Wegweiser

Matthias Hemmerich & Lukas Seeber

„Es ist Wahnsinn, dass brauchbare Computer auf dem Schrott landen.“
Matthias Hemmerich & Lukas Seeber

Gestern noch Schrott, heute wieder flott 
Ein Leben ohne PC und ohne Laptop – das ist für die meisten Menschen undenkbar. Computer sind heute nahezu unentbehrlich für Arbeit, Unterhaltung und gesellschaftliche Teilhabe. Wer keinen hat, ist in vielen Bereichen außen vor – und genau das will der Würzburger Verein „Angestöpselt“ ändern. Dafür zieht die Initiative Nutzen aus einer weit verbreiteten schlechten Angewohnheit: „Viele Privatpersonen und Firmen trennen sich von ihren alten Rechnern, obwohl die noch tadellos funktionieren“, erklärt Matthias Hemmerich. „Wir rüsten diese Rechner wieder auf und geben sie an bedürftige Menschen weiter.“

In den Räumen des Würzburger Vereins stapeln sich gespendete Computer, Drucker, Monitore und Laptops. Die Ehrenamtlichen reparieren sie, versehen sie mit Festplatten und installieren frei zugängliche Software. Immer montags wird in den hinteren Räumen gebastelt, vorn am Empfang können Interessierte mit Nachweis ihrer Bedürftigkeit einen Rechner anfragen. „Wir sind eine bunte Gruppe“, sagt Matthias Hemmerich. Der 36-Jährige arbeitet als Versicherungskaufmann, viele andere Mitglieder seien Schüler, Studenten, Rentner. Bei „Angestöpselt“ treffen sich technikaffine Bastler, die ihre Begeisterung für Hardware mit sozialem Engagement verbinden möchten. „Schon immer sind Freunde und Familie mit ihren Computerproblemen zu mir gekommen“, sagt Hemmerich. „Jetzt mache ich das, was mir ohnehin Spaß macht, einfach für eine größere Gruppe.“

So lösen die 64 Mitglieder des 2013 gegründeten Vereins gleich mehrere Probleme. „Wir sparen Ressourcen, denn die verbauten Teile in den Computern sind wertvoll und meist noch völlig funktionstüchtig“, sagt Lukas Seeber, der hauptberuflich als Schreiner arbeitet. „Es ist Wahnsinn, dass all das sonst auf dem Schrott landet“, erklärt der 35-Jährige. So hilft der Verein nicht nur Menschen, sondern schont auch knappe Rohstoffe und schützt die Umwelt. „Eigentlich sollte es das überall geben.“

Matthias Hemmerich & Lukas Seeber

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