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Was ist Verantwortung? Wir hätten da ein paar gute Beispiele...

Greenpeace Magazin Ausgabe 6.18

Was ist Verantwortung? Wir hätten da ein paar gute Beispiele...

Text: Andrea Hösch Foto: Tobias Kruse

Diese Geschwister sparen Tonnen von CO2
Franziska, 14, und Jakob, 17 // Berlin-Lichterfelde // Haltung: Raus aus der Klimabequemlichkeit
Mit dem Auto abholen lassen statt Radfahren? Gibt es nicht mehr für Franziska und Jakob. Seit sie herausgefunden haben, wie viele Treibhausgase sie im Alltag freisetzen, leben sie ein anderes Leben.

Im Haus der Familie Wessel ist die Zeit der Ausflüchte vorbei. Im Haus der Familie Wessel ist die Zeit der Ausflüchte vorbei. „Es gibt kein Zurück. Wer die Zusammenhänge begreift, muss etwas tun“, sagt Franziska und hält spontan einen druckreifen Vortrag über Menschen in armen Ländern, die zuerst untergehen, obwohl sie am wenigsten für den Klimawandel können. Franziska ist 14 Jahre alt – und wütend.

Ihr Bruder Jakob mag die Entschlossenheit seiner Schwester, ihren Mut. „Wir brauchen einen grundlegenden Wandel unserer Lebensweise“, sagt er. Jakob ist 17.

Die beiden Geschwister haben im vergangenen Jahr den Versuch gestartet, klimaneutral zu leben, mindestens aber ihre Klimabilanz deutlich zu verbessern. Ihre Eltern haben ein Buch darüber geschrieben („Vier fürs Klima“). Den Anstoß gab die Jüngste: „Wie groß ist eigentlich unser ökologischer Fußabdruck?“, fragte sie eines Tages. Die Familie zog einen Klimarechner zurate: Pro Jahr verursachten die vier 42 Tonnen CO2. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausstoß liegt in Deutschland bei knapp zehn Tonnen. „Das hat uns geschockt“, sagt Franziska. Schließlich dachten sie, bereits zu den Guten zu zählen, weil sie Bio-Lebensmittel kaufen und auf Plastiktüten verzichten.

Inzwischen denken die Geschwister bei jeder Entscheidung zuerst ans Klima und fragen sich: Was ist wichtiger, meine Bequemlichkeit oder die Rettung der Welt? Beispiel Apfel: Jakob, Vegetarier, isst drei pro Tag. Frisch vom Baum im Garten, mit perfekter Klimabilanz. Stammt er von einer Streuobstwiese aus der Region, kann man ihn auch guten Gewissens genießen. Außerhalb der Saison stellt sich aber die Frage, ob der Apfel aus Neuseeland oder der gekühlte aus der Region klimafreundlicher ist. Die Antwort: Es gibt nur kleine Unterschiede – viel wichtiger ist, ob man mit Fahrrad oder Auto einkaufen fährt. So deklinieren sie alles durch: Nahrungsmittel, Handy, Klamotten, Auto und noch vieles mehr.

Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres sanken die Emissionen der Familie auf 29 Tonnen CO2, ein knappes Drittel weniger als im Vorjahr. Dass sie nicht mehr geschafft hat, liegt auch daran, dass jeder von ihnen auch mal schwach wird. Jakob zum Beispiel liebt es, lange und heiß zu duschen. Überdies ist es jedoch in Deutschland derzeit aufgrund öffentlicher Emissionen und der auf Kohle und Öl basierenden Wirtschaft noch schlichtweg unmöglich, klimaneutral zu leben. Die CO2-Ersparnis der Wessels ist also ein Erfolg: Würden alle so konsequent leben wie sie, wäre das Pariser Klimaziel gut zu schaffen.

„Verzicht ist nichts Schlechtes“, sagt Franziska zum Schluss. „Ich finde sogar, dass er uns glücklicher macht.“

Dieser Landwirt schafft Platz für die Natur
Thomas Fischer, 41 // Schänitz in Sachsen // Haltung: „Landgrabbing“ kann eine gute Sache sein
Früher war er Ingenieur für Strahlenschutz, heute rettet Thomas Fischer Ackerland, und das gleich hektarweise. Von einem unbequemen Naturschützer, der für seine Überzeugung keinen Konflikt scheut

Ein schwarzer Pick-up prescht einen steinigen Feldweg hoch, bremst plötzlich ab, Staub wirbelt auf. Die Fahrertür wird aufgerissen, heraus springt Thomas Fischer, Spiegelsonnenbrille, die langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, Tattoos.

