Jahren machte Ecuador den visionären Vorschlag, einen Teil seiner Ölreserven im Amazonas-Regenwald im Boden zu lassen, sofern die Weltgemeinschaft das Land für die entgangenen Einnahmen entschädige. Doch der Klimaschutzdeal droht endgültig zu scheitern. Statt Zahlungen von Industrieländern gingen in Quito nur Absichtserklärungen ein. Deshalb hat Präsident Rafael Correa Ende 2012 die ersten von insgesamt 21 neuen Förderlizenzen vergeben. GPM 6.09

Quecksilber-Abkommen
140 Staaten haben sich in Genf geeinigt, die Quecksilber-Emissionen zu senken. 2020 soll die Herstellung vieler Produkte, die das Nervengift enthalten, verboten werden. Dazu zählen zum Beispiel Fieberthermometer und auch Energiesparlampen. Vor allem wird das hochgiftige Metall bei der Goldgewinnung und der Kohleverbrennung frei. Für beide Branchen fehlen allerdings konkrete Reduktionsziele. Schon geringe Mengen Quecksilber können tödlich sein. Darüber hinaus verursacht die Substanz Langzeitschäden und bedroht so Millionen Menschen und die Natur, vor allem in Entwicklungsländern. GPM 3.00

Salziger Fluss
Obwohl die Werra schon fast tot ist, darf der Düngemittelhersteller K+S AG weiterhin Salzabwässer in das Flüsschen leiten. Allerdings muss der Kasseler Bergbaukonzern den Gehalt der Lauge an Chlorid, Kalium und Magnesium in drei Schritten reduzieren. Außerdem erwartet die Genehmigungsbehörde so schnell wie möglich eine andere Entsorgungslösung. Eine Abwasserleitung in die Weser oder Nordsee ist bereits seit Jahren im Gespräch. GPM 2.12, 5.09