Greenpeace Magazin Ausgabe 1.96

Wasserwüste

Überdüngung verwandelt den Golf von Mexiko Schritt für Schritt in ein totes Gewässer.

Einen dramatisch wachsenden Bereich ohne Sauerstoff im Wasser haben Wissenschaftler an der US-Küste des Golfs von Mexiko gemessen. Die tote Zone erstreckte sich 1995 über 11.200 Quadratkilometer – 1600 Quadratkilometer mehr als im Vorjahr. 1992 war das betroffene Gebiet erst halb so groß. Das Phänomen tritt saisonal auf und erreicht im Sommer seinen Höhepunkt. Als Ursache gilt eine massive Algenblüte, die hauptsächlich durch Dünger entsteht, den der Mississippi und seine Nebenflüsse aus dem Landwirtschaftsgürtel im Mittleren Westen der USA in den Golf schwemmen. Die Nitrat-Belastung des Stroms hat sich seit 1950 verdoppelt. Das hat auch für die Fischerei fatale Folgen. Der Marinebiologe Jerry Mambretti berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, daß Fangboote im Sommer dort „nur noch die Skelette toter Krabben finden“.