Er ist Landwirt und ein Mann mit Mission. Sofort geht er in die Hocke und betrachtet den Acker vor ihm: exakt gezogene Furchen, Meter um Meter kahle Erde, kein Grün, kein Insekt, nichts. „Für mich ist das totes Land, vollgespritzt und überdüngt, für alle anderen Lebewesen völlig unbrauchbar“, sagt er. Dann zeigt er auf einen der letzten Bäume, der noch am Feldrand steht. Sein Holz ist aufgerissen und zersplittert, manche der Wunden sind frisch. „Der Bauer fährt den Baum mit seinen schweren Maschinen einfach so lange an, bis der stirbt. Und schon hat er wieder mehr Ackerfläche und mehr Profit.“ Viele Male hat Fischer diesen Prozess schon gesehen. Seine Antwort: Einfach wieder Bäume pflanzen. Mal bekommt er die Erlaubnis der Behörden, mal auch nicht.

Weiter rechts hat Fischer ein paar Äcker. Keine kahle Erde, sondern lange und breite Reihen, auf denen er Heckenstreifen angelegt hat. Holunder, Kornelkirschen oder Weißdorn, kleine Bäume wie Wildbirne oder Wildapfel wachsen hier. Zwischen den Hecken stehen noch die Stoppeln des gerade abgeernteten Bio-Wildgetreides. Selbst das scheue Rebhuhn nistet hier. So sieht Fischers Verständnis von Landwirtschaft aus. 2015 bekam er den sächsischen Umweltpreis.

Kleinlich ist Fischer nicht: Bei ihm geht es nicht um einen Baum, sondern um Tausende, die er zusammen mit Baumschulen zurück an die Feldränder pflanzt. Bei ihm geht es auch nicht um einen Hektar, sondern um rund 700, die er bewirtschaftet. Manche als Eigentum, andere gepachtet, manche für seinen Ortsverein der „Grünen Liga“. Wenn ihn andere Bauern anblaffen, er mache alles unordentlich, dann blafft er auch mal ordentlich zurück.

Seine Idee: Wer wirklich etwas für den Naturschutz tun möchte, braucht Land – Ackerland, um genau zu sein. Weil ihm als einstigem Ingenieur für Strahlenschutz die Schreibtischarbeit zu langweilig war – und weil er sich seinem Sohn gegenüber verpflichtet fühlt, eine gesündere Natur zu hinterlassen. Er kauft und pachtet Äcker, legt darauf viele und breite Hecken an und ruft dafür die Förderprogramme des Landes und der EU ab. Andere Äcker lässt er brach liegen oder bepflanzt sie mit bodenverbessernder Gründüngung. Wieder andere Flächen bietet er als Waldausgleichsflächen an. „So bringe ich den Frieden zurück auf die Äcker“, sagt er. Das könne jeder: „Besorgt euch Land, entzieht es der konventionellen Landwirtschaft und schafft so Räume für die Natur.“

Ein Ex-Nazi, der Schüler vor der Szene warnt
Christian Weißgerber, 29 // Berlin // Haltung: Kein Irrweg ist im Leben unumkehrbar
Einst war er Neonazi. Heute tut er alles dafür, dass junge Leute nicht die gleichen Fehler machen – und geht in Schulen, um aufzuklären

Als Jugendlicher waren Sie in der Neonazi-Szene von Thüringen aktiv. Warum?
Mich hat fasziniert, dass die Radikalen sehr souverän damit umgehen, von vielen Menschen angefeindet zu werden. Zudem erleben viele junge Männer in diesen Gruppen eine Selbstermächtigung, die es sonst kaum gibt. Mit 15 Jahren habe ich Kontakt aufgenommen und fand Mentoren aus dem Kameradschaftsbereich.
Wann kam der Entschluss, auszusteigen?
2010 habe ich mich zusammen mit einem Kumpel aus der rechten Szene zurückgezogen. Das war ein längerer Lernprozess. Erst habe ich mich nicht mehr auf Demos blicken lassen, keine Reden mehr gehalten. Ein Jahr später haben wir uns dann an eine Aussteigerorganisation gewendet. Nur wenige Menschen können nachvollziehen, was es heißt, wenn eine Sache, an die man sehr lange sehr innig geglaubt hat, plötzlich wegfällt und damit der Freundeskreis der Jugend.
Was bedeutet es für Sie, heute Schüler aufzuklären?
Ich versuche, ihnen anhand meiner Biografie klarzumachen, warum ein Mensch Nazi werden will. Warum feiert er eine menschenverachtende Ideologie und findet es geil, andere anzugreifen? Außerdem erkläre ich, mit welchen Strategien die Gruppen arbeiten. Das hat für mich etwas damit zu tun, in den Grenzen meiner Möglichkeiten Verantwortung für die früheren Taten zu übernehmen.

