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Miquel Garau Ginard

„Unser Planet ist kein Aschenbecher.“
Miquel Garau Ginard

Im Winter sammelt Miquel Garau Ginard schon mal in Badehose Müll ein, im Sommer schlüpft er dazu in seinen Anzug. „So möchte ich zeigen, dass Aufräumen Spaß machen kann und Stil hat“, erklärt der gebürtige Mallorquiner seinen extravaganten Auftritt.

Garau Ginard lebt in der polnischen Großstadt Posen und hat dort die Initiative „10 Minutes a Day Poland“ gegründet. „Ich rufe meine Mitbürger dazu auf, jeden Tag zehn Minuten lang eine Straße entlangzuspazieren und Müll aufzulesen.“ Immer mehr Menschen unterstützen ihn, er kam ins Fernsehen, sogar der Posener Bürgermeister Jacek Jakowiak packte schon mit an.

Auch auf seiner Heimatinsel Mallorca räumt Garau Ginard auf. Dort ärgern ihn vor allem Zigarettenstummel. Deshalb rief er 2017 die Initiative „No más colillas en el suelo“ – „Keine Stummel auf dem Boden“ – ins Leben. Sie hat rund 30.000 Mitstreiter, auf den Balearen und inzwischen auch auf den Kanaren und in Lateinamerika.

Im August will er mit freiwilligen Helfern auf der Insel eine Million Filter auflesen. „Rund hundert Menschen haben schon zugesagt“, sagt der 34-Jährige. „Man sollte auf Zigarettenschachteln nicht nur drucken, wie schädlich Rauchen für die Gesundheit ist, sondern auch für die Umwelt.“ Und zwar nicht nur wegen des flächen- und wasserzehrenden Tabakanbaus. Zwei Drittel aller Filter landen auf der Straße: „Fünf Minuten auf den Lippen – bis zu zehn Jahre in der Umwelt“, erklärt er. So lange dauere es, bis ein Filter zersetzt sei. Schon ein Stummel enthält genug Giftstoffe, um vierzig Liter Grundwasser zu verunreinigen. Laut Garau Ginard sei schon viel getan, wenn Raucher ihre Kippen richtig entsorgen: „Unser Planet ist schließlich kein Aschenbecher.“

Miquel Garau Ginard

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