Kurzinterview

Lisa Jaspers

„Transparentere Lieferketten im Textilsektor können vielen Frauen helfen.“

Lisa Jaspers ist politische Aktivistin, Unternehmerin und Buchautorin. Dazu ist sie auch noch Initiatorin der Petition #fairbylaw auf Change.org, mit der sie die deutsche Regierung dazu auffordert, ein Gesetz zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten zu verabschieden.

Drei Fragen und drei Antworten

mit Frauen, die die Welt ein bisschen besser machen

© Lena SchererDrei Fragen und drei Antworten

Warum brauchen wir 2021 eine Initiative wie #fairbylaw?

Als ich angefangen habe, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, wurde auf Fair-Fashion-Veranstaltungen nur sehr selten über Lösungsansätze auf einer politischen und gesetzlichen Ebene gesprochen. Es gab zwar NGOs und Politiker*innen, die sich mit dem Thema befassten, aber es brauchte aus unserer Sicht eine Initiative, die dieses Thema greifbarer und verständlicher machte. So entstand #fairbylaw. Mittlerweile haben fast 200.000 Menschen die Petition geteilt und unterschrieben.

Wie fördert #fairbylaw die Geschlechtergerechtigkeit?

Im Textilsektor im globalen Süden sind vor allem Frauen tätig. Zum Einen ist das natürlich ein wichtiger Schritt für viele, ihr eigenes Geld zu verdienen und finanziell unabhängiger zu werden. Leider sanken aber parallel die Löhne im Textilsektor immer weiter und damit einhergehend die Arbeitsstandards- und Arbeitssicherheit vor Ort. Werden die Lieferketten durch ein Gesetz transparenter und somit verantwortungsvoller aufgestellt, hat das einen unmittelbaren Effekt auf viele Frauen, die im Textilsektor tätig sind.

Wie ist der aktuelle Stand zu #fairbylaw?

Die Regierung hat Anfang Februar Eckpunkte für das deutsche Lieferkettengesetz vorgestellt, es soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Die bisherige Ausgestaltung bleibt leider weit hinter unseren Vorstellungen zurück. Deshalb hoffen wir sehr, dass sich im parlamentarischen Prozess noch Chancen auf eine Stärkung ergeben. Wir sind also weiterhin nah am Prozess dran und versuchen, die Öffentlichkeit und unsere Unterstützer*innen über diese Vorgänge zu informieren, und wenn nötig auch zu mobilisieren.

© Lena SchererDrei Fragen und drei Antworten

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