Einer, der den Blick in die Ewigkeit wagt
Wolfram König, 60 // Berlin // Haltung: Es liegt in der Verantwortung aller, kommende Generationen vor dem Strahlenmüll zu schützen
Der Leiter des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit hat den Jahrtausendjob, die Abfälle des Atomzeitalters sicher unter die Erde zu bringen

Herr König, Sie tragen die Verantwortung für etwas nahezu Unmögliches – einen Ort zu finden, an dem hochradioaktiver Abfall Hunderttausende Jahre lang gelagert werden kann. Wie geht es Ihnen mit diesem Gedanken?
Als Präsident einer Aufsichts- und Genehmigungsbehörde trage ich eine besondere Verantwortung, aber ich trage sie nicht allein. Es ist eine gesamtgesellschaftliche und insbesondere eine Aufgabe der gewählten Politikerinnen und Politiker, für eine sichere Verwahrung der hochgefährlichen Hinterlassenschaften aus dem Atomzeitalter zu sorgen. Meine persönliche Verantwortung trage ich mit dem Bewusstsein, dass es nicht ausreicht, einfach gegen etwas zu sein. Aus meiner eigenen Biografie, die in der Anti-AKW-Bewegung wurzelt, habe ich gelernt, dass Engagement gerade dann nötig ist, wenn ein erstes Ziel erreicht ist. Der Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie ist beinahe geschafft, jetzt steht die sichere Verwahrung der radioaktiven Abfälle an.
Sie drängen darauf, die Öffentlichkeit stark einzubeziehen. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass Öffentlichkeitsbeteiligung anstrengend sein kann. Aber die Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger, das Einbeziehen ihrer Fragen und Sorgen, kann zu einer besseren Qualität der Ergebnisse führen. Es fördert zudem die Akzeptanz des Verfahrens.
Ihre Behörde ist auch verantwortlich für die Überwachung der Sicherheit von verschiedenen Nuklearanlagen und Genehmigungen von Atommülltransporten. Haben Sie wegen Ihres Jobs schon mal Albträume gehabt?
Das kann durchaus Sorgen bereiten. Denn es geht bei der Sicherheit von Anlagen und Transporten oft um hohe Geldsummen – dementsprechend gibt es immer wieder Versuche, Entscheidungen zu beeinflussen. Gerade dann ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu treffen, Haltung zu zeigen. Sicherheit bildet sich nicht nur technisch ab, sondern lebt von der Haltung der Menschen dahinter.

Diese Familie erzeugt jetzt 90 Prozent weniger Verpackungsmüll. Können das alle packen?
Kerstin Mommsen, 47, und Paul, 9 // Tettnang am Bodensee // Haltung: Hier kommt Plastik nicht mehr in die Tüte
Eine Mutter erzählt, wie ihr achtjähriger Sohn sie dazu brachte, ein Problem anzugehen, über das sonst alle nur reden

Durch Plastikfäden strangulierte Wasserschildkröten, Wale, die an verschluckten Abfällen sterben, im Müll schwimmende Taucher. „Warum passiert sowas überhaupt?“, hatte Paul Anfang des Jahres gefragt, als wir die Kindernachrichten sahen. Wie erklärt man das einem Achtjährigen? Ich arbeite selbst als Redakteurin beim „Südkurier“ und fühle mich der Sprache mächtig. Eine gute Antwort hatte ich nicht. Noch beim Abendessen schlossen wir deshalb unseren „Plastikpakt“.

Wir entschieden uns, von nun an unser eigenes Einkaufsverhalten zu hinterfragen. Sechs Gelbe Säcke stellten wir durchschnittlich pro Monat vor unsere Tür. Heute ist es noch ein drei viertel Sack. Wie wir das hinbekommen haben?

Obst und Gemüse gibt es bei uns nur noch lose, am besten direkt vom Markt, zum Metzger bringe ich unsere eigenen Dosen mit. Am Anfang gab es auch irritierte Blicke, wenn Paul und ich mit unseren Dosen ankamen. Interessant ist aber, dass viele von unseren Bekannten und Freunden mittlerweile unserem Beispiel folgen.

Als vierköpfige Familie verbrauchen wir rund dreißig Liter Milch im Monat, dazu unzählige Säfte und Softdrinks. Statt der omnipräsenten Getränkekartons kaufen wir alles nur noch in Mehrweg-Glasflaschen, obwohl die nicht immer leicht zu finden sind. Auch Joghurt oder Sahne kommen bei uns nur noch plastikfrei auf den Tisch. Mein Versuch, Mann und Kinder vom selbstgemachten Frischkäse zu überzeugen, scheiterte allerdings gnadenlos. Und auch bei Süßigkeiten oder Keksen ist der Plastikverzicht aussichtslos – es sei denn, man backt selbst, wofür uns die Zeit fehlt.

