Greenpeace Magazin

Ausgabe 4.18

Zurück für die Zukunft

Bayern: Gelungenes Comeback der Wildkatze

Zurück für die Zukunft

Als Tier des Jahres hat man es ja traditionell nicht leicht: Meist bedenkt die Deutsche Wildtierstiftung mit diesem Schön-aber-selten-Prädikat Arten, deren Lebensräume und Populationen akut so zusammenschnurren, dass Publicity dringend geboten ist. Doch Stichwort schnurren: Das Wildtier des Jahres 2018 beweist gerade, dass es auch anders geht. Die Wildkatze kann zwar jede Hilfe gebrauchen – mit 5000 bis 7000 Tieren im gesamten Bundesgebiet gilt der Mäusespezialist weiterhin als gefährdet. Doch Projekte wie der „Wildkatzensprung“, mit dem der BUND seit 2011 versucht, die Verbreitungsgebiete von Südniedersachsen bis Schwaben mit tausenden Kilometern zum Teil speziell begrünter Pfade zu vernetzen, führen offenbar zum Erfolg. So vermeldete kürzlich auch der bayrische Bund Naturschutz ein Anwachsen der dortigen Population auf nun schätzungsweise 700 Exemplare – zwei Jahre zuvor war man noch von etwa hundert weniger ausgegangen. Bedenkt man nun, dass die scheuen Waldbewohner zwischenzeitlich ganz verschwunden waren, lässt sich durchaus von einem gelungenen Comeback sprechen.

Niedersachsen: Feldhase stabil
Ein Comeback hat das fortdauernd gefährdete Tier des Jahres 2015 hoffentlich nie nötig. Laut Jägerschaften, denen wir beim innerdeutschen Vergleich mal glauben wollen, wächst der Besatz von Feldhasen zumindest im Westen des Landes. Niedersächsische „Hasenhochburgen“, reich an Knicks und Wildkräutern, zählen gar 75 pro Quadratkilometer. Gut! Im Osten sind es auf dieser Fläche nur sechs.Monokulturen,Gifte,dicke Reifen und – ja – Jäger knipsen noch zu vielen die Lampe aus.
 

Brandenburg: Großtrappe gerettet
Aber nicht alles ist schlecht im Osten: Einst berichtete Max Goldt mit mildem Spott über die Verlegung eines Fernbahnbaus in Brandenburg. Ein Großtrappenvorkommen sollte geschützt werden. Heute ist klar: Diese und andere Maßnahmen haben dazu geführt, dass der „märkische Strauß“ in der Mark wieder eine Zukunft hat. Lebten Mitte der Neunzigerjahre nur noch 57 Exemplare im Land, sind es heute mehr als viermal so viele. Der Schutz hat zudem für Bedingungen gesorgt, die auch anderen Arten helfen.

Filmwelt: Biene verbindet
Rund um die Wildbiene gibt es leider gerade kaum gute Nachrichten. Aber hier ist eine: Zusammen mit dem Netzwerk „Blühende Landschaft“, das Sie auch mit Abo-Prämien unseres Magazins unterstützen können, hat die Filmfirma Studio 100 das „Projekt Klatschmohnwiese“ ins Leben gerufen. Die Trickfilmbiene Maja, deren Rechte das Studio besitzt, wird Patin für 50.000 Quadratmeter Blühflächen. Und wer Maja und ihren trägen Freund Willi kennt, der weiß: Diese Biene kann Artgenossen wieder flottmachen.