Greenpeace Magazin

Ausgabe 2.18

Verbieten erlaubt

Kanada: Grizzlybären dürfen nicht mehr gejagt werden

Verbieten erlaubt

Wie schön waren doch die Sechziger- und Siebzigerjahre, als „Verbote verbieten“ ein linker Slogan war! Heute nutzen ihn statt alter Spontis sogenannte Neue Rechte, um gegen die von ihnen allseits vermutete „Öko-Diktatur“ mobil zu machen. Dabei gibt es doch ganz bezaubernde Verbote: In British Columbia dürfen seit Ende letzten Jahres keine Grizzlybären mehr gejagt und Trophäen ausgeführt werden. Und zwar nicht etwa, um die Letzten ihrer Art zu schützen. Sondern einfach so, aus ethischen Erwägungen: „Es geht nicht um die Anzahl der Bären, sondern darum, was die Menschen von British Columbia für richtig halten“, zitierte die Taz im Vorfeld des Verbots den zuständigen Minister. Das ist auch insofern interessant, als in den benachbarten USA die Regierung Trump die Grizzlyjagd kürzlich wieder erleichterte. Aber apropos Trump und Wildtiere, da denken wir natürlich gleich an die Bilder von Donald jr. in Zimbabwe mit Elefantenschwanz in der Hand (ohne Elefant dran).

China: Kein Elfenbein für China
Während die US-Regierung zuletzt laut darüber nachdachte, ein Einfuhrverbot für Jagdtrophäen aus bestimmten Ländern zu lockern, gibt es für die Elefanten in Sambia oder Simbabwe auch gute Nachrichten: In China ist der Handel mit Elfenbein seit Januar verboten. Bedenkt man, dass bis dato siebzig Prozent des weltweit gehandelten Elfenbeins in China landeten, ist das sogar eine sehr gute Nachricht – gesetzt den Fall, man bekommt auch den dortigen Schwarzmarkt in den Griff.

Arktis: Kein Fischfang rund um den Nordpol
Um jetzt im Kontext vernünftiger Verbote mal etwas Positives über die USA zu melden: Sie sind Mitunterzeichner eines Fischfang-Moratoriums für die Arktis. Wo durch die Eisschmelze Fischerei erst möglich wird, soll frühestens gefischt werden, wenn die Region ausreichend erforscht ist. Damit sollen auf einer Fläche von 2,8 Millionen Quadratkilometern für mindestens 16 Jahre anfällige Meeres-Ökosysteme geschützt werden. Petri Dank!

Schweiz: Kein Eis für Schweizer Hummer
Der US-Autor David Foster Wallace ging einst der Frage nach, ob bei lebendigem Leib gekochte Hummer wirklich keinen Schmerz empfinden. Die Schweiz hat sie nun mit „Doch, sehr wohl“ beantwortet und die Praxis verboten. Außerdem dürfen Panzerkrebse nicht mehr auf Eis oder in Eiswasser transportiert werden. Schon wird vor Lieferengpässen gewarnt – droht bald eine „Verbote verbieten“-Demo Schweizer Feinschmecker? Die Möglichkeit besteht. Denn auch das wussten schon die Spontis: „Wer nicht genießt, wird ungenießbar.“