Die größte „Plastikbaustelle“ aber ist bei uns der Bereich Kosmetik und Haushalt. Mit der App „Code Check“ habe ich unseren gesamten Bestand gescannt – mit erschreckenden Ergebnissen. In der Baby-Sonnencreme steckte Mikroplastik, auch im Haargel von Paul. Duschgels und Shampoos ohne Plastikverpackung zu bekommen, ist eine komplizierte und auch teure Angelegenheit. Da geht nur der Umstieg auf Naturkosmetik in Gläsern.

Bei uns türmten sich immer riesige Mengen an Reinigungsmitteln auf. Es gibt Möglichkeiten, Reiniger selbst herstellen, aber dafür haben mir bislang die Nerven gefehlt. Dann stieß ich auf ein Start-up, das Anfängern wie mir den nötigen Anschub gab. Mit dem „Sauberkasten“ bestellte ich mir die Grundzutaten und die Rezepte nach Hause – seither mache ich Spülmittel selbst. Auch unsere Spülmaschine läuft nur noch mit meiner eigenen Mischung aus Zitronensäure und Soda. Und es funktioniert, auch wenn ich zunächst skeptisch war. Unser Geschirr ist nämlich oft sehr dreckig. Statt Alu- oder Frischhaltefolie verwende ich abwaschbare Bienenwachstücher, die wiederverwendbar sind und dazu noch gut aussehen. Waschmittel kaufe ich im Pappkarton und bin damit vollauf zufrieden. Ich habe sogar den Eindruck, dass damit viel mehr Wäschen möglich sind.

Unsere Bilanz: Es fällt nicht immer leicht, auf Plastik zu verzichten. Aber die Erfolge, die wir sehen, motivieren ungemein, dranzubleiben. Es macht sogar Spaß, und deshalb bin ich überzeugt: Was wir schaffen, können auch andere. Interessant finde ich, dass wir in der Summe auch deshalb weniger Müll produzieren, weil wir viel gezielter einkaufen, was wir benötigen.

Ich bin der Meinung, dass jede Kaufentscheidung ein Statement ist und dass auch der Verbraucher Macht hat. Natürlich brauchen wir wesentlich strengere gesetzliche Regeln, doch ich merke jeden Tag, dass viele Menschen längst sensibilisiert sind und auch etwas tun wollen.

Wenn wir spazieren gehen, sammeln wir ganz selbstverständlich herumliegenden Müll auf. Im Urlaub in Italien hat mein Sohn mit seinem Freund Linus tütenweise Plastikmüll vom Strand geholt. „Es ist wichtig, die Erde zu schützen“, sagt unser Sohn – der mit einer einzigen Frage bei uns so viel in Bewegung gebracht hat.

Kerstin Mommsens Anti-Plastik-Tipps
1. Machen Sie sich keinen Stress. Der Verzicht auf Plastik funktioniert nicht von heute auf morgen – und auch nicht immer. Sie werden aber mit jedem Tag Erfahrung effizienter in Ihrem Handeln.
2. Putzmittel selber machen: Grundsätzlich braucht man nur Natron, Soda, Kernseife, Essigessenz und Zitronensäure für den Haushalt. Die Beiträge in der Facebook-Gruppe „Plastikfrei Leben – Tipps und Tricks“ sind eine wahre Fundgrube.
3. Bei Kleidern möglichst wenige Materialien aus Kunststoff kaufen. Beim Waschen entsteht Mikroplastik, das dann ins Abwasser gelangt. Lieber auf Wolle, Baumwolle, Leinen und Hanf setzen.

Dieser Kapitän hat Tausenden Flüchtlingen das Leben gerettet
Klaus Vogel, 62 // Berlin // Haltung: Menschen in Seenot darf man nicht ertrinken lassen
Als Italien die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer einstellte, konnte ein deutscher Seemann nicht mehr wegschauen

