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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.13

Was ist drin?

Text: Susanne Tappe

Rouge Allure Passion von Chanel

Für viele ist er der Inbegriff weiblicher Sinnlichkeit: ein rot geschminkter Mund. Doch womit malen sich Millionen Frauen da eigentlich die Lippen an?

Inhaltsstoffe
■ Insgesamt 35 Stoffe listet Chanel in der Inhaltsangabe des Rouge Allure Passion auf. Wir beleuchten die bedenklichen unter ihnen.
Pentaerythrityl Adipate/ Caprate/Caprylate/Heptanoate, Hydrogenated Polyisobutene, Octyldodecanol, Octyldodecyl Neopentanoate, Synthetic Wax, Polyglyceryl-10 Nonaisostearate, Polyglyceryl-2 Triisostearate, Hydrogenated Coconut Oil, Ethylene/Propylene Copolymer, Disteardimonium Hectorite, Tocopheryl Acetate, Propylene Carbo- nate, Hydrogenated Castor Oil, Parfum (Fragrance), Alumina, Prunus Amygdalus Dulcis (Sweet Almond) Oil, Hydrogenated Vegetable Oil, PEG-8, Silica, Talc, Potassium Alum, Tocopherol, Camellia Sinensis Leaf Powder, Kaolin, Ascorbyl Palmitate, Caesalpinia Sappan Bark Extract, Ascorbic Acid, Citric Acid, BHT, [+ / - CI 15850 (Red 6), CI 15850 (Red 7 Lake), CI 15985 (Yellow 6 Lake), CI 42090 (Blue 1 Lake), CI 45410 (Red 28 Lake), CI 77891 (Titanium Dioxide)]

Farbstoffe
■ Laut Chanel enthält der Ton „Passion“ sechs verschiedene Farbstoffe. Fünf sind pure Chemie, einer ist mineralischer Natur.
■ Drei gehören zu den Azo-Farben. Bakterien spalten sie teils in der Haut, teils in Darm und Leber zu aromatischen Aminen. Etliche dieser Amine haben ein hohes allergenes Potenzial. Einige haben sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen.
■ CI 45410 gehört zu den halogenorganischen Verbindungen. Auch sie können Allergien auslösen. Außerdem reichern sie sich in der Umwelt an und vermischen sich mit anderen Stoffen zu einem giftigen Chemiecocktail.

Parfüm
■ Dahinter können sich hunderte verschiedene, meist chemische Duftstoffe verbergen. Chanel verwendet künstlich hergestellte, makrozyklische Moschusverbindungen, die als unbedenklich für Mensch und Natur propagiert werden. Greenpeace bemängelt, dass sie bislang kaum untersucht wurden.
■ Andere künstliche Moschusverbindungen sind in Verruf geraten, weil sie sich als hormonell wirksam, krebserregend oder erbgutschädigend erwiesen haben und wassergefährdend sind.

Erdölprodukte
■ Cremelippenstifte sollen gut haften und die Lippen pflegen. Statt pflanzlicher Öle kommen dafür meist billige Kunststoffe wie Paraffine, Silikone und Erdölprodukte zum Einsatz. Werden sie mitgegessen, können sie sich in Leber, Nieren und Lymphknoten anreichern.
■ Bei Chanel verbirgt sich ein Erdölprodukt hinter „Hydrogenated Polyisobutene“.

PEG-8
■ Als Emulgator sorgt Polyethylenglykol (PEG) dafür, dass Fett und Wasser sich verbinden. Außerdem kann PEG medizinische Wirkstoffe in die Haut transportieren, macht sie aber auch durchlässiger für Schadstoffe.
■ Auch die Herstellung ist umstritten, weil das äußerst giftige Gas Ethylenoxid verwendet wird.

Empfehlung
■ Wer kontrollierte Naturkosmetik verwendet, geht allen hier kritisierten Inhaltsstoffen aus dem Weg. Verlässlich ist das BDHI-Siegel. Es verlangt darüber hinaus, dass Rohstoffe „soweit möglich“ aus Bio-Anbau oder kontrollierter Wildsammlung stammen.