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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.17

Widerstand am Kochtopf

Wegweiser: Ulrich Pohanka (23)
Politik und Essen, das sind Ulrich Pohankas Leidenschaften. Nach dem Uniabschluss in Nachhaltigkeitsstudien gründet er Ende 2016 mit einer Freundin das Küchenkollektiv „Minimal-is-muss“. Seitdem hat er 600 Demonstranten beim Europäischen Ernährungsforum, die Berliner Demo „Wir haben es satt!“ und den Wiener „People’s Climate March“ bekocht. Auf seinem Menü stehen vegane Eintöpfe, Reisgerichte und Lasagne, die Bezahlung ist freiwillig. „Ich mag es, mit einfachen Mitteln viel zu bewegen“, sagt er. Töpfe hat er sich vom Ersparten gekauft, Bauern und Restaurants spenden Biogemüse. „Essen auf einer Demo ist wie Öl im Motor“, sagt er. „Wenn es da ist, läuft alles. Wenn es fehlt, knirscht es.“ Pohanka kocht ohne Bezahlung, er wohnt genügsam in einem Bauwagen im elterlichen Garten. Das Küchenzelt auf Demos schätzt er als Treffpunkt. „Hier tauschen sich alle aus, schöpfen Kraft und machen einander Mut“, sagt er. Sein Traum ist es, aus diesem Gefühl heraus eine politische Versuchsküche entstehen zu lassen: einen Ort, an dem man bei gutem Essen über politische Alternativen diskutieren und anschließend zur Tat schreiten kann.
bit.ly/gpm1703