Können Sie sich an den Moment erinnern, in dem Ihnen klar wurde: Ich muss etwas tun? Ich muss selbst aufs Meer, um Menschen zu retten?
Das war eher ein Prozess. Im Herbst 2014 endete Italiens Operation „Mare Nostrum“, die innerhalb eines Jahres mehr als 100.000 Menschen das Leben gerettet hatte. Ich hielt es für selbstverständlich, dass Europa übernimmt. Es passierte aber nichts. Da dachte ich: Das geht so nicht. Aber noch nicht gleich mit einem Plan.
Wann ist der Plan entstanden?
Einige Wochen später. Da hatte ich meine Arbeit bei einer großen Reederei schon gekündigt. Ich fand, wir Seeleute hätten was machen müssen. Aber niemand von meinen Kollegen wollte das. Dann habe ich mir überlegt: Was mache ich jetzt? Im Frühling 2015 fuhren meine Frau und ich nach Sizilien und Lampedusa. Wir wollten erfahren, was die Menschen vor Ort von einer privaten Seenotrettung halten würden.
Was ergab das Stimmungsbild?
Auf Lampedusa lagen nur noch zwei kleine Schiffe der Küstenwache im Hafen. Die jungen Männer, die dort Dienst taten, waren überlastet und erschöpft. Die Leute sagten uns: „Wir brauchen ein großes Rettungsschiff, die Menschen sterben vor unserer Haustür.“ Damit stand der Entschluss fest, SOS Méditerranée zu gründen. Wir wollten für ein europäisches Problem eine europäische Lösung finden und gemeinsam mit Freunden aus Frankreich, Italien und der Schweiz einspringen, bis die Staaten ihrer Verantwortung gerecht werden. Wir wollten nicht hinnehmen, dass diese Menschen ertrinken und zeigen, wie einfach es ist, etwas zu tun.
Ist es so einfach? Sie und Ihre Mannschaft nahmen Traumatisierte an Bord, sahen Menschen sterben.
Sie haben recht, es ist eine sehr belastende Situation. Wobei es genauso belastend ist, auf dem Meer zu sein und zu wissen: Da sind jetzt vielleicht Boote und wir finden sie nicht. Immerhin ist es mir ein Trost, wie viele Menschen wir retten konnten – fast 30.000 bisher.
Hatten Sie jemals zuvor Menschen aus Seenot gerettet?
Nicht als Kapitän, aber als Offizier. Wir haben zum Beispiel mal eine große Segelyacht in der Biskaya gerettet, die leckgeschlagen war und sank – das sind Selbstverständlichkeiten. Dass es jetzt nicht selbstverständlich ist, schockiert mich. Mit welcher Haltung leben Menschen, die sich da verweigern, und was werden deren Kinder oder Enkelkinder später mal fragen?
Als junger Seemann fuhren Sie unter einem Kapitän, der das Gebiet mit den vietnamesischen „Boatpeople“ bewusst mied.
Ja, danach hatte ich Albträume. Wir fuhren auf einem großen, modernen Frachter und unser normaler Kurs führte sehr dicht an der Küste von Vietnam entlang. Ich war damals Zweiter Offizier, dafür zuständig, die Kurslinie zu zeichnen. Als der Kapitän sagte, da fahre er nicht lang, habe ich das hingenommen. Wir sind einen großen Bogen um das Gebiet herumgefahren. Ich habe mich schlecht gefühlt und mir gesagt: Das mache ich auf keinen Fall, wenn ich mal die Verantwortung trage. 
Anfang 2016 charterte SOS Méditerranée das Schiff „Aquarius“. Sie hatten Geld für drei Monate...
Wir wollten eine humanitäre Organisation aufbauen, die mit dem Schiff vor Ort bleiben würde, solange die Not besteht. Allerdings hatte ich gedacht, dass sich das Bild in Europa ändern würde, wenn wir Journalisten an Bord nehmen, die über die Situation berichten. Wir konnten ja leider nicht die gesamte europäische Politik und Bevölkerung an Bord holen.
Sie verzweifeln an Europa?
Es gibt derzeit nur eine Handvoll Staaten, die Flüchtlinge aufnehmen und so die zivile Seenotrettung wenigstens hinnehmen. Das ist traurig, aber nicht ohne Vorgeschichte. Die Blockade der italienischen Regierung etwa kann man nicht allein einem rechten Innenminister anlasten. Italien wurde in den letzten Jahren von Europa mit der Situation alleingelassen. Es ist verständlich, dass das Land sich wehrt. Bloß nicht in dieser Form, die auf Kosten der Schwächsten geht. Und dass Retter kriminalisiert werden, ist unter keinen Umständen akzeptabel.
Diesen Sommer kam die Diskussion auf, ob die Retter den Schleppern in die Hände arbeiten. Sind Sie unfreiwillig Teil eines kriminellen Geschäftsmodells?
Die privaten Seenotretter haben seit 2015 dasselbe gemacht wie die italienische Regierung 2014 mit Mare Nostrum. Exakt dasselbe. Korrekterweise muss man die Frage, ob die Aussicht auf Rettung noch mehr Menschen anzieht, also nicht auf die private Rettung beziehen, sondern auf die Rettung an sich. Und diese Frage darf man nur mit einem Bekenntnis zur Rettung beantworten. Alles andere würde bedeuten, dass wir hinnehmen, dass Menschen sterben – zur Abschreckung.
Woran liegt es, dass Ihr Engagement die Politik nicht umstimmen konnte?
Wer nicht schwimmen kann und nicht gerettet wird, geht unter und stirbt auf der Stelle. Diese unmittelbare Bedrohung machen sich viele Menschen nicht so klar. Das vergisst man leicht, während man fern des Mittelmeers über Schlepper und Fluchtursachen diskutiert. Viele kennen auch die Lage in Libyen nicht, wo Migranten die Hölle erleben, weil sie interniert, gefoltert und vergewaltigt werden. Niemand flüchtet freiwillig in einem Schlauchboot übers offene Meer.
Im September 2017 sind Sie in Ihren Beruf zurückgekehrt – haben Sie die Verantwortung abgegeben?
Mir war es wichtig, nicht zum Berufsaktivisten zu werden. Wir sind viele. Es gibt genug Seeleute und Menschen an Land, die SOS Méditerranée jetzt tragen, sodass es keine Führungsfigur braucht, die immer die Fahne trägt und voranschreitet. Am Ende war es auch eine Kraftfrage.

Sie hat Fernweh und steigt trotzdem nie ins Flugzeug
Katja Täubert, 34 // Berlin // Haltung: Fliegen ist in Zeiten des Klimawandels keine Option mehr
Die Sportlerin und Mitarbeiterin des alternativen Verkehrsclubs VCD erklärt, wie sie zu ihren Fahrradpoloturnieren reist

„Ich will nicht mehr fliegen. Dafür weiß ich zu viel über die Folgen des Flugverkehrs, über den Klimawandel. Ich möchte mir die Welt nicht schönreden und mit dieser kognitiven Dissonanz leben müssen, anders zu handeln, als ich es für richtig halte. Ich will das leben, was ich mir auch von anderen wünsche.

Dabei liebe ich es, die Welt zu sehen. Während des Studiums war ich in Mosambik und in Brasilien. Ich bin hingeflogen und ein Jahr später zurück, aber das würde ich jetzt nicht mehr machen. Vor allem lehne ich Kurzurlaube per Flugzeug ab. Wenn ich reise, möchte ich die Entfernung spüren, sehen, wie sich die Landschaft verändert. Deshalb fahre ich so gern mit der Bahn.

Ich spiele Fahrradpolo. Das ist eine kleine internationale Szene, die Turniere finden in verschiedenen Ländern statt. Für viele gehört Fliegen deshalb dazu, aber es geht auch anders. Im Sommer war ich mit einer Freundin bei einem Turnier in Schottland, die Bahnfahrt hat 18 Stunden gedauert. Das Rad baue ich dann auseinander, denn längst nicht alle Züge haben Fahrradabteile. Man muss das schon ein bisschen als eine Herausforderung sehen.

Im Oktober fahre ich zu einem Turnier nach Portugal, wieder mit dem Zug natürlich. Übrigens ist das gar nicht so teuer. Man kann auch als Erwachsener Interrail nutzen, das weiß nur kaum jemand. Und mit der Interrail-App kann man gut die besten Verbindungen ermitteln.“

Diese vier machen ihr Abi in Eigenregie
Wincent Gromm, Hannah Lill, Robin Isenberg und Jonathan Steuer // Berlin-Kreuzberg // Haltung: Weil sie an anderen Schulen nicht zurechtkommen, lernen sie selbstbestimmt

Gut 200 Schülerinnen und Schüler holen an der basisdemokratisch organisierten Schule für Erwachsenenbildung (SfE) in Berlin-Kreuzberg eigenverantwortlich ihren Realschulabschluss oder ihr Abi nach

Jonathan Steuer, 19
„Ich hatte an meiner alten Schule Probleme mit einigen Lehrkräften. Die ungerechten Bewertungen, der Leistungsdruck, das Konkurrenzdenken, das war nicht mein Ding. Dann habe ich den Film ‚Berlin Rebel High School‘ gesehen, fand’s super und habe mich hier angemeldet. Das selbstverantwortliche Lernen liegt mir, man hilft sich gegenseitig und hält zusammen. Am Ende gibt es eine staatliche Abiprüfung. Ich bin zuversichtlich, sie zu schaffen.“
Robin Isenberg, 22
„Vor drei Jahren bin ich durchs Abi gefallen, danach hab’ ich gearbeitet und ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. Das war eine Art Orientierungsphase, jetzt will ich das Abi nachholen. Hier hab’ ich das Gefühl, dass ich zur Schule gehen darf und nicht muss. Es gibt immer jemanden, der enthusiastisch ist und die anderen mitzieht.“
Wincent Gromm, 19
„Hier wird kein Druck ausgeübt. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie, was und in welchem Tempo er lernt. Wenn mir zum Beispiel ein Thema gefällt und ich eine Präsentation machen möchte, frag’ ich die anderen, hey, seid ihr damit cool? Entscheidungen, die die Schule betreffen, werden von Schülern und Lehrern basisdemokratisch abgestimmt. Es ist ein bisschen wie eine große Familie.“
Hannah Lill, 22
„Ich habe schon eine Ausbildung im Tierheim hinter mir. Aber ich möchte gern studieren, Tiermedizin oder vielleicht was Journalistisches. Jetzt bin ich auf dieser Schule gelandet und finde es supergut. Man muss zwar viel machen, selber putzen und so. Aber die Leute sind motiviert und engagiert. Und zum ersten Mal in meinem Leben mag ich meinen Mathelehrer.“

Diese veganen Youtuber sind tierisch lustig
Gordon Prox, 31, und Aljosha Muttardi, 29 // Hamburg // Haltung: Ernährungsaufklärer für Youngsters
Fast 70.000 Abonnenten verfolgen die Videos auf ihrem Youtube-Kanal „Vegan ist ungesund“

An wen richtet sich Ihre Botschaft?
GP    Wir wollen vor allem Menschen erreichen, die mit Veganismus noch nichts zu tun haben. Dabei sagen wir nicht: Du musst jetzt vegan leben, am besten schon vorgestern. Wir schlagen vor: Vielleicht probierst du mal, einen Tag vegan zu essen oder ein veganes Abendessen zu kochen. Jeder kleine Schritt geht in die richtige Richtung.
Wie sind Sie selbst Veganer geworden?
AM    Durch ein Video über Tierschlachtungen auf Facebook vor vier Jahren. Da erkannte ich: Wenn mit Tieren Geld verdient wird, endet es schlimm für sie. Bei Gordon war der Weg ähnlich.
Wie sind Sie auf die Video-Idee gekommen?
AM    Vegan zu leben hat uns nicht gereicht. Wir wollten anderen vermitteln, dass es cool ist und die Stigmatisierungen von Veganern falsch sind. Wir dachten, wir können das ja lustig verpacken.
Wird der Vegan-Trend weiter zunehmen?
GP    So lange ich lebe, wird es wohl keine vegane Welt geben. Aber Veganismus ist jetzt schon die weltweit größte soziale Gerechtigkeitsbewegung, und sie wird immer größer. Wir alle wollen nicht irgendwann unseren Kindern sagen müssen: Ja, schade. Die Erde ist kaputt. Aber egal, es hat voll gut geschmeckt.

Sie will Klarheit übers Wasser
Petra Haunreiter // Altötting in Bayern // Haltung: Behördenschreck im besten Sinne
Jahrelang blieb Petra Haunreiter an einem Umweltskandal dran, den keiner wahrhaben wollte. Jetzt hat sie die Sache ins Rollen gebracht

„PFOA“ steht für Perfluoroktansäure, eine Chemikalie aus der Teflonproduktion. 190 Quadratkilometer der oberbayerischen Heimat von Petra Haunreiter sind damit kontaminiert, auch das Grundwasser. Die Menschen, ihr Blut und die Muttermilch, alles ist über die Maßen belastet. PFOA wurde bis 2008 von der Firma Dyneon verwendet und ist über Abwasser und Abgase in die Luft, die Erde, ins Wasser gelangt. Im Trinkwasser steigt die Konzentration noch immer. Der Boden speichert PFOA wie ein Schwamm.

Haunreiter wuchs auf einem Bauernhof in der Gegend auf. Bankenlehre, Haus mit Garten. Dass sie einmal so vehement kämpfen würde, wundert sie selbst ein bisschen.

2006 hatte Greenpeace aufgedeckt, dass die Alz, ein Fluss in der Region, stark mit PFOA belastet ist. „Die Behörden unternahmen nichts“, erinnert sich die 49-Jährige. So entschloss sie sich 2009, mittlerweile Gemeinderätin für die Freien Wähler, ihr Blut untersuchen zu lassen. Es wies eine PFOA-Konzentration von 48 Mikrogramm pro Liter auf, bei ihrem Mann waren es sogar achtzig. Als unbedenklich gelten zwei Mikrogramm.

Sie macht Druck auf Behörden und Ministerien. Nachts, wenn Mann und Tochter schlafen, schreibt sie Hunderte Briefe und E-Mails, ihre Unterlagen füllen vier Aktenordner. 2017 formiert sich endlich eine Protestbewegung. Die Presse berichtet, die Behörden reagieren aufgescheucht. 2018 veröffentlicht das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Blutuntersuchung an 906 Personen. Ergebnis: Alle haben zu hohe Werte.

Haunreiters Hartnäckigkeit hat sich gelohnt. Nun endlich will das Umweltbundesamt bis 2019 klären, wie gefährlich PFOA im Blut wirklich ist. Und die lokalen Wasserwerke rüsten sich schon mal mit Aktivkohlefiltern aus.

Diese beiden leben von dem, was die Natur ihnen gibt
Sarah Mönke und Daniel Becker, beide 29 // Tharandt in Sachsen // Haltung: Überzeugte Selbstversorger und Lebenskünstler zum Bewundern
Kein Konsum, keine Karriere, kein „höher, schneller, weiter“. Lieber bauen Daniel und Sarah ihr eigenes Gemüse und Obst an, heizen ihr Häuschen mit Holz und reparieren ihre Sachen selber. So sparen sie wertvolle Ressourcen wie kaum jemand sonst. Ist so ein Leben überhaupt realistisch in Deutschland? Sie sagen: Was wir machen, kann jeder

Am Rand des Städtchens Tharandt in Sachsen, oben auf einem Berg, am Ende einer schmalen Straße, haben sich zwei Menschen ihr Paradies erschaffen. Es ist wild, es ist klein, es gehört ihnen. Ihr Grundstück, ihr Häuschen, ihr Selbstversorgergarten, ihr Solarofen, ihr Solartunneltrockner, ihre Laufenten und ihre Bienen. Was den beiden aber am wichtigsten ist: Sie bestimmen über ihr Leben und es sind ihre eigenen Entscheidungen, die sie hier jeden Tag fällen und umsetzen.

Barfüßig gehen Daniel Becker und Sarah Mönke, beide 29 Jahre alt, durch ihren Garten. Seit neun Jahren leben sie hier, kennen jeden Tritt, jede Stufe und jede Pflanze. Auf den ersten Blick wächst alles wild durcheinander. Doch wer genauer hinschaut und den Erklärungen der beiden lauscht, lernt, dass hier nach den Prinzipien der Permakultur gearbeitet wird. Pflanzen, die einander guttun, die sich gegenseitig die Schädlinge vom Stängel halten, stehen nah beieinander. Jedes Jahr rücken die Pflanzenreihen um eine nach vorne, so wird der Boden unterschiedlich beansprucht. Und gegen die Nacktschnecken sind die Laufenten im Einsatz, die nebenbei das eine oder andere Sonntagsei abwerfen. Dort stehen die Tomaten, rot und saftig, gegenüber die Kartoffeln. Zucchini, Auberginen, Zwiebeln und Kräuter. „Zehn Stunden pro Person pro Woche, so viel Arbeitszeit kostet uns der Garten“, hat Daniel ausgerechnet.

„Wir wollen ein gutes Leben führen“, sagt er. „Das heißt für uns“, ergänzt Sarah, „keinen Job zu machen, der uns aufreibt, sondern den Moment und die Einfachheit zu genießen. Freude daran zu haben, Kartoffeln zu ernten, nichts zu tun, den Vögeln zu lauschen.“ Ist etwas kaputt, reparieren sie es selbst. Wollen sie etwas wissen, lernen sie es. Nach Dresden fahren sie mit dem E-Bike, und geflogen wird sowieso nicht. Die beiden sehen sich als Teil der Postwachstumsbewegung, lehnen Konsum und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen ab. Höher, schneller, weiter – da machen sie nicht mit.

Bekommen sie Besuch von der Welt da draußen, staunen die Gäste, sind ein bisschen neidisch, spüren die Ruhe und Entschleunigung des Ortes. Sarah und Daniel haben es einfach getan, haben sich aus dem System genommen, so weit das in Deutschland möglich ist. „Wir erleben hier eine Selbstwirksamkeit, für die man erst einmal Zeit haben muss. Der Bau des Solarofens, das Gärtnern, das Imkern, all das haben wir uns selber beigebracht, weil wir es wollten“, sagen sie unisono. Klar läuft nicht immer alles rund: Im Winter ist es bitterkalt, wenn sie nicht heizen. Auch das Gemüse will angebaut, gegossen, gepflegt und gehegt werden. „Selbstversorgung heißt eben auch, selber den Arsch hochkriegen“, sagt Daniel. Der Tag gebe sich nicht von allein eine Struktur.

Ganz ohne Barmittel geht es aber auch bei ihnen nicht. Rund 12.000 Euro brauchen sie im Jahr für Krankenkasse und täglichen Bedarf wie Kleidung und bestimmte Lebensmittel. Das Geld verdienen sie sich, indem sie Bienenwachskerzen für den Weihnachtsverkauf ziehen und Seminare und Workshops mit ihrem Wissen anbieten. Als studierte Forstwissenschaftler bekommen sie zusätzlich etwas Geld für das Kartieren von Wäldern. Damit sie so frei und unabhängig wie möglich leben können, versuchen sie immer für ein Jahr im Voraus zu arbeiten, so dass zum Jahresbeginn genug auf der hohen Kante liegt.
 
Auch wenn sie immer wieder bestaunt werden für das, was sie tun, so besonders finden sie es gar nicht. Sie sind ja keine Dogmatiker, die wie im Mittelalter leben wollen. Sie haben Solarzellen auf dem Dach, sie haben einen Laptop und Internet. Vergleicht man die beiden mit einem normalen Haushalt, verbrauchen sie rund 75 Prozent weniger an Energie. Ihre wichtigste Botschaft ist aber: Jeder kann so reduziert leben wie sie, man muss es nur wollen. Wege finden sich dann.